WG Mitbewohnerin fristlos kündigen

Diskutiere WG Mitbewohnerin fristlos kündigen im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo ich bin leider noch blutiger Anfänger und momentan in einer schwierigen Lage. Ich wohne in der 3 Zi - Eigentumswohnung meiner Eltern...

  1. SLN

    SLN Gast

    Hallo

    ich bin leider noch blutiger Anfänger und momentan in einer schwierigen Lage.

    Ich wohne in der 3 Zi - Eigentumswohnung meiner Eltern und vermiete 2 Zimmer.
    Seit einigen Monaten haben wir eine neue Mitbewohnerin, die nicht nur sehr unfreundlich und dreckig ist, sondern auch zwei mal die Miete zu spät bezahlt hat. Außerdem lässt sie ständig Lichter an, Fenster offen, oder 2 mal auch den Herd an, wenn sie die Wohnung verlässt.
    Gerne wollte ich ihr eine Chance geben und habe es monatelang nett versucht und ihr ständig gesagt, sie solle bitte den Putzplan einhalten, ihrer eigenen Dreck wegmachen, keine Herdplatten anlassen etc. Es hat alles nichts geholfen.
    Außerdem haben wir ( die anderen Mitbewohner) mitbekommen, dass es aus ihrem Zimmer ständig sehr stickig und feucht riecht, offensichtlich hat sie seitdem sie hier wohnt noch nie gelüftet, hängt aber wöchentlich Wäsche zum trocknen in ihrem Zimmer auf. Daher haben wir ein wenig Angst, dass es zu Schimmel kommen könnte.

    In einem verzweifelten Versuch sie loszuwerden, habe ich mit ihr gesprochen und ihr gesagt, ich werde ihr fristlos kündigen, da sie durch ihr Herdplatten anlassen und die Wohnung verlassen ihre Sorgfaltspflicht verletzt habe. Da ich vorher aber nicht abgemahnt hatte war dies nicht möglich, da sie verstanden hat, dass ich dazu ohne Abmahnung nicht berechtigt bin. Es war ein dummer Versuch und ich habe ihr daraufhin fristgerecht gekündigt und eine Abmahnung für die verspäteten Mietzahlungen und angelassen Herdplatten geschrieben.

    Nun ist es so, dass sie um mich zu ärgern offensichtlich, Dinge tut die mir schaden, zum Beispiel mit Zwiebeln kocht, obwohl ich gegen diese allergisch bin und schon bei deren Geruch schlecht Luft bekomme und viel Parfum im Bad sprüht ( auch gegen Parfum bin ich in den meisten Fällen allergisch) . Sie weiss von meinen Allergien.

    Gerne würde ich diese Mitbewohnerin schon vor Ablauf der 3 monatigen frist hier ausziehen sehen.
    Wenn sie zum Beispiel eine weitere Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht begeht ( Herdplatte anlassen ) oder eine andere abzumahnende Handlung ( gerne höre ich Beispiele), kann ich Ihr dann fristlos kündigen?

    Jeder Tipp würde mir helfen.
    Vielen Dank
     
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  3. #2 Pharao, 08.02.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 08.02.2015
    Pharao

    Pharao Gast

    Hi SLN,

    hier mal der §573a BGB (Erleichterte Kündigung des Vermieters)
    Für fristlos wirst du schon triftige Gründe benötigen, wie zB mit 2 MM im Verzug. Ordentlich kannst du ihr auf jeden Fall kündigen, wenn sie ständig die Miete zu spät zahlt, allerdings sind vorige Abmahnungen dazu hilfreich. Alternativ, siehe oben.

    Sinnvoll wäre es also m.E. jetzt erstmal von der erleichterten Kündigung gebrauch zu machen. Sollten dann zwischenzeitlich andere Kündigungsgründe dazu kommen, kannst du diese ja dann immer noch hernehmen.

    Ob das Abmahngründe sind :?

    Manchmal hilft es, wenn man dem Mieter was anbietet (zum Beispiel: Eurönchen), damit man ggf. einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen kann.
     
  4. Andres

    Andres
    Super-Moderator

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    Tipp 1 kam schon von Pharao: Die Kündigungsfrist für eine erleichterte Kündigung beträgt nicht 3 sonder 6 Monate. Auch sonst sind noch ein paar Formalien zu beachten.

    Tipp 2 kommt von mir: Wurde das Zimmer möbliert vermietet (Bett, Tisch, Stuhl, Schrank), ist die Kündigung bis zum 15. eines Monats zum Monatsende möglich (§ 573c Abs. 3 BGB).
     
  5. SLN

    SLN Gast

    Vielen Dank für die Antworten!
    Ich habe ihr fristgerecht gekündigt mit der Begründung, ich benötige das Zimmer für Behandlungszwecke (praktische Erfahrung für mein Studium)n, also Eigenbedarf für mich selbst. Also beträgt die Frist 3 Monate. Diese Kündigung hat sie akzeptiert.

    Ist es wirklich kein Kündigungsgrund, wenn ein Mitbewohner in einer WG den Herd anlässt und die Wohnung verlässt? Durch diese Handlung wird ja nicht nur die Wohnung, sondern auch mein und das Eigentum des anderen Mitbewohners gefährdet.
    Dass Zwiebeln kochen & Parfum verwenden kein Kündigungsgrund ist, ist mir bewusst, das habe ich eher zur Veranschaulichung des Problems genannt.

    Vielen Dank im Voraus
     
  6. #5 Newbie15, 09.02.2015
    Newbie15

    Newbie15 Gast

    Was heißt, sie hat die Kündigung akzeptiert? Kannst du im Zweifelsfall den Eigenbedarf nachweisen? Bzw. hast du vor, das Zimmer auch entsprechend zu nutzen und nicht (in ein paar Monaten) wieder zu vermieten?

    Ich denke da an vorgetäuschten Eigenbedarf, der dir erheblichen Ärger einbringen kann (Schadenersatz!). Und da hier bereits Streitigkeiten vorangehen, liegt der Verdacht sehr nahe.
     
  7. Andres

    Andres
    Super-Moderator

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    Das klingt nicht nach Wohnnutzung.

    Kündigungen sind einseitige Erklärungen. Ich wäre nicht sicher, dass sie tatsächlich auszieht.


    Man kann daraus einen Kündigungsgrund machen. Dafür sind aber nachweisbare Abmahnungen erforderlich. Eine Abmahnung kann auch mündlich erteilt werden (das könnte in deinem Fall passiert sein, falls mit Kündigung gedroht wurde), aber der Nachweis ist äußerst wackelig. Bis du dieses Prozedere rechtssicher durchgezogen hast, ist die erleichterte Kündigung schon längst durch.
     
  8. #7 Pharao, 09.02.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 09.02.2015
    Pharao

    Pharao Gast

    Hi,

    mir ist schon klar, das du diesen Mitbewohner so schnell wie möglich raus haben willst, aber ratsam wäre hier dann jetzt tatsächlich, das du dieses Zimmer vorerst nicht noch mal neu vermietest! Denn ein vorgetäuschter Eigenbedarf kann ganz schon "in die Hose" gehn, wenn der (Noch-) Mieter das mitbekommt und ggf. später dann dagegen vorgeht.

    Dazu kommt noch, das es im §573 BGB Abs.2 Punkt 2 & Abs.3 Satz 1 heißt:
    "Ein berechtigtes Interesse des Vermieters an der Beendigung des Mietverhältnisses liegt insbesondere vor, wenn (....) der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt oder ...
    (...)
    Die Gründe für ein berechtigtes Interesse des Vermieters sind in dem Kündigungsschreiben anzugeben. ...
    "

    In wie weit man hier überhaupt mit Eigenbedarf argumentieren kann, das kann ich nicht beurteilen. Seit wann wohnt denn der Mieter eigentlich dort, denn Eigenbedarf anmelden bedeutet auch nicht automatisch immer, das man damit durchkommen muss. Unabhängig mal vom oberen §§: war der Eigenbedarf zB vorhersehbar bei Vertragsabschluss, hast du ggf. auch ein Problem, falls es der Mieter darauf ankommen lässt. Und wenn du das für dein Studium berauchst, kann man das mit "vorhersehbar" m.E. durchaus sagen und dann könnte die Kündigung gegen "Treu & Glauben" verstoßen und wäre ggf. somit unwirksam.

    Wie du siehst, einen Mieter als Vermieter zu kündigen ist manchmal garnicht so einfach und grundsätzlich wird der Mieter besser geschützt als ein Vermieter. Deswegen ist es ja auch so wichtig, sich vor Vertragsunterzeichnung sich die Mietinteressenten genau anzugucken, wen man sich in`s Haus holt.

    Ansonsten noch, eine Kündigung ist kein Vertrag (also wo beide Vertragsparteien zustimmen müssen), sondern eine einseitige, zugangsbedürftige Willenserklärung. Es spielt also keine Rolle was der Gegenüber dazu denkt, sagt, ect. Letztlich hat der Gegenüber das nur zu Kenntnis zu nehmen und ob der Mieter dann tatsächlich auszieht oder ob ggf. die Kündigung gültig ist, das steht nochmals auf einem anderen Blatt.

    Herd anlassen an sich ist m.E. ja erstmal keine Gefährdung, sondern eher nur sinnloser Stromverbrauch. Gefährlich wird es i.d.R. erst, wenn was auf dem Herd noch drauf steht, wie zB die Pfanne mit Öl drinnen, ect.

    In wie weit das ein Abmahngrund ist, kann ich nicht beurteilen. Eine Kündigung die sich darauf stützt, könnte auch ggf. wacklig sein (auch wieder vorausgesetzt, der Mieter geht dagegen vor). Letztlich spielt das jetzt aber auch keine Rolle, denn a) hast du schon aus einem anderen Grund gekündigt und für fristlos dürfte das m.E. nicht ausreichen b) fehlt dir ja die Abmahnung(en)* dazu und c) der erneute Verstoß dagegen.

    Da du jetzt schon mit Eigenbedarf gekündigt hast und es erstmal nicht so aussieht, das der Mieter dagegen vorgehen wird (evtl. aus Unwissenheit oder weil er eh freiwillig gehen will, ect.), würde ich das erstmal jetzt so belassen und hoffen das alles gut geht. Für`s nächste mal sollte die Kündigung aber m.E. auf "sichereren Beinen" stehen, denn deine Eigenbedarfskündigung finde ich als Laie eher als "wacklig".

    *) Natürlich kann man hier wieder mit mündliche Abmahnung ankommen, aber mündlich ist manchmal schwer zu beweisen. Scheitern würde diese Kündigung meiner laienhaften Meinung nach aber an Punkt C.
     
Thema: WG Mitbewohnerin fristlos kündigen
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