Wasserschaden und Mieterin informiert erst 3 Monate später

Diskutiere Wasserschaden und Mieterin informiert erst 3 Monate später im Versicherungsschäden Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, wir haben in unserer neu erworbenen ETW Renovierungsarbeiten im Dezember 2014 veranlasst. U.a. wurden alle sanitären Einrichtungen...

  1. #1 Anandamayi, 16.03.2015
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    Hallo,

    wir haben in unserer neu erworbenen ETW Renovierungsarbeiten im Dezember 2014 veranlasst. U.a. wurden alle sanitären Einrichtungen ausgetauscht.
    Die beauftragte Firma ist über alle Berge und für uns nicht mehr zu erreichen. Etwas Schriftliches haben wir nicht.

    Soeben wurden wir darüber informiert, dass in der darunterliegenden Wohnung, die als Eigentumswohnung vermietet ist, ein Wasserschaden an der Decke zu dem Zeitraum entstand, als bei uns an den sanitären Anlagen geschraubt wurde. Wir hören damit zum ersten Mal 3 Monate später.

    Allerdings soll die Mieterin sich zum damaligen Zeitraum "unsere" Handwerker geschnappt haben und diese sollen sich das angeblich angeschaut haben und bestätigt, dass der Schaden dann im Januar 2015 behoben würde. Auch der Hauswart soll sich das angesehen haben, weil er zufällig da war.
    Die Arbeiten wurden natürlich nie ausgeführt und die Firma informierte uns auch nicht über den Vorfall.

    Auch die Hausverwaltung hat von dem Vorfall erst jetzt erfahren und uns kontaktiert zur Mängelbehebung, weil die Mieterin wohl jetzt seit geraumer Zeit auf eine Schadensbeseitigung warte. Anscheinend geht es nur ums Streichen.

    Wir sind jetzt damit konfrontiert, dass wir nichts wussten. Hätten wir damals davon erfahren, so hätten wir etwas machen können - also über die Handwerker. Jetzt nicht mehr. Wir hätten doch sofort informiert werden müssen und auch die Mieterin hätte die Hausverwaltung umgehend informieren müssen (und die dann uns). Oder reicht der Hauswart (der nicht mal die Hausverwaltung informierte)? Es hat jedenfalls keine ordnungsgemäße Schadensaufnahme oder gar Leckortung geben können.
    Wir haben es uns noch nicht angeschaut, aber der Wasserschaden soll natürlich noch sichtbar sein. Wir möchten jedoch gut vorbereitet zu einer Besichtigung gehen. Kommt hier noch irgendeine Versicherung auf? Wie gesagt, eine Berufshaftpflicht der Handwerker fällt flach.

    Hat die Mieterin hier fahrlässig gehandelt, weil nicht informiert?

    Vielen Dank für eure Gedanken!
     
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  3. Andres

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    Du behauptest, dass die Sache mit Malerarbeiten erledigt wäre. Damit muss die Mieterin gar niemanden informieren, solange sie keine Ansprüche geltend machen will. Andernfalls ist ihr Vermieter oder dessen Beauftragter ihr Ansprechpartner. Das muss nicht die HV sein. Bei reinen Schäden am Sondereigentum, ist die Sache damit auch schon erledigt, bei Schäden am Gemeinschaftseigentum geht es dann weiter zum Verwalter.


    Kann man versuchen. Interessant wäre die Gebäudeversicherung mit Deckung für Leitungswasserschäden, falls so etwas vorhanden ist. Allerdings könnte die sich auf eine Obliegenheitspflichtverletzung berufen, weil der Schaden nicht unverzüglich gemeldet wurde - das muss man eben ausprobieren.


    Ich will hoffen, dass die wenigstens schwarz gearbeitet haben. Wenn ein Handwerker für Gewährleistungsansprüche nicht greifbar ist, kann es ja nur noch um die endgültige Kostenoptimierung gehen ...


    Die Mieterin muss Schäden grundsätzlich ihrem Vermieter melden. Tut sie das nicht, hat das aber hauptsächlich Auswirkungen im Innenverhältnis zu ihrem Vermieter, kann euch also egal sein.
     
  4. #3 Anandamayi, 16.03.2015
    Anandamayi

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    Der untere VM hat die HV eingesetzt. HV und Verwalter sind die gleiche Firma. Die HV bestätigte uns auch erst jetzt vom Vorfall erfahren zu haben. Obwohl der vom Verwalter eingesetzte Hauswart sich das damals mit angesehen haben soll.
    Damit jedenfalls hat die Mieterin weder uns noch ihren VM/HV zeitnah informiert.

    Der Verwalter informierte uns, dass es lt. Aussage der Mieterin nur Malerarbeiten sein sollten und sie das nun alternativ auch im Alleingang/-auftrag in Gang bringen wollen würde. Kostenpunkt 250 EUR für Material und Arbeiten, die wir aufbringen sollen. Wir sollen uns mit ihr in Verbindung setzen.
    Aber das heißt ja nun es ist nur Sondereigentum.
    Wenn das durch unsere Arbeiten geschehen ist, ist es doch aber auch so, dass wir für die Schäden am anderen Sondereigentum verantwortlich sind!?

    Die Mieterin macht jetzt den Anspruch über ihren Vermieter, hier die HV, geltend, der die Sache an uns weiterleitet, als Verursacher.

    Die Versicherung mit Leitungswasserschäden besteht. Der Verwalter lehnt eine Deckung der Kosten aus dem WEG-Bereich ab, da er davon ausgeht, dass jene Handwerker über eine Berufshaftpflichtversicherung verfügen müssten. Als Versicherung - egal welche - würde ich die Übernahme auf jeden Fall verweigern, eben weil nicht ordnungsgemäß und zeitnah gemeldet wurde.

    Hätten wir davon gewusst, hätte dies stattfinden können, sodass die Mieterin die Schuld trifft dies unmöglich gemacht zu haben.

    Kann man dem Verwalter gegenüber jetzt sagen, ja sorry, Berufshaftpflicht der Handwerker ist nicht möglich?

    Oder soll man jetzt zur Mieterin stiefeln, sich das anschauen und selbst den Farbeimer schwingen (so ein Minibad und fast alles gefliest, kostet keine 250 EUR)?

    Auf der anderen Seite fehlen hier überall die Beweise und wir sind durch den Erwerb der ETW und Renovierung wirklich knapp bei Kasse.
     
  5. Duncan

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    Ok, alles auslegen, Objekte schützen, Ränder und Abdeckbereiche abkleben, Absperrschicht auftragen, Trockenzeit (mehrfache An-und Abfahrten!), Sperrschicht 2, Trocknen, Grundierung, Trocknen, eigentlicher Farbauftrag. ggf. mehrfach. Dazwischen ggf. mehrmals auslegen, Objekte schützen, Ränder und Abdeckbereiche abkleben... - ehm Material(+Beschaffung+Transport), Werkzeuge (anteilig/absolut), Klein-&Hilfsmaterial.

    Mach man.

    Wie kann ein Handwerksunternehmen nicht mehr greifbar sein? Verstorben? Insolvent? Sonstige Geschäftsauflösung?

    Schwarzarbeiter, möglichst aus dem hinteren Kalmückistan? Sehr schön, es trifft den Richtigen.
     
  6. Andres

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    Ja.


    Das ist der richtige Ablauf. Mit der Mieterin direkt solltest du keine Vereinbarungen treffen. Auf Ansprüche des Eigentümers kann sie nicht verzichten.


    Der Verwalter sollte mal daran erinnert werden, wer die Beiträge für die Versicherungen und nebenbei auch sein Honorar zahlt. Die Gebäudeversicherung kann ja gerne versuchen, anschließend an eine Regulierung Regress zu nehmen - vielleicht haben die mehr Erfolg bei ihrer Suche.


    Das mag ja sein, aber soll man es deshalb nicht einmal versuchen?


    Grundsätzlich ist das nicht ganz falsch, nur wird sich die Mieterin darauf berufen, dass sie erstens die Zusage von den Handwerkern hatte und zweitens der Hauswart über den Vorfall informiert war. So oder so würde das nur einen Anspruch des Vermieters begründen, § 536c Abs. 2 BGB.

    In erster Linie trifft euch die Schuld, weil ihr die Handwerker nicht ausreichend überwacht habt. Gegenüber der WEG seid ihr die Verursacher.


    Wenn das für den Eigentümer dieser Wohnung akzeptabel ist, wäre das möglich.


    Ach? Woher das Wasser kommt, lässt sich meist ermitteln - es fließt selten aufwärts und teleportiert sich auch nur ausnahmsweise durch Stockwerke. Den zeitlichen Zusammenhang mit den Arbeiten in eurem Bad können zwei Zeugen bestätigen.

    Willst du dich wirklich auf diese Argumentation einlassen?


    Was tut das zur Sache?
     
  7. #6 Anandamayi, 16.03.2015
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    Vielen Dank für eure Antworten. Das hilft mir in meiner gedanklichen Sortierung sehr weiter.

    Die Handwerker kamen nicht aus Sonstirgendwas, waren dennoch Bauluden vorm Herrn und wir sind schon ständig hinter allem her gerannt - standen aber unter Zeitdruck, sodass wir uns keine anderen besorgen konnten. Wir haben uns unschön getrennt.

    Wir sind auch keine A-Löcher, weshalb ich über dieses Forum einfach nur den sachgemäßen Ablauf in Erfahrung bringen wollte, bzw. Möglichkeiten sehen wollte, die wir hier zu zweit nicht sehen.

    Den Antworten entnehme ich jetzt, dass wir nicht selber zur Mieterin gehen sollen, sondern auf einen Kontakt vom Eigentümer warten (bzw. einfordern) - mit Schadensbericht und Behebungsvoranschlag bzw. Rechnung.? Und vielleicht sollten wir dem Verwalter auch mitteilen, dass es keine Handwerker gibt, die in Regress genommen werden könnten?
    Wäre das der beste Weg?
     
  8. Andres

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    Wichtiger wäre, dass der Verwalter es trotzdem bei der Versicherung probiert. Warum zahlt man denn für die Versicherung? Bei Obliegenheitsverletzungen darf die Versicherung die Regulierung ablehnen - aber sie muss nicht.


    Ansonsten ja.
     
  9. #8 Anandamayi, 17.03.2015
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    Vielen Dank.

    Ich werde über den Fortgang berichten ;)
     
  10. Jobo45

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    genau und als Argument gegenüber der Verwaltung kannst Du ja mitteilen dass der Hauswart den "er angestellt" hat, ja informiert war.
     
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