viele Fragen zum Gewerbemietvertrag

Dieses Thema im Forum "Mietvertrag über Gewerberäume" wurde erstellt von Mirza, 30.01.2009.

  1. Mirza

    Mirza Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich bin hier neu und habe viele viele Fragen.

    Ich fange mal an zu erzählen. Wir haben im Jahr 2005 ein MFH gekauft. Hier ist auch eine Gastronomiefläche drin. Der gewerbliche Mieter hat immer zu spät bezahlt, am Ende waren seine Zahlungen auf die Monate nicht zuzuordnen, weil ich dann jeden Tag versucht habe bar zu kassieren.

    Nun ist er seit Oktober raus. Ich habe eine Kündigung (zugestellt 18.10.08) bekommen "hiermit kündige ich mit sofortiger Wirkung..."

    Und im Vertrag steht folgendes:
    Das Mietverhältnis beginnt am 01.02.1996. Der Mietvertrag wird auf die Dauer von 60 Monaten geschlossen und läuft bis zum 31.01.2001. Er verlängert sich jeweils um 36 Monate falls er nicht spätestens 3 Monate vor Ablauf der Mietzeit gekündigt wird. Vermieter hat kein Recht für diese 3 Jahre zu kündigen.

    Nach meiner Berechnung kommt er erst am 31.01.2010 aus dem Vertrag. Bis zur Neuvermietung oder bis zum 31.01.2010 muss er bezahlen. Kann mir das jemand bestätigen?

    Ich habe die Einrichtung von der Gastronomie behalten, bzw. Vermieterpfandrechte ausgeübt. Wir haben aber hierfür nichts schriftliches vereinbart. Eine Einrichtungsfirma hat uns ein Angebot für die Einrichtungen gegeben (ca. 6000 Euro). Ich habe aber mit dem Ex-Mieter absolut nichts schriftliches für die Einrichtung. Muss ich etwas schriftliches haben. Vor allem weiß ich nicht ob ich die Einrichtung gegen Entgelt loswerden kann und wenn für wieviel. Wie gehe ich am Besten mit der Einrichtung vor.

    Umlagenabrechnungen: Ich habe für das Haus Umlagenabrechnungen nach qm erstellt, weil es keine Zähler vorhanden waren. Der Ex-Mieter hat sich über die Abrechnungen nur mündlich beschwert, er hätte bisher noch nie Umlagenabrechnungen bekommen und bezahlt. Das alles wäre alles in 100 Euro Umlagenvorauszahlung drin. Ich habe dannn gesagt, es kann nicht sein, dass Sie nur 100 Euro Umlage zahlen brauchen, das schaffen Sie nicht mal für eine Wohnung. Dann kam nichts mehr, auch nicht schriftlich. Muss er eigentlich diese Umlagennachzahlungen bezahlen?

    Jetzt will Stadt auch noch Geld von mir haben, weil der Ex-Mieter seine Müllgebühren nicht bezahlt hat. Ich habe dort schon angerufen, die sagen Vermieter haftet dafür. Im Jahr 1996 hat der Ex-Mieter die Tonnen selber bestellt und auch bis 2005 bezahlt. Ich habe für seine Tonnen nichts unterschrieben oder sonst was. Die Tonnen gab es schon. Stadt droht mich jetzt mit Zwangsvollstreckung. Muss ich seine Müllgebühren wirklich bezahlen? Die offene Gebühren sind ca. 3000 Euro!

    Der Ex-Mieter hat anscheinend jetzt vor privaten Insolvenz anzumelden. Ich habe Post von seiner Schuldnerberatung bekommen. Die wollen eine Forderungsaufstellung haben. Mietrückstände sind klar. Aber was mache ich mit seine Einrichtung und Müllgebühren und Umlagennachzahlungen. Und kann ich eigentlich noch Zinsen berechnen für diese Rückstände?

    Danke
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Rückstände sind Rückstände und können aufgelistet werden. zinsen sind für Mietrückstände durchaus möglich.

    Und du hast recht. Er kommt wirklich erst zu dem angegeben Termin aus dem Vertrag. Damit das aber nicht noch richtig unschön wird und du Verlust einfährst (wo nix zu holen ist, wirst du auch nix bekommen) kannst du mit ihm einen Mietaufhebungsvertrag abschließen.
    Also Kü widersprechen und den Aufhebungsvertrag vorschlagen.
     
  4. #3 F-14 Tomcat, 31.01.2009
    F-14 Tomcat

    F-14 Tomcat Erfahrener Benutzer

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    Zinsen sind nicht nur möglich sondern normal

    § 286 Verzug des Schuldners
    § 288 Verzugszinsen
    http://www.zinsen-berechnen.de/verzugszinsrechner.php
     
  5. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Was könnte beim hier in Rede stehenden Sachverhalt ein Mietaufhebungsvertrag nutzen?

    Wäre der Mieter bereit, die Forderungen des Vermieters auf Mietzahlung und vielleicht auch Schadenersatz anzuerkennen? Dann wären die Forderungen nicht mehr streitig und es wäre für den Vermieter etwas gewonnen.

    Bei einem Mieter, der fristlos kündigt, ist Einsicht allerdings nicht zu erwarten. Anerkenntnis wird, falls überhaupt, realistischerweise allenfalls gegen Verzicht zu bekommen sein. Damit wäre durch einen Aufhebungsvertrag der Verlust eingefahren. Klasse Ergebnis... :lol

    Die Mietsache wurde zurück gegeben. Der Vermieter kann und sollte das Objekt schnellstmöglich neu vermieten und, soweit Erfolgsaussichten bestehen, den Mietausfall beim bisherigen Mieter einklagen.

    Widerspruch gegen die Kündigung muss nicht sein, schadet aber gewiss nicht.
     
Thema: viele Fragen zum Gewerbemietvertrag
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