Wie ist das Wörtchen "soll" zu verstehen?

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von Ursleo, 08.12.2013.

  1. Ursleo

    Ursleo Benutzer

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    Hallo an Alle,

    meine Frage, welche mich momentan bewegt, bezieht sich auf des kleine Wörtchen "soll".
    In der Teilungserklärung unserer Mehrhausanlage steht folgender Satz:
    "Abweichend vom WEG soll daher als Grundsatz gelten, daß jedes Gebäude wirtschaftlich wie ein rechtlich selbständiges Einzelgebäude auf einem rechtlich selbständigen Grundstück behandelt wird, ..."

    die Frage: ist rechtlich ein "soll" wie ein muß zu werten, und jedes Gebäude vom Verwalter getrennt und separat abzurechnen?

    Ursleo:unsicher031:
     
  2. AdMan

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  3. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    erstmal die Frage, auf welchen §§ des WEG bezieht sich das ? Denn gelegentlich schließen die §§ auch "Sonderegelungen" aus.

    Ansonsten, "soll" ist für mich als Laie hier kein eindeutiges "muss". Sowas wie du hier meinst, wie zB mit "grundsätzlich", was rechtlich was ganz anderes bedeutet als im normalen Sprachgebrauch, das ist mir über "soll" nicht bekannt.
     
  4. #3 Martens, 09.12.2013
    Martens

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    Die Formulierungen in der Teilungserklärung sind meist in die Zukunft gerichtet, da bei Abfassung der TE das Haus eben noch nicht geteilt oder das Grundstück noch nicht bebaut ist.

    Von daher ist das Wörtchen "soll" hier als in die Zukunft gerichtetes "muß" oder "wird" zu lesen - sofern sich aus dem Kontext nichts Gegenteiliges ergibt.

    Wie wird denn bisher verfahren?

    Christian Martens
     
  5. Ursleo

    Ursleo Benutzer

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    die Frage nach dem "soll"

    Hallo Pharao, hallo Martens,
    erst einmal Dank für die Antworten,
    (auf welchen §§ des WEG bezieht sich das ?) in der Teilungserklärung bezieht man sich auf § 10 WEG noch vor 2007.

    Um etwas konkreter zu werden, momentan wird die Mehrhausanlage auf Grund eben dieses Passus von drei Verwaltern geführt. Dies entspricht unumstritten nicht einer ordnungsgemäßen Verwaltung. Daher muss nun ein Verwalter die Gesamtanlage übernehmen. Selbiger wünscht nun die Anlage in allen Punkten (Abrechnung, Rücklagen, usw.) in eine Einheit zu führen und auch so zu verwalten und abzurechnen. Die Eigentümer eines Hauses würden davon sehr profitieren, die anderen nicht.
    Diese Häuser stimmen für einen Verwalter aber getrennte Abrechnungen separat für jedes Haus. Kann der Verwalter die Häuser über den Tisch ziehen. Beschlüsse sind diesbezüglich nicht gefasst. :unsicher019:

    Ursleo
     
  6. #5 Tobias F, 09.12.2013
    Tobias F

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    Dies würde ich so nicht sehen, und als betroffener Eigentümer auch nicht hinnehmen.
    Denn der Passus in der TE zielt ganz klar darauf ab es so NICHT zu handhaben.
    Beispiel: In Haus B muss das Dach saniert werden, dann betreffen diese Kosten nach TE eben nur die Teileigentümer im Haus B, und nicht die in A und C.

    Daher halte ich sowohl ein gemeinsames Rücklagenkonto wie auch eine gemeinsame Abrechnung für nicht rechtens.
     
  7. #6 Martens, 10.12.2013
    Martens

    Martens
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    moinsen,

    ich werde als Verwalter einen großen Bogen um solche Verwaltungsobjekte machen, das nur vorab.
    Wir haben hier die klassische Situation, daß der Bauträger ein Grundstück zu minimierten Kosten erschließen wollte und den Eigentümern Einzelhäuser verkauft mit der Maßgabe, jeder müsse ja nur seins zahlen.

    Trotzdem haben die Damen und Herren mit ihren Einzelhäusern "nur" Wohneigentum in einer WEG erworben und benötigen daher einen (richtig erkannt: einen) Verwalter.

    Da hier die Individualinteressen der zu verwaltenden Eigentumseinheiten noch weiter auseinanderklaffen werden, als in einer gewöhnlichen WEG ist das, ähem, eine recht anspruchsvolle oder aber zumindest recht arbeitsintensive Aufgabe für den Kollegen. Dieser Aufwand muß vergütet werden und da werden die Damen und Herren Eigentümer große Augen machen, was das wieder kosten soll...

    Gewinner solcher Konstrukte ist nur der Bauträger und der ist lange fort (und meist auch schon abgewickelt).

    Christian Martens
     
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