Voreigentümer schuldet Nebenkostennachzahlung

Dieses Thema im Forum "Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan" wurde erstellt von Maria62, 15.01.2013.

  1. #1 Maria62, 15.01.2013
    Maria62

    Maria62 Neuer Benutzer

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    Der Voreigentümer der Eigentumswohnung meines Bruders unterschrieb beim Kauf der Eigentumswohnung im Juli 2012 notariell, dass er allen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist, also keine Schulden bestehen und keine Sanierungsmaßnahmen geplant sind. Beides war gelogen und bei der Eigentümerversammlung erhielt mein Bruder nun eine Nachzahlung in Höhe von 1.900 Euro aus 2009 und 2010 - vom neuen Hausverwalter, der aber von einigen Eigentümer nicht akzeptiert wird - das wird zur Zeit anwaltlich angefochten. Die letzten beiden Jahre gab es wohl keine ordentliche Hausverwaltung, nur eine provisorische. Auch das gab der frühere Eigentümer beim Notar nicht korrekt an. Die Hausgeldabrechnung über 1900 Euro hat mein Bruder nun an den früheren Eigentümer weitergeleitet, aber dieser reagiert nicht. Allerdings ist auch noch gar nicht sicher, ob diese Abrechnung Gültigkeit hat, weil die Eigentümer untereinander verstritten sind - auch das wußte mein Bruder nicht und der neue Hausverwalter einer der Eigentümer ist, dessen Wahl nun anwaltlich geprüft wird.
    Mein Bruder ist etwas betreuungsbedürftig, aber mündig. Ich helfe ihm beratend. Wie verhalten wir uns, damit mein Bruder diese 1900 Euro nicht übernehmen muss. Die Eigentümer sind sich alle einig, dass die Rechnung an den früheren Besitzer gehen muss und dieser zahlungspflichtig ist, aber bleibt das so, wenn dann die Hausgeldnachzahlung fest beschlossen ist und der frühere Eigentümer nicht zahlen wird? Um einen Rat wird gebeten, herzlichen Dank.
     
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  3. #2 Martens, 16.01.2013
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    Ob der aktuelle Verwalter der tatsächliche Verwalter ist, sei dahingestellt.
    Eine Jahresabrechnung wird zwar i.a. vom Verwalter erstellt - aber von den Eigentümern genehmigt / beschlossen, oder eben nicht. Es ist also zu klären, was mit der Abrechnung tatsächlich passiert ist (Entwurf vorgelegt, diskutiert, beschlossen?!?).

    Sofern zum Zeitpunkt X eine Abrechnung beschlossen wird, trifft die Abrechnungsspitze alle die Eigentümer, die zu diesem Zeitpunkt grundbuchliche Eigentümer sind.
    Es ist also zu prüfen, ob
    - die Abrechnung(en) rechtswirksam beschlossen wurden
    - die Abrechnungen korrekt erstellt wurden
    - der betroffene Eigentümer zum Zeitpunkt der Beschlußfassung über diese Abrechnung(en) bereits grundbuchlicher Eigentümer war

    Die Abrechnungsspitze ist die Differenz zwischen dem zu zahlenden Wohngeld nach Wirtschaftsplan und den abzurechnenden Kosten. Der ehemalige Eigentümer haftet für die Zahlungen lt. Wirtschaftsplan, der neue Eigentümer für die Abrechnungsspitze.

    Jeder Eigentümer hat nach der Versammlung einen Monat Zeit, die Beschlüsse gerichtlich(!) anzufechten.

    Das ist völlig ohne Belang, da Verträge zu Lasten Dritter bekanntlich unwirksam sind.

    Christian Martens
     
  4. #3 Thomas123, 31.01.2013
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    Blöd ist es halt nur, wenn der erste Eigentümer Pleite ist und nicht zahlen kann. Dann bleibt es am Käufer der Wohnung hängen....
     
  5. #4 Martens, 31.01.2013
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    Was soll denn am Käufer hängenbleiben?
    Doch nichts, außer der Abrechnungsspitze.
    Zahlungsausfälle einzelner Eigentümer müssen die übrigen Eigentümer gemeinsam schultern.

    Christian Martens

    p.s.
    schön ist es, wenn die Fragenden nach Abesetzen der Frage nicht wieder auftauchen - wie hier geschehen...
     
  6. #5 Thomas123, 31.01.2013
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    wenn ich das recht verstehe, beträgt die Abrechnungsspitze in diesem Fall 1.900€ .

    die Wohnung wurde verkauft, der Voreigentümer hat diese Kosten verursacht, der nachfolgende Eigentümer wird dafür belangt und kann sie sich vom Voreigentümer holen, wenn der was hat.

    Warum sollen die anderen Eigentümer hier etwas zahlen?

    Wenn ein Eigentümer Pleite ist und das Hausgeld nicht zahlt, kommt es i.d.R. zur Zwangsversteigerung, woraus das ausstehende Geld beglichen wird. In diesem Fall gibt es einen Eigentümer und die Wohnung (der Wert) ist noch da.
     
  7. Pitty

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    Im Notarvertrag muss beim Kauf "Lastenfrei" drinn stehen.:150:
     
  8. Tisha

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    @Pitty

    leider reicht das nicht so ganz :-) Besser ist es wenn zusätzlich vereinbart wird, im Kaufvertrag den Verkäufer zur Übernahme eventuell anfallender "Abrechnungsspitzen" zu verpflichten.

    Abrechnungsspitzen sind nicht mit säumigen Hausgeldzahlungen zu verwechseln. Hier handelt es sich um Forderungen aus rechtswirksam beschlossenen Wirtschaftsplänen vorangegangener Abrechnungsperioden.
     
  9. #8 Martens, 01.02.2013
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    "lastenfrei" bezieht sich auf die Lasten im Grundbuch.

    Die Abrechnungsspitze ist die Differenz zwischen den Soll-Vorauszahlungen nach Wirtschaftsplan und den tatsächlich angefallenen Kosten. Diese Abrechnungsspitze und nur diese trägt der Erwerber, so er denn zum Zeitpunkt der Beschlußfassung über die entsprechende Abrechnung eingetragener Eigentümer ist.

    Christian Martens
     
  10. Tisha

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    @ Martens

    Highfive ;-)
     
  11. #10 Martens, 01.02.2013
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    äh, ja, sofern das eine dieser amerikanistischen Zustimmungsfloskeln ist, sage ich mal einfach: Danke.

    Christian Martens
     
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