Wasserschaden, Sanierung ... Erfahrungen/Ratschläge!?

Diskutiere Wasserschaden, Sanierung ... Erfahrungen/Ratschläge!? im Themen aus unserem Portal Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Hallo, wir sind vor knapp 2 Jahren unfreiwillig durch einen Todesfall zu Vermietern von einigen Objekten geworden. Auch wenn man sich noch so gut...

  1. #1 Dreamteam715, 06.12.2017
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    Hallo,

    wir sind vor knapp 2 Jahren unfreiwillig durch einen Todesfall zu Vermietern von einigen Objekten geworden.
    Auch wenn man sich noch so gut informiert und beraten lässt bleiben in einigen Angelegenheiten viele Fragen offen und nun suchen wir nach Tips und Ratschlägen von erfahreneren Vermietern als wir es sind.

    Vor einigen Wochen hatten wir in einem Objekt einen Wasserschaden.
    Da dieser sehr umfangreich ist dauerte die Trocknung etc. relativ lange.
    Die Trocknung ist nun abgeschlossen und der Wiederaufbau kann starten.
    Soweit alles ein normaler Ablauf.

    Nun hatten wir als Vermieter vorgeschlagen, die für den Sommer angekündigte Badezimmer Modernisierung direkt damit in Verbindung zu bringen. Dies ist auch mit der Versicherung besprochen und stellt kein Problem bei der Schadenregulierung da.
    Jetzt kommt das Problem, durch die Moderniesierung ist das Bad ca 4 Wochen länger wie bei einer einfachen Instandsetzung nicht vollständig nutzbar.
    Der Mieter möchte aber für diese zusätzlichen 4 Wochen die volle Mietminderung die ihm die Versicherung zugesagt hat. Vereinbart für die im Sommer anstehende Modernisierung war allerdings deutlich weniger. Die Versicherung gleicht uns natürlich nur die Minderung für den Zeitraum der Instandsetzung aus.

    Hat hier jemand Ratschläge wie wir damit am besten umgehen sollen?

    Ausserdem ist Laminatboden herausgenommen worden, dieser soll wieder verlegt werden, da er nicht beschädigt wurde.
    Der Boden ist im Eigentum des Mieters. Er wurde vom Vormieter übernommen und ist kein Vertragsbestandteil.
    Der Mieter wünscht sich allerdings einen neuen Boden. Ein KV wurde von unserer Seite erstellt. Mit dem Angebot die Hälfte der Kosten zu übernehmen.
    Der KV ist dem Mieter allerdings zu teuer, er möchte einen "billigeren" Boden.

    Hat jemand hier evtl. Ratschläge wie wir damit umgehen könnten?
    Auch falls es zum komplett Austausch mit Kostenbeteiligung kommt wie man sowas nachträglich festhält? Wenn der Mieter dann auszieht sollte der Boden dann auch liegen bleiben.

    So rein aus dem Bauchgefühl habe ich den Eindruck das wir in dem ganzen eh schon zu viele Fehler gemacht haben.
    Aber vielleicht ist von dem "in den Brunnen gefallenen Kind" noch irgendwas zu retten.

    Soweit uns bekannt, müssen Mieterhöhungen aufgrund modernisierung angekündigt werden, dies wurde im Zuge der Badezimmermodernisierung für den nächsten Sommer gemacht und dem wurde auch zugestimmt zu dem genannten Zeitpunkt.
    Gibt es da nun die Möglichkeit den Zeitpunkt zu ändern wenn die Modernisierung früher erfolgt? Oder ist das schlicht weg unser Pech?

    Freu mich auf eure Erfahrungsberichte und Ratschläge.

    LG
     
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  3. #2 BHShuber, 06.12.2017
    BHShuber

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    Hallo,

    Wenn die Modernisierung bereits angekündigt wurde zu einem vereinbarten oder bestimmten Zeitpunkt, wäre es nun der Wunsch des Vermieters hier den Zeitpunkt zu verändern, dass allerdings verändert auch den Sachverhalt zwischen Mieter und Vermieter, bzw. Ankündigung einer Modernisierung in der Wohnung.

    Das Bad wird nicht nutzbar sein, somit hätte der Vermieter entweder für geeigneten Ersatz zu sorgen oder aber ein Mietminderung hinzunehmen.

    Was der Mieter möchte kann dem Vermieter hier ziemlich egal sein, denn es ist nicht der Bodenbelag des Vermieters, Fehler war, hier eine Zusage und Zuzahlung zum neuen Boden zu geben, aus welchem Grund verschließt sich mir grad.

    Da eben der vorhandene Boden nicht Bestandteil der Mietsache ist, soll der Mieter sich da rein legen was ihm gefällt und was er sich leisten kann, der Vermieter ist lediglich verpflichtet, den Zustand wieder herzustellen, nicht mehr und nicht weniger.

    Eine Vereinbarung zwischen Parteien gilt solange, bis die Parteien einvernehmlich etwas anderes vereinbaren, hier dürfte der Termin die entscheidende Rolle spielen, denn die Fristen sind ja eben bei einer sofortigen Maßnahme nicht einzuhalten! Demnach hat der Vermieter wenn er seine Planung so durchführt wie er es jetzt vor hat, ziemlich Pech haben.

    Gruß
    BHShuber
     
  4. Andres

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    Die Vereinbarung über die niedrigere Minderung ist ohnehin unwirksam, § 536 Abs. 4 BGB. Unbenutzbare Sanitäreinrichtung bedeutet nunmal regelmäßig 100 % Minderung. Der Rat ist daher ziemlich einfach, wenn auch nicht besonders schön: Die Maßnahmen zügig zum Abschluss bringen, denn bis zu diesem Zeitpunkt darf der Mieter mindern.


    Zwei Möglichkeiten:
    • Ihr legt dem Mieter seinen eigenen Boden wieder rein, tragt dafür alle Kosten (bzw. die Versicherung) und ansonsten bleibt alles wie bisher. Wenn der Mieter einen anderen Boden will, kann er sich darum selbst kümmern - und selbst zahlen. Wenn der Mieter dann irgendwann auszieht, kann man ganz ruhig überlegen, ob man das Wegnahmerecht des Mieters abwenden möchte (und zu welchem Preis) oder nicht, §552 BGB.
    • Ihr legt einen eigenen Boden auf eigene Kosten und vereinbart mit dem Mieter dafür eine angemessene Mieterhöhung. Der Mieter kann gerne Wünsche äußern, aber die letzte Entscheidung trefft ihr. Nach Auszug verbleibt der Boden in der Wohnung, Abnutzung über das gewöhnliche Maß hinaus hat der Mieter zu vertreten.
    Beides gute Lösungen, beides hat Vor- und Nachteile. Die "Hybrid-Lösung" hat dagegen nur Nachteile, beginnend mit den unklaren Eigentumsverhältnissen. Wer entscheidet und zahlt denn nun, wenn mal wieder ein neuer Boden fällig wird? Wer bekommt den Boden beim Auszug?


    Die erste Frage wäre, ob hier überhaupt eine Modernisierung vorliegt. Was wird denn im Bad gemacht?

    Sofern es sich doch nur um eine Erhaltungsmaßnahme handelt, ist die Sache ziemlich einfach: Es gibt keine formale Ankündigungsfrist, "rechtzeitig" ist die einzige Anforderung. Also sofort klar ankündigen, was passieren wird, und die Sache ist erledigt. Der Mieter muss die Maßnahme dulden.

    Handelt es sich wirklich um eine Modernisierung, gilt die schon erwähnte 3-Monats-Frist. Die könnt ihr jetzt kaum noch einhalten. Die Duldungspflicht des Mieters ist aber nicht an diese Frist gekoppelt. Der Mieter könnte höchstens noch Härtegründe vorbringen. Außerdem ist die Modernisierungsmieterhöhung dann eben erst nach 6 statt nach 3 Monaten möglich. Kann man verkraften ...


    Aktuell nicht mehr - den Kurswechsel wird der Mieter so oder so merken. Grundsätzlich stellst du die richtigen Fragen, daher hätte ich schon die Hoffnung, dass du das zukünftig etwas eleganter gelöst bekommst, wenn du erst Fragen stellst und dann Zusagen an den Mieter machst.
     
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  5. #4 Dreamteam715, 07.12.2017
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    Hallo,

    vielen Dank für eure Antworten.
    Das bestätigt das was ich mir als Antwort zu meinen Fragen schon gedacht habe.

    Zur Modernisierung:
    Im Bad werden neue Fliesen verlegt, eine neue Dusche, neue WC Anlage und ein neuer Waschtisch (das dann mit Spiegelschrank und Unterschrank) verbaut.
    Zusätzlich wird die Elektrik überarbeitet, so das Waschmaschine und Trockner gleichzeitig angeschlossen werden können, zudem wir die Beleuchtung erweitert.
    Bisher gab es nur eine Lampe über dem Spiegel und es soll eine weitere Lampe an der Decke dazu kommen.

    Für die Zukunft bin ich nun aber etwas schlauer als vorher :)
     
  6. Andres

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    Die Mehrheit dieser Maßnahmen - vor allem die im Sanitärbereich - sind zumindest im rechtlichen Sinn keine Modernisierung. Bei der Elektrik sieht es besser aus. Die Kriterien kannst du dir in § 555b BGB anschauen.
     
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