WEG blockiert Einhaltung des Wirtschaftlichkeitsgebot bei Gasanbieterwahl

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von aquila, 04.04.2014.

  1. aquila

    aquila Erfahrener Benutzer

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    Es gibt das sog. Wirtschaftlichkeitsgebot für Vermieter. Darauf hat mich mein neuer Mieter angesprochen indem er darauf hinwies, dass das Stadtgas für die Heizung vom teuersten Anbieter bezogen wird. Daraufhin habe ich nachgeschaut und wohl wahr ohne Bonus und andere intransparente Goodies würden wir bei einem anderen Stadtwerk bereits 800 EUR (ca. 20%) im Jahr weniger Gaskosten haben.

    Nun haben wir das auf der WE-Versammlung angebracht und keiner will wechseln und schon garnicht die Hausverwaltung.

    Erstmal nicht wirklich tragisch, so lange der Mieter weiter seine Nebenkosten zahlt.

    Hat der Mieter eine Handhabe im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes:
    1. Der Vermieter ist nicht berechtigt, überteuerte Aufwendungen in die Betriebskostenabrechnung einzustellen.
    2. Der Vermieter trägt die Beweislast dafür, dass er wirtschaftlich gehandelt hat.

    Wenn ja, wie komme ich als Vermieter in einer WEG aus der Zwickmühle raus?
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Nein, jedenfalls sofern nicht das Gegenteil offensichtlich ist.

    Und bei 20 % Mehrkosten glaube ich nicht, dass der Mieter erfolgreich Unwirtschaftlichkeit behaupten kann. Neben den reinen Kosten darf der Vermieter z.B. auch langfristig gute Erfahrungen (Zuverlässigkeit, Service, ...) in seine Überlegungen einbeziehen. Einen Anspruch des Mieters sehe ich daher nicht.

    Dass es trotzdem sinnvoll ist, über einen Wechsel zu einem günstigeren Anbieter nachzudenken, ist eine völlig andere Frage. Und die Meinung der Hausverwaltung dazu wäre mir wurscht: Beschlussfassung und fertig.
     
  4. aquila

    aquila Erfahrener Benutzer

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    Danke Andreas, Deine Anmerkungen sind für mich sehr hilfreich!
     
  5. #4 Martens, 05.04.2014
    Martens

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    Fangen wir hinten an:

    Die Meinung der Hausverwaltung ist in der Tat ohne Belang, die Eigentümer entscheiden. Wenn die aber mehrheitlich auch nicht wechseln wollen... muß der Verwalter dies nicht tun.

    Zur Frage der Betriebskosten:
    Der Vermieter kann die Kosten als Betriebskosten abrechnen, die ihm entstehen, siehe §1 Betriebskostenverordnung und die mit dem Mieter vereinbart sind:

    Da ein einzelner Eigentümer in einer WEG nicht frei entscheiden kann, welcher Stromanbieter, Gasanbieter, Öllieferant genommen wird, welche Hausreinigungsfirma, Wartungsfirma etc. den Vertrag bekommt, entstehen ihm eben die anteiligen Kosten aus der WEG-Abrechnung.

    Soweit von der Sache her mietvertraglich vereinbart, muß der Mieter diese Kosten dann in der Höhe tragen, wie sie dem Vermieter entstehen.

    Christian Martens
     
  6. #5 Zeitungsleser, 19.04.2014
    Zeitungsleser

    Zeitungsleser Gast

    Wirtschaftlichkeitsgebot

    Wenn die Unwirtschaftlichkeit nachgewiesen ist, kann der Mieter seine Mietnebenkostenzahlungen reduzieren.
    Dann hat der Vermieter ein Problem.
    Der Vermieter hat gegenüber der WEG-Gemeinschaft Anspruch auf ordnungsgemäße Verwaltung, muss also unangemessen überhöhte Hausgelder nicht zahlen.
    Zur Durchsetzung dieses seines Anspruches gegenüber der WEG-Gemeinschaft wird er viel Zeit benötigen.
    Ein weiser Vermieter stellt die überhöhten Nebenkosten rechtzeitig selber fest, und kümmert sich um rechtzeitigen WEG-Beschluss zur Hausgeldverringerung, ehe er vom Mieter dorthin geprügelt wird.
     
  7. #6 Tobias F, 19.04.2014
    Tobias F

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    Der Vermieter hat das zu zahlen was der beschlossene Wirtschaftsplan, bzw. die beschlossene Hausgeldabrechnung vorsieht !


    Sorry, aber noch entscheidet in einer WEG die GEMEINSCHAFT. Einen Anspruch auf Wechsel des Gasanbieters o.ä. gegenüber der Gemeinschaft gibt es NICHT.
     
  8. #7 Maakler, 09.05.2014
    Maakler

    Maakler Gast

    Wirtschaftliches Handeln

    Wenn die WEG-Gemeinschaft gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot beschlussmäßig verstößt, kann jeder Miteigentümer diesen Beschluss gerichtlich aufheben lassen. Dieses Wirtschaftlichkeitsgebot ergibt sich aus der Pflicht zum ordnungsgemäßen Verwaltungshandeln.
     
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