Wie mit Themen umgehen, die nicht in der WEG durch Hausordnung geklärt sind?

Diskutiere Wie mit Themen umgehen, die nicht in der WEG durch Hausordnung geklärt sind? im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, hätte mal die Frage, wie man sich unter Eigentümern in einem MFH verhält, wenn bestimmte Themen in der Hausordnung nicht geregelt sind. So...

  1. #1 Martin8, 22.12.2012
    Martin8

    Martin8 Gast

    Hallo,

    hätte mal die Frage, wie man sich unter Eigentümern in einem MFH verhält, wenn bestimmte Themen in der Hausordnung nicht geregelt sind. So z.B. das Thema Grillen. Bisher haben nur die Parteien, die in den EG-Wohnungen wohnen im Garten gegrillt und standen immer ein Stück weg vom Haus. Nun ist unter mir ein neuer Eigentümer eingezogen und ich hörte, dass der sich schon so auf den Sommer und Grillen auf dem Balkon freut. Ich möchte das aber nicht, weil ich schon von dem Eigentümer zuvor weiß, wie schnell die Gerüche aus der Küche in mein Wohnzimmer ziehen. Wie verhalte ich mich denn nun? Ist Grillen nun erlaubt oder nicht ? Gibt es Toleranzen oder nicht? Ehrlich gesagt hatte ich den Grillgerucht der EG-Parteien auch oft in der Wohnung, aber das ging irgendwie noch. Nur jetzt so direkt unter mir...
    Die Hausverwaltung hatte ich mal angefragt, aber die hat sich irgendwie nicht schlüssig geäußert. Die Hausordnung gibt nichts her. Und nun?

    Danke.

    Martin
     
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  3. #2 Fremdling, 23.12.2012
    Fremdling

    Fremdling Erfahrener Benutzer

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    Hallo Martin,

    die "Spielregeln" für eine Wohnungseigentümergemeinschaft sind vielerorts geregelt (Teilungserklärung, Hausordnung, Wohnungseigentumsgesetz, Bürgerliches Gesetzbuch, ...), aber speziell zum Thema "Grillen auf dem Balkon" gibt es im Falle fehlender klarer Regelungen immer wieder auch Streit vor Gericht. Dabei entscheiden die Gerichte die ganz unterschiedlichen Fälle oft auch ganz unterschiedlich, so dass es keine generelle Antwort zu geben scheint. Auch müssen hier sicherlich verschiedene Aspekte bedacht werden: z.B. Grilltageszeit, Grillhäufigkeit, Grilldauer, Holzkohlegrill, Elektrogrill. Bei letzterem kann der Unterschied zwischen unvermeidbarer Küchenabluft durch das Küchenfenster und dem aufsteigenden Grillgeruch vom Balkon gering sein.

    Ein Weg in ein kategorisches Verbot wäre eine Regelung für Eure Gemeinschaft durch Anpassung der Hausordnung im Rahmen eines gültigen Mehrheitsbeschlusses. Damit verlagerst Du die Thematik aber in der Regel letztlich nur auf die Frage der Durchsetzbarkeit. Was sagen die anderen Eigentümer/Bewohner zu Deiner Einstellung "Ich möchte das aber nicht, ..."?

    Vielleicht kannst Du Deine Interessen ja bereits dadurch sachlich und erfolgreich berücksichtigt wissen, wenn Du mit dem neuen Eigentümer zunächst mal ein offenes Gespräch darüber führst, was Du "gehört" hast. Womöglich kannst Du sogar die Position eines strickten Verbotes bereits dadurch relativ zufrieden verlassen, wenn Ihr eine Regelung (Zeitpunkt, Häufigkeit, Elektro-Grill, ...) findet, mit der Du leben kannst.

    Wünsche Dir ein glückliches Händchen für das Gespräch! Wer weiß, der Neue könnte im Wissen um Deine Sorgen sein Vorhaben aufgeben oder eines Tages grillt Ihr gemeinsam im Garten?
     
  4. #3 Fremdling, 03.02.2013
    Fremdling

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    Nachtrag ...

    Hallo Martin8,

    da das Thema bei uns plötzlich auch wieder aktuell wurde (eine Eigentümerin erinnert für die kommende Saison an die Einhaltung des in der Hausordnung geregelten Grillverbotes auf den Balkonen), bin ich soeben wieder mal flink durch's Netz gesurft.

    Ja, es gibt hinsichtlich Region und Einzelfall ganz unterschiedliche Urteile! Es werden in der Juristerei keine Unterschiede gemacht zwischen Holzkohle- und Elektrogrill. Die erlaubte Grillfrequenz und -dauer unterscheidet sich auch je nach Fall mit unterschiedlicher Anzahl mal je Saison mal je Monat. Es gibt auch keinen Einwand gegen Grillverbote im Regelwerk für die Wohnungsnutzung. Es sind Ankündigungsfristen von 48 Stunden zu finden, so dass der potentiell Belästigte entsprechend Vorsorge treffen kann.

    Mangels bestehender Regelung und zu erzielender Einigkeit scheint der allerletzte Ausweg aus dem Dilemma wohl nur der rechtsanwaltsbegleitete Rechtsweg mit einer Zivilklage gegen den Griller auf der Basis von BGB § 862 und § 1004 zu sein, falls das Grillen eine nicht hinzunehmende Belästigung (z.B. häufige langanhaltende und üble Gerüche durch's Fenster) darstellt. Aber auch der Weg scheint ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

    Als realistischer Optimist glaube ich unverändert an den Sinn bilateraler Gespräche mit dem Ziel des gegenseitigen Verständnisses, nach welchen beide Seite mit dem Ergebnis leben können.

    Glück Auf!
    Fremdling
     
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