Wie kommuniziert ihr die Gaspreis-Erhöhung?

Diskutiere Wie kommuniziert ihr die Gaspreis-Erhöhung? im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Ich hatte bei meinen Wohnungen 2021 einen Gaspreis von knapp unter 5 Cent pro kWh, dann 7,5 Cent ab 1.1., und jetzt werden es 13 Cent ab 1.9...

hkia08

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Ich hatte bei meinen Wohnungen 2021 einen Gaspreis von knapp unter 5 Cent pro kWh, dann 7,5 Cent ab 1.1., und jetzt werden es 13 Cent ab 1.9. (plus noch zu bestimmende Umlage). Bei Wartung/Hausmeister/Versicherung/etc auch ordentliche Steigerungen von 5-10%, z.T. mehr.

NK-Abrechnungen für 2021 habe ich schon vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine verschickt. 80% der Mieter haben Erstattungen erhalten (z.T. deutliche), und beim Rest gab es minimale Nachzahlungen. Erhöhungen der Vorauszahlungen habe ich nur in zwei Fällen durchgeführt.

Möchte die Mieter jetzt natürlich vorwarnen. Wie macht ihr das, erklärt ihr im Detail, dass ihr Gas letztes Jahr aussergewöhnlich billig eingekauft habt, und dementsprechend jetzt die Steigerung besonders schmerzhaft ist? Sollte man zum Gassparen aufrufen? Dabei gleichzeitig auf ausreichendes Lüften hinweisen?

Vorauszahlungen erhöhen habe ich finanziell nicht nötig, darf man ja wohl auch eher nicht, wobei es ja täglich Interviews mit irgendwelchen Wirtschaftsweisen gibt, die meinen, es sei sehr wichtig, das Preissignal weiterzuleiten. Eine Erhöhung, die die Leute gewohnt sind und problemlos schlucken würden (€20-30) brächte ja eh nichts, es ginge da eher um €100-200 für die verbliebenen Monate der kommenden Heizperiode, und das ist dann wahrscheinlich frustrierender, als einfach jetzt vorgewarnt zu werden und dann im Februar €500-800 Nachzahlung zu haben. Also lieber, eine Empfehlung, legen Sie €100-200 im Monat zur Seite?

Wie macht ihr das?
 
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Ich informiere die betroffenen Mieter über eine exorbitante Gaspreiserhöhung (entsprechend auch beim Heizölkauf) und lege eine Modellrechnung bei, wie sich die Position Heizkosten betreffend ihres Verbrauches bei neuen Preisen darstellen würde. Dies mit dem Hinweis, dass das Problem ja an sich schon via Politik/Presse hinlänglich kommuniziert wurde. Da kommen auch kaum Nachfragen, jeder Mieter rechnet wohl insgeheim schon damit dass es auch ihn treffen wird.

Von etlichen Mietern kommt dann prompt ein Anruf, ob ich deren Vorauszahlung entsprechend anpassen kann, die anderen müssen dann halt nächstes Jahr mit den Nachzahlungen zurecht kommen.

Die Jobcenter stellen sich natürlich quer und verweigern (auch auf Nachfrage der betreffenden Mieter) eine Anpassung. Ich spiele mal gedanklich durch: Nächstes Jahr die hohe Nachzahlung, dann Anpassung der Vorauszahlungen, die wird dann natürlich übernommen. Unterstellt das Putin-Problem erledigt sich irgendwann und der Gaspreis normalisiert sich wieder, ob dann die Jobcenter schreien dass die Vorauszahlungen doch unterjährig gesenkt werden müssten ..........
 

hkia08

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Ich informiere die betroffenen Mieter über eine exorbitante Gaspreiserhöhung (entsprechend auch beim Heizölkauf) und lege eine Modellrechnung bei, wie sich die Position Heizkosten betreffend ihres Verbrauches bei neuen Preisen darstellen würde. Dies mit dem Hinweis, dass das Problem ja an sich schon via Politik/Presse hinlänglich kommuniziert wurde. Da kommen auch kaum Nachfragen, jeder Mieter rechnet wohl insgeheim schon damit dass es auch ihn treffen wird.

Von etlichen Mietern kommt dann prompt ein Anruf, ob ich deren Vorauszahlung entsprechend anpassen kann, die anderen müssen dann halt nächstes Jahr mit den Nachzahlungen zurecht kommen.

D.h., Du hast eine "Standard-Wohnung," anhand derer Du es ausrechnest und als Beispiel beilegst? Bei mir ist es bunt gewürfelt, und ich denke mir eher, da Berechnungen für eine Durchschnitts-Wohnung anzugeben würde die Leute eher verwirren und dann bei der Abrechnung zu Frustrationen führen.

Irgendwie würde ich im Sinne des Energiespar-Gedankens gerne auch kommunizieren, dass wir aufs Gesamtjahr wahrscheinlich im Bereich einer Verdopplung ggüb. 2021 liegen werden (60% des Verbrauchs @ 7,5 Cent, 40% des Verbrauchs @13 Cent, vgl. mit 5 Cent in 2021), dass allerdings das jetzt im Herbst zu verbrauchende Gas das dreifache (oder vielleicht vierfache, je nach Umlage) des Jahres 2021 kosten wird. Im Sinne der Wirtschaftsweisen ergäbe sich hieraus vielleicht sogar die Frage, ob man (um das Sparen zu motivieren) zwischenablesen sollte, um das teure Herbst-Gas vom billigeren Frühjahrs/Sommer-Gas abzugrenzen, statt einfach die Preise zu verquicken.

Wenn Deine Mieter anrufen und die Vorauszahlung erhöhen wollen, was für Beträge stellen die sich dann vor? Ich hatte im März einen, der €20 mehr zahlen wollte, und ich wünschte mir jetzt, ich hätte das nicht gemacht. Der wird, wenn eine €500 Nachzahlung kommt, sicher sagen "ich habe doch extra meine Vorauszahlung erhöht." Realistisch gesehen müsste ich jetzt mindestens um €100, eher €200 pro verbliebenem Monat erhöhen, damit die Mieter ohne Nachzahlungen rauskommen.
 
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D.h., Du hast eine "Standard-Wohnung," anhand derer Du es ausrechnest und als Beispiel beilegst? Bei mir ist es bunt gewürfelt, und ich denke mir eher, da Berechnungen für eine Durchschnitts-Wohnung anzugeben würde die Leute eher verwirren und dann bei der Abrechnung zu Frustrationen führen.

Nein, ich spiele das mit den konkreten Verbräuchen der Mieter durch, unterstellt der Mieter hatte (lassen wir Posten wie Wartung etc. mal raus) Heizkosten von 1.000 Euro bei 5 cent/kwh dann werden daraus eben rechnerisch 4.000 Euro bei 20 cent/kwh. Das kann ich mit der entsprechenden Excel-Tabelle durchspielen wobei ich da nicht irgendwelche Verbrauchsprognosen einrechne, das wäre mir dann doch zuviel Aufwand. Wenn also die Gaspreiserhöhung zum 01.09. erfolgt dann rechnet meine Tabelle diese auf 4/12tel des Verbrauches, da das in die Heizperiode fällt wird es natürlich mehr werden.

Wenn Deine Mieter anrufen und die Vorauszahlung erhöhen wollen, was für Beträge stellen die sich dann vor?

Verschieden, meist irgendwas um die 50 oder 100 Euro! Kommt natürlich auch auf die Wohnungsgröße an.
 

FMBerlin

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Ich habe die neuen Preise in meine Tabellenkalkulation für die jüngste Heizkostenabrechnung eingegeben und damit eine individuelle neue monatliche Vorauszahlung für jeden Mieter so ermittelt, daß keine Nachforderung entstünde.
Mehr oder weniger zufälig stand im IV Quartal 2021 ohnehin die jährliche Abrechnung an, so daß ich dieser ein Anschreiben mit Hinweis auf die gestiegenen Energiekosten (mit Angabe der konkreten Steigerung in %) und der neuen Vorauszahlung ab 2022 beigelegt habe.

Im IV Quartal 2022 werde ich den dann bekannten Stand der Preise zusammen mit der Abrechnung 2021 in der gleichen Weise berücksichtigen. Rechtlich zulässig wäre dies auch im laufenden Jahr, solange als Berechnungsbasis der neuen Vorauszahlung die jüngste Heizkostenabrechnung in Verbindung mit den bereits bekannten Preiserhöhungen verwendet wird.
Konkret im Detail vorrechnen muß der Vermieter den neuen Vorauszahlungsbetrag nur auf Anforderung oder dem Gericht, falls der Mieter die Erhöhung verweigert und der Vermieter dies als Mietzahlungsrückstand in eine Kündigung ummünzen will.
 
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erklärt ihr im Detail, dass ihr Gas letztes Jahr aussergewöhnlich billig eingekauft habt, und dementsprechend jetzt die Steigerung besonders schmerzhaft ist? Sollte man zum Gassparen aufrufen? Dabei gleichzeitig auf ausreichendes Lüften hinweisen?
Sowas mache ich nicht. Ich finde, dass es mir nicht zusteht, den Mietern Vorgaben zu machen, wie viel sie verbrauchen oder sparen.

Jeder Mieter darf so viel oder so wenig verbrauchen, wie ihm beliebt. Das Problem, dass ein Mieter den Verbrauch am Ende nicht bezahlen kann, wird man anders lösen müssen. Durch eine Aufforderung, sparsam zu sein, wird man es nicht lösen können.

Genau so ist es beim Thema "Lüften": ich bin nicht Kindergärtner oder Erziehungsberechtigter meiner Mieter. Sollen die doch so viel oder wenig lüften, wie es ihnen beliebt. Mich tangiert das erst dann, wenn es schimmelt.

Was gäbe es ein Geschrei, wenn die KFZ-Versicherungen vorsorglich(!) eine bestimmte spritsparende Fahrweise oder eine VMax von 30km/h vorschreiben/verlangen/empfehlen/... würden.
 

hkia08

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Nein, ich spiele das mit den konkreten Verbräuchen der Mieter durch, unterstellt der Mieter hatte (lassen wir Posten wie Wartung etc. mal raus) Heizkosten von 1.000 Euro bei 5 cent/kwh dann werden daraus eben rechnerisch 4.000 Euro bei 20 cent/kwh. Das kann ich mit der entsprechenden Excel-Tabelle durchspielen wobei ich da nicht irgendwelche Verbrauchsprognosen einrechne, das wäre mir dann doch zuviel Aufwand. Wenn also die Gaspreiserhöhung zum 01.09. erfolgt dann rechnet meine Tabelle diese auf 4/12tel des Verbrauches, da das in die Heizperiode fällt wird es natürlich mehr werden.

Ok, Danke! Das kann ich mir vielleicht ganz gut vorstellen, wenn Du von 1.1.-31.12. den gleichen Preis hast. In meinem Fall, mit der enormen Steigerung ab 1.9., sind es mir einfach zu viele Unwägbarkeiten, um da jedem Mieter eine Excel Tabelle beizulegen. Diese gaukelt meiner Meinung nach einen gewissen Grad an Gewissheit vor, den ich einfach nicht habe. Z.B. kann ich nur schätzen, dass von Jan bis Aug knapp 2/3 des Jahresverbrauchs zu 7,5 Cent entstanden sind, und von Sept-Dez ca. 1/3 zu 13 Cent (plus Umlage) anfallen wird. Wenn ich da schreibe, stellen Sie sich auf mindestens Verdopplung beim Gas ein, dann ist das ausreichende Warnung, aber ich lege mich nicht zu sehr fest und habe dann keine Nachfragen, wenn die tatsächlichen Kosten höher ausfallen, als meine Annahmen.

Im IV Quartal 2022 werde ich den dann bekannten Stand der Preise zusammen mit der Abrechnung 2021 in der gleichen Weise berücksichtigen. Rechtlich zulässig wäre dies auch im laufenden Jahr, solange als Berechnungsbasis der neuen Vorauszahlung die jüngste Heizkostenabrechnung in Verbindung mit den bereits bekannten Preiserhöhungen verwendet wird.
Das ist sehr interessant, vielen Dank!

Sowas mache ich nicht. Ich finde, dass es mir nicht zusteht, den Mietern Vorgaben zu machen, wie viel sie verbrauchen oder sparen.

Jeder Mieter darf so viel oder so wenig verbrauchen, wie ihm beliebt. Das Problem, dass ein Mieter den Verbrauch am Ende nicht bezahlen kann, wird man anders lösen müssen. Durch eine Aufforderung, sparsam zu sein, wird man es nicht lösen können.

Genau so ist es beim Thema "Lüften": ich bin nicht Kindergärtner oder Erziehungsberechtigter meiner Mieter. Sollen die doch so viel oder wenig lüften, wie es ihnen beliebt. Mich tangiert das erst dann, wenn es schimmelt.

Was gäbe es ein Geschrei, wenn die KFZ-Versicherungen vorsorglich(!) eine bestimmte spritsparende Fahrweise oder eine VMax von 30km/h vorschreiben/verlangen/empfehlen/... würden.
Wenn man gesamtgesellschaftlich denkt und das Ziel verfolgt, eine Mangellage zu vermeiden, dann braucht es natürlich schon eine Aufforderung, sparsam zu sein. Oder auf jeden Fall muss man das Preissignal weitergeben.

Zum Thema Lüften denke ich schon, dass es Sinn macht, neuen Mietern zu erklären, wie man richtig lüftet. Viele scheinen es meiner Erfahrung nach nicht zu wissen, machen es dann aber, wenn man es ihnen erklärt. An ounce of prevention und so.
 

Hutchinson Hatch

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Ehrlich gesagt mache ich da kein so großes Bohei um die steigenden Preise. Sicherlich ist die Lage bedrohlich, aber ich muss die Situation nicht noch mieser machen, als sie ohnehin schon ist.

Mit meinen Mietern habe ich vor kurzem entweder persönlich, telefonisch oder beim Vertragsabschluss über das Thema gesprochen. Jeder Mieter war über die Situation aufgeschlossen und informiert, andernfalls war er es nach dem Gespräch. Absprachen von heute können in der Unabwägbarkeit der Preise morgen hinfällig sein. Jedenfalls wurden bei mir die Abschläge dort, wo es nötig war, im Einvernehmen problemlos erhöht. Zudem hat der Mieter hat noch immer eine Eigenverantwortung über sein geschäftliches Handeln, also erwarte ich auch, dass er selbstständig sein Budget verwaltet, wobei ich im Zweifel gerne Hilfestellung leiste.
 
dots

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Wenn man gesamtgesellschaftlich denkt und das Ziel verfolgt, eine Mangellage zu vermeiden, dann braucht es natürlich schon eine Aufforderung,
Ja, schon, aber du alleine wirst kaum die Welt retten können. Und wenn plötzlich alle(!) Vermieter auffordern, hat das einen gewissen Beigeschmack. Die Info, dass es teurer wird, dürfte doch schon angekommen sein - so blind und taub und zusätzlich ignorant, das nicht mitzubekommen, ist niemand. Glaubst du, dass sich irgendwas ändert, wenn nun auch noch der Vermieter informiert?

Die Information an sich würde ich ja noch gutheißen (wenn sie denn was bringen würde). Aber eine Aufforderung ist mehr als eine Information. Und ich finde, dass es anmaßend ist, Mieter aufzufordern. Stell' dir mal einen neureichen Mieter vor, der es gerne warm hat, es sich leisten kann, und der halt das, was es kostet, zahlt. Warum willst du den zu irgendwas auffordern?
Oder das entgegengesetzte Beispiel: Oma Erna spart schon, wo sie kann, um mit ihrer mickrigen Rente über die Runden zu kommen. Und dann forderst du sie auf, (noch) sparsamer zu sein. Was soll das bringen? Dass sich Oma Erna fürs Erfrieren entscheidet? Sie wird die Nachzahlung so oder so nicht stemmen können, unabhängig davon, ob du sie informiert oder zu irgendwas aufgefordert hast.
 
immodream

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Hallo,
ich habe im Flur ein Schreiben aufgehängt, in dem die Mieter darüber informiert wurden, das sich zum 1.4.2022 der Gaspreis verdoppelt hat.
Da die Gaskosten bei meinem Mehrfamilienhaus nur die Hälfte der Heizkosten betragen, habe ich die alten Heizkostenabrechnungen durchgesehen und den Mietern geraten, ihre Betriebskostenvorauszahlungen um die Summe X zu erhöhen.
4 Mieter haben sofort im nächsten Monat um die Summe X erhöht, ein Rentner, der sein Haus verkauft hat, hat keine Probleme mit einer Nachzahlung und der sechste Mieter hat schon vorher immer zu viel Betriebskosten Vorauszahlung geleistet.
Ich sehe der übernächsten Heizkostenabrechnung ganz entspannt auf mich zu kommen.
Und bei den Mietern mit der Gasetagenheizung bin ich froh, endlich einmal als Vermieter die Vorteile des Selbstzahlens der Mieter genießen zu können.
Grüße
Immodream
 

FMBerlin

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Wenn man gesamtgesellschaftlich denkt und das Ziel verfolgt, eine Mangellage zu vermeiden, dann braucht es natürlich schon eine Aufforderung, sparsam zu sein.
Ich bin weder Sozialpädagoge noch Blockwart. Es ist nicht meine Aufgabe, mich in das Leben meiner Mieter einzumischen um eine von Politikern (nicht russischen!) absichtlich verursachte Energiekrise zu entschärfen, die von diesen Politikern (noch) jederzeit beendet werden könnte.

Zu Beginn der Heizperiode werde ich aber alle schriftlich noch einmal an die richtige Bedienung der Heizung, sinnvolles Lüften, technische Grenzen der Elektroanlage (Heizlüfter!) und grundlegende bauphysikalische Regeln erinnern um Schäden an der Bausubstanz durch die reißerische und oberflächliche Berichterstattung der Medien zu vermeiden. Ob's hilft?

 
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geraldxx

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Elektrische Heizlüfter sind wohl das Dümmste was man machen kann, trotz der hohen Gaspreise. Einfach mal nachrechnen...

Ich glaube auch nicht, dass den Leuten die wahren Ausmaße bekannt sind. Es gibt mittlerweile erste Abschlagsrechnungen von Grundversorgern zum 01.10.2022 wo dann die Gaskosten z.b. von 200€ auf 600€ monatlich steigen. Keine Panik ist sicherlich angebracht aber ich bezweifle, dass die meisten Mieter das stemmen werden. Momentan liegt der Gaspreis bei meinem Versorger, also für Neukunden, bei 25 Cent/KWh. 2021 lag er noch bei 6 Cent, das ist eine Steigerung von über 400%. Monatlicher Abschlag von sagen wir mal bisher 100€ mal 4 macht gleich 400€ und das monatlich, das gäbe eine Nachzahlung von 3600€ + die höheren Abschlagszahlungen.
 

Hutchinson Hatch

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Keine Panik ist sicherlich angebracht aber ich bezweifle, dass die meisten Mieter das stemmen werden.

Naja, sie werden es stemmen müssen! Welche Alternative gibt es denn dazu? Außerdem gibt es mit Sicherheit Eigentümer, denen es wesentlich schlechter geht als die von der Medienlandschaft in Watte gepackten Mieter. Ich denke vor allen Dingen an ältere Rentner, die im selbstgeschaffenen Eigentum wohnen. Bei Beantragung von Hilfsgeldern wird es letztlich darauf hinauslaufen, dass viele Menschen ihr Eigentum verkaufen müssen, bevor es überhaupt irgendeine Staatshilfe geben wird.
 

geraldxx

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Naja, sie werden es stemmen müssen! Welche Alternative gibt es denn dazu? Außerdem gibt es mit Sicherheit Eigentümer, denen es wesentlich schlechter geht als die von der Medienlandschaft in Watte gepackten Mieter. Ich denke vor allen Dingen an ältere Rentner, die im selbstgeschaffenen Eigentum wohnen. Bei Beantragung von Hilfsgeldern wird es letztlich darauf hinauslaufen, dass viele Menschen ihr Eigentum verkaufen müssen, bevor es überhaupt irgendeine Staatshilfe geben wird.

Die Politik hat bereits anklingen lassen, dass Mietern, welche die NKs nicht zahlen keine Konsequenzen drohen. Die Alternative wird also sein, einfach nicht zahlen und Vermieter bleiben auf den Kosten sitzen. Ob die Versorger da mitspielen ist eine andere Frage.
 

hkia08

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Ja, schon, aber du alleine wirst kaum die Welt retten können. Und wenn plötzlich alle(!) Vermieter auffordern, hat das einen gewissen Beigeschmack. Die Info, dass es teurer wird, dürfte doch schon angekommen sein - so blind und taub und zusätzlich ignorant, das nicht mitzubekommen, ist niemand. Glaubst du, dass sich irgendwas ändert, wenn nun auch noch der Vermieter informiert?
Ich bin Volkswirt, selbstverständlich glaube ich, dass sich was ändert, wenn man die Leute informiert. Zum jetzigen Zeitpunkt schauen sich meine Mieter die Horror-Nachrichten an und denken, betrifft mich ja nicht, ich zahle ja nur 7.5 Cent pro kWh. Denen muss man sagen, dass sich die Kosten verdoppeln, um das Verhalten zu lenken. Wenn wir im Februar in eine Mangellage laufen, dann ist auch niemandem geholfen.

Die Information an sich würde ich ja noch gutheißen (wenn sie denn was bringen würde). Aber eine Aufforderung ist mehr als eine Information. Und ich finde, dass es anmaßend ist, Mieter aufzufordern. Stell' dir mal einen neureichen Mieter vor, der es gerne warm hat, es sich leisten kann, und der halt das, was es kostet, zahlt. Warum willst du den zu irgendwas auffordern?
Oder das entgegengesetzte Beispiel: Oma Erna spart schon, wo sie kann, um mit ihrer mickrigen Rente über die Runden zu kommen. Und dann forderst du sie auf, (noch) sparsamer zu sein. Was soll das bringen? Dass sich Oma Erna fürs Erfrieren entscheidet? Sie wird die Nachzahlung so oder so nicht stemmen können, unabhängig davon, ob du sie informiert oder zu irgendwas aufgefordert hast.
Ich habe ein Paar neureiche Mieter im Münchner Süden. Das sind solche, die gelegentlich mal (über den Anwalt!) ein lowball Kaufangebot unterbreiten. Einer hat mir vorsorglich schon mal eine Perle von Urteil geschickt, bei der es um Kürzungsrecht für Mieter bei Preissteigerung über 10% geht, der Vermieter müsse darlegen, welche Verhandlungen er mit dem Energieversorger geführt hätte (darf leider keine Links anhängen). Kann natürlich sein, dass so einer, wenn man einen Brief schreibt und zum Sparen aufruft, die Heizung hochdreht und das Fenster aufmacht.

Habe aber auch ein Paar Mehrfamilienhäuser im ehem. Zohnenrandgebiet. Da liegen die Mieten jetzt um die €6,50 pro qm, und es gibt Mieter, die nächstes Jahr €400 Miete und €250-300 NK zahlen. Wenn ich jetzt einen Neuvertrag abschliessen müsste mit 25 Cent pro kWh, dann würden die mehr Nebenkosten zahlen als Miete. Diese Leute werden aus allen Wolken fallen!

Ich glaube auch nicht, dass den Leuten die wahren Ausmaße bekannt sind. Es gibt mittlerweile erste Abschlagsrechnungen von Grundversorgern zum 01.10.2022 wo dann die Gaskosten z.b. von 200€ auf 600€ monatlich steigen. Keine Panik ist sicherlich angebracht aber ich bezweifle, dass die meisten Mieter das stemmen werden. Momentan liegt der Gaspreis bei meinem Versorger, also für Neukunden, bei 25 Cent/KWh. 2021 lag er noch bei 6 Cent, das ist eine Steigerung von über 400%. Monatlicher Abschlag von sagen wir mal bisher 100€ mal 4 macht gleich 400€ und das monatlich, das gäbe eine Nachzahlung von 3600€ + die höheren Abschlagszahlungen.
Hundertprozentig, die wahren Ausmaße sind den wenigsten bekannt. Ich habe zwar nur Mieter, die es bezahlen können, aber ich denke, es ist auf jeden Fall wichtig, es vorab zu kommunizieren, damit die Leute nicht mit der Abrechnung wie vom Schlag getroffen werden, sondern sich drauf einstellen können.
 

geraldxx

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Hundertprozentig, die wahren Ausmaße sind den wenigsten bekannt. Ich habe zwar nur Mieter, die es bezahlen können, aber ich denke, es ist auf jeden Fall wichtig, es vorab zu kommunizieren, damit die Leute nicht mit der Abrechnung wie vom Schlag getroffen werden, sondern sich drauf einstellen können.

Ich denke es wird verschiedene Konstellationen geben:

1. Mieter kann nicht zahlen, finanziell nicht möglich z.b. 3000€ nachzuzahlen und auch der höhere Abschlag wird nicht gezahlt
2. Mieter kann nicht zahlen, bietet allerdings Miniraten von z.b. 50€ an (ob die dann regelmäßig kommen ist eine andere Frage)
3. Mieter kann zahlen, schaltet aber den Mieterschutzbund ein um das ganze in die Länge zu ziehen oder sonstwelche Hoffnungen
4. Mieter kann zahlen stellt sich aber auf stur weil das eine Menge Geld ist
5. Mieter zahlt
6. Mieter ist ALG2 Empfänger und hat normal durchgeheizt, da das Amt ja zahlt. Das Amt sagt aber: Auch ALG2 Empfänger müssen an Gas sparen und es wird nur bis zu einer bestimmten Grenze übernommen (die Kommunen werden durch die Nachzahlungen finanziell in die Knie gehen)

Punkt 6 wird sehr spannend da hier sicherlich Gerichte bemüht werden und es interessant wird wie diese entscheiden werden.
 
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1. Mieter kann nicht zahlen, finanziell nicht möglich z.b. 3000€ nachzuzahlen und auch der höhere Abschlag wird nicht gezahlt
2. Mieter kann nicht zahlen, bietet allerdings Miniraten von z.b. 50€ an (ob die dann regelmäßig kommen ist eine andere Frage)
3. Mieter kann zahlen, schaltet aber den Mieterschutzbund ein um das ganze in die Länge zu ziehen oder sonstwelche Hoffnungen
4. Mieter kann zahlen stellt sich aber auf stur weil das eine Menge Geld ist

Für diese Fälle kommt es darauf an, ob es dazu wieder ein "Sondergesetz" wie zu Corona-Zeiten geben wird - abwarten!

6. Mieter ist ALG2 Empfänger und hat normal durchgeheizt, da das Amt ja zahlt. Das Amt sagt aber: Auch ALG2 Empfänger müssen an Gas sparen und es wird nur bis zu einer bestimmten Grenze übernommen (die Kommunen werden durch die Nachzahlungen finanziell in die Knie gehen)

Da wäre ich aufgrund meiner Klientel stark betroffen sehe aber da nicht das große Problem kommen. Ganz einfach wegen der Medien, wenn da Probleme mit der Übernahme KdU kommen (und dann reihenweise Kündigungen deswegen) wird da schon das Trash-TV und damit auch die Politiker darauf anspringen.

Auch hier gilt: Man wird sehen ......

Problem für mich ist aktuell, dass etliche Objekte bis nächstes Jahr Geld kosten statt solches zu verdienen, Abschläge bzw. Hausgelder wurden schon erhöht, BK-Vorauszahlung bei H4-Mietern kann ich erst nach der Abrechnung anheben, aber ganz ehrlich, wenn man als Vermieter so etwas nicht puffern kann dann macht man halt was falsch (siehe diverse YT-Gurus mit ihrem Beiträgen dazu).
 

Hutchinson Hatch

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Die Politik hat bereits anklingen lassen, dass Mietern, welche die NKs nicht zahlen keine Konsequenzen drohen. Die Alternative wird also sein, einfach nicht zahlen und Vermieter bleiben auf den Kosten sitzen. Ob die Versorger da mitspielen ist eine andere Frage.

Klassischer Fall von Panikmache. Im gleichen Atemzug (sorry für DIESE Quelle, habe auf die Schnelle nichts anderes gefunden) wurden Finanzhilfen auch für Vermieter diskutiert.

Ich stelle nochmal zur Diskussion: Was sollen die Vermieter/Mieter machen, außer gemeinsam nach Lösungen für diesen und nächsten Winter zu suchen? Die Großzahl der Mieter wird sicherlich bemüht sein, keine Schulden beim Vermieter oder Versorger anzuhäufen. Für sonstige Lösungsmöglichkeiten ist die Politik zuständig, und die FDP wird uns Vermieter sicherlich nicht im Stich lassen.
 
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geraldxx

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Da wäre ich aufgrund meiner Klientel stark betroffen sehe aber da nicht das große Problem kommen. Ganz einfach wegen der Medien, wenn da Probleme mit der Übernahme KdU kommen (und dann reihenweise Kündigungen deswegen) wird da schon das Trash-TV und damit auch die Politiker darauf anspringen.

Auch hier gilt: Man wird sehen ......

Problem für mich ist aktuell, dass etliche Objekte bis nächstes Jahr Geld kosten statt solches zu verdienen, Abschläge bzw. Hausgelder wurden schon erhöht, BK-Vorauszahlung bei H4-Mietern kann ich erst nach der Abrechnung anheben, aber ganz ehrlich, wenn man als Vermieter so etwas nicht puffern kann dann macht man halt was falsch (siehe diverse YT-Gurus mit ihrem Beiträgen dazu).

Deswegen wird die Politik auch solche Kündigungen unterbinden, es wird nicht dazu kommen. Es bleibt spannend und wir werden sehen was beschlossen wird.
 
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