Vollmachten für Eigentümerversammlungen

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von Goldfasan, 06.02.2016.

  1. #1 Goldfasan, 06.02.2016
    Goldfasan

    Goldfasan Neuer Benutzer

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    Hallo,
    Wir sind eine Eigentümergemeischaft mit etwa 60 Wohnungen , ursprünglich als Ferienwohnungen genutzt von Personen aus einer nahen Großstadt, aber auch aus allen Teilen Deutschlands
    Eines unserer Probleme: nur knapp unter 50 % der Eigentümer kommen zur Versammlung.Es werden Vollmachten erteilt , die der Bevollmächtigte nach Kenntnisnahme der Weisungen an die Verwaltung abgeben muß.
    Wir haben beschlossen, über personenbezogene Fragen schriftlich abzustimmen.Nach diesem Beschluss änderte sich das Abstimmungsverhalten zB. bei Entlastungen.
    Für den Vollmachtsbereich mit seiner %ualen Bedeutung blieb es bei der alten Regelung, sie gehen mit den Abstimmungsanweisungen an den Vollmachtnehmer und von diesem an die Verwaltung.
    Es kam der Wunsch auf , auch den Vollmachtgebern geheime Abstimmungen zu ermöglichen.
    Der Verwaltung wurde ein entsprechendes Formular übergeben . Zunächst erklärte der Verwalter , damit leben zu können , nach einer Besprechung mit dem Beirat wurde der Vorschlag , über den wir eine Abstimmung beabsichtigten, abgelehnt.
    Begründung: es seien Manipulationen , Nichtausführung von Weisungen zu befürchten
    es seien die Dokumentationspflichten der Verw. beeinträchtigt , der jedem Eigentümer Einsicht in die
    stimmrechtsweisungen ermöglichen müsse.
    Diese Argumente stammen aus einer Anwaltsbefragung .
    Stimmt diese Auffassung ?
    Wie kann man eine Abstimmung dieser zahlenmäßig beachtlichen Gruppe ohne Beißhemmung erreichen ?
    Uns wurde schon mal geraten , der Vollmachtgeber könne die Weisungen dem Vollmachtnehmer auf einem Beiblatt erteilen , das sei rechtlich möglich.Wenn ja , werden wir den Verw. auffordern , in der Einladung/auf dem Vollmachtsformular deutlich darauf hinzuweisen .
    Wir wären froh , endlich zu einer geschützten objektiven Abstimmungsweise aller Eigent. zu,kommen.
    Danke für Eure Hilfe.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Was wurde abgelehnt? Der Vorschlag, den Abstimmungsmodus zu ändern? Der Vorschlag, eine weisungsgebundene Vollmacht nicht offenlegen zu müssen? Der Antrag in einer anderen Sache, bei der die Frage des Modus nur ein Nebenkriegsschauplatz war?


    Das darf der Gemeinschaft völlig egal sein. Weisungen sind eine Angelegenheit zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem. Wenn der Bevollmächtigte die erteilte Vollmacht missbraucht, muss sich der Vollmachtgeber eben um Schadensersatz von ihm bemühen. Der Beschluss hat aber trotzdem Bestand, die Weisung bindet nur im Innenverhältnis der beiden, nicht gegenüber der WEG.

    Jedem halbwegs seriösen Verwalter sollte das bekannt sein, weil es ein wirklich alter Hut ist.


    Völliger Unsinn. Was der Verwalter tun muss, ist sich vom Bestehen der Vollmacht zu überzeugen, was regelmäßig durch Einsicht in die Vollmachtsurkunde erfolgt. Formal gesehen ist das zwar keine Pflicht, aber die Haftungsfolgen wären andernfalls ziemlich heftig ...


    Nein. Die Gemeinschaft kann über den Abstimmungsmodus mit einfacher Mehrheit beschließen. Wenn dabei dann ein Modus herauskommt, bei dem ein Bevollmächtigter "echt" geheim abstimmen kann, dann ist das eben so. Grenzen setzt die Teilungserklärung/Gemeinschaftsordnung. Beschränkungen zur Erteilung von Vollmachten sind üblich (meist Schriftform), eine zwangsweise offene Abstimmung habe ich bis jetzt noch nicht gesehen.


    Ja, so macht man das.
     
  4. Duncan

    Duncan
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    Mal praktisch:
    Ich vertrete in einer WEG auch regelmäßig mehrere ET, zum Teil juristische Personen, zum Teil natürliche, von allen habe ich eine Vertretungsvollmacht. Die Vollmachtsurkunde liegt in Kopie dem Verwalter vor, damit ist der abgesichert. In der Vollmachtsurkunde steht nur, dass ich bevollmächtigt bin, nicht mit welcher Weisung! Das steht auf einem zweiten Blatt, das bei meinen Unterlagen verbleibt.
    Eine Abstimmung (Zahlen willkürlich) sieht dann z.B. so aus:
    Wer ist dafür? Meine Pranke geht hoch, müder Blick unserer Protokollführerin zu mir: 17 (Stimmen)
    Wer ist dagegen? Meine Pranke geht hoch, müder Blick unserer Protokollführerin zu mir: 8 (Stimmen)
    Wer enthält sich? Meine Pranke geht hoch, müder Blick unserer Protokollführerin zu mir: 3 (Stimmen)

    Sieht zuerst etwas schizophren aus. Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.
    Letzteres ist übrigens der Grund warum der Verwalter bestimmte Sachen gerne vorher mit mir abstimmt, bevor sie auf der Tagesordnung landen. Für die meisten Beschlüsse gibt es Gründe. Wenn diese gut sind, kann man damit auch ET beraten. Weg 1 hat diese Vor- und diese Nachteile, Weg 2 jene. Aus der Gewichtung würden wir Weg x empfehlen...
     
  5. #4 Goldfasan, 06.02.2016
    Goldfasan

    Goldfasan Neuer Benutzer

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    Hallo und danke Andres ,
    Hat geholfen , mal sehen was der Verw. sagt , hätte ganz gern die Äußerung seines RA

    Zu Deinen Fragen folgende Verw. Äußerung ( Mail

    "Die Forderung nach einer anonymisierten Stimmrechtsabgabe entbehrt jeglicher rechtlichen Grundlage "

    Danach dann der Hinweis dass Anweisungen nicht ausgeführt bzw.manipuliert werden könnten und er seiner Dokupflicht nicht nachkommen könne wenn ein Eigentümer Einsicht in die Abstimmungsunterlagen verlange.
    ( kann das ein Eigent wirklich ? )
    Traurig dass er in den Raum stellt , wir Eigent. könnten manipulieren , deshalb müsse er alles wissen.Da habe ich richtig viel Vertrauen.
     
  6. #5 Tobias F, 06.02.2016
    Tobias F

    Tobias F Erfahrener Benutzer

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    Hallo Goldfasan. Den nächstgelegenen Fachanwalt in WEG-Recht findest Du in den gelben Seiten ;-)
    Dieser wird sich dann, gegen Gebühr, auch gerne zu jeder Frage äußern.


    Wenn die WEG die beschließt ist es keine Forderung mehr - sondern ein Beschluss (dessen Rechtmäßigkeit meiner Ansicht nach nicht entgegen steht)
    [/QUOTE]


    Sorry, aber als Verwalter zähle ich die abgegeben Stimmen. Selbst wenn Eigentümer x Eigentümer y in der Vollmacht die Antwort b vorgegeben hat, so zähle ich die Antwort die Eigentümer y abgibt.
    Als Verwalter habe ich weder die Aufgabe noch das Recht zu kontrollieren ob abgegebene Stimmen mit den Weisungen der Vollmachtgeber überein stimmen. Ein Verwalter ist auch weder das Kindermädchen der WEG - noch deren Dompteur.


    Die Unterlagen der WEG sind Gemeinschaftseigentum und somit hat jeder Eigentümer das Recht auf Einsicht.
    Lustig wird es, wenn die Eigentümer erst eine Abstimmung im geheimen (schriftlichen) Verfahren fordern - und dann hinterher beim Verwalter anrufen wann sie die Abstimmungsunterlagen einsehen können ;-)


    Aber nochmal: Welche Weisungen der Vollmachtgeber dem Bevollmächtigten gibt ist die ein Sache, gezählt werden jedoch die abgegebenen Stimmen (auch wenn die anders sind als in den Weisungen festgelegt).
     
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