Wie komm ich aus der verfahrenen Situation raus?

Diskutiere Wie komm ich aus der verfahrenen Situation raus? im Hausordnung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, vor ein paar Jahren MFH geerbt. Ohne Vorkenntnisse. Abrechnung, Mietrecht, Steuer, Gebäudetechnik und Handwerker klappt...

Ich-bin-es

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Hallo zusammen,

vor ein paar Jahren MFH geerbt. Ohne Vorkenntnisse. Abrechnung, Mietrecht, Steuer, Gebäudetechnik und Handwerker klappt mittlerweile brauchbar. Was ich nicht gut auf die Reihe bekomme, ist der Umgang mit den Mietern. Ich fürchte, daß mir generell gewisse Eigenschaften fehlen, die man als Vermieter braucht. Insbesondere eine Partei, die ich mit geerbt habe, tanzt mir immer mehr auf der Nase rum, obwohl ich auch bei anderen mich nicht gut genug durchsetze. Dabei habe ich selber vermutlich sehr dazu beigetragen, daß sich das so entwickelt hat. Beispiel: wer wieder und wieder Gemeinschaftsflächen vollstellt, erst nach der vierten Aufforderung wegräumt und dann drei Monate später woanders wieder anfängt, braucht irgendwann eine Abmahnung. Nicht passiert. Immer wieder schriftliche Aufforderungen meinerseits, die aber immer mehr in ziemlich unverschämten Ton beantwortet werden. Letztlich haben sich die Machtverhältnisse verschoben. Klar, wenn nichts passiert. Vermieter moppert rum, macht aber nichts. So schwächt man sich natürlich selber. Die Deutungshoheit, wie die Dinge zu laufen haben, welche Forderungen ich stellen darf etc., greift sich mittlerweile diese Mietpartei. Erschwerend kommt hinzu, daß ich nicht vor Ort wohne. Ich habe auch das Gefühl, das diese Partei sich mittlerweile zu den Sheriffs im Haus aufschwingt, aber man sagt nichts. Viele wollen ja nur mit den Nachbarn in Frieden leben. Aber immer wieder blitzt da was in Kommentaren durch, das das ahnen läßt.

Kommt man da jetzt noch raus? Anwalt mit dem Arbeitsauftrag, es entweder hinzukriegen, daß man sich an den Vertrag hält oder an der Kündigung arbeiten? Steilvorlagen dafür gibts genug. Nicht nur das vollstellen.

Hat jemand auch solche Fehler am Anfang gemacht und wie ist es ausgegangen? Welchen Weg habt ihr gewählt?

Gruß
Ich_bin_es
 

Ferdl

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Man wächst an seinen Aufgaben.
oder
Alles was du gutes tust wird gegen dich verwendet werden.

Sind blöde Sprüche, aber doch war.

Wenn du nicht (mehr) in der Lage bist die Situation zu Moderieren, greif zum Holzhammer, manche brauchen das.
Anwalt mit dem Arbeitsauftrag, es entweder hinzukriegen, daß man sich an den Vertrag hält oder an der Kündigung arbeiten?
Das ist zB eine Möglichkeit, mE gut investiertes Geld.

Als Trost, wenn der Nervmieter raus ist, die Wohnung wieder schön gemacht und dann am oberen Limit neu vermietet, dann kommt zu dem allgemeinen Ärgernis wenigstens Kohle rein als Entschädigung.
Ich sehe die Miete inzwischen hauptsächlich als Entschädigung für gestohlene Lebenszeit.
 
immodream

immodream

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Hallo,
bevor ich mein langes Vermieterleben begonnen habe, war ich auch ein friedlicher , an das Gute im Menschen glaubender Mensch.
Habe am Anfang die gleichen Fehler wie du gemacht, versucht in Ruhe zu Reden, habe mich dann immer mehr verars... gefühlt.
Irgendwann habe ich dann den Spieß umgedreht und ohne Rücksicht auf meine Erziehung diese Spezialmieter geärgert.
Willkürlich genutzte Stellflächen einfach mit Türen und Umfriedung versehen .
Irgendwann sind die dann mehr oder weniger freiwillig ausgezogen.
Das hat sich bis Heute nach Jahrzehnten auch unter den neuen Mietern weiterverbreitet.
Fahre regelmäßig Kontrolle, klingel direkt an, wenn irgendetwas im Flur oder Trockenkeller herumsteht, was dort nicht hingehört.
Mein Sohn hat einmal Schilder aufgehangen und Jeder sollte einen Hinweis an sein Fahrrad kleben, damit wir die Fahrräder zuordnen können.
Außerdem wurde auf dem Schild angemerkt, das wir bei Fahrrädern, , die nicht gekennzeichnet werden, davon ausgehen, das sie nicht mehr dort wohnenden Mietern gehören und die Fahrräder in vier Wochen verschrottet werden .
Er hat dann nach dieser Frist einen ganzen Anhänger voller Fahrräder abgefahren .
Irgendeiner hat hinterher noch einmal sein Fahrrad vermißt.
Ähnlich handhaben wir das mit Gegenständen, die wochenlang im Kellergang oder Trockenkeller gelagert werden.
Wir teilen den Mietern per Aushang mit, das wir in einigen Wochen Sperrmüll abfahren werden und gehen davon aus , das alle Gegenstände die irgendwo rumstehen, Sperrmüll sind und wir die freundlicher Weise mit entsorgen.
Und dann wird am Tage X aufgeräumt .
Auch Fahrräder, die Irgendeiner Mitten in den Hausflur stellt, werden direkt auf den Gehweg gestellt.
Egal ob die abgeschlossen sind.
Seitdem teilt man uns wenigstens mit, wem das außerhalb des eigenen Kellers gelagerte Gut gehört und das man beabsichtige , das selber zu entsorgen.
Habe letztens noch einem Mieter , der trotz Aufforderung , seine gefüllten acht großen Müllsäcke wochenlang im Kellerflur gelagert hat, die wieder vor seine Korridortür gestellt und den großen Zettel aus Tapete mit der Aufschrift "Müll ? " an die Korridortür geklebt.
Nur so ändert sich etwas.
Grüße
Immodream
 

Hutchinson Hatch

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@Ich-bin-es

Mehrere Fragen:

- Wer ärgert sich mehr über diese Mieter, du oder die Mitbewohner des MFH?
- Gehen von dieser Mietpartei echte materielle Nachteile aus, wie z.B. Beschädigungen?
- Hast du Angst, dass die "Sheriffs" über kurz oder lang seriöse Mieter aus dem Haus vertreiben? Gibt es bereits ernsthafte, schriftliche Beschwerden oder ist das der übliche Gossip-Talk?

Je nach Beantwortung sind alle Möglichkeiten im Rahmen von nichts tun bis Kündigung anstreben denkbar. Man könnte auch die Hausverwaltung zumindest zeitweise in fremde Hände zu geben, wenn es wirtschaftlich darstellen läßt. Aber auch da gibt viele inkompetente Verwaltungen, mit denen man keine wesentliche Verbesserung erreicht.

Am besten wäre es, wenn du an Deinen eigenen Aufgaben wachsen würdest. In direkten Gesprächen mit den Mietern, insbesondere bei drohendem Ärger, mußt du um absolute Sachlichkeit bemüht sein. Man kann auch hart, bestimmt und freundlich zugleich sein, erfordert aber Übung. Dem Mieter muss klar sein, dass sein fehlerhaftes Handeln Konsequenzen nach sich zieht. Natürlich klappt das nicht bei jedem Mieter, aber @immodream hat hervorragend beschrieben, dass man durch Beharrlichkeit irgendwann Verbesserungen erzielen kann. Ich habe es selber über die Zeit gelernt.

Als Alternative bleibt dann schließlich nur noch die Kommunikation per Schriftform; hier darf man sich aber weniger Fehler erlauben, und bei schwierigen Sachverhalten wie Abmahnungen hilft am besten der Fachanwalt für Mietrecht.
 

notwendiges Übel

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Das Problem kommt mir bekannt vor 😇
Mit hat es geholfen, beider VHS (Düsseldorf) Kurse für Hausverwaltung zu besuchen. Seit dem ist mir bewußt (und es scheint vereinzelt auch ˋrüberzukommen😏) daß Vermieter auch Rechte haben.
 

Gast26420

Hallo,
bevor ich mein langes Vermieterleben begonnen habe, war ich auch ein friedlicher , an das Gute im Menschen glaubender Mensch.
Habe am Anfang die gleichen Fehler wie du gemacht, versucht in Ruhe zu Reden, habe mich dann immer mehr verars... gefühlt.
Irgendwann habe ich dann den Spieß umgedreht und ohne Rücksicht auf meine Erziehung diese Spezialmieter geärgert.
Willkürlich genutzte Stellflächen einfach mit Türen und Umfriedung versehen .
Irgendwann sind die dann mehr oder weniger freiwillig ausgezogen.
Das hat sich bis Heute nach Jahrzehnten auch unter den neuen Mietern weiterverbreitet.
Fahre regelmäßig Kontrolle, klingel direkt an, wenn irgendetwas im Flur oder Trockenkeller herumsteht, was dort nicht hingehört.
Mein Sohn hat einmal Schilder aufgehangen und Jeder sollte einen Hinweis an sein Fahrrad kleben, damit wir die Fahrräder zuordnen können.
Außerdem wurde auf dem Schild angemerkt, das wir bei Fahrrädern, , die nicht gekennzeichnet werden, davon ausgehen, das sie nicht mehr dort wohnenden Mietern gehören und die Fahrräder in vier Wochen verschrottet werden .
Er hat dann nach dieser Frist einen ganzen Anhänger voller Fahrräder abgefahren .
Irgendeiner hat hinterher noch einmal sein Fahrrad vermißt.
Ähnlich handhaben wir das mit Gegenständen, die wochenlang im Kellergang oder Trockenkeller gelagert werden.
Wir teilen den Mietern per Aushang mit, das wir in einigen Wochen Sperrmüll abfahren werden und gehen davon aus , das alle Gegenstände die irgendwo rumstehen, Sperrmüll sind und wir die freundlicher Weise mit entsorgen.
Und dann wird am Tage X aufgeräumt .
Auch Fahrräder, die Irgendeiner Mitten in den Hausflur stellt, werden direkt auf den Gehweg gestellt.
Egal ob die abgeschlossen sind.
Seitdem teilt man uns wenigstens mit, wem das außerhalb des eigenen Kellers gelagerte Gut gehört und das man beabsichtige , das selber zu entsorgen.
Habe letztens noch einem Mieter , der trotz Aufforderung , seine gefüllten acht großen Müllsäcke wochenlang im Kellerflur gelagert hat, die wieder vor seine Korridortür gestellt und den großen Zettel aus Tapete mit der Aufschrift "Müll ? " an die Korridortür geklebt.
Nur so ändert sich etwas.
Grüße
Immodream
Ich habe es Dir mehrmals geschrieben, aber jetzt nimmermehr - Du bist ein einzigartiger Mensch, ein toller Kerl - Letzte Grüße Ivan = Barbara Mayers
 
immodream

immodream

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Gott sei Dank
 
Thema:

Wie komm ich aus der verfahrenen Situation raus?

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