Wie schwierig doch manchmal Mieter sein können

Diskutiere Wie schwierig doch manchmal Mieter sein können im Was nicht passt - der Small-Talk Forum im Bereich Off-Topic; Hallo zusammen, ich wollte einfach mal von meinen Mietern berichten. Vor über 10 Jahren hatte ich in Frankfurt eine 74qm 3 Zimmerwohnung gekauft....

  1. hg6806

    hg6806 Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich wollte einfach mal von meinen Mietern berichten.
    Vor über 10 Jahren hatte ich in Frankfurt eine 74qm 3 Zimmerwohnung gekauft. Der Makler hatte schon im Vorfeld gemeint, nehmen Sie lieber eine andere Wohnung, die Mieter sind recht schwierig.
    Naja, die hohe Rendite war einfach verlockend, und ich dachte, das wird schon.
    Beim Besichtigungstermin der Wohnung durfte der Makler durch die Mieter gar nicht in die Wohnung eintreten. Auf mich haben Sie dann eingeredet, wie Probleme hier und da, Schimmel, etc.
    Die Wohnung war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt und vollkommen in Ordnung.

    Soweit lief eigentlich alles recht gut, Miete kam immer pünktlich.
    Die Nebenkostenabrechnung war immer ein Krampf, da hier im Gespräch immer Beschwerden über alles mögliche kamen. Der Aufzug fällt oft aus, der hat das gesagt, der parkt immer blöd, die ist laut, hier wird zuviel hier zuwenig im Winter gestreut, usw. Die Abrechnung wurde auch immer von ihnen durch den Mieterschutzbund penibel geprüft und ab und zu mal einen Punkt gefunden, bei denen Kosten umgesetzt werden KÖNNEN. Nun, in der Abrechnung von dem Verwalter stand immer umlagefähig, also habe ich es auf die Abrechnung gesetzt. Damit Frieden herrscht, habe ich auch noch die paar Euro übernommen.

    Dann, vor 3 Jahren ging es um eine Glasfront mit Terrassentür, bei der das Oberlicht zu einem Teil blind war. Müsse unbedingt ausgewechselt werden, Oberlicht ist total blind und die Scharniere sind ausgebrochen. In der Tat war ein Verschluss im Holz schon etwas ausgelutscht und nicht mehr richtig zu befestigen, also habe ich 3500,- in die Hand genommen und die komplette Glasfront auswechseln lassen. Mit wesentlich besseren Wärmedämmeigenschaften und besseren Lärmschutz und auch Umbau auf elektrische Rollläden
    Das habe ich genutzt und habe dann wegen Modernisierung die Miete um sage und schreibe nicht mal 30,- erhöht. Das in Frankfurt und nach 8 Jahren ohne Mieterhöhung!!!
    Ein Beben gab es danach, was mir denn einfallen würde. Gezahlt haben sie es aber, auch wenn sie es wieder mit Sicherheit vom Mieterschutzbund geprüft haben lassen.

    Dann kam eine Beschwerde, die Fugen in der Dusche wären schimmlig, man bekommt es nicht mehr sauber, ist schon zu tief drin.
    Nun, in dem Zug kam dann von ihnen, solche Wände aus ganzen Platten wären ja so toll, einfach auf die Fliesen kleben, danach hat man garantiert keine Probleme mehr, und eine Glastür wäre ja auch besser als ein Vorhang, und die Duschtasse ist ja auch so hoch, das Ganze bodentief wäre sowieso Stand der Technik heute.
    Nach einigen Besuchen von Handwerkern und Angeboten von teilweise über 4500,- Euro, hatte ich was ansprechendes und bezahlbares gefunden.
    Duschwände anbringen und Glastür würden auf meine Kosten gehen (ca. 2100,-) ohne Mietsteigerung, bei Umbau auf bodentiefe Dusche und Vergrößerung um vorderen Bereich, was ca. 1600,- mehr gekostet hätte, eine Mieterhöhung um 30,-. Das halt nur optional, wenn sie das wollen.

    Wieder ein Beben. Mieter sind total entsetzt warum ich schon wieder die Miete erhöhen würde.

    Es ist einfach unglaublich. Wenn man den kleinen Finger reicht, wird an der ganzen Hand gerissen.


    Ich wollte nur einfach mal berichten

    Grüße
     
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  3. #2 klinkerstein, 13.02.2020
    klinkerstein

    klinkerstein Benutzer

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    -tolle Rendite
    -Mieter zahlen pünktlich
    -seit 10 Jahren kein Leerstand.
    -Schäden werden rechtzeitig gemeldet und die Wohnung bleibt stets in guten, vermietbereiten Zustand.
    -dafür dass du Geld damit verdienst und deine Kapitalanlage durch andere Menschen abgezahlt wirst, musst du Zeit für Kommunikation aufwenden.
    -Mieter bestehen zurecht auf Vertragserfüllung und versuchen noch etwas mehr herauszuhandeln

    Könnte deutlich schlechter laufen....
     
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  4. #3 immodream, 13.02.2020
    immodream

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    Hallo hg6806 ,
    du hast eine inzwischen 25 Jahre alte Wohnung , in der Mieter seit über 10 Jahren ohne Unterbrechung ihre Miete zahlen.
    Es läßt sich leider nicht vermeiden, auch ab und zu einmal etwas Geld in eine alte Immobilie zu investieren.
    Ob das in der von dir getätigten Investitionssumme notwendig war, kann ich nicht entscheiden.
    Ich wäre in den letzten 30 Jahren froh gewesen, wenn ich immer Mieter gehabt hätte, die 10 Jahre durchgehend ihre Miete und gezahlt hätten .
    So wie ich das nach deinen Schilderungen beurteilen kann, hast du ja nicht nur Reparaturen durchgeführt sondern Investitonen, die den Wert der Wohnung erhalten oder sogar steigern .
    Auch wenn es unbequem ist, ein Mieter hat das Recht sich bei Nebenkostenabrechnungen oder anderen Problemen beraten zu lassen.
    Das ist natürlich für den Vermieter immer etwas unbequem und mit einigem Zeitaufwand zu bewerkstelligen .
    Ich bin als Vermieter der Meinung, das z. B. viele Betriebskostenabrechnungen nicht ganz korrekt sind, weil die Vermieter keine Ahnung haben oder absichtlich ihre Mieter betrügen .
    Auch meine Betriebskostenabrechnungen sind bei einigen Mietern immer von irgendwelchen Ämtern und Mietervereinen geprüft worden .
    Bis auf kleine Geldbeträge, für die es sich nicht lohnt zu streiten, sind die Prüfungen immer recht positiv verlaufen.
    Das ist dann für mich eine Bestätigung wie " TÜV " geprüfte Betriebskostenabrechnungen .
    Natürlich sind Mieter, die nichts zu Meckern haben bequemer.
    Wenn man aber in zehn Jahren 6 oder 7 Mieterwechsel von Mietern die nichts zu Meckern hatten , mit erleben muß , ist das auf alle Fälle nervenaufreibender und kostspieliger , als ein so etwas unbequemer Mieter.
    Ich habe auch so einen nervigen Mieter , der seit 17 Jahren regelmäßig seine Miete zahlt , aber immer wieder etwas zu meckern hat .
    Seine Akte mit den Schreiben vom Mieterverein ist inzwischen mehrere Zentimeter dick .
    Bisher wurde noch nie die immer angedrohte Mietminderungen durchgeführt.
    Nachdem ich letzte Tage wieder einen Brief vom Mieterverein bekommen habe, indem er sich über andere Mieter beklagt ( auf diese Briefe des Mietervereins hab ich noch nie geantwortet ) hab ich dann Heute Morgen dem 85 Jahre alten Mann wieder Wasser auf die Heizung aufgefüllt , wir haben uns dann nett unterhalten und als einzige neue Nachricht hat er mir dann mitgeteilt, das die neuesten Schreiben vom Mieterverein jetzt immer von einer Dame und nicht mehr von einem Herrn kommt.
    Alles gut.
    Ich diskutiere dann auch nicht mehr , ob das eine Kleinreparatur ist, die er eigentlich bezahlen müßte.
    Grüße
    Immodream
     
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  5. hg6806

    hg6806 Benutzer

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    Das mag sich bei mir nach Jammern auf hohem Niveau anhören, aber was halt gar nicht geht ist, wenn man in einer Investition gerade steckt, dass auf einmal direkt 2-3 neue Forderungen kommen. Ich kann nun mal nicht jedes Jahr mehrere Tausend Euro investieren, bei nicht mal 800,- Kaltmiete.
    Die Sache mit der Dusche muss ich nicht machen. Die Verschönerung mit den Wandpaneelen erst recht nicht. Und schimmlige Fugen sind Sache vom Mieter, so im Mietvertrag, außerdem würde das in Kleinreparaturen fallen (die ich auch schon bezahlt hatte).
    Irgendwann mache ich halt dicht, spätestens wenn ich bei ihnen wieder angeschrien werde, dann unterhalten wir uns nur noch per Brief oder per Briefen von Mieterschutzbund und von mir dann not-gezwungen Haus&Grund.
     
  6. Andres

    Andres
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    Das ist das unternehmerische Risiko des Vermieters.


    Das ist in Ordnung und in diesem Punkt gebe ich dir auch Recht: Manche Mieter haben da eine Erwartungshaltung, die in keinem Verhältnis steht. Damit muss man leben können, wenn man Vermieter sein will.


    Nein, das ist keine Kleinreparatur. Die Silikonfugen sind kein "Installationsgegenstand". Außerdem ist es hochgradig albern, nach 25 Jahren wegen ein paar neuen Silikonfugen zu jammern. Die Dinger haben das 2,5fache ihrer zu erwartenden Lebensdauer erreicht.


    Das ist nur vernünftig, vor allem um die Emotionalität rauszunehmen. Ich möchte hier ganz bestimmt nicht die Mieter in Schutz nehmen, aber das ist das ganz normale Geschäft des Vermieters.

    Du weißt, wie diese Leute ticken, also mach' doch bei so Geschichten wie der Dusche nicht ewig rum. Ganz grober Kostenvoranschlag vom Handwerker (die freuen sich auch, wenn das die Ansage ist), dann Angebot an die Mieter: "[Dingsda] könnte man für Mieterhöhung um [Betrag] machen. Ja/Nein?" Schriftlich ist gut. Du kannst deine Worte sorgfältig abwägen und der Mieter auch. Das ist keine Garantie, dass nicht doch mal jemand ausrastet, aber es reduziert die Wahrscheinlichkeit. Die traditionelle Kommunikation auf totem Baum hat eben auch ihre Vorteile.

    Wem so etwas ernsthaft zusetzt, der sollte nicht vermieten. Völlig wertungsfrei.
     
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