Welche Rechtsgrundlage hat der Mieterbund?

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Hannoveranerin96

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Hallo zusammen.
Ich bin hier ganz neu im Forum und auch in meiner Funktion als Vermieterin. Dafür habe ich aber direkt einen Glücksgriff mit meinen Mietern getätigt. Zum Hintergrund: ich kaufte 2012 in Hannover eine Wohnung, habe diese über drei Jahre selbst bewohnt und bin 2016 mit meinem Mann in seine Eigentumswohnung gezogen. Meine Wohnung habe ich an meine ehemaligen Nachbarn vermietet. Ein freundliches junges Paar, was verzweifelt eine neue Wohnung suchte, weil sie in ihrer jetzigen Wohnung so viele Mängel hätten, aber der Vermieter sich nicht mehr bei ihnen zurück melden würde. Da hätte ich hellhörig werden müssen... Nun ja, die soziale Ader war stärker. Kurz nachdem die beiden, 2016, eingezogen sind ging es los. Anfangs kamen die Nachrichten wegen Kleinigkeiten (Türschloss hakt, der Raumthermostat ginge nicht... war jedes mal schnell erledigt, da meist anwenderfehler ;-)) und als frisch gebackene Vermieterin geht man motiviert an die Sache ran. Schnell kippte die Stimmung und schließlich wurde die Post vom Mierbund dauergast in meinem Briefkasten. Da die Forderungen und auch generell die Formulierungen des Mieterbundes so absolut nichtssagend sind, habe ich mir die Frage gestellt: warum reagiere ich darauf überhaupt? Auf welcher Rechtsgrundlage dürfen die Forderungen an mich stellen? Und das ist meine Frage: gibt es eine rechtliche Grundlage, die mir, als Vermieter, vorschreibt, dass ich den Aufforderungen des Mieterbundes nachkommen muss bzw kann es ernsthafte Konsequenzen für mich haben, wenn ich eben nicht auf den Verein (mehr ist es ja nicht) reagiere?

Ich wäre dankbar für Antworten, da es aktuell um die Betriebskostenabrechnung geht, die ich zusammen mit einem Rechnungsprüfer, erstellt habe und wonach meine Mieter mir eine kleine Nachzahlung "schulden".

:danke
 
anitari

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gibt es eine rechtliche Grundlage, die mir, als Vermieter, vorschreibt, dass ich den Aufforderungen des Mieterbundes nachkommen muss

Nein.

bzw kann es ernsthafte Konsequenzen für mich haben, wenn ich eben nicht auf den Verein (mehr ist es ja nicht) reagiere?

Nicht das ich wüßte.

Auf welcher Rechtsgrundlage dürfen die Forderungen an mich stellen?

Weil sie von dem Mitglied beauftragt wurden?

Ich wäre dankbar für Antworten, da es aktuell um die Betriebskostenabrechnung geht, die ich zusammen mit einem Rechnungsprüfer, erstellt habe und wonach meine Mieter mir eine kleine Nachzahlung "schulden".

Was hat das jetzt mit dem Mieterbund zu tun?

Hat der Rechnungsprüfer auch Ahnung von Mietrecht?

Ist die Abrechnung inhaltlich und rechnerisch korrekt?

Das ist in dem Zusammenhang wichtiger.
 

Hannoveranerin96

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Der Rechnungsprüfer hat Erfahrung im rechtlich korrektem Erstellen einer Betriebskostenabrechnung, welche die Mieter jetzt (natürlich) auch anzweifeln. Aber es wurde alles x-mal geprüft und gegengerechnet und trotzdem schaltet sich der Mieterbund ein.
 
Sweeney

Sweeney

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Im Zweifelsfall wäre zu prüfen, ob eine Vollmacht durch den Mieter an den Mieterbund erteilt wurde und was diese konkret beinhaltet.

Natürlich könnte man als Vermieter alles anzweifeln und sich zunächst Kopien der Vollmachtserteilungen übersenden lassen, jedoch wird dies im Endeffekt lediglich zu einer zeitlichen Verzögerung führen. Entscheidender wäre, die vorgetragenenen Fehler der Betriebskostenabrechnung zu prüfen und ggf. zu korrigieren.

Ratsam bleibt im Übrigen trotzdem, sämtliche Korrespondenz an den Mieter zu richten, denn dieser bleibt - unabhängig von einer erteilten Vollmacht - weiterhin Vertragspartner.
 

Hannoveranerin96

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Natürlich dürfen sie die Abrechnung prüfen. Da gegen sage ich auch gar nichts. Ich habe sogar, weil ich mir schon dachte, dass wieder der Weg zum Mieterbund, statt zu einem Gespräch mit mir gesucht wird, meine Abrechnung von der Hausverwaltung UND meinen Grundsteuerbescheid an meine Mieter ausgehändigt, damit sie sehen, dass alles korrekt ist. Versteht mich nicht falsch, ich werde niemanden sein Recht absprechen wollen, langsam wirkt der Gang zum mieterbund für mich nur wie blanke Schikane und meine Nerven sind ehrlich gesagt überstrapaziert.
 

Papabär

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Soweit der Mieterbund eine Vollmacht der Mieter vorgelegt hat, sind deren Schreiben zu behandeln, als ob sie vom Mieter selber stammen würden. Natürlich MUSS man auf Mieterschreiben nicht reagieren ... ratsam ist es allemal.

Erfahrungsgemäß dienen manche Schreiben des Mieterbundes eher zur Belustigung als dem tatsächlichen, sachlichen Austausch. Das liegt daran, dass die dem zahlenden Mitglied ja irgendeine Form von Aktivität präsentieren müssen. Hier kommt es auf das Schreiben im konkreten Fall an.
Die Anforderung von Belegen/Belegkopien beispielsweise dient lediglich der Prüfung der Abrechnung - und darauf hat der Mieter ein Anrecht. Wenn die Abrechnung korrekt ist, hat man da ja auch nichts zu verbergen, oder?
 

Hannoveranerin96

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Ich versteh dich schon. Nur was willst Du dagegen machen?

Gibt es denn keinen Grund dem Mieter zu kündigen?
Zum Glück haben die Mieter bereits gekündigt. Ich hätte da sonst nichts machen können. Als Vermieter ist man echt der... :91:
 

Hannoveranerin96

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Ratsam bleibt im Übrigen trotzdem, sämtliche Korrespondenz an den Mieter zu richten, denn dieser bleibt - unabhängig von einer erteilten Vollmacht - weiterhin Vertragspartner.

Das ist ein guter Hinweis. Das werde ich tun. Danke. Ich denke, dass meine Mieter es sich leicht machen wollen mit dem Gang zum Mieterbund und vielleicht hört das auf, wenn ich nicht dem MB auf die Schreiben antworte, sonder meinen Mietern.
Ich wünsche mir halt nur endlich Ruhe. Den aktuellen "Schaden" am Sicherungskasten zahle ich schon freiwillig, ohne überhaupt prüfen zu lassen, ob es Verschulden der Mieter geben könnte. Hauptsache da wird nicht das nächste Fass aufgemacht...
 

Berny

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Ich hätte, sobald zu erkennen war, wohin der Hase läuft, ihnen angeboten zu kündigen, da ich den Eindruck gewonnen habe, dass es ihnen hier wohl anscheinend nicht gefällt.
 
BHShuber

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Das ist ein guter Hinweis. Das werde ich tun. Danke. Ich denke, dass meine Mieter es sich leicht machen wollen mit dem Gang zum Mieterbund und vielleicht hört das auf, wenn ich nicht dem MB auf die Schreiben antworte, sonder meinen Mietern.
Ich wünsche mir halt nur endlich Ruhe. Den aktuellen "Schaden" am Sicherungskasten zahle ich schon freiwillig, ohne überhaupt prüfen zu lassen, ob es Verschulden der Mieter geben könnte. Hauptsache da wird nicht das nächste Fass aufgemacht...

Hallo,

grundsätzlich muss man wissen, dass die Damen und Herren, die da im Mieterbund sitzen und hochtrabende fordernde Schreiben an die Vermieter verfassen, zu 89% Herrschaften sind, die ihr Staatsexamen auch beim 2ten Mal nicht geschafft haben und als Rechtsanwälte nicht arbeiten dürfen.

Dann haun die mal einen raus, der Mieter ist sich nicht im Klaren, welche Konsequenzen das für ihn haben kann, der ist nur befriedigt weil er zu seinem vermeintlichen Recht kommt, dem Vermieter eines überbraten zu lassen, die Folgen daraus sind, dass der Vermieter sich oftmals genötigt sieht, selber einen Juristen zu beschäftigen, der dann der Natur entsprechend den Sachverhalt ganz anders sieht und gegenhält, kommt es dann zu einem Prozess, verlieren die Mieter sehr oft obwohl doch in Sicherheit wähnend, sich hier doch unverbindliche und kostenlose Rechtauskunft geholt zu haben gegen Mitgliedsbeitrag.

Also, alles ein wenig gelassen sehen, bestreiten kann der Mieter die Abrechnung gerne mal aber nicht einfach nur pauschal, er muss schon darlegen was genau er gedenkt zu bestreiten, gerne bekommt er Einsicht in die Abrechnungsunterlagen (wobei, 100% derer die das wahrnehmen verstehen nur Bahnhof).

Ein ständiges pauschales Monieren der Abrechnung ohne nachvollziehbaren Vortrag was genau, läuft regelmäßig ins Leere, wenn der Vermieter dann Ernst macht.

Mein Verdacht in deiner Sache zum jetzigen Zeitpunkt, die Wohnung wird sich bei Rückgabe durch den Mieter in einem desolatem Zustand befinden, jede Wette!

Gruß
BHShuber
 

Hannoveranerin96

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Hallo BHShuber,
Danke für die ausführliche Antwort. Ich durfte die Wohnung bereits besichtigen, denn ich habe (als ich sah wohin der Hase läuft) meinen Mietrtn die Wohnung sogar zum Kauf angeboten. Desolat ist nicht der Begriff, den ich nehmen würde, um den Zustand zu beschreiben, aber es hat auch nichts mehr mit dem Zustand zu tun, in dem ich die Wohnung übergeben habe.

Wie gesagt, ich möchte gar kein Fass aufmachen, binnur froh, wenn das alles erledigt ist und ich die nie wieder sehen muss. Die Wohnung werde ich jetzt auch versuchen zu verkaufen. Ich habe anscheinend nucht die Nerven zum vermieten ;-)
 
BHShuber

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Hallo BHShuber,
Danke für die ausführliche Antwort. Ich durfte die Wohnung bereits besichtigen, denn ich habe (als ich sah wohin der Hase läuft) meinen Mietrtn die Wohnung sogar zum Kauf angeboten. Desolat ist nicht der Begriff, den ich nehmen würde, um den Zustand zu beschreiben, aber es hat auch nichts mehr mit dem Zustand zu tun, in dem ich die Wohnung übergeben habe.

Wie gesagt, ich möchte gar kein Fass aufmachen, binnur froh, wenn das alles erledigt ist und ich die nie wieder sehen muss. Die Wohnung werde ich jetzt auch versuchen zu verkaufen. Ich habe anscheinend nucht die Nerven zum vermieten ;-)

Hallo,

die Stärke der Nerven kommt mit dem Zeitraum der Vermietung irgendwann stumpft man glücklicher Weise ab und nimmt sich nicht jedem Furz des quängelnden Mieters an und schon gar nicht der Sachlagen, die den Vermieter nichts angehen oder er dafür nicht zuständig ist.

Emotionen, Hoffnungen, Gutglauben habe im Vermieterleben nichts zu suchen, wer sich nicht mächtig sieht das zu ertragen, der sollte dann doch lieber in der Tat, sich von der Wohnung trennen oder die Vermietung beauftragen und das Mietverhältnis verwalten lassen, das geht auch.

Ich hoffe, das geht gut für dich aus und halte feste die Daumen.

Gruß
BHShuber
 
GSR600

GSR600

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Hallo,
dann würde ich aber nach dem Auszug der Mieter etwas Geld in die Hand nehmen und die Wohnung optisch auffrischen, also alle Wände weiss streichen , das steigert der Verkaufswert.
Verkaufsanzeige und Besichtigungen würde ich auch erst dem Auszug der Mieter machen.
 
immobiliensammler

immobiliensammler

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Der Rechnungsprüfer hat Erfahrung im rechtlich korrektem Erstellen einer Betriebskostenabrechnung, welche die Mieter jetzt (natürlich) auch anzweifeln. Aber es wurde alles x-mal geprüft und gegengerechnet und trotzdem schaltet sich der Mieterbund ein.

Nur zum Verständnis, wer oder was ist ein Rechnungsprüfer, kann man das lernen oder was?
 

Bovary

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ihr Staatsexamen auch beim 2ten Mal nicht geschafft

:smile048:Soweit ich weiss, haben Juristen nicht nur zwei Versuche, sondern zusätzlich einen "Freischuss".
(Mal zur Relation: "Meine Prüflinge" in einem mittleren Gesundheitsfachberuf (also ein Berufsleben lang nur unter Verantwortung arbeitend) haben tatsächlich nur einen Wiederholungsversuch für ihre Prüfung.)

hier doch unverbindliche und kostenlose Rechtauskunft
Ja, das ist wohl Teil des Problems.
 
Thema:

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muss man dem auf ein schreiben vom mieterbund reagieren

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