Vorkaufsrecht

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Bienenkönigin, 01.07.2016.

  1. #1 Bienenkönigin, 01.07.2016
    Bienenkönigin

    Bienenkönigin Gast

    Hallo,
    ich hätte gerne mal euere Einschätzung zu einem Vorkaufsrecht.

    Ein solches befindet sich im Grundbuch eines mir angebotenen Hauses.

    Hat ein solches Vorkaufsrecht irgendeinen Einfluß auf den Wert des Hauses?

    Falls ich das Haus in 10 Jahren wieder verkaufen möchte, wie ermittele ich dann den Wert, zu dem ich es den Rechteinhaber anbieten muss, bevor ich einen Käufer suche?

    Ist so etwas interessant oder eher unter "Finger weg" zu verbuchen.

    Der Verkäufer möchte das Recht jedenfalls nicht löschen lassen und empfindet es auch nicht als Problem, da der Rechteinhaber kein Geld hat.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Bienenkönigin, 01.07.2016
    Bienenkönigin

    Bienenkönigin Gast

    Noch eine Ergänzung:
    Ich kenne den entsprechenden § und habe gelesen, dass der Rechteinhaber auf das Recht bestehen kann, sobald ihm ein Kaufvertrag vorglegt wird.

    Ich als Käufer würde dann also ziemlich viel Arbeit in das Projekt investieren, um den Wert des Hauses festzustellen. Und wenn ich alle Mietverträge, die Bausubstanz etc. gescheckt habe und alle Verhandlungen abgeschlossen sind, dann kann sich der Rechteinhaber einklinken?

    Habe ich das so richtig verstanden?
     
  4. #3 Pharao, 01.07.2016
    Zuletzt bearbeitet: 01.07.2016
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    grundsätzlich kannst du m.E. den Verkaufspreis frei wählen. Ein Gutachten ist höchstens ein Orientierungspunkt, was das ganze akutell Wert ist auf dem Papier. Das bedeutet m.E. aber nicht, das man es zudem Preis dann auch zwingend verkaufen muss.

    <Text gelöscht> RMHV das m.E. in seinem Post #5 besser bzw. korrekter beschrieben.


     
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  5. #4 anitari, 01.07.2016
    anitari

    anitari Erfahrener Benutzer

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    Vorkaufsrecht heißt doch nur das dem Vorkaufsberechtigten zuerst angeboten werden muß. Nicht mehr und nicht weniger.

    Welchen?
     
  6. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Nein...
    Das ist die falsche Reihenfolge... Erst wird ein Kaufvertrag mit einem Dritten abgeschlossen. In diesen Kaufvertrag kann der Vorkaufsberechtigte an Stelle des Dritten durch die Ausübung des Vorkaufsrecht eintreten. Vertragsbedingungen sind für den Berechtigten nicht verhandelbar. Er hat nur die Wahl Ja oder Nein.
     
    Syker, anitari, immobiliensammler und einer weiteren Person gefällt das.
  7. #6 anonym2, 01.07.2016
    Zuletzt bearbeitet: 01.07.2016
    anonym2

    anonym2 Benutzer

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    selbst gelöscht, sorry.
     
  8. #7 Anhalter, 01.07.2016
    Anhalter

    Anhalter Erfahrener Benutzer

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    Ich hab erst heute ein Grundstück das durch Vorkaufsrecht belastet ist beim Notar unterschrieben. Folge: Info geht jetzt an Vorkaufsberechtigten, wenn die GVO vorliegt (und damit der Vertrag gültig wird) geht per Zustellung die entsprechende Info nochmal an den Vorkaufsberechtigten, dann beginnt die 2 Monatsfrist zu laufen. Dann geht irgendwann die Info ans Grundbuchamt, die dann vermutlich nochmal mit Frist beim Vorkaufsberechtigten anfragen. Und dann, nach dieser Frist ist das Thema für mich durch und ich darf die Sachbearbeiter mit meiner Eintragung zu nerven anfangen. Heisst also für mich, wenns schlecht läuft und sich die verarmte Tante die das Ding eh nie kaufen könnte einfach taub stellt und schlicht nicht antwortet, verliere ich durch den "Makel" Vorkaufsrecht zwischen 4 Monaten und nem halben Jahr. Und da würde ich dann durchaus argumentieren, dass das eine Auswirkung auf den Wert des Grundstückes hat.
     
  9. #8 Bienenkönigin, 01.07.2016
    Bienenkönigin

    Bienenkönigin Gast

    Danke erst einmal für euere Antworten.

    Aber genau das Zitierte ist mein Problem: Wenn ich weiß, dass der Berechtigte Interesse am Erwerb hat, muss ich trotzdem erst einen Kaufinteressenten suchen, ihn die ganze Vorarbeit machen lassen, ihn beim Notar unterschreiben lassen und danach erfährt der Kaufinteressent dann vom eingetragenen Vorkaufsrecht und schaut in die Röhre?

    Der "unbeteiligte Dritte" hat doch u. U. viel Geld und Zeit investiert, bevor es zum Notarvertrag kommt und das obwohl er ja eigentlich nie eine Chance auf Erwerb hatte, sondern nur als Mittel zum Zweck benutzt wurde?

    Also wenn ich weiter an dem Objekt interessiert bin, laufe ich Gefahr zum Bauenopfer zu werden und nach Vertragsabschluss zwar mit einer Rechnung vom Notar und vom Makler dastehe, aber dennoch nicht im Grundbuch stehe?

    Und wenn ich Glück habe und tatsächlich ins Grundbuch eingetragen werde, muss ich mir, wenn ich das Haus wieder verkaufen möchte, eben auch ein mögliches Bauernopfer suchen, weil es nur sinnvoll ist, mit Kaufvertrag an den Berechtigten ranzutreten?

    Ist es rechtens Unbeteiligte Dritte so auszunutzen?
    Ich würde mich ohne Kaufinteresse doch nicht durch 30 Mietverträge wühlen, im fortgeschrittenen Verhandlungsabschnitt Begehungen mit Bausachverständigen organisieren und bezahlen und mit meinen Banken verhandeln, wenn ich wüsste, dass der Verkäufer nur einen gültigen Kaufvertrag vorlegen muss?
     
  10. Duncan

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    Naja, zum einen kannst du auch zuerst den Inhaber des Vorkaufrechtes fragen.
    Aber ansonsten hast du schön erkannt warum viel Geld gezahlt wird um Vorkaufsrechte zu tilgen bzw. warum solche massiv wertmindernd sind. Verhandlungsmasse zu Satz 1.
     
  11. Andres

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    Für dem Makler lässt sich das definitiv verhindern, indem der Provisionsanspruch im Vertrag festgehalten wird. Dann übernimmt der Vorkaufsberechtigte nämlich mit dem Vertrag auch die Provisionspflicht. Bei den Notarkosten ist das noch nicht höchstinstanzlich geklärt.


    Ja. Niemand zwingt dich, das Objekt zu kaufen. Es steht dir völlig frei, dich lieber nach anderen Objekten ohne Vorkaufsrecht umzusehen.


    Es gibt einen weiteren Haken: Je stärker der Kaufpreis durch das Vorkaufsrecht gedrückt wird, desto wahrscheinlicher wird die Ausübung des Vorkaufsrechts. Der Effekt verstärkt sich also selbst.
     
  12. #11 Bienenkönigin, 02.07.2016
    Bienenkönigin

    Bienenkönigin Gast

    Ja, klar, ich verhandele und den Nutzen davon hat dann der Berechtigte.

    Also ich fände es fairer, wenn es in der Hausbeschreibung einen entsprechenden Hinweis gegeben hätte, dann hätte ich mich gleich über die Tragweite eines solchen Eintrags erkundigt und hätte dann darauf verzichtet, mich auf so ein Glücksspiel einzulassen.

    Aber ich bin erst im fortgeschrittenen Verlauf der Verhandlung darauf gestoßen.

    Passiert mir auch nicht noch einmal.

    Danke für euere Bemühungen
     
  13. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Vielleicht hat der Verkäufer aber dem eingetragenen Vorkaufsrecht schon den Kaufpreis mitgeteilt und dieser hat gesagt, das ist ihm zu viel Geld-bekommt keine Finanzierung und er hat darauf verzichtet. Frage noch einmal nach, wie der aktuelle Stand in dieser Hinsicht ist.
     
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  14. #13 ingo1404, 04.07.2016
    ingo1404

    ingo1404 Benutzer

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    Moin,

    oft steht auch dabei Vorkaufsrecht für den erstmaligen Verkauf.
    Dann wäre wenn Du wieder verkaufst das Problem weg.
     
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