Wann kommt endlich der Sachkunde-Nachweis für Verwalter?

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von immobiliensammler, 08.10.2016.

  1. #1 immobiliensammler, 08.10.2016
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Darauf warte ich wirklich brennend, in der Hoffnung, dass sich dann auch hier die Spreu vom Weizen trennt.

    Ich arbeite mit genügend Hausverwaltungen zusammen, es gibt eben solche und solche, aber jetzt hat es wieder einmal eine auf die Nummer 1 meiner Inkompetenz-Liste geschafft.

    Folgender Sachverhalt:

    ETW in einer Stadt im östlichsten Teil Deutschlands, alles lief über mehrere Jahre hinweg gut, keine Probleme. Dann hat die Mitarbeiterin des Maklerbüros mit angeschlossener Hausverwaltung, die bisher die Verwaltung erledigt hat dort gekündigt. Und das war scheinbar die einzige, die wußte wie das funktioniert.

    Für 2014 kam erst Ende November auf dem letzten Drücker die Einladung zur Versammlung, beigefügt eine Abrechnung die hinten und vorne nicht stimmte. Die Positionen Schornsteinfeger, Wartung Heizung waren sowohl auf der NK-Abrechnung und dann noch einmal über die Heizkostenabrechnung in der Position Heizung/Warmwasser enthalten, also doppelt angesetzt. Hausstrom war höher angesetzt als früher, dafür wurde jetzt kein Betriebsstrom Heizung in der Heizkostenabrechnung angesetzt. Zu guter letzt wurde in 2013 der vorgeschriebene Wärmemengenzähler (Haus ist ein MFH mit 7 WE) eingebaut, aber für die Abrechnung schlicht nicht berücksichtigt, es wurde weiter nach der üblichen Formel gerechnet.

    Ich habe das per Mail reklamiert und die Antwort erhalten, wir prüfen Ihre Angelegenheit und melden uns. Rückmeldung keine, dafür fand dann die ETV statt und der Verwalter hat mittels Vollmachten - außer meiner - selbst zugestimmt. Ich habe dann gerichtlich angefochten, es gab ein Versäumnisurteil, weil der Verwalter einfach nicht geantwortet hat. Einen Monat nach Ablauf aller Fristen gegen das Urteil hat er dann ein Schreiben an die Eigentümer verschickt mit dem Tenor: Leider ist uns ein Fehler passiert, das Gericht hat daher den Beschluss zur Abrechnung aufgehoben. Wir werden demnächst eine berichtigte Abrechnung übersenden und uns wieder melden. Falls sie Rechtsmittel gegen das Urteil wünschen teilen sie uns dies bitte mit - Wie gesagt, nach Rechtskraft des Urteils!

    Jetzt kommt die Einladung zur ETV mit der berichtigten Abrechnung für 2014 und jetzt wird es noch lustiger: Der Verwalter hat den Fehler damit berichtigt, dass jetzt einfach alle fraglichen Positionen, wie Schornsteinfeger, Wartung aus der Heizkostenabrechnung komplett raus sind und nur noch über MEA verteilt werden. Klar, ich hatte ja moniert es wäre doppelt angesetzt worden. Wärmemengenzähler wird natürlich weiter nicht verwendet, dafür werden jetzt 27,88 Euro Betriebsstrom Heizung angesetzt, wundere mich, woher dieser Wert stammen soll (für ein 7-WE-MFH), früher wurden immer zwischen 200 und 300 Euro angesetzt.

    Abrechnung 2015 ist fast fehlerfrei, nur dass es wieder keinen Betriebsstrom Heizung gibt.

    Ich habe dann eine Mail geschickt, dass die Abrechnungen 2014 und 2015 wohl wieder fehlerhaft sind, ich würde ggfs. wohl wieder anfechten.
    Am nächsten Tag eine Mail, ich solle genau zeigen, was fehlerhaft sei. Ich war wegen des Verhaltens im letzten Jahr natürlich noch angefressen und habe zurückgemailt, dass er seine Fehler doch einfach selbst suchen soll. Jetzt kommt eine freche Mail wenn ich ihn nicht mitteile, was falsch ist sondern hinterher Anfechtungsklage erhebe würde er mich für die Kosten schadensersatzpflichtig machen.

    Naja, dumm und dreist, meiner Meinung nach.

    Die lange Vorgeschichte eher zum schmunzeln, jetzt die Frage: Denkt Ihr, dass durch die Gesetzesänderung zum Sachkunde-Nachweis mehr Kompetenz in den Markt kommt. Dass mein Kandidat hier unter die Alte-Hasen-Regelung fällt ist mir auch klar, aber wenigstens ist der "Neuzugang" für die Inkompetenz evtl. etwas erschwert.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Fremdling, 08.10.2016
    Fremdling

    Fremdling Erfahrener Benutzer

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    Um mit einem bekannten Politiker-Zitat zu antworten: "Never ever!"

    Gesetze und Gesetzesänderungen allein haben noch nie Kompetenz in den Markt gebracht. Es bedurfte stets des dauerhaften aktiven Handelns und der Anstrengungen der Marktteilnehmer (die die Geiz-ist-geil-Gesellschaft leider nicht angemessen bezahlen möchte). Und jeder mit Abitur und Studium weiß, dass die einmaligen Ausbildungsanstrengungen mit erfolgreicher Prüfung allein kein jahrzehntelanger Kompetenzbeweis sind.

    Nur eine engmaschige laufende Kompetenzüberwachung mit klaren Konsequenzen bis hin zum Berufsverbot zwänge deutlich zu eigenen Anstrengungen zum Wohle des Auftraggebers von Verwaltungen. Aaaber das ist nicht nur völlig illusorisch und extrem praxisfern, sondern könnte bei übertriebener Strenge zum Verlust eines gesamten Berufsstandes führen. Es gibt auch keinen Politiker- oder Ärzte-TÜV etc. mit jährlichem Check.

    Also m.E. Realitätssinn bewahren, Kirche im Dorf lassen, eigene Ansprüche überdenken und auf Normalmaß bringen sowie bei "schwarzen Schafen" einzelfallfabhängig notgedrungen die Justiz bemühen, wo konstruktive sachliche Gespräche nicht mehr helfen.

    Man mag über die "Alte-Hasen-Regelung" denken, was man will, doch schont sie halt verdient die "Guten" sowie unverdient die "Schlechten" der Gattung. Meine bescheidene und unmaßgebliche Meinung ist, dass dieses Gesetz eher als beruhigendes Plazebo für's Volk geeignet scheint und -falls überhaupt- erst nach hinreichend langer Zeit (sicherlich einige Jahre) seine Wirkung entfalten könnte.
     
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  4. #3 BHShuber, 10.10.2016
    BHShuber

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    Hallo,

    hast du Zeit, wenn ja, dann ca. 2018.

    D. h. aber nicht, dass dann ein Ende der Dummheit ist, ganz im Gegenteil, denn wer schon als Verwalter tätig war ununterbrochen seit 2011, der zählt unter der sog. "alten Hasen" Regelung und ist dann vom Nachweis der Fachkunde befreit.

    Was´n Spass oder?

    Gruß
    BHShuber
     
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