Wasserschaden - Nachbar auch betroffen - Wer haftet ?

Diskutiere Wasserschaden - Nachbar auch betroffen - Wer haftet ? im Versicherungsschäden Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, aktuell sind wir etwas ratlos zu folgendem Sachverhalt. In einer vermieteten Wohnung war die Badewanne undicht (Siphon). Das...

  1. #1 Karl-Ludwig, 21.10.2019
    Karl-Ludwig

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    Hallo zusammen,

    aktuell sind wir etwas ratlos zu folgendem Sachverhalt.

    In einer vermieteten Wohnung war die Badewanne undicht (Siphon). Das Ganze wurde erst relativ spät bemerkt, da das Wasser direkt unter der Wanne in den Boden lief und sich dort seinen Weg suchte.

    Der Schaden im eigenen Bad ist geklärt (Wohngebäudeversicherung bezahlt) und die Trockner laufen bereits.

    Nun hat die Nachbarwohnung auch etwas abbekommen und die Wand sowie der Boden müssen trockengelegt und renoviert werden.

    Heute kam ein Brief vom Anwalt des Nachbarn, dass dieser seine Möbel hat abtransportieren und einlagern lassen. Die Rechnung lag anbei mit der Aufforderung diese zu bezahlen. EIne Hausratversicherung hat der Nachbar nicht.

    Muss ich dies machen ? Darf der Nachbar ohne Rückfragen einfach Handeln und mir dies dann in Rechnung stellen ? Was kann ich tun?

    Vielen Dank vorab

    Karl-Ludwig
     
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  3. Andres

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    Vielleicht, vielleicht auch nicht. Das lässt sich nicht so einfach klären. Ist das eine Eigentumswohnung? Gehört dir die andere Wohnung auch?


    Auch das kommt auf die Umstände an.


    Zumindest einmal unverzüglich die eigene Haftpflicht informieren. Im Gegensatz zum bisherigen Eigenschaden, der ein Fall für die Gebäudeversicherung war, dürfte nun ein fremder Schaden vorliegen, also ein Fall für die Haftpflicht. Das mag in einer Police kombiniert sein, aber grundsätzlich sind das zwei verschiedene Versicherungen.


    Eine nähere Einschätzung ist dann vielleicht möglich, sobald die Umstände und die rechtliche Beziehung zum "Nachbar" genauer geklärt ist.
     
  4. #3 Karl-Ludwig, 21.10.2019
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    Hallo,

    danke für deine schnelle Antwort.

    Ich selbst bin vermieter der Wohnung mit dem ursprünglichen Wasserschaden. Die Nachbarwohnung gehört nicht mir.

    Ob das meine normale Haftpflicht deckt (Keine Vermieterhaftpflicht) muss ich noch klären.

    Danke
     
  5. #4 Melanie123, 21.10.2019
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    Seid Ihr beide in der gleichen Eigentümergemeinschaft oder ist es ein völlig anderes Konstrukt?
    Falls ja, ist dann die Gebäudeversicherung für die komplette ETG (was der Normalfall wäre)?
     
  6. #5 Karl-Ludwig, 21.10.2019
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    Ja, beides gleiche WEG.
    Ja, die Versicherung ist für alle.
     
  7. Andres

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    Es gibt hier keine Gebäudehaftpflichtversicherung? Das kann ich mir nun wirklich nur schwer vorstellen ...
     
  8. #7 Fischlaker, 21.10.2019
  9. #8 Gerald Hörhan Fan, 21.10.2019
    Zuletzt bearbeitet: 21.10.2019
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    Ich würde mal vermuten die Gebäudeversicherung zahlt beide Schäden, wenn Leitungswasser versichert ist.

    Keine Versicherung gegen Leitungswasser Eigentümer zahlt eigenen Schaden und Haftpflicht privat bei Selbstnutzung oder Vermieterhaftpflicht den Schaden der anderen Wohnung.
     
  10. #9 Karl-Ludwig, 22.10.2019
    Karl-Ludwig

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    Danke
     
  11. SaMaa

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    Ich habe gerade mit meinem Versicherungsvertreter gesprochen.
    Laut seiner Aussage ( alle Angaben ohne Gewähr
    ;) zahlt die Gebäudeversicherung den Schaden in der Verursacherwohnung und den Gebäudeschaden in der Wohnung darunter.

    Die geschädigte Wohnung darunter betreffend, würden Möbel einlagern, ersetzen oder ähnliches inkl ggf ins Hotel ziehen dh Schäden die nicht unter Gebäudehaftpflicht fallen würden (das ist, alles was - einfach ausgedrückt- nicht fest mit dem Haus verbunden ist) von der Hausratversicherung des darunter Wohnenden, das heisst von der Hausrat des Geschädigten, bezahlt.

    Sofern derjenige keine Hausrat hat... persönliches Pech :(
     
    Wohnungskatz gefällt das.
  12. Andres

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    Jau, ohne Gewähr.


    Das ist der Teil ohne Gewähr. Denn erstens war das schon immer höchstens ein Grundsatz mit einer sehr offensichtlichen Ausnahme: Sobald ein Verschulden von Mieter, Eigentümer oder deren Erfüllungsgehilfen ins Spiel kommt, ist das ein glasklarer Fall für § 823 BGB (deliktischer Schadenersatz). Das kann man bei den hier geschilderten Umständen schon einmal in Erwägung ziehen. Einen Wasserschaden in einem oberen Stockwerk nicht auch von unten zu begutachten, halte ich für fahrlässig. Die geltend gemachten Kosten sind eine Folge.

    Zweitens - und wichtiger - ist seit BGH V ZR 230/12 noch nicht einmal mehr ein Verschulden erforderlich. Das wäre u.a. dem ersten Link von @Fischlaker zu entnehmen.


    Nochmal: Selbst wenn die Chance besteht, dass es am Ende persönliches Pech gewesen sein wird, sollte diese Angelegenheit unbedingt einer vorhandenen Haftpflichtversicherung angezeigt werden. Sollte wider erwarten keine ebensolche bestehen (z.B. weil die WEG nur eine Haftpflicht mit Wirkung "nach außen", also nicht von einem Eigentümer zum anderen, hat), ist das nicht erst seit der BGH-Entscheidung aus 2013 eine massive Deckungslücke im Versicherungsschutz. Die sollte man umgehend schließen und dankbar sein, dass man diese Lektion so billig gelernt hat, noch dazu weil die Prämie ja umlagefähige Betriebskosten sind.
     
  13. #12 SaMaa, 22.10.2019
    Zuletzt bearbeitet: 22.10.2019
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    @Andres

    Danke für die Information. Mit dem "ohne Gewähr" wollte ich nur zum Ausdruck bringen, das ich nicht weiss wie wissend der Versicherungsmensch ist.
    Ich hatte bei ihm nachgefragt (habe fast alle Versicherungen dort) in wie weit ich in diesen oder ähnliche Fälle absichern kann/muss/sollte.
    Lt. seiner Auskunft bin ich ausreichend geschützt, da der Geschädigte unter der verursachenden Wohnung seine Hausratversicherung bemühen muss.

    Aber das scheint ja nicht - dank Deiner Info - so ganz selbstverständlich zu sein.

    Lt den Abrechnungen der HV gibt es eine Gebäudesversicherung und eine Haftpflichtversicherung Objekt aber trotzdem werde ich bei der Verwaltung mal nachhören, in wie weit die versicherungrechtliche Seite in so einem Fall abgesichert ist.
     
  14. SaMaa

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    @ Andres und an alle die Beitrag # 10 verstanden haben.

    Sorry und gleichzeitig ein riesen Kompliment an die jenigen

    Ich hatte den Beitrag mit dem Handy geschrieben und gedanklich beim Schreiben umformuliert.
    oh je......und nun stelle ich gerade fest, da ist ja ein schlimmes "Kauderwelsch" bei heraus gekommen.

    Kaum zu glauben, dass das überhaupt einer verstanden hat
     
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