Wie kann ich den Betriebsstrom für die Heizung schätzen?

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von Vermida, 07.01.2014.

  1. #1 Vermida, 07.01.2014
    Vermida

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    Hallo,

    ich habe jetzt eine Weile gesucht, bin aber nicht wirklich fündig geworden. Wir haben an unserer Heizung keinen eigenen Stromzähler. Der Mieterbund hat in der letzten Abrechnung einen pauschalen Ansatz 3% bemängelt und angefordert die Schätzung offen zu legen. Es gibt dazu wohl auch eine entsprechende Rechtsprechung. Ich habe in der letzten Abrechnung daraufhin für den betreffenden Mieter auf den Ansatz des Betriebsstroms verzichtet, mir aber vorbehalten, die Position wieder anzusetzen.

    Leider weiß ich immer noch nicht, wie ich so eine Schätzung mit vertretbarem Aufwand halbwegs sachgerecht durchführe. Kann mir jemand verständlich eine Methode beschreiben?
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Es gibt Rechtsprechung, aber es sind nicht alle Fragen höchstrichterlich geklärt. Etwas Unsicherheit bleibt also.

    Grundsätzlich ist der pauschale Ansatz mit 3 % (soagr bis 5 %) der Brennstoffkosten zulässig, die Schätzung muss aber auf Verlangen plausibel begründet werden. Praktisch gesehen ist der prozentuale Ansatz also weniger sinnvoll und man sollte vorab die nachfolgende Schätzung durchgeführt haben. Der einzige Nutzen aus dieser Rechtsprechung: Man muss die Schätzung nicht grundsätzlich auf der Abrechnung darstellen.


    Manche Thermen haben inzwischen integrierte Zähler. Jetzt lässt man sich natürlich nicht wegen der Abrechnung des Betriebsstromes eine neue Heizanlage einbauen, aber wenn das sowieso mal anfallen sollte, kannst du dir darüber Gedanken machen.

    Für die Schätzung musst du drei Größen ermitteln:
    • Elektrische Leistungsaufnahme der Heizung im Betrieb. Sollte bei den Energiekennwerten stehen, sonst in die Anleitung schauen oder beim Hersteller anfragen. Bei ganz alten Modellen, über die nichts mehr in Erfahrung zu bringen ist, hilft ein Blick auf das Typenschild.
    • Betriebsstunden der Heizung im Jahr. Kann bei modernen Anlagen evtl. sogar ausgelesen werden. Sonst plausibel anhand der Programmierung schätzen. Es empfiehlt sich, zumindest über Beginn und Ende der Heizperiode (besser detailierter) Buch zu führen.
    • Preis für eine kWh Strom.

    Das Produkt dieser drei Größen (Einheiten beachten: kW, h) sind dann die geschätzten Kosten des Betriebsstroms.
     
  4. #3 Fremdling, 07.01.2014
    Zuletzt bearbeitet: 07.01.2014
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    Pauschaler Ansatz 3% von was? - Nur so eine Idee von einem Laien: Schlicht einen gesonderten Zähler für alle Stromabnehmer der Heizungsanlage anbringen lassen (Folgekosten gehen in die Heizkostenabrechnung ein) und die Diskussion hat ein Ende? Oder alle Geräte-Leistungen feststellen, Geräte-Laufzeiten aus dem statistischen Tool der elektronischen Steuerung ablesen, daraus ca.-kWh ermitteln, mit den Stromkosten pro kWh multiplizieren und als Untermauerung der Schätzung präsentieren?

    Oops! Andres war schneller...
     
  5. #4 Papabär, 07.01.2014
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    Bemängeln und anfordern kann der Mieterbund ja erst einmal viel - das hat für sich betrachtet noch nicht unbedingt etwas zu bedeutet.

    Die Frage, die sich mir hier jedoch auf Anhieb gestellt hat lautet, von was Du die 3% berechnet hast?
     
  6. #5 Papabär, 07.01.2014
    Papabär

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    • So geht´s natürlich auch - dann sollten aber die Pumpen nicht vergessen werden. Auch die Messfühler ziehen ... nagut, die Messfühler kann man vielleicht vernachlässigen, aber der Stromverbrauch der Pumpen ist im Regelfall durchaus relevant.
     
  7. #6 Vermida, 07.01.2014
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    Sorry, da war ich wohl zu schnell. Die 3% habe ich auf die Brennstoffkosten berechnet.
     
  8. #7 Venceremos!, 07.01.2014
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    Ich würde auch dazu raten, einen Zwischenzähler für die Heizung zu installieren. Ein gebrauchtes, ungeeichtes Modell sollte für den Zweck wohl mehr als genügen. Die notieren bei Conrad oder Amazon bei ca. 15 Euro. Für ein paar Euro mehr gibt auch Modelle mit integrierter Steckdose, die muss man dann nur noch an der Wand befestigen.
     
  9. #8 Papabär, 07.01.2014
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    Hier mal die gesuchte Entscheidung zu dem Thema (auf die sich m. E. auch Andres bezogen hat): VIII ZR 27/07

    Interessant wird es dabei ab Randnr. 31. Es wird auch dargelegt, wie die Schätzung zu erfolgen hat - nämlich genau so, wie Andres es bereits beschrieb.

    Für zukünftige Abrechnungen sollte natürlich ein einfacher Zwischenzähler eingebaut werden - bei ganz widerborstigen Mietern darf der auch gemietet werden (die Mietkosten sind nämlich ebenfalls umlagefähig).
     
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