Win-Casa 2015 Update - Erfahrungsbericht

Dieses Thema im Forum "Sonstige Programme" wurde erstellt von mietersliebling, 01.08.2015.

  1. #1 mietersliebling, 01.08.2015
    mietersliebling

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    Seit einigen Tagen haben wir nun die neue Win-Casa 2015 Version. Hier will ich einmal meine Eindrücke schildern (und auch ein bißchen meinen Frust loswerden).

    Startet man die neue Version, fällt als erstes auf, dass es wieder einmal eine neue Menüführung gibt, die als großer Fortschritt gefeiert wird. Den Nutzen kann ich aber nicht erkennen.

    In den Werbetexten wird geschrieben, die Bedienung erfolge nicht mehr in so vielen Einzelfenstern, sondern im Hauptfenster. Bei einigen Funktionen stimmt das. Die wichtigsten sind aber unverändert in den alten Eingabemasken, z.B. das Buchungsfenster oder die Stammdatenmasken.

    Angeblich spart sich der Anwender mit der neuen Menüstruktur Mausklicks. Das mag in manchen Fällen so sein. Aber in vielen Fällen ist es anders herum, denn es gibt nun ein mehrfaches Menü: Das Hauptmenü ganz oben in GROSSBUCHSTABEN, darunter ein Untermenü in normaler Schrift und darunter dann meistens wieder viele Knöpfe und Auswahlmöglichkeiten. Was soll da einfacher sein? Bearbeitet man z.B. eine Betriebskostenabrechnung und will dafür Buchungen ergänzen oder korrigieren, muss man zunächst in den Bereich „Buchhaltung“ wechseln und dort dann in die unveränderten Buchungsmasken usw.

    Viel sinnvoller wäre doch eine z.B. objektbezogene Oberfläche, bei der man (z.B. links in einem Explorer) das betreffende Objekt oder Wohneinheit wählt, und dann alle Funktionen dafür im Zugriff hätte. Oder eine andere Benutzerführung. Die neue Version stellt aber die herkömmlichen Menüs lediglich mit Reitern und Bildchen dar, ohne eine wirklich bessere Lösung anzubieten.

    Funktionen wie die Schlüsselverwaltung, Zählerverwaltung, Dokumente usw., die doch eigentlich zu den Objekten oder Wohneinheiten gehören, sind unverändert in einem geheimen Menü „weitere Funktionen“ vergraben. Die meisten Win-Casa-Anwender werden gar nicht wissen, dass es sowas gibt.

    In der praktischen Arbeit muss man oft zwischen Programmteilen wechseln. Arbeitet man z.B. an einer Betriebskostenabrechnung, klingelt mit Sicherheit das Telefon und man muss zu den Mieterstammdaten wechseln. Danach fängt man eigentlich mit der Abrechnung von vorne an, denn man musste die Eingabemasken verlassen und kann nicht dort weiter machen, wo man stehen geblieben war. In früheren Versionen war es mal möglich, mehrere Win-Casa-Programme gleichzeitig zu öffnen und so einfach zwischen Funktionen zu wechseln. Seit dem das aber technisch unterbunden wurde, ist die Arbeit oft mühsam. Warum kann man nicht einfach mehrere Fenster aufmachen?

    Die integrierte Textverarbeitung ist immer noch genauso schlecht wie bisher. Nicht einmal das Problem, dass man ständig versehentlich die Dokumentvorlagen überschreibt, weil beim Abspeichern nicht zwischen der Vorlage und dem aktuellen Brief unterschieden wird, ist gelöst. Dabei wäre das mit einem neuen Speichern-Knopf oder einer Sicherheitsabfrage so leicht zu lösen. Über die sogenannte „Textverarbeitung“ will ich hier ansonsten gar nichts sagen, da ist jedes Wort verlorene Liebesmüh, so grausam schlecht ist das Programm.

    Es gibt einen neuen Bericht, nämlich eine Summen- und Saldenliste. Nett, aber kein großer Fortschritt.

    Leider gibt es immer noch keine Möglichkeit, ein ordentliches Dokumentenmanagement zu betreiben, bei dem alle Briefe, Faxe usw. eingescannt und dann Mietern, Vorgängen, Lieferanten usw. zugeordnet werden können. Es wäre kein so riesiger Aufwand, hier eine schlüssige Gesamtlösung zu schaffen. Statt dessen kann man aber an verschiedenen Stellen Bildchen hochladen (also auch eingescannte Briefe), die aber nicht durchsuchbar sind, und vor allem irgendwo auf Festplatten liegen, um dann einzeln ausgewählt und eingetragen zu werden. Ein Sammel-Upload ist nicht möglich, sodass man sich den Aufwand besser gleich spart. Das Zuordnen von Bildchen ist keine Hilfe, sondern allenfalls Hobby, um sich schöne Bilder von Wohnungen anzusehen. Aber für die Dokumentation von Schäden, Wohnungsübergaben usw., die z.B. an die Versicherung weitergeleitet werdern könnten, lohnt sich der Aufwand nicht. Da hat sich niemand einen Gedanken über die praktischen Arbeitsabläufe gemacht. Solche Dinge macht man besser weiter mit Outlook und Windows Explorer.

    Das ist auch generell das Problem bei Win-Casa: Es gibt schon zahlreiche Funktionen. Eine Heizkostenabrechnung sucht man bei fast allen Hausverwaltungsprogrammen vergeblich, hier ist sie schon dabei. Aber über sinnvolle Arbeitsabläufe in einer Verwaltung hat sich noch nie jemand Gedanken gemacht. Sonst gäbe es nicht nur eine Mahnfunktion, sondern einen Mahnablauf mit Wiedervorlagen, Ratenzahlungsvereinbarungen usw. Oder der Posteingang im Büro mit eingescannter „Schneckenpost“, E-Mail, Fax, Telefon usw. würde umfassend verwaltet und bei jedem Mieter sichtbar, was wann von wem geschrieben oder gesagt wurde.

    Und gerade von einem Softwareanbieter, der auch eine Maklersoftware hat, könnte man doch annehmen, dass er die Systeme verbindet und dem Hausverwalter ermöglicht, seine Vermietungen und Mietinteressenten im System zu bearbeiten. Statt dessen bleibt man bei Win-Casa weiterhin auf Notizzettelchen und nicht integrierte Fremdsoftware mit vielen Dateien irgendwo auf der Festplatte angewiesen. Vor allem im Mehrbenutzerbetrieb ist das auf Dauer keine Lösung.

    Gerade in Zeiten des Internet wären so viele praktische Funkionen denkbar, die eine gute Software unterstützen könnte. Aber das ist für Win-Casa noch „Neuland“ und auf die Unterstützung in der Verwaltung hofft man wieder einmal vergebens.

    Eine Verwaltung mit mehreren Mitarbeitern braucht eine Software, bei der die Details der Arbeit nicht nur in den Köpfen, sondern vor allem im System stehen. Eine gute Software könnte uns Verwaltern im Alltag so viel Arbeit abnehmen. Aber auch die neue Version Win-Casa 2015 ist da kein nennenswerter Schritt nach vorne.

    Zur Ehrenrettung muss aber auch gesagt werden, dass das hier beschriebene genauso für die allermeisten Hausverwaltungsprogramme gilt. Win-Casa ist da in den meisten Punkten nicht besser und nicht schlechter. Die Hersteller sind wohl satt von den laufenden Lizenzeinnahmen. Bei Win-Casa sind das alleine beim aktuellen Update mindestens 1 Mio. Euro (wenn man davon ausgeht, dass ca. 2.000 Anwender das Update für durchschnittlich 500 Euro kaufen). Win-Casa gehört da wenigstens zu den preiswerteren Anbietern. Selbst die meisten wesentlich teureren Systeme bieten nicht mehr.

    Insgesamt muss deshalb festgestellt werden, dass man sich die Lizenzgebühren für das Update gut sparen kann. Die kleinen Verbesserungen sind das Geld nur dann wert, wenn man entweder immer das Neueste haben oder gerne jedes Jahr eine neue Benutzeroberfläche lernen will.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Martens, 01.08.2015
    Martens

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    wow, Danke für Deine Zeilen.

    Mir schrieb gestern der Support auf die Frage, warum wir als Bestandskunden mit Abo noch immer keine 15er Version haben (der Wechsel 2011/2013 hat auch so lange gedauert), man würde aus logistischen Gründen nicht alle zur gleichen Zeit versenden können.
    Die machen das also offenbar selbst und in der Mittagspause.
    /Sarkasmus off

    Ich erwarte von so einem Programm ständige Weiterbearbeitung und insbesondere das Ausmerzen von Fehlern. Daher zahlen wir im Abo jeweils für die aktuelle Version und nerven die Jungs und Mädels ab und zu mit "da hat sich noch niemand drüber beklagt" - Meldungen. :)
    Mal sehen, wann denn tatsächlich eine Abrechnung gem. V ZB 10/87 erstellt werden kann, bei Eigentümerwechsel zwischen Ende Abrechnungsperiode und Erstellung der Abrechnung bekommt noch immer der falsche Eigentümer die Sollstellung und vor allem die Gutschrift / Lastschrift des Abrechnungsbetrages zugeordnet, also ist weiterhin Handarbeit angesagt (Stand WinCasa 2013 patch vom 23.07.2015).

    Schön ist auch, man ruft bei der hotline an, nennt seine Kundennummer und irgendwie erwarte ich von einem Unternehmen, das sein Geld mit Datenbankapplikationen verdient, daß man mich dann kennt, meine früheren Gespräche auf dem Schirm hat etc. Statt dessen werde ich nach meiner email-Adressen gefragt und Kollege X weiß nicht, was ich gestern mit Kollege Y besprochen habe...

    Aber in der Tat, die meisten anderen Anbieter kochen auch nur mit Wasser.

    Christian Martens
     
  4. #3 mietersliebling, 01.08.2015
    mietersliebling

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    Was Du von der Win-Casa-Hotline erwartest, hätte ich auch gerne als Vermieter in Win-Casa. Das CRM-Modul kann das aber so nicht. Und noch besser: Wenn man das CRM-Modul aufmacht (Tipp: Es gibt keinen Menüpunkt oder so, sondern einen kleinen Knopf in der Fußleiste!), kann man nicht gleichzeitig in den Stammdaten arbeiten. *Kopfschüttel*
     
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