Wasserschaden im Schlafzimmer und gekündigter HGV

Diskutiere Wasserschaden im Schlafzimmer und gekündigter HGV im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Guten Abend miteinander, kurz vorab: Kauf einer ETW zur Altersvorsorge 1999 Meine Mieterin und ich verstehen uns gut Distanz zur ETW 800km, also...

  1. #1 Silke1009, 27.07.2019
    Silke1009

    Silke1009 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    27.07.2019
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Guten Abend miteinander,

    kurz vorab:
    Kauf einer ETW zur Altersvorsorge 1999
    Meine Mieterin und ich verstehen uns gut
    Distanz zur ETW 800km, also kurz hinfahren und schauen ist nicht so einfach
    HGV ist vorhanden und hatte von Anfang an freie Hand, bei Eigentümerversammlung Vollmacht
    Rechnungen wurden meinerseits immer schnellstens bezahlt

    1. Problem, ist behoben
    Ich habe vor ein paar Jahren nachgehakt, bis wann ich denn die Abrechnungen für meine Einkommenssteuer bekommen würde. Der Grund der Nachfrage war, daß ich mehrmals vom Finanzamt angemahnt wurde, meine Einkommenssteuer zu machen.

    2. Problem, ist behoben
    Letztes Jahr August kam ein Brief meiner Mieterin.
    Sie habe sehr selten warmes Wasser im Bad. Im Februar 18 hat sie das Problem der HGV gemeldet. Nach einer gewissen Zeit nachgehakt.
    Der Brief ließ mich aus allen Wolken fallen. HGV angerufen und gefragt.
    Die HGV meinte, man hätte mir angerufen. Aber nicht auf meinem Handy und vor dem Festnetzanschluß sitze ich nicht den ganzen Tag und warte das es klingelt. Auch ich gehe arbeiten.
    Sollte das die HGV, da der Durchlauferhitzer zum Sondereigentum gehört, nicht schriftlich machen? Zumindest wenn der Vermieter telefonisch nicht erreichbar ist.
    Da ich ja nun wirklich nicht um die Ecke wohne und keinerlei Firmen kenne und es sicher auch Vertragsfirmen der HGV gibt, habe ich die HGV gebeten, die entsprechende Firma zu beauftragen und mir die Rechnung zu schicken.
    Hat dann auch geklappt.
    Um das zweite Problem aus dem Brief haben wir uns dann selbst gekümmert.

    3. Problem
    Anfang Juni rief meine Mieterin an und schickte Fotos von einem Wasserfleck im Schlafzimmer genau um die Schlafzimmerlampe. Sie hatte auch gleich die HGV verständigt.
    Die HGV hat dann in die Wege geleitet und ein netter Herr war da und hat sich den Schaden angeschaut. Auch wurde die Wohnung darüber in Augenschein genommen und der Schaden, undichter Wasserablauf an der Duschwanne, festgestellt. Diese Dusche sollte dann bis zur Reparatur nicht mehr genutzt werden.
    Warum auch immer...
    Anfang Juli kam dann der verzweifelte Anruf meiner Mieterin, es tropft von der Decke. Sie hat sofort versucht die HGV zu erreichen. Am Folgetag ist sie dann zu einem Bekannten gezogen. Seither ist die Wohnung nicht bewohnbar. Es tropft zwischenzeitlich nicht mehr von der Decke. Aber die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch und es riecht muffiger als in einem tiefen Kerker.

    Nach der ersten Woche habe ich mir erlaubt bei der HGV nachzufragen, wie es denn aussehen würde.
    Antwort??
    Nach der zweiten Woche habe ich mir wieder erlaubt nachzufragen. Mit dem Verweis, daß die Wohnung doch getrocknet werden soll. Ob denn der Eigentümer der Wohnung Bescheid wüsste.
    Daß meine Mieterin bald in den Urlaub fahren würde und wir vorher gerne handeln würden (neu streichen).
    Diesmal mit einem Datum und der Auskunft, daß ich mich anwaltlich beraten lassen würde.
    Antwort??
    Der besagte Tag war da und ich hatte mich beraten lassen.
    Antwort: diesmal kam eine.
    In den ersten 5 Sätzen hatten wir dann die Antwort um die wir gebeten hatten.
    Dann, daß in meiner Wohnung gar nichts gemacht werden müsste, meine Mieterin mag ja selbst streichen.
    Was kann bzw. muß ich da jetzt machen? Meine Mieterin würde gerne wieder in die Wohnung einziehen. Wer ist da jetzt verantwortlich?

    Desweiteren, ich bin sehr penetrant, hat die HGV mir mitgeteilt, daß ich mich ab sofort um ALLES selbst kümmern muß und mir mitgeteilt, daß das Hausgeld pünktlich auf bekanntem Konto sein muß. Es besteht kein Vertrag für Sondereigentum und die Mietverwaltung. Sie hat das "immer aus Kulanz" gemacht.

    Ich kenne mich da jetzt überhaupt nicht aus.
    Das Hausgeld habe ich überwiesen. Besser gesagt die Differenz der Warmmiete und dem Betrag, welchen ich von der HGV überwiesen bekomme.

    Da ich ja ab sofort meine Abrechnungen mit meiner Mieterin selbst machen darf, stehe ich vor einem kleinen Problem. Aus den "alten" Abrechnungen werde ich zwar so langsam schlau, aber ich brauche dafür doch Unterlagen (da habe ich die HGV gebeten, mir diese zu schicken). Welche Unterlagen brauche ich eigentlich?
    Die Abrechnungen für 2018 habe ich noch nicht. Muß ich die jetzt auch selbst machen, oder darf das die HGV noch machen, da 2018?
    Da ich das Hausgeld überwiesen habe, werden Zahlungen (Strom, Wasser,.. ) von der HGV weiter verwaltet und an die entsprechenden Versorger überwiesen oder muß ich da jetzt zu den entsprechenden Versorgern vor Ort?

    Dazu wundere ich mich seit Januar, warum ich auf einmal knapp 30Euro mehr von der HGV überwiesen bekomme. Nachgefragt habe ich nicht, da ich mit Sicherheit eh keine Antwort bekommen hätte. Diese knapp 30Euro könnten (nach den Abrechnungen) die monatliche Verwaltergebühren sein. Wurde mir da schon im Januar der Verwaltervertrag gekündigt? So ganz kommentarlos.

    Ja, ich stehe gerade vor einem etwas größeren Problem. Die Suchmaschine bringt mir leider keine wirklichen Antworten.
    Über ein paar Tips würde ich mich wirklich freuen.
    Einen schönen Abend noch.
     
  2. Anzeige

  3. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    9.844
    Zustimmungen:
    4.050
    Wieder einmal habe ich eine etwas andere Zählweise:
    • Problem 1: Du hast keine Ahnung von der ganzen Geschichte. Ist kein Vorwurf (das fällt ja nicht vom Himmel), nur eine Feststellung.
    • Problem 2: Du bist so weit von der Wohnung entfernt, dass deine Einflussmöglichkeiten auf schreiben und telefonieren beschränkt sind.
    • Problem 3: Die Wohnung hat akuten Handlungsbedarf. Also nix mit "mal vorsichtig rantasten".
    • Problem 4: Die Hausverwaltung macht - äußerst vorsichtig ausgedrückt - nicht gerade den besten Eindruck.
    Schon mit 2 von 4 hätte ich erhebliche Zweifel, wie das funktionieren soll. Ich denke dabei noch nicht einmal an die Altersvorsorge, sondern eine Nummer kleiner: keine Verluste machen.

    Lösung, zumindest teilweise: Du brauchst eine Miet- bzw. Sondereigentumsverwaltung. Die notwendigen Arbeiten in der Wohnung bekommst du nie im Leben von deinem Wohnort aus koordiniert. Dir scheint selbst nicht klar zu sein, ob du diese Leistung nun eigentlich gebucht hast, ob vielleicht der Verwaltervertrag gekündigt wurde, ... . Ich würde mir auch ernsthaft Gedanken über einen Verkauf der Wohnung machen. Ein Objekt in 800 km Entfernung kann man ohne eine verlässliche Verwaltung nicht vermieten. Isso.

    Das ist die grundsätzliche Richtung, jetzt kommen Details:

    Beim Wasserschaden wäre zunächst zu klären, wie weit die Ursache des Schadens inzwischen beseitigt ist. Also, wo stehen wir? Leckage abgedichtet? Bautrocknung? Malerarbeiten?

    Außerdem soll da mal die (hoffentlich vorhandene) Gebäudeversicherung ansagen, wie sie sich das vorstellt. In diesen Dingen muss man der Verwaltung auf die Füße stehen. Dass die auch nicht zaubern können, ist völlig klar. Eine Anfrage pro Woche reicht aber nicht aus. Nötigenfalls muss man der eigenen Position mehr Nachdruck verleihen, indem man einen Anwalt etwas Papier produzieren lässt. Auch eine reine WEG-Verwaltung hat Pflichten ...


    Ausfluss von Problem 1: Man verlangt nicht erst Unterlagen und überlegt dann, was man eigentlich braucht - man macht das umgekehrt. Du brauchst die beschlossene WEG-Abrechnung für das entsprechende Jahr, den Mietvertrag (wegen Umlageschlüsseln) und den Grundsteuerbescheid, den du aber selbst bekommen hast. Letzteres sind die einzigen Kosten, die dir gewöhnlich direkt berechnet werden.

    Sofern die Abrechnungsfrist noch nicht drückt, würde ich dieses Thema aber für den Moment zurückstellen. Der Wasserschaden hat eine höhere Priorität. Sollte die Wohnung nämlich tatsächlich unbewohnbar sein, wird die Mieterin früher oder später die Miete mindern - zu Recht. Dann hast du 0 Einnahmen bei vollen Kosten.
     
    sara und Wohnungskatz gefällt das.
  4. #3 ehrenwertes Haus, 28.07.2019
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    13.10.2017
    Beiträge:
    3.848
    Zustimmungen:
    2.252
    Der einfachste Weg da Klarheit reinzubringen ist mit allen Unterlagen und deinen Fragen zu einem Fachanwalt gehen.

    Wenn du selbst schon nicht eindeutig sagen kannst, ob der Verwaltervertrag mit oder ohne Mietverwaltung ist, woher sollen wir das wissen?
    Die Antwort steht im Verwaltervertrag. Wenn er in deinen Unterlagen nicht zu finden ist, musst du Einsicht oder eine Kopie davon anfordern.

    Warum du mehr von der HV überwiesen bekommst?
    Keine Ahnung... irgendwann wurde das sicherlich angekündigt. Persönliche Vermutung: die Nebenkostenvorauszahlungen deiner Mieterin haben sich geändert.

    Nein. Wenn du keinen findest, der diese Abrechnung für dich macht, dass MUSST du sie machen, oder deiner Mieterin ihre Nebenkostenvorauszahlung vollständig zurückzahlen.

    Welche Antwort hättest du denn gerne?
    Hier ist der :156:Button, der dich aus deinem Dornröschenschlaf wachküsst?

    Sry, aber du hast nicht nur einen Anfängerfehler gemacht, sondern die Palette schon ziemlich gut abgegrast. Die Palette mit den Dingen, die man als Anfänger unbedingt vermeiden sollte...

    Solange deine Mieterin friedlich bleibt, kann das noch mit einem blauen Auge abgehen... Wenn nicht, wirst du u.U. sehr viel Lehrgeld hinlegen um deine Scheuklappen bei Kauf und Vermietung zu bezahlen.


    Mein Tipp:
    Denke über einen Verkauf nach, wenn sich nicht sehr zeitnah eine wirklich gute und zuverlässige Verwaltung für diese Wohnung finden läßt.
    Mach dich schlau was Eigentumswohnung haben wirklich bedeutet, wie die Verwaltung einer Eigentümergemeinschaft funktioniert, was sie muss und darf und was nicht. Analog Vermietung, wenn du wirklich vermieten willst.

    Bis dahin hat die Wohnung wieder nutzbar machen für die Mieterin oberste Prio um weitere Schäden und Folgekosten zu vermeiden.

    Ohne vernünftige Verwaltung vor Ort bei der Mietwohnung, zur Not einen Anwalt damit beauftragen. Ist deutlich teurer als eine normale Mietverwaltung, aber günstiger als die Alternative Nichtstun oder weitere Fehler riskieren mangels Wissen.

    Dich Aufschlauen kannst du z.B. hier im Forum. Lies einfach mit, stell Fragen wo dir etwas unklar ist. Dann merkst du sehr schnell, warum du im Dornröschenschlaf warst und was du zukünftig nicht mehr tun solltest, wenn du eine Chance auf Rentenaufbesserung durch Vermietung haben möchtest.
     
    Wohnungskatz gefällt das.
  5. #4 Papabär, 28.07.2019
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.12.2010
    Beiträge:
    7.104
    Zustimmungen:
    1.713
    Ort:
    Berlin
    1. Problem: Was zum Henker bedeutet HGV? Scheint irgendeine Art von Verwaltung zu sein. WEG-Verwaltung? Sondereigentumsverwaltung? Das muss erst einmal sauber aufgedröselt werden - dann ergibt sich vlt. schon mal das Verständnis für das, was die "HGV" macht und was nicht.
    2. Problem: Komm weg von dem Glauben, mit einer einzigen ETW eine solide Altersvorsorge zu haben. sowas erzählen nur Makler und Politiker. Damit es nicht so einfach überprüft werden kann, werden dann auch Objekte am Arsch der Welt als heilsbringende Universallösung angepriesen. Wie @Andres schon ganz treffend geschrieben hat, geht es in der aktuellen Situation nicht mehr darum irgendwelche Gewinne zu generieren, sondern erst einmal darum, die Verluste so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört jetzt eine umfassende Information über die Versicherungsleistungen sowie eine schnellstmögliche Wiederherstellung der Wohnung.
     
    Wohnungskatz und Blueklaus gefällt das.
  6. #5 Silke1009, 28.07.2019
    Silke1009

    Silke1009 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    27.07.2019
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Guten Morgen,
    Danke für die Antworten.
     
  7. #6 SaMaa, 28.07.2019
    Zuletzt bearbeitet: 28.07.2019
    SaMaa

    SaMaa Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    17.01.2019
    Beiträge:
    236
    Zustimmungen:
    134
    @Papabär

    :danke

    Ich hatte mich auch schon gefragt, was HGV heißt. Habe mich aber nicht getraut, da ich dachte, mein Überlegen bei dieser Buchstaben Kombi begründet sich, in meinem nicht vorhandenen Wissen.

    Ich habe zwar gegoogelt und da kam als Ergebnis bei HGV .. Haus und Grund Verwaltung heraus.
    Somit hatte ich zumindest eine Richtung ;)

    Bin aber nun erfreut, dass ich nicht mit der Frage alleine war :)
     
    Papabär, Wohnungskatz und dots gefällt das.
  8. #7 ehrenwertes Haus, 28.07.2019
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    13.10.2017
    Beiträge:
    3.848
    Zustimmungen:
    2.252
    Bist nicht schlauer wie wir @SaMaa.
    Ohne weitere Info ist HGV für mich Hochgeschwindigkeitsverkehr oder Heimat- und Geschichts-Verein. Einen Buchverlag gibt es glaube ich auch noch, der sich so nennt.

    Den H+G-Verein kennen wohl die meisten von uns. Ich meine, einige regionale Niederlassungen bieten auch die Übernahme von Verwaltungsaufgaben an, aber ob das gemeint ist :155:
     
  9. #8 Papabär, 29.07.2019
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.12.2010
    Beiträge:
    7.104
    Zustimmungen:
    1.713
    Ort:
    Berlin
    Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen informieren sich über die korrekte Vorgehensweise, suchen sich Hilfe und versuchen ggf. aus ihren Fehlern zu lernen. Die anderen jammern.

    Zu welcher Sorte gehörst Du?
     
  10. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    4.933
    Zustimmungen:
    2.064
    Ort:
    Münsterland
    In diesem Thread geht und ging es nicht um das (oder die) Them-a/-en "Ansprechern".

    Das kommt drauf an Komma was du unter "vernünftig" verstehst.
     
  11. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    4.933
    Zustimmungen:
    2.064
    Ort:
    Münsterland
    Ganze Sätze
     
  12. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    4.933
    Zustimmungen:
    2.064
    Ort:
    Münsterland
    Wie jetzt? Blauer Klaus? Blau? Besoffener Penner? Habe ich etwa Recht mit meiner Vermutung?
     
  13. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    20.01.2015
    Beiträge:
    2.219
    Zustimmungen:
    984
    Ich muß dir hier, in teilen, reht geben. Ich denke schon das die Tendenz aktuell schon rasant in ein noch Vermieterfeindlicheres Klima geht, vor allem in teilen der öffentlichkeit und der Medien.
    Es wird halt, irgendwo auch verständlicher weise, nach einem Schuldigen für die angespannte Wohnungslage in Großstädten gesucht. Leider ist das Problem einfach auch zu komplex und nicht so leicht lösbar, als das sich die Mehrheit dazu überhaupt ein Urteil erlauben dürfte. Es scheint aber jeder betroffen zu sein, weil ja jeder irgendwo wohnt. Das allein reicht aber natürlich nicht, um die Probleme real zu erkennen. Und selbst die Politik scheint fachlich überhaupt nicht auf der Höhe zu sein. Sinnvolle Maßnahmen aus diesen Reihen sind jedenfalls wirklich Mangelware, und oft eher dazu geignet das Problem noch zu verschärfen.
     
  14. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    4.933
    Zustimmungen:
    2.064
    Ort:
    Münsterland
    Die (relative oder absolute) Anzahl der Journalisten(?), die über ein bestimmtes Thema schreiben/reden/berichten(?), als Gradmesser für irgendetwas heranzuziehen, halte ich für ungeeignet - auch wenn es manchmal funktionieren mag. Gleiches golt für die Anzahl der Artikel, Publikationen, Erwähnungen, ...

    Vollste Zustimmung! Auch dem folgenden von dir geschriebenen.


    Moment mal! Gibt es eigentlich ein Problem? Der Grundsatz ist doch - wie bei so vielem - dieses berühmte Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage kann man auch frei übersetzen mit "Anspruch" oder "Wünsche". Wenn das Angebot nicht zu meinen Wünschen, zu meinen Ansprüchen passt, ist das zunächst noch kein (alle betreffendes) Problem, sondern dieses "Problem" betrifft den einzelnen (dessen Ansprüche nicht realisierbar sind).
    Das führt aber noch längst nicht dazu, dass ich nicht wohnen kann.
    Ich behaupte, dass es in Deutschland keine Wohnungsnot gibt. Jeder kann (irgendwo) wohnen. Niemand muss auf der Straße leben.
    Dass ich zu bequem bin, den weiten Arbeitsweg in Kauf zu nehmen oder mich einzuschränken (Wohnfläche oder Lage oder Preis oder ...) - ist das ein Problem?
    Genau so gut könnte ich es als Problem deklarieren, dass ich mir von meinem Gehalt nur die billigen Nahrungsmittel vom Aldi leisten kann. Ist das ein Problem oder machen manche daraus einfach ein Problem? Ich befürchte letzteres ...
    Vielleicht muss ich aber auch einfach mal meine Mentalität an die Realität anpassen und mir lange genug einreden, dass ich Anspruch auf bessere Nahrungsmittel habe und dass irgendwer dafür zu sorgen hat, dass ich die auch bekomme.
     
    SaMaa gefällt das.
  15. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    20.01.2015
    Beiträge:
    2.219
    Zustimmungen:
    984
    Ja, da hast du sicher recht. Es ist allerdings schon bedenklich, das ein in teilen sicher exisitierendes Problem so übehöht wird. Es gibt wirklich wenig Artikel die sich mit den Fakten wirklich mal sachlich neutral auseinander setzen.
    Da wird selbst die Mieterhöhung von 6,40€ auf 7,20€ zum Anzeichen eines angeblich ungebremsten und gierigen Miethais. Und selbst wenn die Mieterhöhungen mal größer ausfallen, wird die Kostenseite die so eine Modernisierung mit sich bringt, überhaupt nicht erwähnt.

    Ja, ich sehe das ähnlich. In weiten teilen halte ich das auch für stark überzeichnet. Ich erinnere mich immmer gern an die Reportage "Betongold". Die selbst betroffene Reporterin jammert 90 Minuten über die schlimmen Miethaie und die Gentrifizierung, und im letzen Nebensatz der Reportage erfährt man dann das sie 50.000€ Abfindung kassiert hat.
    Ich meine dafür das man vor 20 Jahren mal einen MV. unterschrieben hat und günstig gewohnt hat, ist das doch eigentlich keine schlechter Kurs?
     
    dots gefällt das.
  16. #15 Papabär, 29.07.2019
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.12.2010
    Beiträge:
    7.104
    Zustimmungen:
    1.713
    Ort:
    Berlin
    Das kommt darauf an! Es geht ja in erster Linie nicht darum, ob Du Dir die Verpflegung beim Aldi oder beim Käfer leisten kannst, sondern was in angemessener Zeit für Dich erreichbar ist. Wenn Du Dir nur Aldi leisten kannst, aber im Umkreis von 2h (einfache Fahrstrecke) nur Käfer zu finden ist, wirst Du vermutlich auch angep***t sein.

    Ich hatte letzte Woche eine Wohnung inseriert. 1 Zimmer, einfache Wohnlage, der Objektzustand und Ausstattung sind mit "zweckmäßig" recht wohlwollend umschrieben. Entsprechend günstig war die Miete. Ich wurde förmlich überrannt (und das von Leuten, denen ich mal locker auch eine 5 Zimmer-Whg. am Potsdamer Platz geben würde, wenn ich denn eine frei hätte). Da habe ich dann mal mit anderen Angeboten aus der Gegend verglichen. Die meisten Angebote lagen mit deutlich mehr als 20% über dem MS-Wert (wobei ich mangels Detailkenntnis jeweils mit +100% in die Spanneneinordnung gegangen bin). Der Spitzenreiter lag 71% über dem höchsten, im aktuellen Mietspiegel ausgewiesenen Vergleichswert und die vier höchsten Preisüberhöhungen waren alle vom gleichen Anbieter.

    Ja, es gibt ein Problem. Ja, dieses Problem wird durch einseitige, simplifizierte und teil sogar fehlerhafte Berichterstattung aufgebauscht und fehlinterpretiert (is ja nix neues). Es ist halt viel einfacher, alle Vermieter über einen Kamm zu scheren, als sich die zweifellos vorhandenen schwarzen Schafe geziehlt herauszupicken (und dafür tät ja in Berlin sogar der Mietspiegel, ein Taschenrechner und ein Blick in die einschlägigen Vermietungsportale genügen).
    Ja, unsere Politiker drehen an (populistischen) Stellschrauben, von denen sie bei genauerer Betrachtung lieber die Finger lassen sollten. Und vielleicht brauchen wir ja auch neue Gesetze und Verordnungen ... ganz bestimmt aber brauchen wir die Kapazitäten, um die bereits vorhandenen Gesetze auch mal zu überwachen (hier z.B. §5 WiStG & §291 StGB).
    Und natürlich muss man sich schon die Frage stellen, ob eine ModUmlage nicht auf die Oberkante Mietspiegel plus x% begrenzt werden sollte.
    Just my 2 Cent!
     
    ehrenwertes Haus und Duncan gefällt das.
  17. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    4.933
    Zustimmungen:
    2.064
    Ort:
    Münsterland
    ... oder weniger/keine Gesetze und mehr freie Marktwirtschaft nach dem Prinzip "Angebot und Nachfrage".

    Wenn mir so wichtig ist, Nahrungsmittel vom Aldi zu verkonsumieren, aber kein Aldi in greifbarer Nähe ist, ziehe ich um. Oder kaufe mir ein schnelleres Auto. Oder nehme in Kauf, Käfer zu essen (oder so ähnlich). Ich Versuche halt, die für mich beste Lösung zu finden. Ganz ohne staatliche Eingriffe, Gesetze, Regelungen.
     
  18. #17 ehrenwertes Haus, 29.07.2019
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    13.10.2017
    Beiträge:
    3.848
    Zustimmungen:
    2.252
    ...und auch weniger Anspruchsdenken, oftmals ebenfalls von Politikern generiert.

    Vergleicht doch mal den Mindesflächenbedarf an Wohnraum, der von verschiedenen Ämtern empfohlen oder gefordert wird, einer 4-köpfigen Familie heute und z.B. in den 1960ern. Mit gestiegener durchschnittlicher Körpergröße und -Umfang ist das nicht mehr zu erklären.
    Früher war es normal, dass sich Geschwister 1 Zimmer teilten. Es galt bereits als Luxus, wenn Jungs und Mädels getrennte Zimmer hatten, heute hat jedes Kind einen Anspruch auf ein eigenes Zimmer.

    Bis auf Ausnahmefälle, glaube ich auch nicht an Entwicklungsschäden, wenn sich Geschwister Zimmer teilen. Wenn es wirklich so negative Auswirkungen auf Heranwachsende hätte, dann müssten sich doch ganze Generationen mehrheitlich zu psychisch kranken Individuen entwickelt haben.
     
    Wohnungskatz gefällt das.
  19. Ferdl

    Ferdl Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    14.09.2015
    Beiträge:
    346
    Zustimmungen:
    186
    Ort:
    Westerwald
    An das Heilsversprechen der freien Marktwirtschaft gilt auch nur für den Hecht im Karpfenteich.
    Was wir mit Sicherheit haben, ist ein Übermaß an Gesetzen. Resultierend einerseits aus einem meiner Meinung übermäßigen Gerechtigkeitsfimmel, andererseits aus einer übermäßigen Ausschöpfung unseres Rechtssystems.
    Wenn es immer mehr gibt die das ihr zustehende Recht bis aufs letzte Quäntchen ausnutzen werden die Regeln halt enger gezogen, zum Nachteil (fast) aller.
    Dazu kommt die populistische Art einiger/vieler Politiker, bei Gesetzesüberschreitungen die Gesetze zu verschärfen (was schnell geht und billig ist/scheint) anstatt bestehende Gesetzte zu kontrollieren, was (zu) teuer scheint/ langwierig ist.
     
  20. #19 Papabär, 29.07.2019
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.12.2010
    Beiträge:
    7.104
    Zustimmungen:
    1.713
    Ort:
    Berlin
    Du merkst hoffentlich selber, dass Du dich da verrennst. Wenn Du Dir nur Aldi leisten kannst, dann wirst Du das schnellere Auto wohl erst recht nicht bezahlen können. (mal abgesehen davon, dass Du damit bestenfalls näher am Asphalt sitzt, während Du im Stau stehst).


    Das hatte sich Boris ja damals wohl auch gedacht. Als dann ein paar tausend Wohnungen leer standen und die Menschen unter Plastikplanen gehaust haben weil ein paar Oligarchen das Angebot künstlich verknappt hatten, stellte sein Nachfolger fest, dass das "suuuper funktioniert". Nu hatte der eine entsprechend schnelle Lösung parat.

    Vielleicht sollten wir ja ein paar Gulags bauen ... nur so rein vorsorglich.
     
    Ferdl gefällt das.
  21. dots

    dots Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    08.07.2014
    Beiträge:
    4.933
    Zustimmungen:
    2.064
    Ort:
    Münsterland
    Ja, okay, hast ja Recht - aber nur ein bisschen.
    Wenn ich das, was ich haben will, nicht bekomme (weil Aldi nicht da und Käfer zu teuer), dann muss ich meine Kartoffeln halt selbst anbauen. Oder mehr arbeiten und damit mehr Geld verdienen. Oder am Urlaub sparen.

    Wie soll denn so eine Gemeinschaft wie z.B. der Staat funktionieren, wenn man da mit einer Anspruchshaltung als Basis startet?
     
    Wohnungskatz gefällt das.
Thema:

Wasserschaden im Schlafzimmer und gekündigter HGV

Die Seite wird geladen...

Wasserschaden im Schlafzimmer und gekündigter HGV - Ähnliche Themen

  1. Hilfe wer kann mir Helfen wasserschaden

    Hilfe wer kann mir Helfen wasserschaden: schönen guten Abend ich hoffe hier Hilfe zu bekommen. Nun zur Sache Am 5.6 war bei uns hier im schönen Saarland Ein (kleiner Sturm) durch Zufall...
  2. Wasserschaden/Mietminderung

    Wasserschaden/Mietminderung: Hallo, wir sind Eigentümer und Vermieter einer Doppelhaushälfte. In der zweiten Etage befindet sich ein kleines Bad mit Dusche und seperater...
  3. Angemessene Mietminderung bei Wasserschaden/Trocknung, Hilfe.

    Angemessene Mietminderung bei Wasserschaden/Trocknung, Hilfe.: Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe folgendes Problem (Bilder hierzu habe ich angefügt): Ich bin in eine Neubauwohnung gezogen. Nach zwei...
  4. Schimmel durch Wasserschaden (baulicher Mangel)

    Schimmel durch Wasserschaden (baulicher Mangel): Hallo Miteinander, ich suche nach Rat, was man in der Situation am besten machen kann/sollte und hoffe, dass ich hier Ratschläge und Tipps...
  5. Wer übernimmt Mietausfall bei Wasserschaden

    Wer übernimmt Mietausfall bei Wasserschaden: Hallo zusammen, ich bin Eigentümer einer Wohnung in einer WEG im 18. OG. Zwei Etagen über meiner Wohnung ereignete sich ein Wasserschaden. Die...
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden