Vorlaufmenge/Auslauftemperatur Vorschriften dazu?

Diskutiere Vorlaufmenge/Auslauftemperatur Vorschriften dazu? im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Mir hat heute ein Heizungsbauer erzählt, dass ein Vorlauf von um die 17 Liter, bis warmes Wasser aus der WW-Leitung kommt, zu akzeptieren seien....

  1. #1 Papabär, 10.12.2019
    Papabär

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    Mir hat heute ein Heizungsbauer erzählt, dass ein Vorlauf von um die 17 Liter, bis warmes Wasser aus der WW-Leitung kommt, zu akzeptieren seien. Eine Quelle konnte er mir nicht nennen - ich solle "es einfach mal so hinnehmen!"
    Mache ich natürlich nicht! Kennt jemand entsprechende Vorschriften/Urteile dazu?

    Der gleiche Sanitärer erzählte mir auch, dass die Auslauftemperatur in Mietwohnungen nicht höher als 60°C sein darf, wegen Verbrühungsrisiko. So weit so plausibel, nur verwies er zur Begründung auf die TrinkwasserVO und ... entweder bin ich blind, oder er hat mir ´nen Bären aufgebunden. Jedenfalls habe ich darin eine solche Angabe, geschweige denn überhaupt eine Angabe zur maximal zulässigen Auslauftemperatur nicht gefunden. Hat irgendjemand eine Idee, wo ich eine entsprechende Vorschrift finden kann?

    Im Übrigen hat er mir noch zu erklären versucht, dass sich in Stichleitungen ja keine Legionellen bilden könnten, solange spätestens alle 4 Tage Wasser gezapft wird. Als Begründung nannte er, dass das Wasser ja nur in eine Richtung fließt. Damit hat er mich dann komplett verwirrt.
    Brauche ich jetzt einen neuen Heizungsbauer oder kann mir das jemand auf blond übersetzen?
     
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  3. Andres

    Andres
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    https://www.mietminderung.org/warmwasser-dauert-zu-lange-mietminderung-moeglich/

    So ähnlich lauten alle mir bekannten Urteile: Irgendeine Kombination aus Vorlauf und Dauer bis zu einer bestimmten Zieltemperatur. Dass das u.a. auch mal so ausgegangen ist, wie der Heizungsbauer beschrieben hat, halte ich für absolut möglich. Gibt dazu auch eine DIN (1988), aber daran orientieren sich Gerichte aus Gründen kaum.


    Oder. Auch das steht in der DIN 1988. Das Wasser an der Entnahmestelle muss nach 30 Sekunden mindestens 55 °C erreichen. Entnahmestelle ist das Ende der Leitung, das an die Armatur angeschlossen wird. Das ist auch der Grund, weshalb Gerichte diese Norm ignorieren: Sie ist für den Anwender völlig Banane. Den Anwender interessiert, was aus der Mischbatterie kommt. Dazu gibt es in der DIN 1988 Empfehlungen (das ist dann wohl "doppelt unverbindlich") für sensible Anwendungsbereiche (Schule, Krankenhaus, ...) zu Höchsttemperaturen, die deutlich darunter liegen.


    Ich ahne, was damit gemeint ist: Die Temperatur im Vorratsbehälter darf auf 50 °C (statt sonst 60 °C) abgesenkt werden, wenn ein vollständiger Wasseraustausch in Vorratsbehälter und Leitungen nach spätestens 3 Tagen sichergestellt ist. Das ist der Grund, weshalb man vor allem in öffentlichen Gebäuden immer häufiger Armaturen findet, die regelmäßig selbständig "spülen".


    Wie stichhaltig diese Begründung ist, kann ich nicht beurteilen.
     
  4. Andres

    Andres
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    Fast vergessen:

    Naja, offensichtlich bildet sich der Mann regelmäßig fort, denn einige dieser Bestimmungen sind eher neueren Datums. Auch wenn Argumentationen und Begründungen teils hanebüchen sind, macht er im Ergebnis das Richtige: Die Größenordnung, wann WW kommen muss, ist ungefähr richtig, er begrenzt die Auslauftemperatur damit sich niemand verbrüht und er weiß, dass man in der Legionellenprävention Temperatur teilweise durch Austausch ersetzen kann. Als Dozent ist er wohl nicht zu gebrauchen, aber für die Praxis sollte das genügen ...
     
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