Wohnung ohne Erdung!

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von noizejunk, 30.03.2007.

  1. #1 noizejunk, 30.03.2007
    noizejunk

    noizejunk Neuer Benutzer

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    Einen wunderschönen guten Tag miteinander!

    Direkt der erste Post und direkt so ein Problem :)
    Also: Ich wohne seit knapp 7 Jahren in einer Mietwohnung in NRW. Das Haus ist Baujahr 1948.
    Schon immer hatte ich die Vermutung, dass irgendetwas mit meinem Stromkreislauf hier nicht so 100pro läuft. Nachdem ich nun eine neue Einbauküche bekommen hatte und ich einen Fachmann zum Anschliessen des Herdes habe kommen lassen, wurde er ganz bleich und meinte, den Herd würde er nicht anschliessen, da die Herdanschlussdose nicht geerdet ist.
    Nachdem der Elektriker dann andere Dosen (auch in anderen Räumen) durchgemessen hatte, stellten wir fest, dass bis auf das vor ca. 3 Jahren renovierte Bad kein einziger Raum mit einem Schutzleiter versehen ist! Die Leitungen sind zwar verlegt, jedoch sind diese (laut Elektriker) nicht im Sicherungskasten angeschlossen. Ebenso ist nur für das Bad ein FI-Schalter vorhanden! Andere Steckdosen in der Küche sind über die Pase vom Herd angeschlossen, was ebenfalls überhaupt nicht gehen dürfte.

    Dies erklärt nun auch, weshalb in letzter Zeit so viele E-Geräte nach Umstellen den Geist aufgaben... PC, Waschmaschine, Untertisch-Speicher... insgesamt knapp 1500 Euro, die ich mir hätte sparen können, wenn ich gewusst hätte, wie dolle die Leitungen hier verlegt bzw. geschaltet sind! Ebenfalls erklärt dies, weshalb meine Freundin hier ständig und überall "einen gewischt" kriegt.

    Nun meine Frage: Was für eine rechtliche Handhabe habe ich gegen meine Vermieterin?? Was kann ich fordern? Mietminderung /-erlaß? Wenn ja, wieviel?! Oder gar nach erfolgtem Gutachten Ersatz der durch die miesen Leitungen geschrotteten Geräte? Eigentlich könnte ich laut O-Ton mehrerer Elektriker ja noch froh sein, dass ich noch lebe!
    Nachdem der Haus- und Hof-Elektriker meiner Vermieterin heute hier war, meinte er, dass man die komplette Elektroinstallation in der ganzen Wohnung erneuern muss. Natürlich eine GANZ tolle Nachricht, gerade wo ich fast alles frisch renoviert habe :(

    Hoffe auf Euren Rat...

    Schöne Grüsse,
    der noizejunk
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Wenn ihr einen Nachweis habt, dass die Leitungen gegen die damaligen techn Bestimmungen verstoßen, kann da etwas raus zu holen sein.
    Also Anwalt einschalten -> Schadenersatzforderung und abwarten.

    Mietminderung ist nur möglich, wenn ihr festgestellt habt, dass der Vermieter nicht bereit ist, den Zustand zu ändern. Leider muss man auch sagen, dass ihr eure Mieterpflicht vernachlässigt habt. Die häufigen Schadensfälle und die Stromstöße hättet ihr melden müssen. Denn offensichtlich stimmt da was nicht. Da wird es wohl hin und her gehen.

    Wenn die alten Leitungen keine Mängel gezeigt haben und bei Einbau techn Standard war, könnt ihr nichts fordern. Dass nur das Bad einen FI schalter hat ist noch ziemlich aktueller Standard. (ist zwar etwas her, wenn aber keine Mod stattgefunden hat, wird das nicht geändert)

    Ich denke, dass ihr da wohl nichts "raus" bekommt...
     
  4. #3 noizejunk, 31.03.2007
    noizejunk

    noizejunk Neuer Benutzer

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    Also naja, ich muss da mal ein wenig widersprechen :)
    Als ich hier eingezogen bin, habe ich mir selbstverständlich die Wohnung angeschaut. Jedoch schaue ich ja nicht in die Wände und überprüfe die Elektroinstallationen. Da u.a. 2 Steckdosen in der Küche die Phase vom Herd mitbenutzen, lag hier offensichtlich ein Mangel vor, der mir verschwiegen wurde.
    Und als zunächst im Februar der PC kaupttging, dachte man doch nicht daran, dass die Leitungen dermassen marode sind und dass es daran lag. Eher denkt man doch "naja, ein Teil - alt - geht im Laufe der Zeit mal kaputt". Und eine gewischt bekommt man zwischendurch immer mal (z.B. an der Fahrtreppe im Kaufhaus oder am Auto)...
    Als das gleiche jedoch mit der Waschmaschine und dem Untertischspeicher passierte, wurde ich dann doch aufmerksam. Nachdem sich dann mehrere Elektromeister mit der Bemerkung "Lebensgefahr!" geweigert hatten, den Herd anzuschliessen, wusste ich, hier stimmt was nicht. Und daraufhin schaltete ich dann die Vermieterin ein.
    Die Schutzleiter sind wohl vorhanden, jedoch wohl entweder nur am Sicherungskasten angeschlossen oder die gehen nur bis zur jeweiligen Verteilerdose im Raum.

    Es kann doch nicht sein, dass ich hier bald 7 Jahre unter Lebensgefahr hier lebe und NICHTS fordern kann! Laut Elektriker kann der Herd eh nicht ohne Weiteres angeschlossen werden, da die komplette E-Installation auf gut deutsch "was fürn Arsch" ist... U.a. ist der Herd mit einer viel zu dünnen Leitung im Sicherungskasten angeschlossen, was einen Anschluss unmöglich macht. Zumindest hier könnte ich doch ansetzen?!

    Grüsse,
    der noizejunk
     
  5. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Hast du das dem Vermieter gesagt? Nein, dann kann der auch nicht reagieren.
    Damit wird es mit der Mietminderung nix. Sobald die elektriker auf den Zustand der Elektrik hingewiesen haben, sollte der Mieter das dem Vermieter melden und direkt Nachbesserung verlangen.

    Reagiert der Vermieter nicht, kann man mindern (hierzu bitte ein Anwalt einschalten).

    Weitere Forderungen sind Zivilrechtl zu klären (Körperverletzung etc).
     
  6. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Solche uralten Elektroinstallationen sind leider heutzutage vor allem in den alten Bundesländern immer noch keine Seltenheit.

    In Deinem Fall hilft wirklich nur noch eine Komplettsanierung der elektrischen Anlage. Durch die Mod. im Bad ist auch jeglicher Bestandsschutz verlorengegangen.

    Das Ganze stellt nach meiner Meinung einen erheblichen Mangel dar welcher durchaus zu Mietminderung berechtigt wenn der Vermieter nicht umgehend reagiert.

    Mit den kaputtgegangenen Elektrogeräten sieht es etwas anders aus. Hier wird nachzuweisen sein ob sie tatsächlich durch die marode Installation Schaden genommen haben. Das dürfte nicht einfach werden.

    Der Schutzleiter ist ja nur für die Ableitung von Fehlerströmen da, damit man im Fehlerfall keine gewischt bekommt. Für den Betrieb eines Gerätes hat er keinen Einfluß.
     
  7. #6 noizejunk, 31.03.2007
    noizejunk

    noizejunk Neuer Benutzer

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    Also, das Ganze fiel ja erst letzte Woche auf, als beim Einbau die Waschmaschine und das Untertischgerät nicht mehr funktionierten. Nachdem dann das Dilemma mit dem Herd rauskam, wusste ich ja Bescheid und rief umgehend bei der Hausverwaltung an.
    Diese informierte umgehend meine Vermieterin und diese schickte am FR morgen "ihre" Elektrofirma zu mir, welche das alles überprüfte und ebenfalls die Hände über dem Kopf zusammenschlug.

    Der Elektriker teilte mir dann mit, dass eigentlich die komplette E-Installation in der Wohnung neu verlegt werden müsste und wollte diese Info umgehend an meine Vermieterin weitergeben. Nach kurzer Rücksprache mit dem Mieterbund soll ich nun bis MO warten, ob meine VM sich dazu nun rührt, ansonsten soll ich rechtliche Schritte einleiten.

    Zum Thema Modernisierung: Die "alte Installation" wurde bei einer kleinen Sanierung vor ca. 4 Jahren des kompletten Hauses durchgeführt; dabei wurde in meinem Fall lediglich der alte Sicherungskasten aus dem Hausflur in meine Wohnung verlegt und die vorhandenen Leitungen 1:1 übernommen. Also denke ich, dass da mit dem Bestandsschutz nichts ist...
     
  8. Jerry

    Jerry Erfahrener Benutzer

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    Was die kaputten Geräte angeht, stimme ich zu, dass es mit dem Nachweis der Schadensursache natürlich schwierig werden kann - nichtsdestoweniger ist es absolut nicht verwunderlich, dass solche Defekte auftreten. Der Schutzleiter ("Erde") ist nicht zum bekucken da, obwohl er allein - bzw. seine fehlende Funktion - noch nicht zu einer direkten Beschädigung führt. Das Schlimme aber ist die dilettantische Verschaltung der aktiven Leitungen (solange man die Erde nicht braucht, ist es relativ wurscht, ob sie da ist oder nicht). Die Zusammenschaltung wie beschrieben kann durch das Ein- und Ausschalten der angeschlossenen Geräte zu lustigen Spannungsschwankungen führen - und sowas killt empfindliche Elektronik in nullkommanix.

    Besonders schön in solchen Altinstallationen ist übrigens auch, dass die Farbcodierung der Leitungen früher teilweise anders war (z.B. rote "Erde"-Leitung) und die Installateure einen Hang zum Recycling gepaart mit Farbenblindheit hatten. Insofern wäre das nicht die erste Wohnung, wo der Schutzleiter nicht etwa schweigend rumliegt und auf Kurzschlüsse wartet, sondern wegen irgendeiner verkorksten Schaltung tatsächlich unter Saft steht!!! Damit wären wir beim Thema absolute Lebensgefahr.

    Abhilfe? Mit Glück (= Leerrohre) brauchen "nur" neue Kabel eingefädelt werden - in allen anderen Fällen viel Wände aufschlitzen, Dreck und neu renovieren... Spass ist anders. (Wir haben das Thema hinter uns - als wir unser Haus vor 10 Jahren bezogen, hatte es eine ähnlich gute Installation gemixt aus 30er und 50er Jahre Standard - neben je drei Sicherungen für Herd und Durchlauferhitzer gab's ganze zwei weitere die sich um den Rest der Hütte kümmern durften. FI absolute Fehlanzeige (da waren nur alte Schraubsicherungen!) Und wenn die Steckdosen in der Küche nicht gebrochen gewesen wären und Funken rausgeschlagen wären, hätte man das Bakelit-Zeugs glatt noch verebayern können!

    Aber wenn schon der Haus- und Hofelektriker der Vermieterin das Chaos bestätigt, sollte ja wohl der Weg zur Abhilfe nicht weit sein. SChade um die kaputten Geräte und schade um den Dreck und den Ärger... aber besser als die Fahrkarte nach "six feet under"

    Jerry
     
  9. #8 fizzgig, 02.04.2007
    fizzgig

    fizzgig Erfahrener Benutzer

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    bei der installation des unterbaugerätes, wer hat das denn gemacht? fachmännisch kanns ja nicht gewesen sein.
    wenn der vermieter in diese wohnung steckdosen mit schutzkotakt installiert hat und die erdung nicht überprüft hat ist hier grob fahrlässig gehandelt worden.
    jeder darf zwar eine steckdose einbauen, muss aber auch dafür gradestehen wenns nicht der VDE entspricht.
    also dem vermieter auf die finger kloppen das er diese installation zu verantworten hat !! oder er kann eine elektrofirma nennen die ihm das gemacht hat.
    elektrokasten und überprüfung der korrekten installation ist nicht mietersache.
    inwieweit das nun deine e.geräte geschadet hat ist schwer festzustellen. haushaltsgeräte älteren datums stört eine fehlende erde nicht. (von der körpergefahr mal abgesehen)
    moderne geräte wie pc netzteile können ohne erde schon eine menge probleme bekommen.
    nachweisen ist schwer.
     
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