Wasserleitungen im Estrich

Dieses Thema im Forum "Bautechnik" wurde erstellt von mily, 31.05.2013.

  1. mily

    mily Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich bin Eigentümer einer Etwagenwohnung eines Altbaus, Bj 61. Über meiner Wohnung wurden Umbauarbeiten durchgeführt, dabei kamen Wasserleitungen in den Estrich. Seitdem höre ich Trittschall.

    Wie sehen die rechtlichen Gegebenheiten denn nun aus? Der Estrich wird in der TE als Sondereigentum erklärt. Ich bin aber der Meinung dass Rohre im Estrich nichts zu suchen haben, da es nicht besonders dick ist, ich schätze ca. 5 cm, und es sich um schwimmendem Estrich handelt, wodurch die schallschützende Funktion ausgehebelt wird.

    Danke
     
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  3. #2 Kitzblitz, 31.05.2013
    Kitzblitz

    Kitzblitz Erfahrener Benutzer

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    Es ist vollkommen normal, dass Heizungs- und Wasserleitungen, sowie Leerrohre für Kabel in der Trittschalldämmung des Estrichs geführt werden.

    Wenn du nach Fertigstellung der Arbeiten nun Trittschall hörst, der vorher nicht da war, kannst du davon ausgehen, dass die Arbeiten am Estrich/Fußbodenbelag nicht ordnungsgemäß - also mangelhaft - ausgeführt worden sind.

    Die Leitungen dürften mit einem Isolierkörper ummantelt sein - Trittschallübertragung ist da eher unwahrscheinlich.

    Ohne nun die Örtlichkeiten näher zu kennen, würde ich aus allgemeiner Erfahrung vermuten, dass der Bodenbelag ebenfalls geändert worden ist. Vorher Teppichboden, danach Fliesenbelag macht sich in der Wahrnehmung von Trittschall schon bemerkbar. Richtig hörbar wird es jedoch nur, wenn Schallbrücken geschaffen worden sind. Häufig ist Fliesenkleber oder Fugenmaterial in die Dehnungsfuge des Estrichs gelaufen, was zu Schallübertragung in Wände und Stahlbetondecken führt.

    Eine weitere Möglichkeit ergibt sich auch noch bei Kreuzungen von Leitungen - hier reicht der Hohlraum in der Trittschalldämmung nicht aus und man schneidet in diesem Bereich die Dämmung weg und hat damit eine wunderbare Schallbrücke geschaffen.

    Ich würde die Wahrnehmungen zunächst einmal der Hausverwaltung mitteilen. Der Estrich und der Fußbodenbelag mögen Sondereigentum sein, doch müssen diese Bauteile den technischen Anforderungen zum Zeitpunkt ihrer Erstellung/Veränderung erfüllen.

    Notfalls muss ein Sachverständiger für Schallmessungen bemüht werden, der die Ursache oder die Zulässigkeit des übertragenen Trittschalls festzustellen hat.

    Gruß aus'm Ländle
    Ulrich
     
  4. #3 Papabär, 01.06.2013
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Hallo mily,

    ich bin zwar im WEG nicht allzusehr bewandert (und werde Deine eigentliche Frage daher nicht abschließend beantworten können), aber wie soll eine Fußbodenheizung denn sonst funktionieren, wenn nicht mit in den Estrich eingelassenen Rohren? Die Verwendung glühender Kohlen hat sich als nicht nachhaltig erwiesen.

    Schwimmend verlegter Estrich spricht ja eher für den Trittschallschutz.

    Vermutlich haben Die Eigentümer der oberen Wohnung aber ihren zuvor vorhandenen Textilbelag durch Fliesen o.ä. ersetzt, weil sie der Meinung sind, dass ihnen dadurch Wärme verloren gehen würde (was m.E. nur subjektiv der Fall ist).


    Rechtlich betrachtet (soweit man das in einem Forum so nennen kann) dürftest Du den §14 Nr. 1 WEG auf Deiner Seite haben. Wie Du das umsetzen kannst? ... also ich rate von der Holzhammermethode stets ab.
     
  5. mily

    mily Neuer Benutzer

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    Es geht aber nicht um Heizungsrohre sondern um die normalen Wasserzufuhr und -abfuhrleitungen für die Küchenarmatur.

    "hier reicht der Hohlraum in der Trittschalldämmung nicht aus und man schneidet in diesem Bereich die Dämmung weg und hat damit eine wunderbare Schallbrücke geschaffen."

    Wie groß ist der Hohlraum in der Trittschalldämmung normalerweise? Wie dick muss die Gesamtkonstruktion sein? Bei mir ist sie wahrscheinlich höchstens 6 cm da die unter dem Estrich liegende Trittschalldämmung dünn ist.
     
  6. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Wir haben einen Kunden-Hotel die haben Wasserleitungen im Estrich. Da haben wir den Estrich aufgeklopft und Rohrbrüche gesucht. Ich würde das nicht bauen. Wenn man die CU-Rohre nicht richtig schützt kann es zu Korrosion kommen.

    Man kann aber auch In Kunststoffrohr verlegen. Dann sollte das nicht passieren.

    Wenn man Fußbodenheizung verlegt sagt man, dass man ca 6 cm Estrich benötigt bei normalem Rohr.
     
  7. mily

    mily Neuer Benutzer

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    Wie gesagt, es geht nicht um Fussbodenheizung. Es geht darum dass bei mir schwimmender Estrich vorliegt, Aufbau:

    Rohdecke
    Trittschalldämmung, 1 cm
    Estrich, 5 cm

    Kann man bei so einer Konstruktion Wasserrohre für Zu- und Abfluss der Küchenarmatur verlegen?

    Es geht schliesslich um die Frage, ob dies in einer Bestandswohnung nachträglich gemacht werden darf. Wenn das Hotel von vornherein so ausgelegt ist, dass man es dort machen darf, kann ich nicht viel sagen. Aber hier geht es um eine Bestandswohnung von 61 die wahrscheinlich nie dafür ausgelegt war Wasserrohre aufzunehmen.
     
  8. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Das 15 er Rohr ist nicht stärker als das der Fußbodenheizung. Warum sollte es im Fußboden dafür keinen Platz geben?:verrueckt009:
     
  9. mily

    mily Neuer Benutzer

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    Sie haben vielleicht im Estrich Platz aber nicht in der Trittschalldämmung wie in meinem Fall die nur 1 cm dick ist, was kleiner als 15 mm ist. Und genau das hat Kitzblitz glaube ich gemeint, Folge also Schallbrücken.
     
  10. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Ich glaube nicht, dass jemand den Trittschall ganz wegschneidet, weil sonst der Estrich unter die Platte schwemmen könnte. Das dürfte äußerst unklug sein. Ansonsten, wo ist as Rohr entlang gelegt? Mitten durch den Raum oder 10cm am Rand? Ich denke, dass es vom Trittschall her nichts ausmacht, weil man so dicht an der Wand eh nicht entlang läuft. Ich bin aber auch kein Gutachter, der davon Ahnung hat.
     
  11. mily

    mily Neuer Benutzer

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    Ich werf ja auch vor etwas unkluges gemacht zu haben. Das Rohr ist mitten durch den Raum verlegt.
     
  12. #11 Kitzblitz, 01.06.2013
    Kitzblitz

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    Trittschalldämmung mit 1 cm Stärke unter schwimmendem Estrich ist natürlich nicht mehr Stand der Technik - in den 80ern waren schon 4 cm normal - davor weiß ich es nicht.

    Bei nur 1 cm Trittschalldämmung muss fast zwangsläufig eine Schallbrücke vorliegen - zumindest an den Stellen, an denen die Leitung mechanisch fixiert ist. Die Leitung selbst dürfte noch einen isolierenden Mantel haben - doch soviel Platz bleibt bei einem Estrichaufbau von 5 + 1 cm eigentlich nicht. Der über der Wasserleitung liegende Estrich muss ja noch Verbundeigenschaften haben - da wird's dann eng. Möglicherweise fehlt dieser isolierende Mantel.

    Ich gehe auch davon aus, dass der Fußbodenaufbau im Bereich der Wasserleitung eigentlich nur mangelhaft sein kann.

    Die Schallbrücken betreffen alle Miteigentümer, da der Trittschall über die Decke und Wände in alle Wohnungen übertragen wird.

    Also Hausverwaltung informieren, klärende Gespräch mit Hausverwalter und dem umbauenden Miteigentümer suchen, falls keine Einsicht zum Rückbau, TOP in die nächste Eigentümerversammlung mit der Zielrichtung der Behebung dieses Mangels - notfalls unter Mitwirkung eines Gerichtes (das dann auch den Sachverständigen beauftragt).

    Das ist eine blöde Situation und ganz sicher dem Hausfrieden abträglich - doch stillhalten und leiden wegen des Hausfriedens ist auch keine Lösung.

    Gruß aus'm Ländle
    Ulrich
     
  13. #12 Martens, 04.06.2013
    Martens

    Martens
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    Blöde ist nur, daß es sich bei dem Estrich, der Trittschalldämmung und den Wasserleitungen durchweg um Sondereigentum handelt (wie im Ursprungsbeitrag schon erwähnt), so daß die Zuständigkeit der WEG nicht gegeben ist und weder die Miteigentümer noch der Hausverwalter da irgendetwas zu suchen haben.

    viel Erfolg,
    Christian Martens
     
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