Werte von Wärmemengenzählern

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Cookie, 25.12.2008.

  1. Cookie

    Cookie Benutzer

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    Hallo, eine Frage an die Fachleute zum Verständnis von Wärmemengenzählern -damit meine ich die Erfasungsgeräte, die per Temperatursonden an Vor- und Rückläufen der Hauptstrangleitungen einer Einheit die Wärmemenge messen:

    Meines Wissens ist der angezeigte Wert doch eine "physikalische Größe" und kein relativer Wert am Gesamtverbrauch einer Heizanlage wie z.B. bei Verdunsterröhrchen.

    Aber welche Größe hat der Wert? kWh?

    Kann man die Meßwerte vom gleichen Strang aus verschiedenen Abrechnungsperioden vergleichen?

    Könnte man also z.B. sagen, wenn 2006 ein Verbrauch von 1000 Meßeinheiten anlag und 2007 waren es 2000 Meßeinheiten, dann hat man in 2007 doppelt so viel Heizenergie verbraucht, wie 2006 (und damit doppelt so viel Heizöl)???

    Wäre toll, wenn das jemand beantworten könnte!!! :danke
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Wärmemengenzähler (WMZ) werten physikalische Einheiten aus und zwar standardmäßig kWh, selten auch MWh (MegaWh). Damit sind die Werte direkt vergleichbar. WMZ werden jedoch auch bei Vorlauf und Rücklauf eingesetzt und die Differenz zwischen beiden Ableseeinheiten ist nun sowohl vergleichbar, wie auch "energiepreisentscheidend". Dieser Sachverhalt ist jedoch nur selten und eine Fernwärmekonforme Einrichtung.

    du verstehst hoffentlich, dass ich keine pauschale aussage aufgrund von allgemeinen Angaben machen kann. Ich denke jedoch, dass diese Infos hilfreich sind...
     
  4. Cookie

    Cookie Benutzer

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    Hallo Capo,

    vielen Dank, die Info ist total hilfreich!!! Da Du Dich scheinbar damit gut auskennst, würde ich gerne noch mehr zu dem Thema fragen:

    Wenn die Wärmemengenmesser als physikalische Größe kWh messen,müssten die Meßwerte doch mit dem Heizölverbrauch in einer relativ engen Relation stehen. D.h. hohe Meßwerte =hoher Heizölverbrauch, niedrige Meßwerte =niedriger Verbrauch.
    Allerdings würde ich als Laie annehmen, daß die Relation umso weniger besteht, je mehr Heizenergie nicht über die (gemessenen) Heizstränge entweicht, sondern z.B. über Kamin und "Wärmeklau" durch ungeheizte Wohnungen -stimmt das?

    Ich habe seit 1998 die Stände dieser Zähler notiert sowie den jährlichen Heizölverbrauch für das gesamte Gebäude erfasst. Wenn ich anhand dieser Werte versuche, die Messwerte der Wärmemengenzähler in Relation zu den Litern verbrauchten Heizöls zu setzen, stimmt das irgendwie überhaupt nicht.

    Für die Gewerbeeinheit z.B. entsprechen in
    -einem Jahr ca.32.000 Einheiten auf dem Wärmezähler 3.200 Litern Öl
    -in einem anderen Jahr 32.000 Einheiten über 5.000 Litern

    Für die Wohnung komme ich in verschiedenen Jahren für
    - 16.500 Einheiten auf 3.000 Liter (Gewerbe unter meiner Whg. nicht beheizt)
    - 19.500 Einheiten auf 1.950 Liter (Gewerbe unter meiner Whg. beheizt)

    Spricht das dafür, daß ein größerer Teil des verbrauchten Heizöls nicht verbrauchsabhängig über die Wärmemengenzähler erfasst wird, sondern z.B. durch Wärmeklau/ nicht isolierte Leitungen/ Kamin "entfleucht"?

    Danke sehr und Gruß von COOKIE :wink
     
  5. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Das Medium hat einen Brennwertfaktor, woraus sich die maximale Auswertung des Mediums in kWh ergibt. Erdgas zB hat einen Wert von 10,7. Das kann variieren, je nach Mischung des Gases. Dieser Wert steht auf der Gasrechnung.
    Ähnlich ist es bei Öl. Je nach zusammensetzung kann der Brennwert variieren. Es ist also maßgebend, wie hochwertig das Öl ist. Gerade Öl ist mit Schlacke versetzt (liegt in der Natur der Sache). Dadurch wird nicht alles, dass verbrannt wird, auch als Heizkraft ausgeschöpft.

    Der Verlust von Energie liegt an den Leitungen, das sollte jedoch logischerweise immer gleichmäßig sein, da die Leitungen nicht plötzlich länger werden...

    ungeheizte Wohnungen gibt es nicht. Heizkörper haben üblicherweise die "Sternstellung", die soll verhindern, dass bei Frost die Heizkörper einfrieren und dann einen rohrbruch verursachen (Ausdehnung bei Übergang von liquide Form zu Eis). Somit hat auch eine ungeheizte Wohnung einen kWh Verbrauch, der zwar minimal ist, jedoch existent.

    Nicht ganz unwichtig ist die Toleranz des Messgerätes. Die entscheidet, wann das Gerät zählt und wann nicht. Deswegen sollten diese Toleranzen bei allen Geräten im Objekt gleich sein. Diese Sache ist möglich, damit die Geräte auch bei vermehrten Verbräuchen gleichermaßen eingesetzt werden.
    zB: Der Verbrauch liegt nicht im kWh bereich sondern im MWh Bereich. Da wäre das Ende der Anzeige sehr schnell erreicht. Also kann ein Faktor eingestellt werden.

    zusammenfassung: Wenn der Öl Verbrauch gemessen werden kann, würde ich den einer Abrechnung mit kWh vorziehen und die gemessenen kWh nur als Verteilung ansehen. Das würde ich so machen, da die beeinflussenden Faktoren zu viel sind, wie die angesprochene Qualität des verwendeten Öls, Toleranz usw.
     
  6. Cookie

    Cookie Benutzer

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    Hallo Capo,

    danke für die weiteren Erklärungen -wirklich sehr interessant!!!

    Ja...schön wärs!!! Der Stand des Wärmemengenmessers meines Miteigentümers steht aber tatsächlich seit Okt.2006 auf dem gleichen Wert, sein Heizungsstrang ist komplett abgedreht. Er hat wohl seine Heizkörper abgelassen und heizt NULL. Daher ist er auch unbeirrbar der Meinung, er hat NULL Heizkosten zu zahlen :stupid

    Er macht seit mehreren Wochen auch mindestens 1x die Woche für 10-12 Stunden alle Türen seiner Räume im Erdgeschoss komplett auf. Die Türen sind so groß, daß praktisch eine Gebäudeseite komplett nach außen offen ist und die 3 große Hallen (ca. 180 qm, 3 m Deckenhöhe) dann wohl komplett auf Außentemperatur abkühlen. Darüber ist meine Wohnung und über dieser ein nur mäßig gedämmtes Flachdach.

    Ich weiß, das klingt alles total verrückt, aber ich habe hier mit einem echten Psychopathen zu tun, der völlig irre agiert. Das mit dem "Lüften" macht er vermutlich, damit ich mehr Heizöl brauche, denn er fing damit an, als der Verwalter ihm erklärt hat, er müsse sich an den Grundkosten beteiligen, ob er nun heizt oder nicht. Das will er aber partout nicht einsehen und denkt wohl tatsächlich, er muß keine Grundkosten zahlen. Er hat auch einen äußerst merkwürdigen Anwalt, der ihn in dieser Denke wohl auch noch bestärkt.

    Wenn er "lüftet" kann ich dann hier zuschauen, wie die Raumtemperatur in meiner Wohnung um 2 Grad fällt. Bodentemperatur in den Räumen ohne FBH ist dann noch 6-9 Grad.

    Es sind die gleichen Wärmemengenzähler, kann man diese Toleranzen denn "von Hand" nachträglich programmieren?

    So handhaben wir das eigentlich auch. D.h., wir ermitteln die Heizkosten (Öl, Betriebsstrom), davon die Grundkosten nach qm Wohn/Nutzfläche und die Verbrauchskosten anteilig nach den Werten der Wärmemengenzähler.


    Gruß von COOKIE
     
  7. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Die Toleranz ist Geräteabhängig. Damit ist das programmieren hinfällig :(

    Die Grundkosten sind ja trotzdem zu tragen. Dazu müß0te er schon die HzK ausbauen...

    Deine Temp geht langsam richtung Taupunkt. Da könnte Schimmel entstehen. Deswegen würde ich das protokollieren und bei Schimmel den Zusammenhang Lüftung EG - Taupunkt 1.OG - aufzeigen. Das kann ganz schnell teuer werden.
    zudem ist dieses extremes Lüften Bausubstanzschädigend. Er schadet also der Gemeinschaft und sollte für Kosten daraus aufkommen. Aber das nur so als Tip am Rande.
     
  8. Cookie

    Cookie Benutzer

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    Hallo Capo,

    wiederum vielen Dank für die Tipps!

    Ich hab das mit dem "Lüften" schon dem Verwalter mitgeteilt, der hat den Irren angeschrieben, er soll das lassen, weil sonst das Gebäude Schaden nehmen kann. Stört den aber nicht...

    Ich habe bisher immer dokumentiert, wie lange die Türen offen stehen u. Videos/Fotos gemacht. Er macht das seit Anfang November.

    Habe auch wirklich Sorge, daß es in den Räumen ohne FBH schimmelt. Da hab ich zur Wärmedämmung nach unten (war immer schon fußkalt) 2 cm dicke Spanverlegeplatten und den Teppich drauf. Möchte nicht wissen, wie es da drunter aussieht? :heul Nach Schimmel riechen tut es in den Räumen jedenfalls (noch?) nicht. Ich lüfte aber auch konsequent 2-3 mal täglich.

    Danke nochmal und ein schönes Wochenende!

    COOKIE :wink
     
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