Was soll ich tun?

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Weinheimer, 03.04.2016.

  1. #1 Weinheimer, 03.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 03.04.2016
    Weinheimer

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    Ich bin, wie man sehen kann, noch recht neu in diesem Forum, wobei ich bisher einiges mitgelesen und gelernt habe. Seit 01.06.2014 habe ich einen Mieter, mit dem ich bisher recht gut klar gekommen bin. Die Mieten wurden bisher von der Arge bezahlt; allerdings hat der Mann die Nebenkosten von 2014 noch nicht beglichen. Zudem war ich dumm genug, ihm auch noch 1000 EUR zu leihen (Im Dezember 2015), da er mich als "Freund" angefleht hat, ihn dadurch vor einem (neuen) Zahlungstitel zu bewahren. Dass er das Geld von mir geliehen hat, hat er mir glücklicherweise schriftlich quittiert.
    Bis Ende Februar 2016 sollte ich das Geld zurückhaben, doch es folgten plötzlich nur noch Lügen und Unfreundlichkeiten. Nachdem mir der Mann am Telefon gesagt hat, dass ich ihn "mal am A.... lecken kann", herrscht Funkstille (er geht nicht mehr ans Telefon, lässt sich verleugnen, öffnet nicht mehr die Tür usw.)
    Der Mieter hat bisher wiederholt gegen die Hausordnung verstoßen und ist auch vorher schon durch Unfreundlichkeiten bzw. Wutanfälle im Haus aufgefallen, doch ich habe immer meine schützende Hand über ihn gehalten. Das ist jetzt natürlich vorbei, denn jetzt hängt der Haussegen gehörig schief.
    Inzwischen habe ich erfahren, dass besagter Mieter in den letzten Jahren mit mehreren Vermietern Streit angefangen hat. Eine Ex-Vermieterin hat ihn sogar auf Schadensersatz verklagt, weil der Mann ihr erhebliche Beschädigungen in der Wohnung hinterlassen hat (es kam schließlich auch zu einer Verurteilung des Mieters!). Allerdings ist er Hartz-4-Empfänger und privatinsolvent. Ich weiß, ich hätte VIEL vorsichtigter sein sollen, aber nachher ist man bekanntlich immer schlauer. Vor einigen Tagen habe ich ihn wegen der ausbleibenden Zahlungen der Nebenkosten schriftlich abgemahnt. Nun taste ich mich Schritt für Schritt vor; als nächstes folgt die Abmahnung wegen des (fortgesetzten) Verstoßes gegen die Hausordnung, dann gehe ich zum Anwalt, um meine 1000 EUR zurückzuverlangen. Da greift zumindest meine Rechtschutzversicherung. So arbeite ich mich jetzt auf einer Kündigung zu, denn auf Dauer muss dieser Typ raus. Wenn ihr irgendwelche Tipps habt, dann wäre ich sehr dankbar, denn die Sache ist nervlich sehr belastend und ich koche vor Wut.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 03.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 03.04.2016
    Pharao

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    Hi,

    soll kein Vorwurf werden, aber ich frage mich hier schon gerade, warum du dir damals nicht schon gedanken gemacht hast bzw. ob das nicht irgendwie absehbar war, was hier passieren wird :? Ich mein, Zahlungstitel abgewährt bedeutet Geld ausgegeben. Und woher bekommt ein Arbeitloser in 2-3 Monaten 1000€ her, ohne dabei zu verhungern?

    I.d.R. muss der Kunde diese nur einreichen - also wäre schon interessant, warum es hier Probleme gibt.

    Darf man fragen gegen was er verstoßen hat? Ansonsten, Unfreundlichkeit ist m.E. leider kein Abmahn- oder Kündigungsgrund.

    Grundsätzlich würde ich dir hier schon anraten, gerade weil du mal mit ihm befreundet warst, ob man nicht doch nochmals das persönliche Gespräch aufsucht (falls das noch möglich ist), um wirkliche Lösungen zu finden die auch machbar & realistisch sind. Hier solltest du natürlich mit einem gewissen Feingefühl und ggf. auch einer Taktik rangehen. Zudem setzt das hier auch voraus, das der Mieter da mit macht bzw. das ernst nimmt. Evtl. kann man das Mietverhältnis ja doch noch retten, so das es akzeptabel ist. Ich mein, die andere Seite mit "muss jetzt auf jeden Fall irgendwie raus" sieht m.E. auch nicht besser aus, denn das kann ggf. ein sehr langer, anstrengender & nervender Weg sein. Also ich setzte hier durchaus auf eure frühere Freundschaft, was aber nicht bedeutet, das ihr in Zukunft wieder beste Freunde werden müsst.

    Ansonsten wäre hier m.E. interessant, ob der Mieter sich schon in der Privatinsolvenz befindet oder erst anstrebt. Hintergrund ist, das weitere Schulden während der Privatinsolvenz diese gefährden können und das will der Mieter sicherlich nicht. Wäre also ggf. ein kleines Druckmittel, falls dem Mieter nicht alles egal ist. Ungünstig für dich wäre hier natürlich, wenn er sie erst anstrebt, denn dann nimmt er ggf. deins einfach noch mit rein. Grundsätzlich ungünstig ist hier natürlich schon alleine die Tatsache, das hier über eine Privatinsolvenz geredet wird, denn die stellt i.d.R. die letzte Möglichkeit dar und das sagt natürlich schon einiges aus, wie deine Chancen hier stehen Schulden einzutreiben :(

    Ja, Lehrgeld hat m.E. jeder schon bezahlt, nur der eine etwas mehr - der andere etwas weniger.

    Ich frag einfach mal nach, wieviel Mietparteien hat das Haus und wohnst du auch dort? Hintergrund wäre die erleichterte Kündigung nach § 573a BGB.


     
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  4. #3 Weinheimer, 03.04.2016
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    Der Nebenkostenverbrauch war deutlich höher. Das Amt hat also nur einen Teil bezahlt, der Rest steht noch aus. Ich gebe dir natürlich Recht, wenn du sagst, dass ich es noch einmal mit einem Gespräch versuchen sollte - und das habe ich bereits mehrfach versucht. Mit bismarckscher Diplomatie und Engelszungen. Allerdings hätte ich nicht erwartet, dass sich der Mann um mehr als 180 Grad dreht sobald es um die Rückzahlung des geliehenen Geldes geht (oder das Thema überhaupt nur angesprochen wird). Da wurde er nämlich plötzlich äußerst aggressiv. Seitdem blockt er jeden Gesprächsversuch ab. Somit zwingt er mich förmlich dazu, den anderen Weg zu gehen.
    Was den fortgesetzten Verstoß gegen die Hausordnung betrifft: Der Mieter hat eine Balkonverkleidung angebracht, die gegen die Hausordnung und zudem einen Beschluss der Eigentümerversammlung verstößt. Eine schriftliche Abmahnung dazu wurde völlig ignoriert und die Verkleidung bisher nicht entfernt.
     
  5. Andres

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    Bei den vielen Baustellen kann man fast schon etwas den Überblick verlieren. Ich konzentriere mich auf zwei wesentliche Themen:
    Die Insolvenz ist ein Thema, ganz besonders in Verbindung mit dem nicht existenten Einkommen. In welcher Phase der Insolvenz befindet sich der Mieter? Nicht dass ich hier irgendwelche Aussichten hätte, dass du von den gesamten Verbindlichkeiten jemals auch nur einen Cent bekommst, aber es wäre schon interessant zu wissen, ob man Forderungen aus taktischen Überlegungen heraus tituliert oder vielleicht sogar noch beim Insolvenzverwalter zur Tabelle anmeldet. Ist dir der Insolvenzverwalter bekannt? Hat er dich vielleicht sogar schon angeschrieben?

    Das andere Thema ist die Vorbereitung einer Kündigung. Da beim Mieter nichts mehr zu holen sein dürfte, sollte es dir vor allem darum gehen, ihn baldmöglichst loszuwerden. Sonst werden immer weitere Probleme (teils auch mit finanziellen Folgen) auflaufen. Du sammelst dazu gerade Gründe für Abmahnungen. Das ist gut, auch wenn ich im Einzelfall doch einige Schwierigkeiten sehe:
    Sofern es sich dabei um die Nachzahlung von 2014 handeln sollte: Das ist leider kein abmahnbares Verhalten. Sollte es dagegen Rückstände aus laufenden Zahlungen geben, sähe es anders aus. Hier kommt auch irgendwann ganz von alleine die fristlose Kündigung in Betracht.

    Pharao hat es schon geschrieben: Freundlichkeit ist kein durchsetzbarer Anspruch. Ein Wutanfall geht von intensiver Unfreundlichkeit über Ruhestörung bis zur Tätlichkeit und in den Folgen entsprechend von "nichts" über "Abmahnung" bis "unmittelbare Kündigung". Wenn du eine nähere Einschätzung hören willst, musst du Details liefern.


    Weiterer Ansatzpunkt: Hast du vor Vertragsschluss eine Selbstauskunft ausfüllen lassen? Hat der Mieter darin nachweislich gelogen? Lief zu diesem Zeitpunkt schon die Insolvenz? Falls ja, hat er sie von sich aus erwähnt? Hier geht es um die Suche nach Gründen für eine Anfechtung des Vertrags ...


    Ehrlich gesagt sehe ich hier keine juristischen Fragen, zu deren Klärung ich einen Anwalt brauche. Das Geld zurückfordern (falls das überhaupt notwendig ist und nicht die Rückzahlung zu einem festen Termin beweisbar vereinbart wurde), ist kein großes Hexenwerk. Einen gerichtlichen Mahnbescheid zu beantragen auch nicht - aber hier fehlt mir derzeit der Grund, warum man das tun sollte. Zu holen ist aktuell sowieso nichts, Verjährung droht noch länger nicht und den nutzlosen Titel kann man auch beim zu erwartenden Rechtsstreit mit beantragen.
     
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  6. #5 Pharao, 03.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 03.04.2016
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    Hi,

    naja, die Regelleistung ist ca 400 €/Monat, da ist also nicht viel soviel Spielraum für`s zurückzahlen. Ich mein, du kannst dir ja selber ausrechnen wie lange du deinem Geld hinterher laufen müsstest, wenn du hier eine realistische Monatsrate ansetzt die dein Mieter auch wirklich auf längeren Zeitraum von seiner Regelleistung "abzweigen" könnte.

    Ich könnte mir hier durchaus vorstellen das der Mieter deswegen so heftig reagiert, weil er evtl. bedenken hat ob deine Forderung überhaupt machbar ist. Ich mein, 1000€ Schulden + NK Nachzahlung ist schon ein Wort für ein Alg2-Empfänger und da Lügen a`la "du bekommst dein Geld in spätestens 2-3 Monaten, ganz sicher" nix mehr bringt bei dir, reagieren m.E. häufig zahlungsunfähige Mieter den das Wasser bis zum Kopf steht dann genau so wie du es hier beschreibst. Vielleicht wäre es ja Sinnvoll das geliehene Geld erstmal nicht zu erwähnen, sondern lieber mit dem kleineren Betrag NK-Nachzahlung anzufangen.

    Also ich verstehe dich hier durchaus, das du hier vielleicht auch sagt, dir recht es jetzt mit diesem Mieter, aber wenn der Mieter sich tatsächlich in die Privatinsolvenz "verabschiedet", dann gehst du wahrscheinlich komplett leer aus, wenn du keine "private" Einigung mit dem Mieter findest. Andererseits, wenn der Mieter hier nicht ernsthaftes Interesse an einer Lösung hat, ggf. auch so weiter macht wie bislang, dann steigt im schlimmsten Fall nur die Schuldensumme und das stellt natürlich auch keine akzeptable Lösung für dich da. Hier muss dir halt klar sein, wenn du den Weg über Kündigung gehst oder gehen muss, das es dann natürlich auf eine Räumungsklage hinauslaufen könnte. Ist m.E. also gerade bei solchen Mietern nicht unüblich.

    Sorry, ich würde dir hierzu gerne was "besseres" schreiben, aber ist einfach eine sehr doofe Situation ... :( M.E. solltest du dich hier nur schnell entscheiden, welchen Weg du gehen willst oder musst, denn Zeit ist i.d.R. immer Geld bzw. verursacht ggf. weitere Schulden die du im schimmsten Fall nie zurück bekommen wirst. D.h. wenn du kündigen kannst & willst, dann schiebe gleich die Räumungsklage hinterher und verliere hier nicht nochmals Zeit bis Vertragende. Hier würde ich dir dann aber auch anwaltliche Hilfe empfehlen!

    Da Ämter durchaus auch Fehler machen, wäre hier ggf. zu überprüfen, ob das alles seine Richtigkeit hat. Ansonsten ist es leider so, das wenn der Kunde einen unverhältnismäßigen hohen Verbrauch zB an Wasser, Heizung, etc. hat, das er so was dann selber aus seiner Regelleistung bezahlen muss.

    Was mir hier gerade noch einfällt: wie sieht es mit einer Mieterhöhung aus :? Wenn die Mieterhöhung innerhalb des angemessenen Bereichs liegt, würde das Amt diese ja bezahlen. Falls nicht, hätte das den Vorteil das der Mieter offiziell umziehen darf bzw. du ggf. schneller zu deinem Kündigungsgrund kommst, da ich mal nicht davon ausgehe, das der Mieter die Mehrkosten von seiner Regelleistung begleichen wird.

    Kann man das einem Mieter verbieten, was er innerhalb seines Balkons macht? Also je nach Lage des Balkons würde ich auch nicht gerne auf dem Präsentierteller sitzen wollen, also da verstehe ich ja fast schon wieder den Mieter.

    Schade das dies hier eine Eigentumswohnung ist, denn ansonsten hätte man ggf. dem Mieter auch anbieten können, seine Schulden abzuarbeiten zB durch regelmässiges Rasenmähen oder Hof kehren, etc.



     
  7. Duncan

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    Bei meinem liebsten Ex-Mieter habe ich dann mal überschlagen, dass er eher das Rentenalter erreichen würde, als er die unverzinste Forderung beglichen hätte. Er ist Anfang 30. wir reden von unter 2.000€.
    Ja, in gewissen Grenzen schon. Es kommt hier etwas aufs Detail drauf an. Auch die Art und Weise des Sichtschutzes ist da nicht unerheblich.

    Ich habe noch keine solche Vereinbarung gesehen die funktioniert hat. Das vor Eintritt von Schulden (aus Nebenkostenabrechnung) ein Mieter kam und darum gebeten hat eine Ratenzahlung oder eine andere Lösung z.b. in Form von Sach- o. Dienstleistungen zu finden ist da ein ganz anderer Schnack.
     
  8. #7 Weinheimer, 03.04.2016
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    Das ist mein Ziel, weshalb ich jetzt auch "Futter" sammeln werde. Zur finanziellen Situation des Mieters: Naja, er hat / verdient schon Geld, wie er mir erzählt hat (neben seinem Hartz 4 versteht sich). Aber vermutlich ist das schon wieder ausgegeben worden - und eben nicht für so "unwichtige" Dinge wie Nebenkostenzahlungen oder Mietschulden. Genau weiß ich es natürlich nicht.
    Ich habe jetzt gelesen, dass Pöbeleien wie "Du kannst mich mal..." gegenüber dem Vermieter durchaus auch rechtliche Folgen haben können. Und ich bin ganz sicher, dass da noch mehr kommen wird. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Verhalten des Mieters von "Hey-wir-sind-doch-fast-Kumpels-Alter" zu "Leck-mich-am-Arsch" gewandelt hat, verblüfft mich übrigens noch immer.

    Die Verkleidung ist nicht "innerhalb" des Balkons, sondern außerhalb. Es ist auch kein Balkon, sondern ein Gitter an der Hausaußenwand unter seinem Fenster. Da hängen irgendwelche Kunststofffiguren dran. Mir war es bisher egal, wobei mich die Hausverwaltung und weitere Eigentümer bereits angesprochen haben. Es verstößt definitiv gegen die Hausordnung und einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft - und dem muss ich mich natürlich auch als Vermieter beugen. Mit dem "Hof kehren", "Schnee räumen" usw. hat es unser lieber Freund übrigens auch nicht; schon gar nicht zur Schuldenabarbeitung. Er hat bisher weder Schnee geschüppt, noch den Hausflur gereinigt, obwohl dies nach unseren Statuten seine Pflicht wäre. Da hat mich die Hausverwaltung auch bereits vor Monaten angesprochen, genau wie mehrere andere Mieter. Ich hätte bei den Schulden durchaus mit mir reden lassen, aber nicht, wenn ich mich anpöbeln lassen muss, weil ich ihm in der Not geholfen habe und jetzt bloß mein Geld (wir hatten Ratenzahlung vereinbart!) wieder haben möchte. Ich wurde mindestens bei 7 "Zahlungsterminen" verströstet bzw. frech und offen angelogen. Und ich habe selbst auch Ausgaben und leider keine Gelddruckmaschine im Keller. Zwar bin ich noch immer gesprächsbereit, was ich dem Mieter auch gesagt habe, aber wenn er meint, dass er mir ins Gesicht spucken kann, dann zwingt er mich zu den erwähnten Maßnahmen.
     
  9. GSR600

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    Tja dann solltest Du mal durchgreifen, offensichtlich merkt der Mieter, das Du sowas eben ungestraft mit Dir machen lässt.
    Gibt es die Ratenzahlungsvereinbarung schriftlich?
    Gibt es zum Darlehn was schriftlich?
    Mieter wegen Fehlverhalten abmahnen, schriftlich,
    Trennung von privat (Darlehn) und Vermietung, hier nichts vermischen, denn das eine hat mit dem anderen nichts zutun.
     
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  10. #9 BHShuber, 04.04.2016
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    Hallo,

    bevor man sich in Kinkerlitzchen und Kleinigkeiten verliert um den Störenfried loszuwerden, mal sehen ob nicht die bisherigen Gründe bereits ausreichen, hierzu ZITAT:

    Im Falle eines unzumutbaren Mietverhältnisses kann grundsätzlich ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden.

    Ein unzumutbares Mietverhältnis liegt vor, wenn ein Vertragsteil schuldhaft in solchem Maße seine Verpflichtungen verletzt, insbesondere den Hausfrieden so nachhaltig stört, dass dem anderen Teil die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht zugemutet werden kann (§ 569 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch - BGB -).
    ZITAT Ende

    Quelle: http://www.rab-friedrich-ramm.de/beitrag2.html

    So wie sich das liest, hat er bereits das Maß des erträglichen überschritten und es ist jetzt Handeln angesagt.

    Gruß
    BHShuber
     
  11. #10 Weinheimer, 04.04.2016
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    Ich habe dem Mieter eine Frist zur Nachzahlung der Mietrückstände und Nebenkosten bis zum 15.04. gesetzt. Sollte dann nichts kommen, wovon ich ausgehe, werde ich die Summe und zugleich die noch 600 EUR ausstehendes Darlehen (habe ich ja von ihm schriftlich unterzeichnet) per Anwalt einzuklagen versuchen. Zudem gibt es eine 2. Mahnung mit Fristsetzung wegen der noch immer nicht genehmigten Hauswandverkleidungen. Bei der nächsten Beleidigung bzw. dem nächsten verbal-aggressiven Ausfall gegen mich werde ich dem Mann ohnehin kündigen. Ich verhalte mich jetzt noch bewusst nicht ganz so offensiv, weil ich über eine dritte Person versuche, noch an einen Teil des Geldes zu kommen und deswegen das Kriegsbeil erst halb ausgrabe (wäre jetzt etwas kompliziert, das alles genau zu erklären). Klappt das nicht, dann werde ich, wie bereits erwähnt, konsequent in Richtung Kündigung gehen. Leider habe ich für die Wohnungsangelegenheit keine Deckung durch meine Rechtschutzversicherung; für die Darlehensgeschichte allerdings schon. Danke, BHSHuber, übrigens für den Link.
    Mal eine andere Frage: Wie sieht es eigentlich aus mit dem Thema "Wasser-Abstellen" aus, wenn man dem Mieter rechtmäßig gekündigt hat? Immerhin bin ich ja der Vertragspartner der Stadtwerke und gehe auch entsprechend in Vorleistung.
     
  12. Duncan

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    ganz blöde Idee. Vergessen nicht weiter drüber nachdenken, ärgert man sich nur.
     
  13. #12 Weinheimer, 04.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 04.04.2016
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    Sorry, dass ich nachfrage, aber ich habe gelesen, dass das geht. Also warum nicht? Unabhängig davon wäre das natürlich nur im Extremfall überhaupt denkbar. Ich hoffe aber, dass das nicht nötig sein wird.

    Darf der Vermieter bei Kündigung des Mieters das Wasser und den Strom abstellen?
    Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2009 ist ein Vermieter unter bestimmten Umständen berechtigt, dem Mieter von der Versorgung mit Wasser und Strom abzuscheiden. Es wurde zwar teilweise angenommen, dass durch die Einstellung der Versorgungsleistungen eine verbotene Eigenmacht (§ 858 BGB) vorliege und somit in unzulässiger Weise in das Besitzrecht des Mieters eingegriffen werde. Der Bundesgerichtshof folgte dieser Auffassung jedoch nicht und begründete dies damit, dass durch das Abstellen des Wassers und Stroms nicht der Besitz des Mieters verletzt werde, sondern nur dessen Gebrauch gestört werde. Eine bestimmte Nutzung der Sache werde durch das Besitzrecht nicht geschützt. Der Besitz selbst verleihe kein Recht auf eine fortgesetzte Belieferung mit Versorgungsgütern (Bundesgerichtshof, Urteil vom 06.05.2009, Az. XII ZR 137/07).
     
  14. #13 BHShuber, 04.04.2016
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    Hallo,

    wie Duncan schon schreibt, am besten vergessen, das bringt dir nur Ärger und macht dich als Klagenden nur angreifbar.

    Die Krux um die Sache schnell beenden zu können ist eben der Umstand, dass du als Vermieter dich auf keinem Fall angreifbar machst was ein Mieter gegen dich ins Feld führen könnte, das würde in endlosen Bestreitungen und Anschuldigungen enden.

    Glaub mir, Mieter und Anwälte sind gewitzt was das betrifft.

    Gruß
    BHShuber
     
  15. Duncan

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    @Weinheimer: dir ist aufgefallen, dass es im Urteil um eine Gewerbemietfläche geht? Du weißt, dass im Wohnraummietrecht andere Spielregeln gelten? Ich möchte deswegen nicht bis zum BGH. Aber wenn du meinst, nur zu. War es König Arthur der hier neulich ähnliches vorhatte? Da sollte man doch glatt mal nachhaken...
     
    Syker gefällt das.
  16. #15 Weinheimer, 05.04.2016
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    Verstehe mich bitte nicht falsch: Ich wünsche mir, dass derartige Dinge niemals eintreten und die Sache halbwegs normal über die Bühne geht. Leider ist der Mieter ein Psycho, der bereits einer vorherigen Vermieterin große Schäden in der Wohnung hinterlassen hat. Er wurde ja dafür auch rechtskräftig verurteilt - daher hoffe ich, dass er vielleicht aus der Sache gelernt hat, denn das nächste Mal wird er wohl im Gefängnis landen. Wie auch immer, er ist jetzt in meiner Wohnung drin und somit ist es auch zu spät mit "Was-Wäre-Wenn-Szenarien" zu arbeiten. Das Thema "Wasserabstellen" war auch bloß eine Frage; dazu steht sehr viel im Internet. Bin ich denn gesetzlich verpflichtet, einem Mieter, der rechtlich gesehen nicht mehr in der Wohnung wohnt, weil die Kündigung rechtskräftig ist, weiterhin Wasser zur Verfügung zu stellen, obwohl ich der Vertragspartner der Stadtwerke bin und das Wasser auch bezahle?
     
  17. Andres

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    Ich würde mir da keine zu großen Hoffnungen machen, weder auf den Lerneffekt noch auf das Gefängnis. Wegen Delikten in dieser Größenordnung landet man nicht schon in Runde zwei im Knast und da professionelle Vollpfosten sich selten vorher Gedanken machen, welche Konsequenzen ihr Handeln haben könnte, ist auch der Abschreckungseffekt eher überschaubar.


    Und ziemlich viel Unsinn. Man kann natürlich alles mögliche machen, obwohl es illegal ist. Wenn man mit den Folgen leben kann und es unwahrscheinlich ist, dass der Mieter juristisch oder eigenmächtig kontert, muss jeder selbst wissen, was er macht.


    Gesetzlich ist das nicht geregelt und in der Rechtsprechung ist es noch nicht ausreichend von den Obergerichten geklärt. Wenn es überhaupt zulässig sein sollte, dann sind daran einige Voraussetzungen geknüpft, u.a. erhebliche Zahlungsrückstände und eine vorherige Ankündigung der Versorgungssperre. Wenn sich der Mieter dann noch im vorläufigen Rechtsschutz wehrt, bestehen selbst wenn der Vermieter später in der Hauptsache Recht bekommen sollte, erhebliche Kostenrisiken durch den Rechtsstreit - beim Mieter ist ja nichts zu holen. Das steht alles in einem ganz schlechten Verhältnis zum möglichen Nutzen ...
     
  18. #17 Weinheimer, 05.04.2016
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    Sicher kann man das. Wie bereits erwähnt, hoffe ich nicht, dass es zu einer Eskalation kommt, die vielleicht dann noch über die Mietgeschichte hinaus Folgen hat. Fakt ist aber, dass auch im Falle einer Räumungsklage so ein dreister Mieter ja einfach nach der rechtmäßigen Kündigung in der Wohnung bleibt und man den Mietausfall plus die Gerichtskosten zu tragen hat. Im günstigen Fall dauert so eine Räumungsklage ja 6 Monate, wenn ich das richtig verstanden habe. Bei einer solchen Rechtslage kann ich es zumindest nachvollziehen, wenn der eine oder andere Vermieter allein aus Verzweiflung und Finanznot (wir sind nämlich keinesfalls alle Millionäre, nur weil wir eine Wohnung haben) eigenmächtig handelt.
     
  19. #18 BHShuber, 05.04.2016
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    Hallo,

    wir verstehen das sehr gut, auch wenn man Geld hat muss man es nicht zum Fenster raus werfen, wegen eines durchgeknallten Mieters.

    Verstehe aber auch du in deiner Situation, dass du dich niemals selber mit deinen Handlungen angreifbar machen solltest, das wirft ein schlechtes Licht auf dich als Klagenden und gibt der Gegenseite Munition um dir das Leben schwer zu machen.

    Halte dich an die Gegebenheiten, lass die Fehler und Verfehlungen den Mieter machen und umso weniger musst du hier Beweise antreten, bleib auf dem Rechtsweg und zieh die Sache durch.

    Gruß
    BHShuber
     
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  20. #19 Weinheimer, 06.04.2016
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    Zudem hat nicht jeder Vermieter unendlich viel Geld oder ist gar "reich", auch wenn das manche vielleicht denken. Dem Mieter nach einer rechtskräftigen Kündigung die Wohnung leerräumen und das Schloss auszutauschen wäre unter Umständen auch eine Option, wenn die möglichen rechtlichen Folgen für den Vermieter geringer sind als mögliche Schäden und Gerichtskosten. Anschließend müsste man die Wohnung sofort weitervermieten, selbst nutzen und notfalls auch so lange bewachen, damit der Mieter nicht wieder reinkommt. Natürlich darf man den Möbeln usw. des Mieters nichts tun und sollte das auch entsprechend dokumentieren, damit keine Schadenersatzansprüche kommen können. Vielleicht eine Notfalllösung...?
     
  21. #20 BHShuber, 06.04.2016
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    Hallo,

    die Kosten für verbotene Eigenmacht des Vermieters sind um ein vielfaches Höher als die einer Räumungsklage, die sowieso anstehen wird.

    Aber mach wie du meinst, für persönliche Empfindungen ist im Vermieterleben kein Platz!

    Gruß
    BHShuber
     
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