Vorabzug Nebenkosten für Nebengebäude (Lagerraum)

Diskutiere Vorabzug Nebenkosten für Nebengebäude (Lagerraum) im Abrechnungs-/Umlagmaßstab Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Ein Raum in einem Nebengebäude eines gemischten Mietshauses (Gewerbe und Wohnungen) soll eventuell an einen der Gewerbemieter des Hauses als Lager...

susi

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Ein Raum in einem Nebengebäude eines gemischten Mietshauses (Gewerbe und Wohnungen) soll eventuell an einen der Gewerbemieter des Hauses als Lager vermietet werden. Die Frage ist nun, wie die Nebenkosten zu behandeln sind. Natürlich kann der Raum auch inkl. Nebenkosten vermietet werden, da bei den übrigen Mietern der Kostenanteil des Raumes aber sowieso als Vorabzug bei der Abrechnung der Nebenkosten berücksichtigt werden muss, scheint mir das hier nicht angezeigt. Es ergeben sich für mich also ein paar Fragen:

In den Mietverträgen, die ich mir gerade angeguckt habe, steht, dass Betriebskosten, die nicht nach Verbrauch abzurechnen sind, nach "dem Verhältnis der Mietfläche zur Gesamtfläche umgelegt" werden. "Mietfläche" meint vermutlich die vermietete Fläche. Welche Kosten fallen für einen Raum ohne Wasser- und Stromanschluss an?

Hausstrom (Heizung, Licht), Wasserversorgung und Abwasser natürlich nicht. Die Gebäudeversicherung auch nicht, denn sie ist ohne Nebengebäude. Die gewerbliche Grundsteuer und der Abrechnungsservice (Dienstleister) muss sicher umgelegt werden und wird auch nach Fläche abgerechnet.

Aber was ist mit Müllentsorgung, Strassenreinigung und Hauswart? Solche Kosten verursacht ein Lager ja eigentlich nicht.

Unsicher bin ich mir auch bei Niederschlagswasser und Haftpflichtversicherung?

Und was ist mit der Gerätemiete für den Sprengwasserzähler und dem Wasserverbrauch für den Garten? Bisher wird die Gerätemiete durch die Anzahl der Mietparteien geteilt. Da der Raum von einem der Gewerbemieter des Hauses gemietet werden soll, bleibt die Anzahl der Mieter ja gleich. An der Abrechnung wird hier also nichts geändert, richtig?

Nach Ende der Vermietung des Lagers soll der Raum wieder für alle Mieter zugänglich sein, wie vor dessen Vermietung. Das heisst doch, dass der Vorabzug des Kostenanteils für das Lager wieder entfällt? Oder muss die Vermieterin den Kostenanteil dauerhaft abziehen, d. h. muss der unvermietete Raum im Nebengebäude dauerhaft wie Leerstand behandelt werden, obwohl er von allen wieder genutzt werden kann?
 

susi

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Kann mir niemand helfen? Hat noch niemand hier einen Lagerraum ohne Heizung, Strom und Wasser vermietet?
 

dots

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Hallo Susi,

leider kann ich dir bei deiner eigentlichen Frage nicht helfen, aber das hier ...
Nach Ende der Vermietung des Lagers soll der Raum wieder für alle Mieter zugänglich sein, wie vor dessen Vermietung.

... macht mich stutzig.
Ich denke, dass hier eine große Chance auf große Probleme lauert. Ist dir das bewusst?
Wenn du eine Wohnung oder eine Gewerbeeinheit incl. Zugänglicheit eines Lagerraumes vermietet hast (und sei es nur dadurch, dass z. B. bei der Besichtigung vor Mietvertragsabschluss der Lagerraum für die Mieter/Interessenten zugänglich war), so kannst du m. E. nicht diesen Lagerraum einer einzelnen Partei vermieten.
 

susi

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Ich denke, dass hier eine große Chance auf große Probleme lauert. Ist dir das bewusst?
Wenn du eine Wohnung oder eine Gewerbeeinheit incl. Zugänglicheit eines Lagerraumes vermietet hast (und sei es nur dadurch, dass z. B. bei der Besichtigung vor Mietvertragsabschluss der Lagerraum für die Mieter/Interessenten zugänglich war), so kannst du m. E. nicht diesen Lagerraum einer einzelnen Partei vermieten.

Ich fürchte, dass Fallstricke lauern, deshalb meine Frage hier.

Es geht um einen recht kleinen Raum in einem Nebengebäude, nicht einmal 2% der vermieteten Fläche. Derzeit sind alle Räume des Nebengebäudes nicht abgeschlossen und damit für alle zugänglich. Einige Mieter nutzen die Räume als Lager für Gartenmöbel, Grillzeugs, Fahrräder usw. Allerdings ist das Nebengebäude und seine Räume in keinem Mietvertrag erwähnt oder gar zur Nutzung angeboten. Inwieweit bei einer Besichtigung mal jemand nach der Nutzung fragte, weiss nicht nicht mehr, die Nutzung dauerhaft zugesagt wurde sicher nicht.

Zum Hintergrund: einzelne Räume des Nebengebäudes und Teilflächen des Hofs wurden in früheren Jahren schon vermietet, ohne Vorabzug der Nebenkosten. Allerdings hatte sich ein Mieter (der inzwischen ausgezogen ist) darüber beschwert, dass die Nebenkosten nicht entsprechend aufgeteilt wurden, weshalb mir des Problems erst bewusst wurde. (Btw: die Nebenkosten der Keller sind auch nicht nach Fläche umgelegt). Ich gebe zu, ich finde den Aufwand etwas absurd, möchte dem Gewerbemieter, der den Raum nun abschliessen will, aber entgegenkommen.
 

Andres

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Hausstrom (Heizung, Licht), Wasserversorgung und Abwasser natürlich nicht.
Warum kein Strom? Der Raum hat vielleicht keinen, aber irgendwie muss man ja in diesen Raum kommen und ich vermute doch, dass es auf dem Weg dorthin einen Lichtschalter geben wird ...

Warum kein Abwasser? Mindestens Oberflächenentwässerung wird auch für das Nebengebäude anfallen. Das dürfte wohl ein Dach haben, dessen Regenwasser in die Kanalisation eingeleitet wird?

Die Gebäudeversicherung auch nicht, denn sie ist ohne Nebengebäude.
Die Sachversicherung, vielleicht. Aber doch nicht die Haftpflicht?

Die gewerbliche Grundsteuer und der Abrechnungsservice (Dienstleister) muss sicher umgelegt werden
Abrechnungsservice? Das dürften doch Heizkosten sein, denn sonst ist die Abrechnung gar nicht umlagefähig.


Aber was ist mit Müllentsorgung, Strassenreinigung und Hauswart? Solche Kosten verursacht ein Lager ja eigentlich nicht.
Warum? Zum Lagerraum benötigt man doch ganz genau so Zugang wie zu jeder anderen Mieteinheit auch. Also müssen die Wege gereinigt werden, der Schnee geschippt, bei Glätte muss gestreut werden, jemand muss nach dem Rechten sehen, ... wo ist der Unterschied?

Bei der Müllentsorgung hätte ich zwei Fragen: Darf der Mieter die Mülltonnen nutzen? Tut der Mieter etwas, was ihn nach örtlich geltender Abfallsatzung zwangsläufig zum Kunden der Entsorgung macht? Falls die Antwort auf mindestens eine der beiden Fragen "ja" lautet, wird der Mieter an den Kosten beteiligt. Ob er die Tonnen tatsächlich nutzt, ist egal.


Und was ist mit der Gerätemiete für den Sprengwasserzähler und dem Wasserverbrauch für den Garten? Bisher wird die Gerätemiete durch die Anzahl der Mietparteien geteilt.
Das steht so eher nicht in den Verträgen. Wie lautet der Umlageschlüssel genau? So oder so wird das aber eine unangenehme Abgrenzung, denn selbst wenn dort etwas vermeintlich eindeutiges wie "nach (Wohn-/Nutzungs-)Einheiten steht, darf man sich doch Fragen, ob das nun wirklich eine weitere Einheit ist oder ob der Lagerraum nicht eher Teil der bereits vorhandenen anderen Einheit des Mieters wird.


Nach Ende der Vermietung des Lagers soll der Raum wieder für alle Mieter zugänglich sein, wie vor dessen Vermietung. Das heisst doch, dass der Vorabzug des Kostenanteils für das Lager wieder entfällt? Oder muss die Vermieterin den Kostenanteil dauerhaft abziehen, d. h. muss der unvermietete Raum im Nebengebäude dauerhaft wie Leerstand behandelt werden, obwohl er von allen wieder genutzt werden kann?
Zumindest riecht es sehr stark nach der unzulässigen Vermeidung von Leerstandskosten, denn effektiv passiert doch genau das: Wenn Leerstand ist, fällt der Raum aus der Abrechnung.
 

susi

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Ich wusste, dass es kompliziert wird...

Warum kein Strom? Der Raum hat vielleicht keinen, aber irgendwie muss man ja in diesen Raum kommen und ich vermute doch, dass es auf dem Weg dorthin einen Lichtschalter geben wird ...

Tatsächlich muss man nicht durch einen beleuchteten Gang o.ä. In der Dunkelheit sollte man eine Taschenlampe nutzen.

Warum kein Abwasser? Mindestens Oberflächenentwässerung wird auch für das Nebengebäude anfallen. Das dürfte wohl ein Dach haben, dessen Regenwasser in die Kanalisation eingeleitet wird?

Deshalb schrieb ich ja, bei Niederschlagswasser bin ich unsicher. OK, jetzt nicht mehr. Danke!

Die Sachversicherung, vielleicht. Aber doch nicht die Haftpflicht?

Deshalb schrieb ich ja, bei der Haftpflichtversicherung bin ich unsicher - jetzt nicht mehr. Danke!

Abrechnungsservice? Das dürften doch Heizkosten sein, denn sonst ist die Abrechnung gar nicht umlagefähig.

Nein, Betriebskosten.

Wir haben eine neue Abrechnungsgesellschaft und die unterscheidet zwischen umlagefähigem (z. B. Kosten der Liegenschaft, Nutzereinzelabrechnungen, Datenverarbeitung personenbezogener Daten gem. DSGVO, Ablesen/Abrechnen Kaltwasserzähler) und nicht umlagefähigem Abrechnungsservice. Das ist keine Vorgabe von uns.

Warum? Zum Lagerraum benötigt man doch ganz genau so Zugang wie zu jeder anderen Mieteinheit auch. Also müssen die Wege gereinigt werden, der Schnee geschippt, bei Glätte muss gestreut werden, jemand muss nach dem Rechten sehen, ... wo ist der Unterschied?

Du hast natürlich recht, mein Fehler.

Bei der Müllentsorgung hätte ich zwei Fragen: Darf der Mieter die Mülltonnen nutzen? Tut der Mieter etwas, was ihn nach örtlich geltender Abfallsatzung zwangsläufig zum Kunden der Entsorgung macht? Falls die Antwort auf mindestens eine der beiden Fragen "ja" lautet, wird der Mieter an den Kosten beteiligt. Ob er die Tonnen tatsächlich nutzt, ist egal.

Du hast natürlich recht, mein Fehler.

Meine Überlegung bei all diesen Kosten war, dass durch die Nutzung des Lagerraums kein zusätzlicher Müll oder entsprechendes produziert wird, aber das ist bei einer Umlage nach Fläche natürlich unerheblich. Danke für den Hinweis!

Das steht so eher nicht in den Verträgen. Wie lautet der Umlageschlüssel genau? So oder so wird das aber eine unangenehme Abgrenzung, denn selbst wenn dort etwas vermeintlich eindeutiges wie "nach (Wohn-/Nutzungs-)Einheiten steht, darf man sich doch Fragen, ob das nun wirklich eine weitere Einheit ist oder ob der Lagerraum nicht eher Teil der bereits vorhandenen anderen Einheit des Mieters wird.

...genau das ist die Frage. Ich würde sagen, es ist die Erweiterung der vorhandenen Mieteinheit.

Im Mietvertrag steht kein konkreter Umlageschlüssel, sondern: "Die Betriebskosten gem. BetriebskostenV in der jeweils geltenden Fassung sind in der vereinbarten Nettokaltmiete nicht vorhanden. Hierbei handelt es sich insbesondere um [...] die Kosten der Wasserversorgung, der Entwässerung [...]". Und in der Betriebskostenverordnung steht, dass "die Kosten der Anmietung oder anderer Arten der Gebrauchsüberlassung von Wasserzählern" zu den Kosten der Wasserversorgung gehören - auch ohne Umlageschlüssel.

Zumindest riecht es sehr stark nach der unzulässigen Vermeidung von Leerstandskosten, denn effektiv passiert doch genau das: Wenn Leerstand ist, fällt der Raum aus der Abrechnung.

Aber es ist ja nicht so, dass der betreffende Raum jetzt, vor der Vermietung, leer ist. Der Raum wird von verschiedenen Mietern, sicher nicht allen, genutzt. Wenn er nun abgeschlossen wird, werden einige Dinge halt in einen anderen Raum des Nebengebäudes geräumt. Aus Sicht der Mieter bleibt es unverändert dabei, dass sie Dinge im Nebengebäude lagern können. Ich sehe das analog zur Kellernutzung: wenn ein Mieter nach einem anderen Kellerraum fragt, zeitlich begrenzt oder nicht, kriegt er ihn so möglich auch ohne die gemietete Fläche oder die Betriebskosten zu verändern. Im Mietvertrag steht nur, gemietet ist ein Kellerraum (ohne Bezeichnung).

Aber was wäre denn die Alternative zur Vermietung?

Es geht ja nicht darum mehr Miete einzunehmen, sondern dem Gewerbemieter zu gestatten, den Raum abzuschliessen. Eine mietfreie Gebrauchsüberlassung würde an dem Nebenkosten-Problem ja nichts ändern.
 

Andres

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Im Mietvertrag steht kein konkreter Umlageschlüssel, sondern: "Die Betriebskosten gem. BetriebskostenV in der jeweils geltenden Fassung sind in der vereinbarten Nettokaltmiete nicht vorhanden. Hierbei handelt es sich insbesondere um [...] die Kosten der Wasserversorgung, der Entwässerung [...]". Und in der Betriebskostenverordnung steht, dass "die Kosten der Anmietung oder anderer Arten der Gebrauchsüberlassung von Wasserzählern" zu den Kosten der Wasserversorgung gehören - auch ohne Umlageschlüssel.
Sicher, aber oben schreibst du:
Bisher wird die Gerätemiete durch die Anzahl der Mietparteien geteilt.
Ohne Vereinbarung ist das nicht zulässig. Bei einer Verteilung nach Fläche, wäre das zumindest kein zusätzliches Problem mehr sondern Teil der Frage, wie denn nun genau die Gesamtfläche zu bilden ist.


Eine mietfreie Gebrauchsüberlassung würde an dem Nebenkosten-Problem ja nichts ändern.
Völlig richtig. Das Problem entsteht daraus, dass ein Gemeinschaftsraum nun einem Mieter exklusiv zugeteilt wird.

Ich habe da auch keine ultimative Lösung, im Kern finde ich, dass du es richtig angehst: Die Fläche dieses Raums ermitteln und bei der Betriebskostenabrechnung berücksichtigen, dabei positionsweise die Betriebskosten überprüfen, wo dieser Raum aufgenommen werden muss. (Falls du noch zu weiteren Positionen meine Meinung hören willst - kein Problem!)

Die Leerstandsproblematik gibt es, sobald der Gewerbemieter kündigt. Wenn das keine Einheit mit hohem Mieterverschleiß ist, würde ich das einfach mal abwarten. Für den Moment würde ich den Raum per Ergänzung in den Mietvertrag des Gewerbemieters aufnehmen, erstens um die Frage, was eine "Einheit" ist, ein bisschen zu umgehen, zweitens damit der Mieter den Raum nicht separat kündigen kann, d.h. dass sich die Situation nicht je nach aktuellem Platzbedarf des Mieters permanent ändert.
 

susi

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Vielen Dank für die Hilfsbereitschaft! 👍

Dass die Gerätemiete für den Gartenwasserzähler so nicht auf alle Mieter umgelegt werden darf macht mich fertig. (Wozu habe ich eine Abrechnungsfirma, wenn sie mich darauf nicht aufmerksam macht?!?) Wie ist es denn mit den Kaltwasserzählern, die in den Mieteinheiten verbaut sind? Die werden nach Anzahl der in jeder Mieteinheit verbauten Zähler (aus baulichen Gründen 1-5) umgelegt - ich interpretiere das als "nach Verbrauch". Ist das ohne spezielle Vereinbarung auch unzulässig? Geht also ohne spezielle Vereinbarung nur nach Fläche?

Das verbrauchte Sprengwasser für den Hof darf aber nach Fläche aufgeteilt werden?

Ich habe da auch keine ultimative Lösung, im Kern finde ich, dass du es richtig angehst: Die Fläche dieses Raums ermitteln und bei der Betriebskostenabrechnung berücksichtigen, dabei positionsweise die Betriebskosten überprüfen, wo dieser Raum aufgenommen werden muss. (Falls du noch zu weiteren Positionen meine Meinung hören willst - kein Problem!)

Also, ich bin noch einmal alle Nebenkosten durchgegangen, demnach wären umzulegen: Niederschlag, Grundsteuer Gewerbe, Haus- und Haftpflicht, Müllabfuhr, Strassenreinigung, Hauswart Hausreinigung. Wobei man eventuell Hauswart und Hausreinigung noch trennen könnte, weil Hausreinigung ja nicht anfällt. Nicht umgelegt werden Kaltwasserversorgung, Abwasser, Gebäudeversicherung, Hausstrom (kein Licht im Lager oder Zugang), Abrechnungsservice.

Wenn ich alles addiere komme ich auf ca. 22 Euro für das Lager. Bei einer angedachten Miete von 50 Euro ein etwas absurder Betrag.

Die Leerstandsproblematik gibt es, sobald der Gewerbemieter kündigt. Wenn das keine Einheit mit hohem Mieterverschleiß ist, würde ich das einfach mal abwarten. Für den Moment würde ich den Raum per Ergänzung in den Mietvertrag des Gewerbemieters aufnehmen, erstens um die Frage, was eine "Einheit" ist, ein bisschen zu umgehen, zweitens damit der Mieter den Raum nicht separat kündigen kann, d.h. dass sich die Situation nicht je nach aktuellem Platzbedarf des Mieters permanent ändert.

Es ist also nicht möglich, den ehemaligen Gemeinschaftsraum nach Auszug des Mieters wieder als Gemeinschaftsraum allen Mieter zur Verfügung zu stellen (und den Nebenkostenvorabzug dann zu entfernen)?

Ich nehme nicht an, dass der Mieter so bald auszieht aber dass er das Lager in 2-3 Jahren nicht mehr will, kann ich mir vorstellen. Und genauso wie ich ihm es aus Nettigkeit überlassen möchte, möchte ich ihn dann sicher auch das Lager wieder räumen lassen.

Vermutlich wäre es besser, das Lager nicht zu vermieten. Soll er doch abschliessen bis sich jemand beschwert. Er spart Geld und ich Nerven (und auf lange Sicht auch Geld).
 

Andres

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Wie ist es denn mit den Kaltwasserzählern, die in den Mieteinheiten verbaut sind? Die werden nach Anzahl der in jeder Mieteinheit verbauten Zähler (aus baulichen Gründen 1-5) umgelegt - ich interpretiere das als "nach Verbrauch". Ist das ohne spezielle Vereinbarung auch unzulässig? Geht also ohne spezielle Vereinbarung nur nach Fläche?
Nach Verbrauch, nicht nach Fläche, ansonsten aber richtig: Die Zählermiete unterscheidet sich nicht vom Wasserverbrauch oder den Grundgebühren, steht sogar ganz ausdrücklich mit in der Aufzählung in § 2 Nr. 2 BetrKV. Was du beschreibst, würde einen vereinbarten Maßstab "direkte Zuordnung" erfordern. Das mag gerechter sein, aber du weißt ja, was von dieser Begründung zu halten ist.

Das verbrauchte Sprengwasser für den Hof darf aber nach Fläche aufgeteilt werden?
Darf und muss, solange nichts anderes vereinbart ist.

Wenn ich alles addiere komme ich auf ca. 22 Euro für das Lager. Bei einer angedachten Miete von 50 Euro ein etwas absurder Betrag.
Es wird wahrscheinlich keine riesige Änderung sein, aber trotzdem bei solchen Rechnungen bitte daran denken, dass diese 22 € ja nicht wirklich "zusätzlich" entstehen sondern aus den Betriebskostenanteilen der anderen Parteien wegfallen - das schließt auch die vorhandene Gewerbeeinheit ein!

Es ist also nicht möglich, den ehemaligen Gemeinschaftsraum nach Auszug des Mieters wieder als Gemeinschaftsraum allen Mieter zur Verfügung zu stellen (und den Nebenkostenvorabzug dann zu entfernen)?
Möglich ist das sicherlich. Die Frage ist eher, wie die Mieter dann reagieren werden. Lass es mich einfach mal so formulieren: Wenn dann mit dem nächsten Mieter der Raum wieder abgetrennt und bei der Abrechnung berücksichtigt wird und nach Auszug dieses Mieters erneut der Gemeinschaft zur Verfügung steht und aus der Abrechnung entfällt, wird es wirklich schwierig, überzeugend zu argumentieren, dass hier nicht nur die Leerstandskosten versteckt wurden.

Vermutlich wäre es besser, das Lager nicht zu vermieten. Soll er doch abschliessen bis sich jemand beschwert. Er spart Geld und ich Nerven (und auf lange Sicht auch Geld).
Es gibt keine Vorgehensweise ohne Risiko, aber sofern es im Haus kein bekanntes Problem ist, dass Lagerraum chronisch zu knapp ist, erscheint mir das eine sehr pragmatische Lösung, ganz besonders wenn man das mit dem Gewerbemieter von Anfang an so kommuniziert.
 

susi

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Nach Verbrauch, nicht nach Fläche, ansonsten aber richtig:

Ich bin verwirrt: Du meinst, das Wasser wird nach Verbrauch, die Gerätemiete aller Wasserzähler aber nach Fläche umgelegt, richtig? Also Summe Gerätemiete durch vermietete Fläche.

Es wird wahrscheinlich keine riesige Änderung sein, aber trotzdem bei solchen Rechnungen bitte daran denken, dass diese 22 € ja nicht wirklich "zusätzlich" entstehen sondern aus den Betriebskostenanteilen der anderen Parteien wegfallen - das schließt auch die vorhandene Gewerbeeinheit ein!

Dass die Vermieterin an den Nebenkosten nichts verdient ist klar. Es geht um Vorabzug. Aber bei 50 € Nettokaltmiete sind 22 € Nebenkosten etwas absurd, finde ich.

Was ist eigentlich mit Kellerräumen? Produzieren die nicht auch Nebenkosten? Also müsste deren Fläche im Mietvertrag stehen und bei der Umlage berücksichtigt werden. Klingt für mich absurd. Wenn ein Mieter vorübergehend mehr Keller braucht, kriegt er ihn wenn vorhanden. Deshalb kann man doch nicht die Abrechnung ändern.

Möglich ist das sicherlich. Die Frage ist eher, wie die Mieter dann reagieren werden. Lass es mich einfach mal so formulieren: Wenn dann mit dem nächsten Mieter der Raum wieder abgetrennt und bei der Abrechnung berücksichtigt wird und nach Auszug dieses Mieters erneut der Gemeinschaft zur Verfügung steht und aus der Abrechnung entfällt, wird es wirklich schwierig, überzeugend zu argumentieren, dass hier nicht nur die Leerstandskosten versteckt wurden.

Der Lagerraum war in den letzten Jahren tatsächlich immer mal vermietet. Wenn ich geahnt hätte auf welch dünnem Eis dies geschah, ich hätte es wohl nicht gemacht. Ich muss wohl froh sein, dass das niemanden störte.
 

Andres

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Ich bin verwirrt: Du meinst, das Wasser wird nach Verbrauch, die Gerätemiete aller Wasserzähler aber nach Fläche umgelegt, richtig? Also Summe Gerätemiete durch vermietete Fläche.
Ok, das ist nun eine Frage der Auslegung, wahrscheinlich wird man beides nicht wirklich beanstanden können. Es kommt darauf an, wie man "Betriebskosten, die von einem erfassten Verbrauch oder einer erfassten Verursachung durch die Mieter abhängen" interpretiert: Trifft das nur auf den Leistungspreis des verbrauchten Wassers zu oder auf die ganze "Wasserversorgung". Ich nehme letzteres an: verbrauchtes Wasser, Grundgebühr, Entwässerung und Zählermiete packe ich in eine große Summe, die dann nach Verbrauch aufgeteilt wird.

Was ist eigentlich mit Kellerräumen? Produzieren die nicht auch Nebenkosten? Also müsste deren Fläche im Mietvertrag stehen und bei der Umlage berücksichtigt werden. Klingt für mich absurd. Wenn ein Mieter vorübergehend mehr Keller braucht, kriegt er ihn wenn vorhanden. Deshalb kann man doch nicht die Abrechnung ändern.
Das Problem taucht nur bei Gewerbeeinheiten auf. Für reine Wohnraumvermietung ist es ganz einfach: Der Kellerraum gehört nicht zur Wohnfläche und solange man nicht extra einen Maßstab bastelt, indem auch Kellerabteile erfasst sind, fällt er dann einfach unter den Tisch. Erst durch die Gewerbeeinheit, den Vorwegabzug und die damit verbundene Notwendigkeit, auch Nicht-Wohnflächen zu berücksichtigen, gehen die Schwierigkeiten los.
 

susi

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Es gibt keine Vorgehensweise ohne Risiko, aber sofern es im Haus kein bekanntes Problem ist, dass Lagerraum chronisch zu knapp ist, erscheint mir das eine sehr pragmatische Lösung, ganz besonders wenn man das mit dem Gewerbemieter von Anfang an so kommuniziert.
Nach einem Telefonat mit dem Gewerbemieter wird der Lagerraum jetzt nicht vermietet - die pragmatische Lösung.

Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich für Deine Hilfe bedanken, Du hast mir sicher viel Ärger erspart. 👍
 
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