Vormieter beauftragt Makler

Dieses Thema im Forum "Makler" wurde erstellt von anderl69, 03.01.2007.

  1. #1 anderl69, 03.01.2007
    anderl69

    anderl69 Neuer Benutzer

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    Brauche Hilfe!

    Fand im Juli 2006 im Internet (Immobilien-Scout) eine von einem Makler inserierte Whg. Er schrieb da von 2 MM Provision. Ich rief an und anderntags hatte ich Besichtigungstermin. Makler sagte er schaut mit mir die Whg an. Er war dann allerdings nicht da, sondern der Vormieter. Ich füllte dann noch eine Selbstauskunft aus.
    Schrieb am gleichen Abend noch eine SMS an Makler, dass ich sehr interessiert sei. Drei Tage später ruft Makler an und teilt mir mit, dass ich der präverierte Mieter für den Vermieter sei. Da Vermieter auf Kur ist, würde er (Makler) mit mir schon mal einen Vorvertrag schließen (zu dem es allerdings nie kam).
    Vermieter rief mich gleichentags an und meinte, dass er mit Vormieter gesprochen habe und der Vormieter mich als Nachmieter vorschlägt. Da der Vermieter immer gerne einen persönlichen Eindruck vom Mieter hat, sollte ich mich mit seiner Frau (Vermieterin) treffen (er selbst war ja auf Kur). Dies tat ich dann. Die Dame war von mir überzeugt. Als es dann an die Fakten ging, hatte sie aber total andere Konditionen als im Inserat stand (Miete höher, 2-Jahres-Vertrag). Als ich ihr das Inserat zeigte, fiel sie aus allen Wolken, da sie nichts von einem Makler wusste und sie und ihr Mann generell nicht über Makler arbeiten. Es stellte sich dann schnell heraus, dass der Makler vom Vormieter beauftragt wurde. Die Vermieterin und ich schlossen dann einen Mietvertrag zu anderen Konditionen. Sie schrieb mir zudem, dass der Makler keinen Auftrag hat. Ich unterschrieb den Vertrag natürlich im Glauben, dass keine Provision fällig sein wird.
    Wochen später Anruf vom Makler. Wollte von mir wissen, wie der Stand der Dinge ist. Ich sagte ihm, dass ich mit Vermieterin Vertrag geschlossen habe und er von mir keine Provision bekommt, da er ja nichts geleistet hat.
    Bei der Wohnungsübergabe ließ ich mir vom Vormieter schriftlich bestätigen, dass der Vermieter ihm keine Genehmigung zur Beauftragung eines Maklers gab, und dass er mir (also der Vormieter) die Whg. zeigte und der Makler nicht zugegen war.

    Nun nach 4 Monaten erhalte ich vom Makler ein Rechnung über fast 1.000 €.

    Zur Ergänzung noch. Der Makler spielt(e) mit dem Vormieter in einer Musikband!?
    Der Makler gab sich immer den Anschein, dass er mit dem Vermieter in Kontakt stehe. Allerdings hatte er die ganze Infos natürlich von seinem Freund dem Vormieter. Der Makler ist zudem sehr massiv in seinen Drohungen. Hat auch schon mal beim Vermieter abkassieren wollen.

    Muss ich nun befürchten, dass ich zahlen muss? Oder kann ich den Mietvertrag anfechten, da ich unter völlig anderen Annahmen unterschrieb? Oder hat der Makler gar kein Recht auf die Zahlung? Was wenn Mahnbescheid kommt ...???

    Danke schon mal und Gruss
    Anderl69
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 03.01.2007
    lostcontrol

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    wo kein auftrag, da keine rechnung.
    sprich: der VORMIETER hat den makler beauftragt, ergo muss ER die kosten übernehmen, die der makler hatte (anzeige usw.).
    DU bist in jedem fall fein raus und musst da GARNICHTS zahlen.
    wenn der mahnbescheid kommt, einfach widerspruch einlegen (14 tage frist einhalten!!!) - das ganze geht dann den üblichen gang der dinge. du wirst recht bekommen und musst nicht zahlen.

    wenn's dir zu dicke wird mit den drohungen: droh zurück. z.b. mit einer meldung an den zentralverband der makler (irgendsowas gibt's - wird dir sicher jemand von den hier anwesenden sagen können, an wen du dich da wenden müsstest).
    was der makler da macht ist absolut UNSERIÖS.
     
  4. Rübe

    Rübe Benutzer

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    Mooooment. Obwohl der Vermieter den Makler offenkundig nicht mit der Suche nach einem neuen Mieter beauftrag hat, heißt das noch nicht, daß Anderl69 automatisch "fein raus" sei.

    Anderl69 hat im Internet ein Angebot gesehen und hat es angenommen. Angebot und Annahme begründen grds. lt. BGB einen gültigen Vertrag. Und die Leistung des Maklers besteht regelmäßig darin, einem Interessenten eine Wohnung zuzuführen, die seinen Vorstellungen entspricht. Dafür kassiert er Courtage. Für den Fall, daß die Mietkonditionen letztlich anders ausgefallen sind als im Angebot, wäre zu prüfen, inwieweit die Courtage pro rata gekürzt werden müßte. Ich will damit nicht sagen, daß es so ist, aber es ist für mich keinesfalls ein "No-Brainer"! Ich hoffe es nicht für Anderl69, aber der Makler kann u. U. tatsächlich weiterhin und möglicherweise rechtens Geld fordern.

    Mich würde der Fortgang interessieren.
     
  5. #4 lostcontrol, 07.02.2007
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    das stimmt zwar, aber bei anzeigen im internet oder in tageszeitungen etc. handelt es sich nicht um "angebote" sondern um "anpreisungen".
    ein "angebot" definiert sich dadurch, dass es einer person (oder firma) direkt und individuell gemacht wurde. wenn von einer firma einer privatperson ein solches "angebot" gemacht wurde, dann kommt erst dann ein vertrag zustande, wenn die privatperson dieses "angebot" auch "annimmt", z.b. durch bestellung.
     
  6. #5 anderl69, 07.02.2007
    anderl69

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    Hallo Rübe,

    Du hast absolut Recht mit Deinen Ausführungen. Genau in Deinem Sinne hat mir die Verbraucherzentrale geantwortet.
    Ich kann den Makler zumindest nach (müsste jetzt nachsehen) § 6 des Wohnungsvermittlungsgesetzes (?) "belangen" lassen, weil er keine Erlaubnis seitens des Vermieters hatte die Wohnung zu vermitteln.
    Weiterhin sind wir in Deutschland leider noch nicht soweit, dass es eine eindeutige Rechtsprechung zu einigen Fragestellungen bzgl. der Maklerei gibt. So ist - wie lostcontrol anmerkt - völlig offen, ob ein Internetinserat ein Angebot im engeren Sinne ist. Weiterhin ist offen, ob ein Makler im Internet eindeutig schreiben muss, dass die Provision vom Mieter zu bezahlen ist. In meinem Fall war dies nicht so.

    Ich lasse jetzt alles auf mich zukommen und den Makler machen. Sollter er tatsächlich so dreist sein und einen gerichtlich Mahnbescheid erwirken, werde auch ich juristischen Beistand anfordern. Bisweilen ging noch nicht mal eine Mahnung ein.

    Kann sein, dass sich der Makler und ich dann zu einem Vergleich durchringen müssen, auch wenn dies gegen jegliches Rechtsempfinden verstoßen würde.

    Ich müsste im Eskalationsfall dann eventuell sogar meinen Vermieter (juristisch) in die Verantwortung nehmen, da ich von dem 2x schriftlich habe, dass der Makler keinen Auftrag hat und ich somit keine Provision zahlen muss. Ich weiß nicht genau wie meine Strategie dann ausfallen würde. Doch es ginge wohl dann in die Richtung, dass ich unter völlig falschen Voraussetzungen den Mietvertrag unterschrieben habe und ich diesen daher als schweben Unwirksam ansehen muss (oder so ähnlich. Du verstehst mich schon).

    Wie dem auch sei, bin ich äusserst überrascht, dass im deutschen Rechtssystem überhaupt solche Geschichten wie die meine möglich sind. Es wäre mit ein paar klaren Paragraphen so leicht Klarheit zu schaffen und diesen "schwarzen Makler-Schafe" die Möglichkeit zum Gelddrucken zu verbauen.

    Für mich riecht die jetzige Situation aber sehr danach, dass die Immobilien(makler)-Lobby hier starken Einfluß auf die Gesetzgebung ausübt und dadurch bewusst Änderungen zugunsten von Immobilieninteressenten verhindern will.
    Es muss selbst für einen seriös arbeitenden Makler - und das dürften die meisten ja sein - ein angenehmes Gefühl sein, dass es diese für meinen Geschmack illegalen (juristisch gesehen evtl. legalen) Möglichkeiten gibt. Denn sollte es mit der ehrlichen Art und Weise des Geldverdienens nicht mehr klappen, dann nimmt man halt unbescholtene Immobilieninteressenten via Bauerntricks aus und beruft sich auf die dt. Rechtsprechung.

    Der ganze Fall - den ich hier leider erlebe - ist ein Skandal erstere Güte. Und das nicht nur wegen diesem Pseudo-Makler!

    Vielen Dank und ich halte Euch auf dem Laufenden wenn sich was Neues ergibt.
    Anderl69
     
  7. Rübe

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    Nun ja, obwohl das jetzt eine völlig andere Diskussion wäre: Ich bin eigentlich für weniger Gesetze als für mehr, und hier finde ich das angelsächsische System der "Richter-Rechtsprechung" recht attraktiv.

    In einem pflichte ich Dir voll und ganz bei: Das Rechtsempfinden stört so ein Fall schon arg. Aber wie man weiß: recht haben und Recht bekommen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.

    Trotzdem: Bitte auf dem laufenden halten. Und alles Gute! :cool.gif:
     
  8. #7 lostcontrol, 07.02.2007
    lostcontrol

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    da hab ich gute nachrichten für dich:
    das ist nicht mehr "völlig offen" (falls es das jemals war), sondern ist ganz klar im BGB geregelt. eine anzeige in einer zeitung oder auch im internet gilt eben nicht als "angebot" sondern als "anpreisung".

    man könnte jetzt natürlich sagen bei dem telefongespräch sei ein verbindlicher vertrag zustande gekommen, aber auch das ist rechtlich nicht so - das gilt nur dann, wenn beide teilnehmer unternehmer bzw. kaufleute sind.

    man könnte auch versuchen das ganze als "fernabsatzvertrag" zu sehen, da ja ausschließlich "fernkommunikationsmittel" (internet, telefon) verwendet wurden (kunde und makler sind sich ja nicht einmal persönlich begegnet) - aber auch hier wäre kein verbindlicher vertrag zustande gekommen, denn: nach dem fernabsatzrecht ist ein unternehmer (hier also der makler) verpflichtet, VOR ABSCHLUSS EINES VERTRAGES den verbraucher über diverse punkte zu informieren, in diesem falle wäre da vor allem der PREIS der dienstleistung zu nennen (inklusive aller steuern). vor allem hätte der makler dem kunden nach vertragsabschluss sämtliche informationen auf einem "dauerhaften datenträger" (z.b. brief) zugänglich machen müssen - das ist offensichtlich nicht geschehen.
    konnte ja auch nicht geschehen, weil der makler ja garkeinen auftrag vom eigentümer hatte.

    anderl hat wirklich gute karten, den makler nicht bezahlen zu müssen.
    letztendlich ist da eigentlich garkein vertrag zustande gekommen - und wenn der makler wider besseren wissens darauf besteht, dass ein solcher zustande gekommen sei, dann ist dieser in jedem falle anfechtbar (hier z.b. tatsächlich wegen "arglistiger täuschung" - der makler hat ja vorgespiegelt er hätte einen auftrag vom vermieter) wenn nicht ohnehin nichtig (scheingeschäft, formfehler, evtl. sogar wegen drohung usw.).

    beim verbraucherschutz hat sich übrigens aktuell auch das eine oder andere geändert - ich hoffe mal dass die verbraucherzentrale da auf dem aktuellen stand ist...

    p.s.: sorry, die paragraphen dazu hab ich (leider) nicht im kopf - die infos stammen aber aus aktuellen IHK-lehrbüchern bezügl. "gesetzliche grundlagen der marktwirtschaft".
     
  9. #8 anderl69, 07.02.2007
    anderl69

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    Hallo lostcontrol,

    Du hast mit Deinen Ausführungen meinen Abend definitiv gerettet!!!

    Also wenn sich das wirklich so verhält wie Du schreibst, dann wäre das genial.

    Leider habe ich die letzten Wochen bei meinem Recherchen immer genau dann eine auf die Mütze bekommen, wenn ich dachte ich hab den Pseudo-Makler am Wickel.

    Also sollte es wirklich eskalieren, werde ich mir natürlich juristischen Beistand holen (müssen). Und sollte der Jurist dann nicht auf Deinem Wissensstand sein, werde ich ihn mit diesen Ausführugen konfrontieren.

    Und sollte alles gut für mich ausgehen, dann glaube ich auch wieder an unsere Gesetzgebung/Rechtsprechung. Und sollte - aufgrund Deiner Ausführungen - alles gut für mich ausgehen, dann müssen wir überlegen, wie ich Dir ein bayerisches Weißbier zukommen lasse! ;o)

    1000-Dank schon mal,
    Anderl69
     
  10. #9 Hennes VIII, 24.08.2009
    Hennes VIII

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    Hallo Anderl,
    ich wollte mich mal erkundigen, wie Dein Fall ausgegangen ist. Mir ist jetzt nämlich genau das Gleiche passiert, und es geht leider um viel Geld.
    Viele Grüße.
     
  11. #10 Vermieterheini1, 25.08.2009
    Vermieterheini1

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    lostcontrol hat meiner Meinung nach völlig Recht.
    Im Beispielfall muss der Mieter anderl69 nichts an den Makler bezahlen.

    Der Makler hat möglicherweise im guten Glauben das Abgebot erstellt, dass der Auftraggeber (der Vormieter) berechtigt wäre die Mietwohnung zur Vermietung anzubieten.
    Der Auftraggeber des Maklers (der Vormieter) war aber niemals berechtigt die Wohnung zu vermieten.
    Hat man das (das wäre die Aufgaben der wahren Wohnungseigentümer bzw. der wahren Vermieter) dem Makler auch mitgeteilt?

    Der Makler kann sich also nur an seinem Auftraggeber schadlos halten.

    Nach einem "aufklärenden" Schreiben der wahren Wohnungseigentümer bzw. der wahren Vermieter an den Makler sollte der Fragesteller nichts mehr tun.
    Achtung:
    Der Fragesteller muss einem Mahnbescheid fristgerecht und nachweislich zugegangen widerprechen!
    Eine Begründung des Widerspruches für das Gericht ist nicht erforderlich.

    ====================================================

    Hallop Hennes VIII und anderl69,

    meiner Meinung nach ist für euch alleine entscheidend, dass ihr vor Gericht nachweisen könnt, dass der Auftraggeber des Maklers nicht zur Vermietung der Wohnung berechtigt war.
    Also braucht ihr eine eidesstattliche Erklärung des wahren Wohnungseigentümers bzw. des wahren Vermieters, dass er keinen bzw. nicht diesen Makler beauftragt hat.
    Mit dieser eidesstattliche Erklärung würde ich an eurer Stelle zum Grundbuchamt gehen, und mir einen Grundbuchauszug für die Mietwohnung geben lassen. Im Grundbuch steht der derzeitige Wohnungseigentümer. Im Regelfall ist das auch der Vermieter.
    Sollten Wohnungseigentümer und Vermieter nicht identisch sein, so solltet ihr das nachweislich klären.
     
  12. #11 Hennes VIII, 25.08.2009
    Hennes VIII

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    Ich habe leider ein Urteil des BGH (vom 25.07.2002, ZR 113/02) gefunden, in dem der Mieter in genau so einem Fall zur Zahlung der Provision verurteilt wurde.

    Der Verstoß gegen das Wohnungsvermittlungsgesetzt hat nur zu Folge, dass man den Makler wg. Ordnungswidrigkeit anzeigen kann, max. Bußgeld 2500 €.

    Die Provision muss ich aber trotzdem zahlen, so dass das nur ein kleiner Trost wäre.
     
  13. RMHV

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    So ist es und der Grund ist auch ganz einfach...

    Anspruchsgrundlage für die Provison ist ausschließlich der Maklervertrag, den der Maklerkunde mit dem Makler abschließt.
    Nach diesem Vertrag ist eine vereinbarte Provision fällig, wenn der Makler eine bestimmte Leistung erfolgreich erbracht hat. Lt Sachverhalt wurde ein Maklervertrag abgeschlossen. Die Leistung wurde vom Makler erbracht. Der angestrebte Mietvertrag ist abgeschlossen eine vereinbarte Provision damit verdient und fällig.

    Es mag im Einzelfall durchaus sein, dass eine Maklerprovision vom Maklerkunden nicht zu zahlen ist. Der Grund dafür kann allerdings niemals in einem angeblich fehlenden Auftrag liegen, sondern ausschließlich im Inhalt des Maklervertrags.
     
  14. #13 lostcontrol, 25.08.2009
    lostcontrol

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    RMHV - es war aber doch jemand anderes der den vertrag abgeschlossen hat - das ist doch der knackpunkt!
    wie war das mit der musikbestellung?
     
  15. #14 Hennes VIII, 25.08.2009
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    Der Makler könnte durchaus argumentieren, dass ich einen Vertrag mit ihm abgeschlossen habe.

    Tathergang:
    1) Ich habe mich auf ein Exposé im Immobilienscout hin beim Makler gemeldet. Im Exposé stand: 2 MM Provision.
    2) Wir hatten einen Besichtigungstermin im Beisein des Vormieters (der den Makler beauftragt hat)
    3) Ich habe dem Makler per Mail mitgeteilt, dass ich die Wohnung mieten möchte und er bitte den Kontakt zum Vermieter herstellen solle.
    4) Der Makler hat mir lediglich die Telefonnummer des Vormieters mitgeteilt. Dieser sollte dann den Kontakt zum Vermieter herstellen.
    5) Da die Terminabsprache mit dem Vormieter nicht klappte, kontaktierte ich telefonisch nochmal den Makler. In dem Gespräch stellte sich heraus, dass der Makler nicht mit dem Vermieter in Verbindung treten kann, da der Vermieter die Maklertätigkeit ausdrücklich untersagt hat.
    6) Daraufhin habe ich mir selbst die Kontaktdaten des Vermieters besorgt und den Mietvertrag ohne Mitwirkung von Makler+Vormieter abgeschlossen.

    Was ich dem Makler vorwerfen könnte, ist
    1) die Tatsache, dass er den Kontakt zum Vermieter nicht hergestellt hat, und somit auch nicht zum Abschluss des Mietvertrags ursächlich beigetragen hat. Siehe BGH Urteil vom 22.10.1986 (ZR 4/85)
    2) die Tatsache, dass der Vormieter für ihn bei der Vermittlung tätig werden sollte. Siehe BGH Urteil vom 09.03.2006 (ZR 235/05)
     
  16. RMHV

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    Schreibe ich in chinesisch?
    Der Maklervertrag wird zwischen dem Makler und dem Kunden des Maklers abgeschlossen. Kunde des Maklers ist derjenige, der später Mieter wird. Da ist niemand sonst beteiligt.
    Der Kunde hat die Musik bestellt und bezahlt. Musik ist hier die Vermittlung/der Nachweis einer Gelegenheit zum Abschluss des angestrebten Hauptvertrags durch den Makler.

    Der Auftraggeber des Maklers kommt dabei schlicht und einfach nicht vor.
     
  17. #16 lostcontrol, 25.08.2009
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    nanana - der spätere mieter ist nicht zwingend der kunde.
     
  18. #17 Vermieterheini1, 25.08.2009
    Vermieterheini1

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    Nach den Angaben des Fragestellers kam unstrittig aufgrund des Maklerinserates UND ERHEBLICHER EIGENER Bemühungen/Aktivitäten des Fragestellers! ein Mietvertrag zustande, aber mit "total andere Konditionen als im Inserat stand (Miete höher, 2-Jahres-Vertrag)."

    D.h. selbst wenn man einen rechtsgültigen Maklervertrag zwischen Fragesteller und Makler unterstellt, so kann der Fragesteller die "Abweichungen" von den Maklerangaben zum tatsächlich zustandegekommenen Mietvertrag als "Schadenersatz" von der Maklergebühr abziehen.
    Erschwerend kommt hinzu, dass der Makler selbst angibt gewusst zu haben, dass er eine Mietwohnung zur Vermietung gegen den ausdrücklichen Willen des Eigentümers bzw. Vermieters anbietet.
    Kann der Fragesteller diese Behauptung vor Gericht beweisen?

    Das ist für mich so als wenn einer bewusst, also vorsätzlich! Diebesgut verkauft und dann vor Gericht den Kaufpreis einfordert!

    Man könnte den Spieß auch umdrehen:
    Der Fragesteller fordert vom Makler einen Mietvertrag GENAU mit den Konditionen laut Inserat ein!
    Es war vom Fragesteller also - im Nachhinein! gesehen - ungeschickt selbst aktiv zu werden um den Mietvertrag (vom Vermieter) zu erhalten. Er hätte den Mietvertrag GENAU zu den inserierten Konditionen vom Makler verlangen müssen.
    Die Unfähigkeit des Maklers genau diesen Mietvertrag zu liefern wäre ein ungeheurer Vorteil bei einer Gerichtsverhandlung.

    Eine zu bezahlende Dienstleistung durch den Makler ist für mich nur dann zustandegekommen, wenn für eine durch den Makler vermittelte Wohnung/Haus ein Mietvertrag ZU DEN im Makerinserat genannten Bedingungen (oder für den Zahlungspflichtigen besseren Bedingungen) rechtsgültig geworden ist.
     
  19. #18 Hennes VIII, 25.08.2009
    Hennes VIII

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    Hallo Vermieterheini,
    danke für Deine Antwort. Hier geht es aber ein bißchen durcheinander.
    Es gibt hier 2 verschiedene Fälle: den von Anderl69 und meinen eigenen.
    Bei mir stimmen die Mietvertragskonditionen mit den vom Makler genannten überein.
     
  20. Capo

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    Nur mal um das zusammenzufassen:

    a) du hast dich auf ein Angebot eines Maklers gemeldet.
    b) du bekundest Interesse an der vom Makler vermittelten Wohnung.

    Du hast keinen Mietvertrag abgeschlossen. Warum sollte dann die Provision fällig werden? Ohne Vertrag keine Provision.
    Ist der Vertrag vorliegend, hast du mit der Anforderung des Exposes bereits einen auftrag an den Makler gegeben.

    Wenn er dir den Namen deines Vertragspartners nicht nennt oder der Makler als Vermieter im Mietvertrag genannt wird, dann wird keine Provision fällig. Also kannst du nur schauen, mit wem du den Vertrag abgeschlossen hast. Mit dem Vermieter?

    Die Maßgebende Vermittlungstätigkeit ist mit deiner Antwort auf das Inserat bereits erfolgreich. Damit ist der auftrag gegeben.

    btw: die meisten Makler verlangen vom Mieter die Provision und nicht vom Vermieter oder Auftraggeber.
     
  21. RMHV

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    btw: es lohnt sich in aller Regel über die Bedeutung gewisser Begriffe nachzudenken... :tuschel
    ... man wird dann nicht fragen, ob ein Vertrag mit dem Vermieter abgeschlossen wurde (selbstverständlich, mit wem denn sonst?), sondern man wird fragen, wer Vermieter ist.

    ... man wird das Schuldverhältnis zwischen Mietinteressent und Makler nicht als Auftrag bezeichnen, den der Mietinteressent dem Makler erteilt hätte, sondern - zur Unterscheidung vom Maklerauftrag, der vom Vermieter erteilt wird - vom Maklervertrag.

    ... man wird dann auch den Begriff Auftrag bzw. Auftragsgeber nicht unmittelbar aufeinanderfolgend einmal für den Mietinteressenten/Mieter und dann für den Vermieter verwenden müssen. :wink
     
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