Was soll ein Mietinteressent unbedingt vorlegen - Erfahrungswerte

Diskutiere Was soll ein Mietinteressent unbedingt vorlegen - Erfahrungswerte im VF - Ankündigungen! Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Guten Abend, wir stehen jetzt endlich kurz vorm lang ersehnten Ziel - unserer ersten Vermietung. Endlich haben wir einen für uns geeigneten...

  1. #1 Wintergarten, 31.10.2017
    Wintergarten

    Wintergarten Neuer Benutzer

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    Guten Abend,
    wir stehen jetzt endlich kurz vorm lang ersehnten Ziel - unserer ersten Vermietung.
    Endlich haben wir einen für uns geeigneten Interessenten gefunden. Die Sympathie war auf Anhieb da.
    Die Mieterselbstauskunft, die letzten drei Gehaltsnachweise und eine Kopie von der ersten und letzten Seite des Arbeitsvertrags haben wir (darauf sind eigentlich alle relevanten Angaben enthalten, d.h. welcher Arbeitgeber, seit wann beschäftigt, unbefristet).
    Auf welche Unterlagen würdet ihr auf jeden Fall bestehen? Diese Frage geht hauptsächlich an die Vermieter, die nicht aus 50 Interessenten auswählen können, sondern froh sind, wenn sich mal unter den ganzen "Nieten" ein vernünftiger potentieller Mieter befindet.
    Als ich selbst nach Wohnungen gesucht habe, wurde von mir z,B. nie eine Schufa-Auskunft verlangt.
    Und ich möchte auch den ersten "perfekten" Interessenten nicht vegraulen, indem wir von ihm zig verschiedene Dokumente anfordern. Ist ja durchaus nicht unwahrscheinlich, dass er parallel nach anderen Wohnungen sucht.
    Vielen Dank schon mal für eure Antworten!
    Liebe Grüße,
    Wintergarten
     
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  3. Andres

    Andres
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    Wenn's dich nicht stört, würde ich trotzdem antworten. ;)


    Das ist auch gut so. Gefragt werden solltest du höchstens nach einer Einwilligung, mit der der Vermieter Auskünfte einholen darf. Die Vorlage einer Schufa-Selbstauskunft ist für beide Seiten unsinnig und das Verlangen danach für den Vermieter sogar unzulässig. Diese Auskunft enthält Daten, die den Vermieter nichts angehen. Für den Vermieter ist das Problem, die Echtheit solcher Dokumente verifizieren zu können - auch wenn es bei weitem die Ausnahme ist, sind mir schon mehrfach gefälschte Dokumente vorgelegt worden.

    Du willst vom Mieter die Erlaubnis, Auskünfte über ihn bei den einschlägigen Auskunfteien einzuholen. Ich mache das über meinen örtlichen H&G-Verein, aber es gibt auch andere Wege. Direkt über Schufa, Bürgel, infoscore und Co. wird für den privaten Vermieter eher nicht möglich sein. Wenn ich mich bei den Nachweisen auf einen einzigen beschränken müsste, um nicht zu viele Interessenten zu vergraulen, wäre das meine Wahl, denn bei den Auskunfteien läuft erhebliches Datenmaterial auf. Die Kosten dafür sind marginal im Verhältnis zu einem tatsächlichen Zahlungsausfall und natürlich frage ich erst dann ab, wenn ansonsten alles passt.

    Die Alternative wäre eine Bankauskunft. Auch hier bekommt man die Auskunft direkt an der Quelle und die Bank hat auch einen erheblichen Überblick über die Finanzen ihrer Kunden, insbesondere ob regelmäßig Mietzahlungen erfolgt sind. Kosten und Aufwand trägt hier der Mieter. Wie problematisch das ist (von "überhaupt nicht" bis "unlösbar"), hängt von der Bank ab.

    Zusätzlich kann man sich noch auf insolvenzbekanntmachungen.de umschauen. Auch da wird man öfter fündig, als einem lieb ist.


    Wenn ich wählerisch sein müsste, würde ich von solchen Dingen absehen. Alte Gehaltsnachweise haben für die Zukunft nur eine sehr beschränkte Aussagekraft und das Arbeitsverhältnis könnte auch jederzeit gekündigt werden oder bereits gekündigt sein. Das gleiche Problem hat man natürlich mit allen anderen Nachweisen auch, aber wenn jemand in der Vergangenheit eine gute Zahlungsmoral hatte, lässt das für die Zukunft deutlich mehr erwarten, als wenn er in den letzten 3 Monaten ein Gehalt bezogen hat - was davon alles bezahlt werden wollte, steht in den Sternen ...
     
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  4. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Hallo Wintergarten,
    ich würde den Mietinteressenten bitte, alle Unterlagen mitzubringen, von denen er meint, dass sie mich interessieren könnten bzw. dass sie für ihn sprechen.
     
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  5. Andres

    Andres
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    ... und ich als Interessent würde dann natürlich alle Unterlagen mitbringen, die für mich sprechen.

    Finde den Fehler.
     
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  6. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Wer würde das denn bei echtem Interesse nicht tun?
     
  7. #6 ehrenwertes Haus, 31.10.2017
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Könnte etwas schwierig werden bei manchen...

    Welche +Punkte könnte z.B. ein Knasti oder Jmd der aus der Obdachlosigkeit raus kommen will vorweisen, der sich ernsthaft für die Wohnung interessiert?

    Und der vermeintlich solvente Mieter würde sicherlich nicht freiwillig von der laufenden Privatinsolvenz berichten, wenn Gehaltsnachweis reicht.


    Ich denke, die vermeintlichen Absicherungen ersetzen nicht den persönlichen Eindruck, weil keine davon, außer eine Bankbürgschaft, eine echte Sicherheit für den Vermieter bietet. Aber selbst eine Bürgschaft von einer Bank deckt nicht jedes Vermieterrisiko ab.

    Ich möchte zwar auch solche Unterlagen sehen bevor ein Vetrag gemacht wird, sehe sie aber mehr als Grundlage für ein Gespräch zur Endauswahl von Interessenten. Glaubwürdig vermittelte Knicke darin stören mich recht wenig, weil bei Jedem auch mal was schief laufen kann.
     
  8. AJ1900

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    Mhh, in einem Satz, wenn es an der Vorlage einer Schufa-Auskunft scheitert, kann der Interessent nicht so "perfekt" gewesen sein. Ob er dir sympahtisch ist oder nicht, sollte dich auch nicht zu seht interessieren.
     
  9. #8 Ich-bin-es, 01.11.2017
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    Meine Mutter von der ich mein Mehrfamilienhaus geerbt habe, sie ist 95 geworden und hat sich bis zuletzt selber um die Vermietung gekümmert, hat in ihrer 50 jährigen Vermietung nie irgendetwas sehen wollen. Ich habe es ihr mehrfach geraten, aber sie wollte nicht. Sie fand das zu übergriffig. Sehr, sehr ungewöhnlich (und ich mache das nicht so). Sie hat ganz auf ihr Gespür für Menschen vertraut und hatte damit (fast) immer Glück. Es gab mal kleinere Probleme, aber nie große Katastrophen.

    Ich will damit nicht sagen, dass man das so machen sollte, aber ich würde gern einbringen, dass man diese Dokumente nicht zuuuuu hoch hängt.

    Ich glaube, dass man heutzutage niemanden vergrault, wenn man nach einer Schufa fragt oder danach sich selber Auskünfte zu verschaffen. Das ist doch Standard. Du mußt Dich damit wohl fühlen. Wenn Dir Dein Gefühl sagt, das reicht mir, dann vermiete es so. Wenn Du dabei Bauchgrummeln hast, frag nach den gewünschten Infos. Ich glaube nicht, dass es jemanden davon abhält eine Wohnung zu nehmen bzw. wenn das der Fall wäre, dann wäre es auch ein sicheres Zeichen, dass er dem aus dem Weg gehen will und dann wäre es besser, wenn er nicht einzieht.

    Grüße
    Cantor
     
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  10. #9 Papabär, 01.11.2017
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    Für mich wäre zunächst mal der Personalausweis (oder zumindest eine Kopie desselben) von nicht unerheblichem Interesse. Wenn´s mal darum gehen sollte, eine Forderung auf dem Klageweg durchzusetzen, will ich nicht scheitern weil in meinen Unterlagen bei (z.B.) Herrn Przybcinski ein Buchstabe im Namen falsch geschrieben wurde oder Frau A. Müller nicht eindeutig identifiziert werden kann.

    Des Weiteren würde mich eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters interessieren. Die sollte relativ leicht zu beschaffen sein (auch wenn manche Vermieter sich da gerne Zeit lassen). Auch wenn mir klar ist, dass man die Angaben darauf durchaus mit Vorsicht genießen sollte (hat der Vermieter vlt. ein ureigenes Interesse daran, den Mieter loszuwerden?), beruhigt die Vorlage eines solchen Papieres meinen Bauch ein wenig.

    Schufa? Nein, ich bevorzuge eine Auskunft aus dem Schuldnerregister. Die bekomme ich über unsere RA-Kanzlei i. d. R. innerhalb weniger Stunden und die Aussagekraft ist in meinen Augen höher als die von so einer privatrechlichen Datensammel-AG.
     
  11. #10 jorgk, 02.11.2017
    Zuletzt bearbeitet: 02.11.2017
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    Meine Meinung: Eine solche Bescheinigung ist das Papier nicht wert auf dem sie steht - genau aus dem schon genannten Grund. Wenn ein Vermieter (kann ja auch eine zerstrittene Erbengemeinschaft oder anderes sein die dringend Verluste beschränken muss) den zahlungssäumigen Mieter los werden will wird so ein Papier schnell unterzeichnet sein.

    Wenn Papabär seinen RA die Schuldnerregister durchsuchen lassen kann ist das eine feine Sache. Ansonsten sind Auskünfte bei den Auskunfteien als Vermieter nicht schwer zu bekommen und inzwischen auch nicht teuer. Leute die den VM über ihre Situation anlügen, evtl. die Selbstauauskunft (wissentlich) falsch ausfüllen [klar kann man dann kündigen, aber das kann u.U. dauern], die 'erwischt' man so schon noch. Das sollte den kleinen Betrag für eine Abfrage schon wert sein.

    Ich mache es so, dass auf meinem Selbstauskunfts-Formular die Einwilligung zur Auskunftei-Abfrage enthalten ist (sofern dies das letzte Hemmnis zum Mietvertrag ist). Diese Abfrage mache ich in jedem Fall - nachdem ich 'schon Pferde vor der Apotheke gesehen habe' (die Leute waren sympathisch und nett).

    Auch erhalte ich die Einwilligung, dass ich Daten zu säumigen Zahlungen wiederum an Auskunfteien einliefern werde. Nur, wie sich aus dem oben geschriebenem schon erkennen lässt, das macht man dann bestimmt nicht, sonst kann der Mieter faktisch gar nicht mehr weg, denn wer würde ihn mit solchen Auskunftei-Merkmalen dann noch nehmen wollen ... ;)

    [Klar, das sind Datensammel-Kraken - am Ende schützen sie einen aber gelegentlich doch mal. Was ist nun ethisch besser, mich vor Lügnern/Betrügern zu schützen oder das moralisch vielleicht schönere System zu leben, bei dem man aber manchmal 'auf die Schnauze' fällt?]
     
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  12. #11 Papabär, 02.11.2017
    Papabär

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    Ja und nein. Dass so ein Papier wertlos wäre, habe ich nicht geschrieben - sondern lediglich, dass man die darauf getätigten Angaben mit Vorsicht genießen soll (i. S. v. nicht zu hoch bewerten darf).
    Aber: Man bekommt Name und Anschrift des bisherigen Vermieters, sowie meist auch eine Mitteilung über die Mietzeit/Mietdauer. Weiterhin kann ich davon aus gehen, dass der bisherige Vermieter spästestens jetzt von den Umzugsabsichten seines Mieters erfährt. Wer also klammheimlich einfach verschwinden will, verliert mit so einer Anforderung regelmäßig das Interesse an meiner Wohnung.
    Des Weiteren kann der bisherige Vermieter dann die evtl. offenen Mietforderungen der letzten 12 Monate auch schwerlich geltend machen ... für den Fall eigener Vollstreckungsmaßnahmen ist es durchaus sinnvoll, wenn die Schlange an der man sich anstellen muss nicht allzu lang ist.

    Die Auskunft aus dem Schuldnerregister sollte jede besser ausgestattete Kanzlei online abfragen können. Das ist kein Monopol, was nur uns zusteht. Das der Mieter der Datenweiterleitung/Datenermittlung zustimmt, habe ich jetzt einfach mal vorausgesetzt. Das machen wir ebenfalls auf den Selbstauskünften.

    Wir haben schon aktuelle Schufaauskünfte vorgelegt bekommen, die völlig veraltete Daten enthielten. Mietinteressenten haben daraufhin eine Wohnung nicht bekommen (obwohl die restlichen Unterlagen top waren). 3-4 Wochen später standen sie dann mit einer bereinigten Schufa vor der Tür ... doch meist waren die Wohnungen dann bereits vergeben. Wer also seine Schufaeinträge nicht kennt und eine böse Überraschung erlebt, darf bis zur Bereinigung durchaus schon mal einige Zeit warten. Das Schuldnerregister ist da überraschenderweise aktueller.
    Auch sehe ich immer wieder, dass Kollegen die Schufa nicht richtig lesen können. Manche vermeindlichen Negativeinträge sind durchaus positiv zu werten.

    Solange man genug Nachfragen hat, mag einem Vermieter das egal sein. Aber der TE schrieb ja, dass es bei ihm offensichtlich nicht so sei.
     
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