Wie kündige ich den Einbau von Wasserzählern formal richtig an?

Dieses Thema im Forum "NK - Ankündigungen!" wurde erstellt von Birliban, 24.05.2016.

  1. #1 Birliban, 24.05.2016
    Birliban

    Birliban Neuer Benutzer

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    Liebe Forenmitglieder,

    ich beschäftige mich zur Zeit mir der Vorplanung zum Einbau von Wasserzählern in unserem Mietshaus. Wir haben die schon lang verstrichene Frist zum Einbau von Warmwasserzählern regelrecht verpennt was uns gegenwärtig etwas auf die Füße fällt.

    Beim Entwurf eines Mieteranschreibens zur Ankündigung des Einbaus von Wasserzählern bin ich auf ein paar Fragen hinsichtlich unterschiedlicher Regelungen in HKVO und BetrKV gestoßen. Ich hoffe auf etwas Rückenwind aus diesem Forum um diese Fragen zu klären.


    Wir beabsichtigen Kalt- und Warmwasserzähler im Rahmen eines Servicevertrags zu mieten. Im Folgenden fasse ich kurz dass zusammen, was ich dazu herausgefunden habe. Bitte korrigiert mich, wenn ich mit meinen Ausführungen falsch liege.

    Generell wird der Einbau von Wasserzählern als Modernisierung angesehen, wodurch jährlich 11% der Einbaukosten auf die Miete umgelegt werden könnte. Ich gehe jetzt im weiteren mal davon aus, das sich die Einbaukosten im Rahmen einer Bagatellmaßnahme bewegen, so dass sich hier keine größere Prozedur in Hinblick auf eine Vorabinformation der Mieter ergibt.

    Die Mietkosten für Wasserzähler (nur Kaltwasserzähler???) sind nach §2 Satz 2 der BetrKV umlagefähig. Ein einfaches Ankündigen über die Absicht des Einbau sollte ausreichend sein.

    Die Mietkosten für den Warmwasserzähler sind nach §4 Satz 2 der HKVO ebenfalls umlagefähig. Allerdings nur dann, wenn die einfache Mehrheit der WEs sich nicht gegen ein Anmietung der Zähler ausspricht.

    Wenn ich nun über die BetrKV den Wasserverbrauch pro WE bestimmen möchte, benötige ich die Summe der Verbräuche von Kalt- und Warmwasserzähler pro WE. Diese Summe ist die Wasser/Abwassermenge, welche ich der WE in der BK-Abrechnung in Rechnung stelle. Die BetrKV sieht kein Einspruchsmöglichkeit des Mieters bzgl. der Umlage von Mietgebühren bei Wasserzählern vor.

    Anders in den Klauseln der HKVO, hier kann der Mieter der Umlage der Mietkosten für den Warmwasserzähler widersprechen. Des weiteren setzt der Einbau von Warmwasserzählern ein etwas umfangreicheres Anschreiben voraus.

    Ich frage mich nun, ob ich mich bei dem gleichzeitigen Einbau von Warm- und Kaltwasserzählern auf den §2 Satz 2 der BetrKV berufen kann und damit der §4 Satz 2 der HKVO unwirksam ist, oder ob die HKVO mit Ihrer Forderung der Einspruchsmöglichkeit bezogen auf die Mietgebühren für Warmwasserzähler über der BetrKV steht.

    Wie seht Ihr dass? Reicht ein kurzes Anschreiben mit Erklärung der Absicht zum Einbau von Wasserzählern auf Basis der BetrKV oder kann das zu einem Bumerang werden?

    Liebe Grüße
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Bevor noch mehr auf die Füße fällt: Ein Wärmemengenzähler für das Warmwasser ist bereits verbaut?


    ... der erstmaligen Einbaukosten ...


    Vielleicht, aber warum soll man dieses Risiko eingehen? Es ist sowieso ein Vorlauf erforderlich, also kann man auch gleich eine Modernisierung samt Erhöhung korrekt ankündigen. Mal davon abgesehen, dass man sich fragen muss, ob man wegen dieser paar Krümel wirklich eine Mieterhöhung vornehmen will.


    Für die WW-Zähler ist das an anderer Stelle geregelt. Die Kosten sind natürlich auch umlagefähig.


    Nein, noch einen Schritt weiter: Er kann schon der Ausstattung mit Mietgeräten widersprechen.


    Die Frage stellt sich nicht, weil sich die beiden Vorschriften gar nicht entgegenstehen, s. Antwort zur letzten Frage. Würde sich die Frage stellen, wäre die Antwort: Ja, die HeizkostenV ist spezieller, geht also der allgemeineren BetrKV vor. Das ist aber wie gesagt eine rein theoretische Überlegung ...


    Für den Einbau der Kaltwasserzähler reicht das. Die Änderung des Umlageschlüssels ist dann noch vor Beginn des nächsten Abrechnungszeitraums anzukündigen, falls bisher eine Umlage nach einem anderen Maßstab als der Wohnfläche vereinbart war, § 556a Abs. 2 BGB.
     
  4. Berny

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    Hallo Birliban,

    unsere Lösung mag Dir vielleicht zu einfach erscheinen...?:
    Für unser MFH hatten wir eine Ausschreibung gemacht und schriftliche Angebote von 12 ortsansässigen Firmen erhalten. Angebotspreise zw. 2156€ und 4057€ für zwei WMZ und 14 WZ.
    Die Mieter wurden, nachdem der Montagetermin feststand, schriftlich informiert, die Arbeiten wurden von zwei Monteuren innerhalb eines knappen Arbeitstages erledigt.
    Die Kosten haben wir selbst getragen, Mieterhöhungen gab es nicht.
     
  5. #4 Birliban, 25.05.2016
    Birliban

    Birliban Neuer Benutzer

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    Erst mal recht vielen Dank für die schnellen Anworten.

    Als Randinfo:
    Danke für die Erinnerung. Ich bin dran, dass mit dem Energieversorger im Detail zu klären. Mein derzeitiger Kenntnisstand ist folgender:
    Die Warmwasserbereitung geschieht per Fernwärme. Die Bereitung erfolgt per Drei-Leiter-Sytem, damit ist die Anlage keine Anlage im Sinne der HKVO §9 (bezieht sich nur auf verbundene Anlagen). Der Versorger stellt uns die Kosten für die Warmwasserbereitung getrennt in Rechnung. Nach Auskunft des Versorgers ist das derzeit verwendete Erfassungsverfahren per Kaltwasserzähler am Speicherzulauf in diesem speziellen Fall noch zulässig. In den aktuellen TABs des Wärmeversorgers habe ich aber schon gesehen, dass bei Neuanlagen unseres Warmwasserbereitungstyps ein Wärmezähler auf Versorgerseite (damit sein Eigentum und seine Verantwortung) eingezeichnet ist. Ich gehe davon aus, dass der Wärmeversorger auch bei uns bald einen Wärmezähler nachrüsten wird.


    Jetzt aber nochmal zu meiner Frage mit den Wasserzählern.

    Vollkommen richtig, sehe ich genau so. Will ich auch nicht. Da habe ich mich vollkommen falsch ausgedrückt. Ich hatte dies eher auf den Umfang des Prozederes bezogen. Aber Danke für den Rat, warum soll ich ein Risiko eingehen, wenn ich den nötigen Vorlauf habe.


    Dies ist für mich die entscheidende Information, bei diesem Frage war ich mir bisher nicht sicher.

    Nur für mein Verständnis fasse gerade noch mal den Fall zusammen, wenn Mieter und Vermieter ihren jeweiligen Möglichkeitsrahmen voll ausschöpfen:

    -Der Einbau von Wasserzählern stellt eine Modernisierung dar, der Vermieter könnte die Einbaukosten entsprechend der Regelungen (11%, etc.) in Form einer Mieterhöhung weitergeben.

    -Der Vermieter hat prinzipiell die Möglichkeit die Zähler anmieten, muß aber bei Anmietung der WW-Zähler den §4 Satz 2 der HKVO beachten.

    -Auf Grund §4 der HKVO könnte bei einer mehrheitlichen Ablehnung der Mieter dem Vermieter die Anmietung der WW-Zähler verwehrt werden.

    -Im Resultat habe man dann angemietete Kaltwasserzähler und gekaufte Warmwasserzähler.

    -Die Mietgebühren für die KW-Zähler enthalten, nach meinen Informationen, auch die Kosten für das jährliche Ablesen und den Eichservice. Die Mietgebühren sind umlagefähig

    -Für die gekauften WW-Zähler schließe man einen Vertrag über das jährliche Ablesen und den Eichservice ab. Diese Kosten sind dann ebenfalls umlagefähig.

    Ist doch eigentlich alles ganz einfach :-)


    Nein, eure Lösung gefällt mir sogar recht gut. Ich möchte verwaltungstechnisch keinen großen Aufriss wegen der Wasserzähler haben.
    Da ich aber leider nicht den professionellen Hintergrund in Bezug auf Hausverwaltung habe, habt Ihr bestimmt schon gemerkt, wollte ich mir zunächst mal neutral ein Bild von den Möglichkeiten machen, welche Vermieter und Mieter haben. Und dabei bin ich dann an den §en von HKVO und BetrKV hängen geblieben.
    Wenn ich nun aber ein Anschreiben bzgl. meines Vorhabens an die Mieter verfasse, wäre es mir unangenehm, wenn dies nicht primär zur Information sondern zur Unterhaltung der Mieter dient, weil ich die jeweiligen Verordnungen falsch angewendet habe.


    Wenn Ihr mit meiner obigen Zusammenfassung der Möglichkeit einverstanden seid, betrachte ich meine Fragen als beantwortet und das Thema hiermit als abgeschlossen. Nochmal vielen Dank für Eure schnelle Antwort.
     
  6. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Hallo Birliban,

    bei der Betriebskostenabrechnung zwischen Vermieter und Mieter ist der Energieversorger überhaupt nicht beteiligt.
    Ich habe von Fernwärme gar keine Ahnung, befürchte aber, dass der Energieversorger der falsche Ansprechpartner ist, wenn es um Betriebskostenabrechnungen geht.
     
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  7. #6 immobiliensammler, 25.05.2016
    immobiliensammler

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    Hallo dots,

    es geht ja bei diesem Post nicht mehr um die Abrechnung an sich, sondern um die Notwendigkeit, einen Wärmemengenzähler für die Ermittlung der Kosten Warmwasserbereitung einzubauen. Hier gehe ich mit Birliban, wenn der Fernwärmeversorger die Kosten Warmwasser in seiner Rechnung separat ausweist dann kann ich diese Zahl natürlich für meine Abrechnung übernehmen.
     
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  8. Andres

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    Bin ich, bis auf einen Punkt:

    Auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich die Lage weitgehend überblicke, würde ich nicht auf die Idee kommen, das als "einfach" zu bezeichnen. Aber vielleicht muss auch nur mein Ironiedetektor mal wieder kalibriert werden. ;)
     
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  9. #8 Nero, 05.06.2016
    Zuletzt bearbeitet: 05.06.2016
    Nero

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    Hallo immobiliensammler - und wo ist denn dann das Problem bei der Abrechnung.

    Der individuelle/spezielle Verbrauch wird doch - wie Du selbst sagst - hier bereits seitens Energieversorger ausgewiesen!

    Hoffe, ich habe die Sache nicht missverstanden.

    Natürlich ist der "Lieferant" anhand seiner Jahresabschlussrechnung für die NkV-Abrechnung relevant.-

    Was denn sonst sollte meine Basis der Preisermittlung über eigene Zwischenzähler (Verbrauch) der M. denn sein ?
     
  10. Berny

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    Du hast da völlig recht: Individuelle Zähler sind blau, spezielle Zähler wohl grün... - oder... *grübel*
     
  11. #10 anitari, 05.06.2016
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    Wohnungs-Kaltwasserzähler sind blau bzw. an der Angabe der Höchsttemperatur (30 Grad) zu erkennen, Wohnungs-Warmwasserzähler sind rot bzw. an der Höchsttemperatur (90 Grad) zu erkennen.
     
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  12. Nanne

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    Der Verbrauch meines Brennstoffes wird vom Energieversorger jährlich vom Hauptzähler abgelesen und diesen Verbrauch teile ich meiner Abrechnungsfirma mit zur Berechnung der Jahresabrechnung.
    Also Lieferant des Brennstoffes und Abrechnungsfirma sind nicht identisch.(bei uns..)
     
  13. Berny

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    Bei Letzteren gilt das aber nur für Erdgeschosswohnungen, weil die näher zur Hölle sind.:009sonst:
     
  14. #13 anitari, 05.06.2016
    anitari

    anitari Erfahrener Benutzer

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    Schitt .. da hat sich doch die 6 glatt um 180 Grad gedreht:erschreckt013:
     
  15. #14 anitari, 05.06.2016
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    anitari Erfahrener Benutzer

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    Was hat das jetzt mit den Wasserzählern bzw. der Ankündigung deren Einbau zu tun?
     
  16. #15 immobiliensammler, 05.06.2016
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    Hallo Nero,

    vielleicht habe ich das wirklich falsch gelesen, ich ging davon aus dass er für das ganze Objekt eine Rechnung vom Fernwärmeversorger bekommt, in der dann Warmwasser / Heizung jeweils getrennt ausgewiesen wird. So habe ich das aus dem Post rausgelesen: "Der Versorger stellt uns die Kosten für die Warmwasserbereitung getrennt in Rechnung". Dann muss eine Abrechnung nach HeizkVO auf die einzelnen Mietparteien gemacht werden.

    Wenn direkte Verträge der Mieter mit dem Fernmwärmeversorger abgeschlossen werden dann bin ich als Vermieter ja sowieso außen vor und brauche gar keine Abrechnung erstellen, dann läuft das so wie mit den Gasetagenheizungen!
     
  17. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Hat mit #8 zu tun.
     
  18. Nero

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    Hallo immobiliensammler zu 15 - Ich ! liege wahrscheinlich falsch. Zurückruder...
    Ich brauche nämlich die Gesamtabrechnung, damit ich sie auf die einzelnen Verbrauchseinheiten im nachweislichen Eigenverbrauch preislich umlegen kann.
    HG!
     
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