Wasserzähler

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von Nele, 05.03.2007.

  1. Nele

    Nele Benutzer

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    Hallo. In meiner Wohnung gibt es keinen Wasserzähler. Es gibt nur einen Wasserzähler für das ganze Haus. Es sind 16 Einheiten im Haus und somit wird die Rechnung auf 16 geteilt. Weil ich ziemlich viel zahlen muss und ich nichtmal 1/3 davon verbrauche, dachte ich mir, dass ich mir einen eigenen Wasserzähler einbauen lasse. Kann ich es als einziger im Haus machen lassen oder muss ich warten bis es im ganzem Haus gemacht wird? Kann ich dann drauf bestehen eine Abrechung zu bekommen die sich nur auf mich bezieht? :help
     
  2. AdMan

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  3. RMHV

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    Die Vorstellungen über den eigenen Verbrauch erweisen sich in vielen Fällen in der Realität als unhaltbar. Das ist allerdings völlig unerheblich. Entweder gibt einen vereinbarten Kostenverteilungsschlüssel, dann ist dieser Schlüssel zu verwenden oder es gibt keine Vereinbarung, dann sind die Kosten nach dem Gesetz zu verteilen. In einer Wohnungseigentümergemeinschaft also nach Miteigentumsanteilen, in einem Miethaus nach Wohnfläche.

    Voraussetzung für eine Kostenverteilung nach Verbrauch ist, dass zumindest alle Einheiten mit Zählern ausgestattet sind.

    Ob es einen Anspruch auf den Einbau von Zählern gibt, wird vom Bundesland abhängen. Nachrüstpflicht bei Altbauten gibt es in Hamburg und, soweit ich mich erinnern kann, noch in einem weiteren Bundesland. Welches das ist habe ich allerdings mangels persönlichem Interesse nicht mehr in Erinnerung.
     
  4. #3 lostcontrol, 05.03.2007
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    woher weisst du, dass du "nichtmal 1/3 davon verbrauchst" wenn du doch keinen wasserzähler hast? schätzt du das?
    oder anders gefragt: erzähl mal, wieviel du zahlst bei welchem wasserpreis (bzw. wenn du das weisst gleich wieviele cbm man dich bezahlen lässt), dann nenne ich dir ein paar vergleichswerte für single-mieterinnen...

    man vertut sich da recht schnell bei den wasserverbräuchen...
     
  5. Nele

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    Hallo.Ich wohne erst seit 2 Wochen in der Wohnung die ich gekauft habe. Ich habe den Wirtschaftsplan erhalten und konnte sehen das ich für Wasser 58 Euro monatlich zahlen muss. Bis jetzt habe ich in einer Mietwohnung gelebt und hatte eigenen Wasserzähler. Bezahlt habe ich 22 Euro Monatlich. Es kann sein, dass sich der gesamte Jahresverbrauch durch mich jetzt in diesem Haus verkleinern wird, halbieren wird es ihn aber nicht, bei 16 Einheiten. Die Wohnung die ich gekauft habe befindet sich nur ein paar Strassen weiter von der wo ich zu Miete gewohnt habe. Also ich glaube auch nicht daran, dass das Wasser in der anderen Strasse um 100 % teurer ist.
     
  6. #5 lostcontrol, 05.03.2007
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    ok. akzeptiert.
    ich kenne euren wasserpreis nicht, aber wenn ich mal vergleiche stelle ich fest, dass im €-vergleich eine unserer grössten wasserverbraucherinnen da sogar noch drunter liegt: sie verbraucht monatlich im schnitt ziemlich genau 3cbm = in 2006 monatlich ca. € 16,67. dein wasserverbrauch kommt mir also eigentlich schon hoch vor.

    dass du nun plötzlich monatlich € 58,00 für wasser zahlen sollst, kommt mir da natürlich EXTREM vor - das wären ja dann satte 10,419cbm monatlich = knappe 350 liter am tag.
    DAS kann wirklich nicht sein. bzw. könnte schon, aber da müsstest du ja schon 'nen mittleren swimmingpool unterhalten...
    da würde ich tatsächlich mal protestieren, da stimmt irgendwas nicht.

    wenn's zur gleichen stadt gehört sicher nicht.
     
  7. Nele

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    Hallo. Ja, es ist in der selben Stadt. Ich habe vergessen zu sagen das im Erdgeschoss ein Friseursalon ist. Es kann doch nicht war sein das ich mich da mitbeteilige oder doch?! Wenn JA, dann wird man ja richtig verarscht. Der Gang zum Verwalter wird wohl notwendig sein um dies zu klären.
     
  8. #7 lostcontrol, 06.03.2007
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    ooooops. das könnte natürlich am frisiersalon liegen.
    aber WENN das tatsächlich der fall sein sollte, dass der gemeinsam mit den privaten mietern abgerechnet wird, dann ist das so oder so nicht gerecht - zumal beim friseursalon sehr hohe abwasserkosten anfallen. die dürfen keinesfalls auf die privaten umgelegt werden.
    unbedingt SCHLEUNIGST etwas unternehmen.
    ich vermute da eine absolut unkorrekte abrechnung.
     
  9. RMHV

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    Mieter werden vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung vor den Folgen eigener Dummheit geschützt. Wohnungseigentümer sind dagegen für ihre Entscheidungen selbst verantwortlich.

    Es mag durchaus sein, dass durch einen Friseursalon ein extrem hoher Wasserverbrauch entsteht. Sieht die Teilungserklärung allerdings die Kostenverteilung nach Miteigentumsanteilen vor, kann auch der Verwalter daran nichts ändern. Der Gang zum Verwalter wird also mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass der Verwalter dem Eigentümer etwas vorlesen wird aus der Teilungserklärung und dem Wirtschaftsplan.
    Es ist etwas abwegig, wenn man aus Gerechtigkeitserwägungen heraus auf eine "absolut unkorrekte Abrechnung" schließen will; noch dazu, wenn es einen durchaus plausiblen Grund für hohe Wasserkosten gibt.
    Dass das Ergebnis unbefriedigend ist, bedarf keiner weiteren Erörterung. Trotzdem ist es - zumindest bis zum Beweis des Gegenteils - einfach nur die Folge der bestehenden Vereinbarungen der Eigentümer.

    Nach bisherigem Recht wird einem Wohnungseigentümer ein Anspruch auf Änderung des Kostenverteilungsschlüssels zugestanden, wenn die vereinbarte oder gesetzliche Kostenverteilung zu grob unbilligen Ergebnissen führt. Dabei wird die Grenze in der Regel beim zwei- bis dreifachen der Kosten gezogen, die bei einer billigen Verteilung anfallen würden. Mit der Feststellung grober Unbilligkeit und ergibt sich ein Anspruch auf Änderung. Ein neuer Schlüssel ergibt sich daraus aber noch nicht. Hier müssen sich die Eigentümer erst noch einigen, was gelegentlich zur Problemen führen kann.

    Nun gibt es ab dem 01.06.2007 ein neues WEG. Mit der Neufassung des Gesetzes erhält die Gemeinschaft die Beschlusskompetenz zur Änderung der Kostenverteilung. Willkürliche Änderungen werden aber auch nach neuem WEG nicht zulässig sein. Verbrauchsabhängige Kostenverteilung wird durch Beschluss einzuführen sein. Hier bietet sich also für die Zukunft durchaus ein Ansatz.
     
  10. #9 lostcontrol, 06.03.2007
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    ich habe nicht geschlossen sondern vermutet.

    aber andere frage:
    müsste nicht der frisörsalon als gewerblicher mieter ohnehin anders abgerechnet werden? ich meine mich erinnern zu können dass es da vorschriften gibt.
     
  11. RMHV

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    Innerhalb einer WEG gelten die Vereinbarungen der Eigentümer - zumindest bis zur Grenze der groben Unbilligkeit - ohne jede Einschränkung. Die einzige gesetzliche Vorschrift zur Kostenverteilung findet man im WEG und damit Verteilung nach Miteigentumsanteilen. Von einer getrennten Abrechnung für wen auch immer ist dabei aber nicht die Rede. Es sit auch völllig unerheblich, ob eine Einheit nun vom Eigentümer selbst genutzt oder vermietet wird.
     
  12. #11 Martens, 26.03.2007
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    ...Nun war ich eine ganze Weile nicht mehr hier - und dann lese ich dies.

    Herrlich! :Blumen

    Ach ja, inhaltlich folgende Anmerkung:
    Wir verwalten seit vielen Jahren eine WEG mit 17 Einheiten, davon eine Kneipe und ein Friseur. In der Teilungserklärung steht Abrechnung nach MEA. Punkt.

    Seit Jahren wird über separate Zähler der Wasserverbrauch der Kneipe und des Friseurs separat abgelesen und den jeweiligen Nutzern direkt belastet, die übrigen Wasserkosten werden auf die übrigen Einheiten nach MEA verteilt.

    Diese seit Jahren geübte Praxis haut uns das Landgericht gerade um die Ohren... :vertrag
    Juristisch völlig richtig.

    Christian Martens
     
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