Wasserschaden-Schadenregulierung

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ssamo

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Ein frohes neues Jahr, liebe Foren Mitglieder!

Ich habe in einem MFH, Altbau, in der oberen Etage einen Wasserschaden im Badezimmer, der sich im Bad in der Wohnung darunter niederschlägt.
Das Wasser läuft scheinbar durch eine nicht abgedichtete Armatur in die Wand, gleichzeitig wurden große Bodenfliesen ohne Entkopplung auf dem Holzboden verlegt, dadurch reißen die Fugen und Wasser dringt auch hier in den Boden ein. Das Bad muß also neu saniert werden, ebenso die Decke im Bad darunter.

Es gab einen Vorort Termin mit dem Schadenregulierer.Anwesend war auch der Handwerker, der das Bad eingebaut hatte.
Die beiden kannten sich und der Regulierer schüttelte spontan einen Betrag aus dem Ärmel, woraufhin der Handwerker direkt anbot, die Sanierung für diesen Betrag durchzuführen.
Das kommt mir nich ganz geheuer vor, dem Handwerker möchte ich den Auftrag nicht geben, da er das Bad ja schon vermurkst hat.
Darüber hinaus gibt es in diesem Haus eine Geröllschüttung in der Decke.Was passiert, wenn die Decke geöffnet wird und sich herausstellt, dass der Balken angegriffen ist?
Ist die Versicherung dann aus dem Schneider?
Es gibt alternativ die Möglichkeit den Handwerkerservice der Versicherung in Anspruch zu nehmen, laut Aussage der Sachbearbeiterin ist dazu nicht zu raten, da keine gute Arbeit geleistet wird .
Hatte jemand schon Erfahrung mit Handwerkerservices von Versicherungen?
...und noch eine zweite Frage: Wie geht Ihr mit komplexen Sanierungsarbeiten um, bei denen mehrere Gewerke eingesetzt werden müssen?
Hat jemand Erfahrung mit Projektbau-Firmen, die alles aus einer Hand anbieten?
Vielen Dank für Eure Antworten.
 
  • Wasserschaden-Schadenregulierung Beitrag #2
Andres

Andres

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Das kommt mir nich ganz geheuer vor, dem Handwerker möchte ich den Auftrag nicht geben, da er das Bad ja schon vermurkst hat.
Kann ich verstehen, und zwar sowohl die erste als auch die zweite Hälfte, nur hast du dich da in eine ... weniger gute Situation manövriert. Da es ja nun einmal so ist, dass es "nachweislich" (ein wirklicher Nachweis ist natürlich keinesfalls erbracht) einen Handwerker gibt, der zu den Vorstellung der Schadenshöhe der Versicherung den Schaden beseitigen würde, ahne ich einigen Widerstand, wenn die Arbeiten von einem anderen Handwerker plötzlich mehr kosten sollten.

Weder halte ich die unverhoffte Einigkeit für einen Zufall (an solche Zufälle glaube ich nicht), noch habe ich große Lust, pfuschende Handwerker weiterhin zu beauftragen. Wenn ein Installateur eine Armatur nicht dicht anschließen kann, wozu brauche ich dann einen Meisterbetrieb?

Nun ist mir nicht ganz klar, wie die Situation ist, insbesondere ob hier noch eine WEG zwischengeschaltet ist und ob Ersatzansprüche gegen den ausführenden Betrieb noch in Frage kommen. Davon würde für mich abhängen, wie es nun weitergeht. Worst case: Die Versicherung stellt sich auf die Hinterbeine, es ist nun ein Gutachten und ggf. Rechtsstreit erforderlich, um seine Ansprüche durchzusetzen. So etwas ist maximal lästig - und es ist eine ganz typische Folge von ungünstig anregulierten Versicherungsfällen.

Darüber hinaus gibt es in diesem Haus eine Geröllschüttung in der Decke.Was passiert, wenn die Decke geöffnet wird und sich herausstellt, dass der Balken angegriffen ist?
Ist die Versicherung dann aus dem Schneider?
Mir ist noch nicht einmal so ganz klar, warum die Versicherung überhaupt (schon) im Boot sitzt. Was ist mit der Gewährleistung des Handwerkers? Oder ist der Schaden so lange unbemerkt geblieben, dass bereits keine Gewährleistung mehr besteht?

Hatte jemand schon Erfahrung mit Handwerkerservices von Versicherungen?
Nicht im Zusammenhang mit Gebäudeversicherungen. Ich weiß nur, dass gelegentlich davon abgeraten wird, und ich frage mich, welche Handwerker darauf angewiesen sind, Kooperationen mit Versicherungen einzugehen, bei denen die Versicherung ja wohl darauf hoffen wird, dass sie weniger zu zahlen hat, d.h. welcher Handwerker ohne solche Deals sein Auftragsbuch nicht voll bekommt.

...und noch eine zweite Frage: Wie geht Ihr mit komplexen Sanierungsarbeiten um, bei denen mehrere Gewerke eingesetzt werden müssen?
Hat jemand Erfahrung mit Projektbau-Firmen, die alles aus einer Hand anbieten?
Für einen "normalen" Wasserschaden kommt bei mir ein Sanitärbetrieb, der sich auf solche Schadenssanierungen spezialisiert hat. Die treten dann als Generalunternehmer auf und kümmern sich um die Beauftragung von Gewerken, die sie selbst nicht erbringen können. Das halte ich für eine gute Vorgehensweise.

Ich habe einen Bekannten, der sich mit der Projektleitung für Wasserschadenssanierungen selbständig gemacht hat, d.h. er erbringt selbst (praktisch) keine Handwerksleistungen mit eigenen Leuten und macht nur die Koordination zwischen den Gewerken, Gutachtern, Versicherungen, Anwälten, ... . Mein Eindruck ist, dass die Beauftragung so einer Leistung erst bei den richtig großen Schäden wirklich sinnvoll ist. Teile seines Auftragsvolumens stammen aber auch von Leuten, die sich einfach nicht um dieses ganze Theater kümmern wollen, und daher lieber einen Dienstleister "für alles" beauftragen. Das ist nur (leider?) nicht die Art, wie ich die Dinge regle, daher fehlen mir eigene Erfahrungen.

Wie geht Ihr mit komplexen Sanierungsarbeiten um, bei denen mehrere Gewerke eingesetzt werden müssen?
Wie gerade geschrieben: Installateur (könnte auch ein anderes beteiligtes Gewerk sein), der mindestens einen Tätigkeitsschwerpunkt bei Wasserschäden hat, wird mit der Gesamtleistung beauftragt. Einzelne Leistungen koordiniere ich vielleicht doch selbst, der Elektriker ist so ein Kandidat.
 
  • Wasserschaden-Schadenregulierung Beitrag #3

baldu2

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ich habe beides erlebt. Einmal war die Leistung durch den Vertragspartner der Versicherung gar nicht gut, aber es gibt ja auch die Gewährleistung. Ein anderes Mal war ich mit dem Dienstleister mega zufrieden. Da stimmte leider fast alles, von Service, Hinweise, Tipps bis zur Freundlichkeit und Erreichbarkeit. Nichts wurde gemacht, ohne dass ich vorab mit ins Boot genommen wurde. Leider ist der aber auch so ausgebucht, dass man dort selbst nicht buchen kann, ohne max. Wartezeiten. Denn wie die Firma selbst zugibt, lieber bleiben Sie bei der Versicherung, da sie miteinander so gut klar kommen und auch mit deren Kunden. Also versuchen sie dort alle Aufträge die Sie angeboten bekommen auch abzudecken, dann sind auch die Versicherungskunden zufrieden. Dieser Service ist aber leider nicht überall so.
 
  • Wasserschaden-Schadenregulierung Beitrag #4

Ferdl

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welche Handwerker darauf angewiesen sind, Kooperationen mit Versicherungen einzugehen, bei denen die Versicherung ja wohl darauf hoffen wird, dass sie weniger zu zahlen hat, d.h. welcher Handwerker ohne solche Deals sein Auftragsbuch nicht voll bekommt.
Es ist auch mein Eindruck, das sich dort bestimmte "Handwerker" sammeln, jedoch liegt das nicht an der Sparsamkeit der VS, in den letzten Jahren hatte zwei Wasserschäden mit unterschiedlichen Versicherungen, die angenommenen Angebote waren preislich teilweise schon an der Grenze zum Wucher, einen Teil der Arbeiten habe ich in Eigenleistung übernommen und kam damit an die 100 € Stundenlohn. Das System scheint so zu funktionieren, dass es spezialisierte Betriebe gibt die mit einer Heerschar von Hiwis die Aufträge wegarbeiten, die Arbeitsqualität ist durchwachsen, jedoch sind die Arbeitskräfte verfügbar, die Arbeiten werden Zeitnah erledigt.
Wenn eine Zeitverzögerung durch selbst organisierte Handwerker eintritt, könnte ich mir vorstellen das die VS sich beim Mietausfall/ Ersatzwohnraum eher sträubt aber da fehlt mir die Erfahrung.
 
  • Wasserschaden-Schadenregulierung Beitrag #5

ssamo

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Vielen Dank für die hilfreichen Antworten.
Ich habe mir bei der Versicherung etwas Bedenkzeit eingefordert und werde mir von einem hiesigen Installateur einen Kostenvoranschlag geben lassen. Mal abwarten, was dabei heraus kommt, ich kenne ja die Summe, die der Schadenregulierer spontan bereit war zu zahlen.
 
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