Wie kann ich den Gasverbrauch für die Einliegwohnung errechnen?

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von erdiidi1980, 24.07.2015.

  1. #1 erdiidi1980, 24.07.2015
    erdiidi1980

    erdiidi1980 Gast

    Hallo Zusammen,

    folgendes Problem! Wir haben vor Kurzem ein Haus (Bj. 2007) mit einer Einliegerwohnung gekauft. Diese war vermietet, wir haben den Mieter "mitgekauft" :smile011:. Nun müssen wir auch seine Nebenkostenabrechnung zum ersten Mal machen und sind etwas überfordert!!!
    Für die Einliegerwohnung gibt es zwei Wasseruhren - einmal für Warm- und einmal für Kaltwasser. Zudem gibt es ein Wärmemessgerät von Integal MK MaXX Qn 1,0 Rücklauf von allmess. Damit soll ich angeblich den Gasverbrauch für die Heizung errechnen können. Aber wie um alles in der Welt macht man das :unsicher014:??? Dieser zeigt mir einen Wert in m3 und einen in kWh. Bei der Umrechnung stellte ich fest, dass diese nicht übereinstimmen (3451 m3 entspricht nicht 21153 kWh), d.h. es sind zwei verschiedene Angaben. Wofür stehen diese Angaben? Wie errechne ich den Gasverbrauch für die Einliegerwohnung?
    Freue mich über jeden Tipp! Bitte Erklärungen für Laien :unsicher002:.

    Danke schon mal!!!:danke
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Frage 1: Was ist im Mietvertrag bzgl. Abrechnung von Heizung und Warmwasser vereinbart?

    Frage 2: Welche weiteren Zähler gibt es im Haus? Hauptzähler für Gas und Wasser - noch was?

    Frage 3: In welcher Leitung ist o.g. Wärmemengenzähler eingebaut?

    Frage 4: Liegt die letzte Abrechnung des Voreigentümers vor?
     
  4. #3 erdiidi1980, 24.07.2015
    erdiidi1980

    erdiidi1980 Gast

    Frage 1: Was ist im Mietvertrag bzgl. Abrechnung von Heizung und Warmwasser vereinbart?
    Da steht "Nach Verbrauch".

    Frage 2: Welche weiteren Zähler gibt es im Haus? Hauptzähler für Gas und Wasser - noch was?
    Da ist nur noch ein Gerät mit 4 Uhren, die in eine Spanne zwischen 0 - 120 C° anzeigt. 2 sind blau (kalt), bei den hier abgehenden Rohren steht Rücklauf, 2 sind rot (warm), bei den hier abgehenden Rohren steht Vorlauf. Auf dem Gerät selbst steht noch Brötje Heizung WS. Wofür das Ganze gut sind, ist mir noch nicht klar?!

    Frage 3: In welcher Leitung ist o.g. Wärmemengenzähler eingebaut?
    Der Zähler ist zwischen einem Rohr, das in den Boden rein geht und dem unter 2. genannten Gerät eingebaut.

    Frage 4: Liegt die letzte Abrechnung des Voreigentümers vor?
    Leider nicht. Sie hat keine Abrechnung gemacht, sondern nur eine Pauschale von den Mietern unter der Hand eingenommen.
     
  5. Andres

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    Ok, damit gelten für dich die Vorschriften der HeizkostenV. Du dürftest in diesm Fall (Haus mit 2 Wohnungen, eine davon selbst bewohnt) davon abweichen, aber das müsste vertraglich vereinbart sein.


    Nun, das sind Vor- und Rücklauftemperaturen. Ich mag dir jetzt nicht erklären, wie eine Heizung funktioniert, aber da wir es nunmal davon haben: Rot zeigt an, welche Temperatur aus der Heizung herauskommt, blau zeigt an, was am Ende zurück in die Heizung fließt, um wieder erwärmt zu werden. Für die Abrechnung sind diese Anzeigen (in deinem Fall) nicht relevant.


    Das brauchen wir etwas genauer. Es wäre zwar naheliegend, dass es sich um eine Warmwasserleitung handelt, aber da wäre ich gerne ganz sicher. Kannst du das irgendwie klären?

    Der WMZ sollte einen Fühler haben, der über ein Kabel an eine andere Leitung angeschlossen ist. Was für eine Leitung ist das?


    Ganz vorsichtige Prognose: Anders wäre es auch gar nicht möglich gewesen. Unabhängig davon, für was o.g. WMZ nun tatsächlich zuständig ist, fehlen mir hier entweder weitere WMZ (vermutlich 2) oder Heizkostenverteiler an den Heizkörpern. Oder eben eine geeignete Vereinbarung im Mietvertrag, denn dir wäre es grundsätzlich erlaubt, die Heizkosten als Pauschale oder auch nach Wohnfläche zu verteilen.
     
    Syker gefällt das.
  6. #5 erdiidi, 25.07.2015
    erdiidi

    erdiidi Gast

    Gut zu wissen :-). Das nächste Mal...

    Okay, danke für die Erklärung. Jetzt weiß ich wenigstens, wofür die Geräte da sind...

    Hm, ich weiß leider nicht, wie ich das klären soll, da die vorherige Hausbesitzerin schwer krank und nicht erreichbar ist. Schade, dass ich hier kein Foto hochladen kann.

    Von dem WMZ gehen zwei Kabel ab. Diese sind mit den Rohren für die Vor- und Rücklauftemperaturen verbunden. Ein Kabel hat ein rotes Ende und ist mit dem Rohr für die Vorlauftemperatur verbunden. Das andere Kabel hat ein blaues Ende und ist mit dem Rohr für die Rücklauftemperatur verbunden. Sonst gibt es keine weiteren Geräte oder Kaebl oder sonst etwas...

    Die Heizkörper haben auch keine Heizkostenverteiler. D.h. eigentlich kann ich mit dem Gerät keine Abrechnung machen, da mir weitere Geräte fehlen?! Ich muss mir also jemand herbestellen, der die weiteren Geräte einbaut? Geht das überhaupt im Nachhinein und mit welche Kosten muss ich hier rechnen? So ein Mist aber auch...

    Ich finde es sehr schwer die Heizkosten pauschal zu berechnen. Wie viel € wäre da für eine 60 qm-Whng. realistisch? Und nach Wohnfläche ist auch unfair, da wir den ganzen Winter über nur in unsere untere Etage geheizt haben (ca. 70 qm) und oben (ca. 65 qm) überhaupt nicht. Wenn der Mieter aber nun in seiner Einliegerwhng. alle Heizkörper aufdreht und die Fenster offen lässt, muss ich für seine Kosten aufkommen.

    Gibt es da keine befriedigendere Lösung? Gibt es kein Gerät, das den Verbrauch misst und das ich einfach nur ablesen und umrechnen kann?


    VIELEN lieben Dank für die bisherige, sehr nützliche Hilfe!!!! Toll, dass es hier diese Möglichkeit gibt und dass Du so intensiv mitgedacht hast!
     
  7. #6 sara, 26.07.2015
    Zuletzt bearbeitet: 26.07.2015
    sara

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    Im Zweifamilienhaus hast du noch eine Möglichkeit der "Änderungskündigung" um eine andere Möglichkeit der Verteilung vertraglich zu vereinbaren.
    Dafür muss aber erst mal klar sein wie du abrechnen willst, bzw. kannst.
    (Für den zurückliegenden Zeitraum, ist das schwierig, Verhandlungssache mit dem Mieter?)

    Allerdings würde ich auch den Einbau von entsprechend nötigen WMZ vorziehen wie Andres schon erklärt hat, um eine klare Abrechnung erstellen zu können.
    Den Einbau von Heizkörperzähler und die Abrechnung über externe Unternehmen würde ich nicht vornehmen im Zweifamilienhaus. (Allerdings habe ich so etwas nicht und damit auch nicht ganz vertraut mit dieser Materie)
    Schau mal die Threads an, die unter dem Stichwort "Änderungskündigung" bei der Suche oben, hier schon geschrieben wurden.
     
  8. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Sorry, war zweimal der Beitrag, und damit gelöscht.
     
  9. Andres

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    Klären kann man das z.B. so, dass man die Leitungen verfolgt. Der WMZ für Warmwasser sollte z.B. relativ direkt mit dem Vorratsbehälter verbunden sein. Auch kann man einfach mal einen Wasserhahn aufdrehen und beobachten, welcher Zähler nun zu laufen beginnt. Ein WMZ in einer Heizleitung sollte im Juli eigentlich 0 oder höchstens minimale Verbrauchswerte anzeigen.


    Ah, das ist schade. Manchmal kann man über die Fühler zuordnen, in welchem Kreis der Zähler misst.


    Bilder können nur registrierte Nutzer einstellen. Alternative: Du lädst die Bilder z.B. bei directupload.net hoch.


    Richtig. Das Schema sieht so aus:
    • Du hast eine "verbundene Anlage" (§ 9 HeizkostenV). Zunächst ermittelst du die Gesamtkosten. Das sind vor allem die Kosten für den Brennstoff, aber auch Wartung, Schornsteinfeger, Betriebsstrom.
    • Diese Kosten werden nun aufgeteilt in den Anteil für Heizwärme und Warmwasser. Dafür ist (hoffentlich) der WMZ da: Die Energie für die Erwärmung des WW wird dort abgelesen. Der "Rest" ist Heizwärme und wird aus dem Zählerstand des Gaszählers ermittelt - entweder direkt, falls der Zähler oder die Abrechnung des Versorgers nicht nur das gelieferte Volumen ausweist, oder indirekt über die Faktoren aus §9 Abs. 3 HeizkostenV.
    • Den anteiligen Kosten für WW bzw. Heizung werden nun noch Kosten zugeschlagen, die nicht einheitlich entstehen, z.B. Kaltwasser für WW, falls das nicht sowieso getrennt abgerechnet wird.
    • Diese Summen müssen nun auf die Nutzer verteilt werden. 30 % (hätte man evtl. anders vereinbaren können) werden nach Wohnfläche verteilt, der Rest nach dem ermittelten Verbrauch. Beim Warmwasser ist das einfach das verbrauchte Volumen nach Zähler.
    • Bei der Heizung erfolgt die Ermittlung entweder über WMZ (das erfordert getrennte Heizkreisläufe für die Wohnungen) oder über HKV an den Heizkörpern.

    Welche Lösung technisch machbar ist, muss man im Einzelfall prüfen. Die Heizwärme mit WMZ zu ermitteln ist sehr bequem (und relativ günstig), geht aber nur, wenn die Heizkreise strikt entweder einer der Wohnungen oder einer Gemeinschaftsfläche zugeordnet sind. HKV kann man auch bei maximal ungünstigen Leitungen montieren, aber nicht an Fußbodenheizungen. Außerdem können bei vielen Heizkörpern die Kosten sehr hoch ausfallen.


    Du hast das Problem erkannt. Eine allgemeine Lösung ohne Verbrauchserfassung gibt es nicht. Pauschalen würde man zunächst auf Basis von bekannten Gesamtkosten nach Fläche verteilen. Anschließend würde man eine Korrektur nach Verbrauchsgewohnheiten vornehmen.


    Das ist die Lösung mit WMZ für alles. Nur hast du das im Moment nicht und ob es überhaupt möglich wäre, ist nicht sicher.


    Ich würde die Änderungskündigung ins Auge fassen. Für die aktuelle Abrechnungsperiode ist der Zug abgefahren und eine korrekte Abrechnung ist nicht mehr möglich. Für dieses ganze Abrechnungsgedöns würde man in einem ZFH aber nur unnötig Geld verbrennen. Lieber ist die Abrechnung nicht ganz fair - das ist sowieso nicht zu verhindern.
     
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