WEG möchte Verkäufer verklagen?

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von M.Edge, 19.06.2016.

  1. M.Edge

    M.Edge Neuer Benutzer

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    Guten Morgen,

    ich bin Eigentümer in einem Objekt das kernsaniert wurde. Die Wohnungen wurden von ca. 1 Jahr übergeben und seit dem gibt es immer noch kleinere bis größere Probleme mit dem Verkäufer. Ein Gutachter hat Mängel festgestellt die noch nicht ganz behoben sind und daher halten die meisten Eigentümer die Sicherungszahlung noch zurück. Nun gibt es lt. einigen Eigentümern aber noch viel Größere Probleme die ich kurz schildern möchte und mich über eure Meinung freuen würde.

    1. Ein Teil des Hauses wurde hydraulisch angehoben. Das wurde den Käufern aber nicht mitgeteilt. Hätte das gemacht werden müssen u. kann das zu einer Preisminderung führen? Durch die Anhebung sind keine Probleme bzw. Mängel entstanden. Alles wurde ordnungsgemäß durchgeführt.
    2. Es gibt eine Umweltgutachten, was auch dem Umweltamt vorliegt, dass der Boden in tiefen ab ca. 7 m verunreinigt ist. Nach dem Krieg wurde dort wohl Bauschutt abgelegt. Es gibt keinen Brunnen / das Trinkwasser kommt von der Stadt. Hätte man diesen Umstand den Käufern mitteilen müssen? Grund für eine Preisminderung?
    Nung gibt es nächste Woche eine Eigentümerversammlung die einige "hoch motivierte" Miteigentümer einberufen haben. Man möchte den Verkäufer verklagen. Ein Rechtsanwalt ist auch eingeladen um uns zu beraten. Hier kommen noch 2 abschließende Fragen.

    1. Reicht eine einfache Mehrheit um den Verkäufer zu verklagen?
    2. Die Einheiten sind in verschiedene Häuser aufgeteilt, kann man als Haus aus einer WEG austreten?
    Meine persönliche Meinung ist, dass eine Klage wenig Chancen hat u. sich über Jahre hinziehen wird und nur Geld kostet. Chancen dort einen lohnenswerten Betrag erstattet zu bekommen sind doch eher gering? (Jede Whg. hat ca. 300k€ gekostet / 22 WE)

    Danke füre Kommentare.

    M.Edge
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    So so, eine Minderung ohne Mangel. Das wird lustig.

    Hat der Verkäufer über diesen Umstand getäuscht? Ist er danach überhaupt gefragt worden? Jedenfalls gibt es keine Verpflichtung, beim Verkauf vorsorglich sämtliche Maßnahmen zu offenbaren, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden (fachgerecht, noch dazu) und die vielleicht irgendwelchen zukünftigen Eigentümern nicht passen könnten.


    Das ist schon eher interessant. Welche Folgen hat diese "Verunreinigung"? Kommen auf die Gemeinschaft oder einzelne Eigentümer konkrete Verpflichtungen zu? War der Umstand dem Verkäufer bekannt?


    Ja, es könnte sogar so weit gehen, dass ein einklagbarer Anspruch auf einen derartigen Beschluss besteht, wenn die Gemeinschaft Ersatzansprüche gegen den Verkäufer hat. Da du aber hauptsächlich Fragen im Zusammenhang mit den Kaufverträgen schilderst, frage ich mich doch, ob die Gemeinschaft hier überhaupt Ansprüche hat oder ob es nicht viel eher die Käufer selbst sind.


    Theoretisch ja, praktisch schwierig, mit 22 Eigentümern an der Grenze zu unmöglich und in jedem Fall teuer. Es sind weitreichende Änderungen am Grundbuch erforderlich, außerdem selbstverständlich Allstimmigkeit.
     
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  4. M.Edge

    M.Edge Neuer Benutzer

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    Hallo Andres,
    danke für deine Antwort.

    Nein, danke für deine Bestätigung. Das hätte ich auch so gesehen. Es gibt dadurch auch keinen Mangel noch droht das Haus was hier schon 60 Jahre steht abzusacken.

    Es gibt keinerlei Verpflichtungen bzw. Auflagen des Umweltamts. Lediglich hätte man wohl bei einem Neubau, mit Keller, den Boden abtragen müssen aber da es sich nur um eine Kernsanierung handelt bestehen keinerlei Verpflichtungen. Es wird meiner Ansicht nach nur nach etwas gesucht. Der Initiator hat wohl schon einiges an Geld für einen Anwalt ausgegeben u. will das nun auf die Gemeinschaft umlegen.

    Bin nicht sicher ob ich das 100%ig verstehe. Was meinst du mit einklagbarer Anspruch auf Ersatzansprüche? Warum denkst du die Gemeinschaft hat keine Ansprüche? Das wäre sehr interessant da wir die Versammlung nächste Woche haben u. ich das ganze einfach nur vom Tisch haben möchte ohne irgendjemanden zu verklagen.......

    Besten Dank.

    M.Edge
     
  5. Oberst

    Oberst Gast

    schau in dein Kaufvertrag, da steht drin was der Verkäufer zugesichert hat oder auch nicht.
    drum prüfe im Vorfeld, alle Dinge, welche zugänglich sind.
     
  6. Andres

    Andres
    Super-Moderator

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    Damit meine ich: Wenn sich jemand der Gemeinschaft gegenüber z.B. schadenersatzpflichtig gemacht hätte, würde es zu einer ordnungsmäßigen Verwaltung gehören, diesen Anspruch durchzusetzen, soweit das praktikabel und einigermaßen erfolgversprechend ist. Auf diese ordnungsmäßige Verwaltung hat jeder Eigentümer einen Anspruch (§ 21 WEG), der auch einklagbar ist.


    Der alte Eigentümer hat an die neuen Eigentümer verkauft, nicht an die Gemeinschaft. Wenn die Sache mangelhaft ist, ist das eine Angelegenheit zwischen Käufer und Verkäufer. Es mag zwar sinnvoll sein, sich in der Gemeinschaft darüber zu beraten, weil irgendwie alle das gleiche Problem haben, aber genau genommen hat die Gemeinschaft mit den bisher geschilderten Überlegungen gar nichts zu tun.
     
    M.Edge, Syker und Akkarin gefällt das.
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