Wasserschaden / ggf. verzögerte Meldung / Ankündigung Trocknung + Sanierung

Diskutiere Wasserschaden / ggf. verzögerte Meldung / Ankündigung Trocknung + Sanierung im Versicherungsschäden Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo allesamt, ich bin mir nicht ganz sicher ob ich hier richtig bin, ansonsten bitte verschieben :) Ich bräuchte etwas Beratung zum Vorgehen...
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masc

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Hallo allesamt,

ich bin mir nicht ganz sicher ob ich hier richtig bin, ansonsten bitte verschieben :)

Ich bräuchte etwas Beratung zum Vorgehen im Fall eines Wasserschadens - der Fall ist glaub ich doch etwas anders gelagert als die anderen Threats hier im Forum.

Zur Situation:
Meine Eltern haben vor anderthalb Jahren das Haus meiner Großeltern geerbt und das letzte Jahr mit der Sanierung verbracht - viel in Eigenleistung, aber während des Lockdowns war ja auch relativ viel Zeit...

Nun haben sie das Haus seit dem 01.06.2021 an ein befreundetes, älteres Ehepaar vermietet (Mitte 70), die aus familiären Gründen eh in unsere Region ziehen wollten (deren Kinder wohnen auch in der Nähe). Erschien ne gute Sache zu sein, aber im Nachhinein jetzt wohl nicht die beste Idee.

Wir haben im Haus nun einen Wasserschaden. Ein Großteil der Innenwände ist komplett feucht, erste Schimmelstellen sind am Putz festzustellen. Quelle ist leider zur Zeit nicht feststellbar. Die Wände sind laut Aussage des Gutachters/Leckorters bereits zu sehr mit Wasser vollgezogen, als dass er das zum jetzigen Zeitpunkt feststellen könnte - das Haus / die Wände müssen erst getrocknet werden.

Soweit so gut, nur haben wir eine etwas seltsame Situation. Ich kenne das von Bekannten bisher nur so, dass Mieter ihren Kampf haben einen Schaden (durch den Vermieter) anerkannt zu bekommen. Bei uns ist jetzt die seltsame Situation, dass die Mieter versuchen den Wasserschaden klein zu reden...

Ablauf der ganzen Situation:
  1. Ende Juli wurden von der Tochter der Mieter zwei kleine Wasserflecken an der Wand bemerkt und uns mitgeteilt (mündlich)
  2. Am nächsten Tag hat die Tochter festgestellt, dass Wasser aus dem Wasserhahn in der Dusche läuft (nicht nur tropft) - offenbar hatte sich die Dichtung da zerlegt. Mein Vater hat daraufhin sofort das Wasser abgestellt und die Dichtung ausgewechselt.
  3. In der darauffolgenden Woche (Anfang August) wurde von der Mieterin Abends ggü. meiner Mutter angemerkt, dass sie "schon wieder den Teppich zum Trocken raus hängen musste", was offenbar schon öfters vorgekommen war. Nachdem meine Eltern dann die Bodenleiste abgemacht haben, stellte sich aber heraus, dass Boden (und Wände am Bodenansatz) komplett feucht sind.
  4. Meine Eltern haben dann am nächsten Morgen die Versicherung informiert und die nächsten Schritte mit der Versicherung eingeleitet - Gutachter / Leckortung (s.o.)
  5. Versicherung hat danach eine Leckortung beauftragt, da ist jedoch keine Ortung möglich, da das Wasser wohl "einen halben Meter hoch in den Wänden steht". Laut Aussage des Gutachters muss das Wasser wohl auch schon länger die Wände gelaufen sein, sonst wären die nicht so nass...
  6. Potentiell könnte es aber auch von außen kommen (Grundwasser, beschädigte Horizontalsperre?), da er auch eine Verbindung nach draußen messen konnte
    1. Auf Grund dieser Anmerkung, stellt sich die Versicherung zur Zeit aber etwas quer
    2. Wir können / sollten erstmal in Vorleistung gehen (Trocknung vor erneuter Leckortung), sollte es ein Versicherungsfall sein, wird das angerechnet
  7. Wir versuchen nun Trocknungsgeräte zu bekommen, was inzwischen zumindest insofern geklappt hat, als dass wir Mitte September zumindest mal eine weitere Begutachtung haben um den Trocknungsaufwand abzuschätzen
  8. Diesen Termin haben wir den Mietern telefonisch und per E-Mail mitgeteilt mit der Bitte vor Ort zu sein oder uns zumindest eine Zutrittsgenehmigung auszustellen

Ich vermute mal, dass meine Eltern am besten schon nach 1) die Gebäudeversicherung informiert hätten, da erschien ihnen das aber noch nicht wie ein nennenswerter Schaden. Und der "laufende Wasserhahn" ist ja direkt in die Dusche reingelaufen (klar, da kann natürlich auch viel Wasser am Rohr entlang in die Wand hineingelaufen sein). Aber dann natürlich die Frage, wie lange das schon lief? Ich mein, die Mieter sind ja auch zur Mitwirkung und Sorgfalt ggü. dem Eigentum verpflichtet.

Und die Mieter haben noch Möbel in den betroffenen Räumen stehen, die jetzt ggf. auch das Schimmeln anfangen? Wären wir (bzw. die Gebäudeversicherung) für Schäden an diesen Möbeln haftbar...? Ich mein, bisher haben die Mieter ja noch nicht mal irgendwelche Anstalten getroffen, die Schränke abzubauen oder Teppiche wegzuräumen, trotz dass unten drunter noch Wasser steht.

Für die Mieter (wie auch meine Eltern) war die ganze Aufregung wohl leider etwas viel, so dass jetzt der Schwiegersohn und ich miteinander kommunizieren und versuchen die Lage zu klären / Terminabsprachen zu treffen.

Gäbe es noch irgendwelche Schritte, die wir (bzw. ich) jetzt noch unternehmen sollten (oder können?), gerade im Hinblick auf ggf. folgende rechtliche Streitigkeiten?

Vielen Dank für die Hilfe!
 
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set

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Ich vermute mal, dass meine Eltern am besten schon nach 1) die Gebäudeversicherung informiert hätten, da erschien ihnen das aber noch nicht wie ein nennenswerter Schaden. Und der "laufende Wasserhahn" ist ja direkt in die Dusche reingelaufen (klar, da kann natürlich auch viel Wasser am Rohr entlang in die Wand hineingelaufen sein). Aber dann natürlich die Frage, wie lange das schon lief? Ich mein, die Mieter sind ja auch zur Mitwirkung und Sorgfalt ggü. dem Eigentum verpflichtet.

ich habe in meiner beruflichen Laufbahn es schon öfter gehabt, das zum Beispiel das „Anschlusstück“ der Mischbatterie in der Dusche oder das Gewinde in der Wand in der selbiges hineingedreht ist gerissen ist. Wenn die Abdichtung an den Wandauslässen richtig dicht ist, läuft dir das Wasser hinter den Fliesen die Wand lang runter. Die Leute merken das erst wenn sie auf der Rückseite der Wand ein Wasserfleck bekommen oder sogar nur der Untermieter der eine feuchte Decke hat. Da hilft Dichtung Wechseln nicht viel. Lasst mal ein Sanitärinstallateur die Dusche überprüfen. Evt. auch mal eine Druckprobe der Wasserleitung machen lassen. Beliebtes Übel für Wasserschäden rund um die Dusche sind auch die Silikonfugen.

Welche rechtlichen Streitigkeiten eigentlich? Ich wisst doch seit mehr als einem Monat von dem Schaden und die Selbstversuche der Reparatur waren wohl nicht erfolgreich. War denn schon ein größerer Wasserschaden erkennbar als dein Vater die Dichtungen gewechselt hat?
 
  • Wasserschaden / ggf. verzögerte Meldung / Ankündigung Trocknung + Sanierung Beitrag #3
dabescht

dabescht

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Ohne die Ursache des Schadens zu kennen sind hier Hinweise schwierig. Aus leidvoller Erfahrung kann ich sagen, dass die Trocknung eines solchen Schadens ein großer Akt ist. Vor allem in bewohntem Zustand kaum zu machen.
Ich hatte mal einen Wasserschaden, da war fast ausschließlich nur der E-Strich durchnässt. Das hat im Sommer 6 Wochen gedauert ( mit höllisch lauten Bautrocknern auf Dauerbetrieb und Absaugung über die Ränder). Temp. in der Wohnung konstant über 38 Grad! Also unbewohnbar.

Wenn die Ursache ermittelt wurde kann man mehr sagen. Pfusch am (Selber-)Bau, Verschulden Mieter, Materialfehler etc....
 
  • Wasserschaden / ggf. verzögerte Meldung / Ankündigung Trocknung + Sanierung Beitrag #4

masc

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Hallo!

Vielen Dank erstmal für eure Antworten! Und entschuldigt die späte Reaktion - Ich war die Woche geschäftlich unterwegs und hatte bis dato keine Zeit zu antworten. Naja, bis Mitte September passiert eh nicht viel / Haus ist jetzt unbewohnt / Wasser ist abgedreht. Schimmelt halt jetzt leider alles vor sich hin, weil wir (noch) keine Bautrockner da haben und die gerade echt schwer zu bekommen sind :/

Die Kleider wurde jetzt wohl wenigstens mal aus den Schränken geräumt, was den Einsatz von Bautrocknern ermöglichen wird.

ich habe in meiner beruflichen Laufbahn es schon öfter gehabt, das zum Beispiel das „Anschlusstück“ der Mischbatterie in der Dusche oder das Gewinde in der Wand in der selbiges hineingedreht ist gerissen ist. Wenn die Abdichtung an den Wandauslässen richtig dicht ist, läuft dir das Wasser hinter den Fliesen die Wand lang runter. Die Leute merken das erst wenn sie auf der Rückseite der Wand ein Wasserfleck bekommen oder sogar nur der Untermieter der eine feuchte Decke hat. Da hilft Dichtung Wechseln nicht viel. Lasst mal ein Sanitärinstallateur die Dusche überprüfen. Evt. auch mal eine Druckprobe der Wasserleitung machen lassen. Beliebtes Übel für Wasserschäden rund um die Dusche sind auch die Silikonfugen.

Welche rechtlichen Streitigkeiten eigentlich? Ich wisst doch seit mehr als einem Monat von dem Schaden und die Selbstversuche der Reparatur waren wohl nicht erfolgreich. War denn schon ein größerer Wasserschaden erkennbar als dein Vater die Dichtungen gewechselt hat?

  1. Ah, das ist ein guter Hinweis - danke! Ich glaube zwar, dass schon eine Druckprobe gemacht wurde, aber da frag ich nochmal nach!
  2. Ein großer Wasserschaden war aus der Beschreibung meiner Eltern noch nicht erkennbar, als die Dichtung gewechselt wurde. Meine Mutter ist eben nur hellhörig/aufmerksam geworden, als die Mieterin ihr eben gesagt hat, dass sie den Teppich "mal wieder zum Trocknen raus gehängt hat". Und zumindest das ist für mich eine Verletzung der Melde-/Sorgfaltspflicht des Mieters. Aber was das genau bedeutet, keine Ahnung, bin kein Anwalt und wir hatten bisher noch keine Streitigkeiten und größeren Probleme (weder als Ver- noch als Mieter).
  3. Bzgl. Rechtsstreitigkeiten. Ehrlicherweise würde ich ja gerne, wenn möglich, die lachenden Rechtsanwälte außen vor lassen. Aber im Fall dass die Versicherung nicht zahlt oder Teilforderungen stellt (wegen verspäteter Meldung oder so?), wird es da ja zu irgendwelchen Streitigkeiten kommen, fürchte ich. Und natürlich spielt auch eine Rolle ob das Haus jetzt wirklich komplett unbewohnbar ist, oder nur zum Teil.
Ohne die Ursache des Schadens zu kennen sind hier Hinweise schwierig. Aus leidvoller Erfahrung kann ich sagen, dass die Trocknung eines solchen Schadens ein großer Akt ist. Vor allem in bewohntem Zustand kaum zu machen.
Ich hatte mal einen Wasserschaden, da war fast ausschließlich nur der E-Strich durchnässt. Das hat im Sommer 6 Wochen gedauert ( mit höllisch lauten Bautrocknern auf Dauerbetrieb und Absaugung über die Ränder). Temp. in der Wohnung konstant über 38 Grad! Also unbewohnbar.

Wenn die Ursache ermittelt wurde kann man mehr sagen. Pfusch am (Selber-)Bau, Verschulden Mieter, Materialfehler etc....

Ja, so nass wie das ist (der Estrich ist auch sehr feucht/nass), wird das vermutlich auch länger dauern.
 
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