Wärmepumpe, E-Auto Ladestation und Allgemeinstrom mit PV Anlage welchen Strompreis

Diskutiere Wärmepumpe, E-Auto Ladestation und Allgemeinstrom mit PV Anlage welchen Strompreis im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Hallo, wir planen den Kauf eines kleinen Mehrfamilienhauses (3 Wohnungen, 2x70m², 1x35m²), dass wir vermieten wollen. Das Haus befindet sich...

Silberfarn

Neuer Benutzer
Dabei seit
06.03.2021
Beiträge
3
Zustimmungen
0
Hallo,


wir planen den Kauf eines kleinen Mehrfamilienhauses (3 Wohnungen, 2x70m², 1x35m²), dass wir vermieten wollen. Das Haus befindet sich gerade im Rohbau, eine PV Anlage (5 kW mit zusätzlichem Speicher) wurde gerade geplant, sie wurde jedoch noch nicht bestellt. Das Haus soll dem KFW40+ Stand entsprechen und mit Wärmepumpe ausgestattet werden. Zusätzlich ist die Errichtung von zwei Ladepunkten geplant.


Jetzt hatte ich folgende Idee:

- Wir machen einen Kaufvertrag für das Haus ohne PV-Anlage --> ich spare Grunderwerbssteuer und Notarkosten auf die PV Anlage

- In einem zweiten Vertrag bestellen wir die PV Anlage und die Ladepunkte. Damit müsste ich mir doch die Mehrwertsteuer für die PV Anlage erstatten lassen können oder nicht?


Ich habe bereits seit 2 Jahren bei meiner eigengenutzten Wohnung eine PV Anlage (7 kW, mehr passte leider nicht) für die ich auf die Kleinunternehmerregel verzichtet habe. Könnte dies zu Problemen führen?


Ich hatte gedacht, mit der PV-Anlage den Allgemeinstrom, die Wärmepumpe und die Ladepunkte zu versorgen um der Thematik Mietstrom aus dem Weg zu gehen. Ich bin mir aber unsicher, mit welchem Wert ich dann später die Wärmeerzeugungskosten und den Ladestrom abrechnen? Muss ich meine Herstellungskosten ansetzten oder kann ich ortsübliche Strompreise ansetzen?


Vielen Dank für Eure Hilfe
 

Andres

Moderator
Dabei seit
04.09.2013
Beiträge
11.370
Zustimmungen
5.513
Ich verschiebe das Thema mal in die Steuerabteilung, wo die Chancen auf eine gute Antwort deutlich höher sein dürften. Mit Betriebskosten hat das ja nun mal nichts zu tun ...
 

Ferdl

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
14.09.2015
Beiträge
1.498
Zustimmungen
856
Ort
Westerwald
Wenn es möglich wäre würde ich, heute, die Kleinunternehmerregelung wählen.
Ist deutlich weniger Arbeit und Kosten.
Da sich die Regeln dauernd ändern, bin nicht auf aktuellem Stand, ich denke mal dass du den gleichen Betrag ansetzten kannst den das FA zur Ermittlung der USt. heranzieht.
 

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
6.413
Zustimmungen
3.828
Ort
bei Nürnberg
Wir machen einen Kaufvertrag für das Haus ohne PV-Anlage --> ich spare Grunderwerbssteuer und Notarkosten auf die PV Anlage

Du sparst höchstens die Notarkosten, bei entsprechendem Ausweis im Kaufvertrag wäre auch der Preis für die PV-Anlage grunderwerbsteuerfrei.

In einem zweiten Vertrag bestellen wir die PV Anlage und die Ladepunkte. Damit müsste ich mir doch die Mehrwertsteuer für die PV Anlage erstatten lassen können oder nicht?

Natürlich!

Ich habe bereits seit 2 Jahren bei meiner eigengenutzten Wohnung eine PV Anlage (7 kW, mehr passte leider nicht) für die ich auf die Kleinunternehmerregel verzichtet habe. Könnte dies zu Problemen führen?

Meines Erachtens nicht, die Umsätze erhöhen sich halt entsprechend. Wenn Du PV-Anlagen betreibst verzichtest Du normalerweise doch immer auf die Kleinunternehmerregelung, da die Erstattung der Vorsteuer ja gerade zum Rechenmodell gehört.

Ich hatte gedacht, mit der PV-Anlage den Allgemeinstrom, die Wärmepumpe und die Ladepunkte zu versorgen um der Thematik Mietstrom aus dem Weg zu gehen. Ich bin mir aber unsicher, mit welchem Wert ich dann später die Wärmeerzeugungskosten und den Ladestrom abrechnen? Muss ich meine Herstellungskosten ansetzten oder kann ich ortsübliche Strompreise ansetzen?

Da bin ich zwiegespalten. Meines Erachtens kannst Du nur die Kosten an den Mieter weiterbelasten, die Dir auch entstehen - welche Kosten werden Dir denn von der Sonne berechnet?
 

Silberfarn

Neuer Benutzer
Dabei seit
06.03.2021
Beiträge
3
Zustimmungen
0
Vielen Dank für die Antworten. Dann brauche ich es ja gar nicht so kompliziert machen :129:

Du sparst höchstens die Notarkosten, bei entsprechendem Ausweis im Kaufvertrag wäre auch der Preis für die PV-Anlage grunderwerbsteuerfrei.



Natürlich!



Meines Erachtens nicht, die Umsätze erhöhen sich halt entsprechend. Wenn Du PV-Anlagen betreibst verzichtest Du normalerweise doch immer auf die Kleinunternehmerregelung, da die Erstattung der Vorsteuer ja gerade zum Rechenmodell gehört.



Da bin ich zwiegespalten. Meines Erachtens kannst Du nur die Kosten an den Mieter weiterbelasten, die Dir auch entstehen - welche Kosten werden Dir denn von der Sonne berechnet?

Da könntest Du recht haben. Wobei der PV Strom für mich ja auch nicht kostenlos ist. Somit müsste ich vermutlich meine Erzeugungskosten auf Grundlage der Kosten für den Kauf der PV Anlage und dem zu erwartenden Ertrag sowie der laufenden Kosten berechnen. Das wird sicherlich eine spaßige Berechnung :155:
 

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
6.413
Zustimmungen
3.828
Ort
bei Nürnberg
Da könntest Du recht haben. Wobei der PV Strom für mich ja auch nicht kostenlos ist. Somit müsste ich vermutlich meine Erzeugungskosten auf Grundlage der Kosten für den Kauf der PV Anlage und dem zu erwartenden Ertrag sowie der laufenden Kosten berechnen. Das wird sicherlich eine spaßige Berechnung :155:

Darfst Du beim Kauf einer Gasheizung die Kosten für den Kauf der Heizung via Brennstoffkosten auf den Mieter umlegen? Ich fürchte das dass wohl ein Problem darstellen wird. Warum wohl wird hier wie auch beim Mieterstrom das Contracting-Modell immer beliebter? Dann ist das nämlich kein Problem, ökonomisch Quatsch, überhaupt keine Frage, aber da zeigt sich eben die Lobbyarbeit. Ist wie beim Mieterstrom, eigentlich die vernünftigste Art des Stromverbrauchs (ohne Netzkosten etc.), aber rein wirtschaftlich zu Tode reguliert. Aber jetzt hat der Wirtschaftsminister ja eine Änderung der ganzen EEG-Geschichte angekündigt, bin gespannt was da wieder bei rauskommt.
 

Silberfarn

Neuer Benutzer
Dabei seit
06.03.2021
Beiträge
3
Zustimmungen
0
Der Vergleich hingt glaube ich. Die Gasheizung würde ich mit der Wärmepumpe gleichsetzen. Der Strom entspricht dagegen dem Brennstoff. Den zugekauften Strom stell ich doch auch in Rechnung. Sonst dürfte da kein Mieter in einer mit Wärmepumpe beheizten Wohnung Heizkosten zahlen.
Nach näherem Nachdenken glaube ich, dass mein erster Ansatz gar nicht so falsch war. Bei meiner eigengenutzten PV Anlage muss ich den privat verbrauchten Strom versteuern, da es eine Entnahme aus dem Betrieb. Für die Steuer musste ich den kWh Preis für meinen restlichen zugekauften Strom ansetzen.
Das würde hier doch auch passen.
 

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
6.413
Zustimmungen
3.828
Ort
bei Nürnberg
Den zugekauften Strom stell ich doch auch in Rechnung.

Dann hast Du aber eben auch eine Rechnung über den Zukauf und nicht eine eigene Kalkulation mit fiktiven Kosten! Das Problem hier ist halt, dass die BetriebskostenV da relativ allgemein gehalten ist und nicht auf solche Spezialfälle eingeht. Ich vergleiche das mal mit dem Bauern hier im Ort, der ein MFH mit Hackschnitzeln beheizt. Den Brennstoff erzeugt er selbst (Forstwirtschaft). Das wäre für mich vergleichbar, welche Kosten fallen für den Posten "Brennstoff" an? Der hat denke ich mit seinen Mietern kein Problem, sich hier auf einen Wertansatz zu einigen (kenne die Beteiligten eigentlich alle), aber wenn da jemand einzieht und auf Recht und Gesetz pocht dürfte das ein Problem werden.

Wie gesagt, vereinbaren und auch umsetzen kann man viel, solange sich alle Beteiligten mit dieser Vorgehensweise einverstanden erklären, oder man ein Großkonzern ist und selbst eine entsprechende Firmeninfrastruktur aufbauen kann. Ich vergleiche das immer wie folgt: Wenn ich Vonovia wäre hätte meine Frau eine Gewerbeanmeldung als Gebäudeservice, vergibt die Hausmeisteraufträge an die alten Firmen (jetzt als Subunternehmer) und eine zweite als Heizölhandel. In beiden Firmen schlägt sie auf die Eingangsrechnungen halt 50 % Verwaltungskostenmarge auf.
 

Ferdl

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
14.09.2015
Beiträge
1.498
Zustimmungen
856
Ort
Westerwald
Für die Steuer musste ich den kWh Preis für meinen restlichen zugekauften Strom ansetzen.
Wenn das bei dir so ist, kannst du diesen Preis nicht dem Mieter in Rechnung stellen (wohl aber die entrichtete USt.), weil nur fiktive Kosten.
Eher die entgangene Einspeisevergütung zuzüglich der anfallenden USt. und ggf EEG-Umlage, weil das sind real entstandene Kosten.
Du solltest dich über die aktuellen Regelungen schlau machen, bei mir ist es so, das ich den selbstgenutzten Strom an den Netzbetreiber Verkaufe und danach wieder zurückkaufe, das ist für alle Abrechnungen die einfachste Lösung da ja konkrete Rechnungen geschrieben werden.
Keine Ahnung ob das so noch möglich ist bzw ob der Netzbetreiber da mitmacht.
 
Thema:

Wärmepumpe, E-Auto Ladestation und Allgemeinstrom mit PV Anlage welchen Strompreis

Oben