Wohnung ohne Fussbodenbelag vermieten

Diskutiere Wohnung ohne Fussbodenbelag vermieten im Ausstattung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Vermieter V möchte aufgrund diverser schlechter Erfahrungen mit früheren Mietern keinen fest mit der Wohnung verbundenen Fussbodenbelag einbauen,...

  1. heineu

    heineu Erfahrener Benutzer

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    Vermieter V möchte aufgrund diverser schlechter Erfahrungen mit früheren Mietern keinen fest mit der Wohnung verbundenen Fussbodenbelag einbauen, allenfalls lose verlegt.

    Nun kommt ein Mietinteressent mit sehr hochwertigen Vorstellungen, wie er sich den Fussbodenbelag wünschen würde. Da der Fussbodenbelag (Parkett geölt in Wohnbereichen sowie Vinyl-Paneele in Schlafbereichen) schwimmend verlegt werden könnte, kommt das auch dem V entgegen. Nicht akzeptabel für V sind allerdings die teilweise vorgebrachten Preise von 70-110 Euro pro Qm inkl. Verlegung, was sich bei den in Rede stehdenden Fläche dann inkl. Nebenarbeiten auf 7000 bis 10000 Euro bewegt.

    Da sich V diese aus seiner Sicht wirtschaftlich unrentable Investition nicht leisten möchte, wird ein Modell gesucht, wie der Mietinteressent dennoch auf eigene Kosten seine Wunschausstattung bekommen kann. Problem ist hier, dass neben den Umzugskosten mit viel Möbelfracht quer durch Deutschland, Renovierung der alten Wohnung und Herrichten der neuen Wohnung finanziell ausserordentlich belastet ist.

    Gibt es rechtlich saubere Lösungen, wie V dem Mietinteressenten entgegen kommen könnte, ohne den Rückfluss der Investition zu verlieren, falls es Probleme gibt. Wenn V dem zukünftigen Mieter ein Darlehen gibt, welches monatlich zu tilgen wäre (ähnlich Mietaufschlag), allerdings der Mietvertrag dann nicht wie geplant 5 Jahre läuft, sondern unplanmässig endet - z.B. nach bereits einem halben Jahr - wird der Mieter wohl finanziell auch nicht in der Lage sein, das Restdarlehen zu tilgen und vermutlich auch nicht motiviert seinen passend zur Wohnung gewünschten Fussbodenbelag auszubauen und mitzunehmen.

    Welche anderen Lösungen gäbe es für eine rechtssichere Gestaltung überhaupt? Es wäre auch nicht hilfreich, wenn (nachträglich) der Abschluss einen Mietvertrages in Verbindung mit einem Darlehensvertrag dann dazu führen könnte, dass für den Darlehensvertrag das "Mietrecht" gelten würde.

    V ist hier sehr vorsichtig und vermietet lieber ohne Fussbodenbelag anstatt ein Darlehen über fast 10000 Euro zu verlieren bzw. vielleicht dann das Risiko zu haben, dass bei vorzeitigem Auszug des Mieters die Investition durch übermässige Gebrauchsspuren auch nicht mehr werthaltig ist.
     
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  3. #2 Kunigunde, 25.10.2020
    Kunigunde

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    Eine Bodenbelagsfirma die für mich tätig war, berichtete, dass viele Vermieter dazu übergegangen seien, nur noch einen glatten Spachtelboden zur Verfügung zu stellen auf dem die Mieter dann ihren Boden auf eigene Kosten legen (lassen) müssten. Grund: fehlendes Interesse oder völlige Ahnungslosigkeit darüber wie ein Boden zu pflegen ist und unterschiedliche Vorstellungen von Vermietern und Mietern darüber, wie er bei Auszug zu hinterlassen ist. Unter Umständen heißt, als Vermieter einen teuren Boden legen zu lassen, Perlen vor die Säue zu werfen.
     
  4. #3 ehrenwertes Haus, 25.10.2020
    ehrenwertes Haus

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    Die Kombi finde ich befremdlich...
    außerordentliche Belastung wegen Renovierung der alten Wohnung, heißt für mich: die Bude wurde extrem abgesaut. Frische Farbe an die Wände mutet man kostentechnisch auch der untersten Einkommensgruppe, H4lern, zu. Welche Renovierungen sind da zu machen, die finanziell so ausufern?

    Der Mieter darf sich seine Wohnung so dekorieren, wie es ihm gefällt. Dazu gehört auch ein Fußboden seiner Wahl auf seine Kosten.
    Ein Entgegenkommen des VMs ist dafür nicht nötig.

    Warum ein Darlehen vom VM? Die üblichen Anspechpartner dafür sind Banken. Bekommt der Mieter dort keinen Kredit, hat das ganz sicher seine Gründe.

    Ein Grund mehr dem Mieter kein VM-Darlehen zu gewähren. Der Mieter kann den Bodenbelag verkaufen, ein Ausbau und Mitnahme ist nicht zwingend erforderlich.
    Käufer kann ein Nachmieter, der VM oder sonstiger Abnehmer sein.



    Wenn der VM sehr vorsichtig ist, bekommt der Mieter kein Darlehen von ihm.
    Der VM kann mit oder ohne Bodenbelag vermieten. Es gibt einige Bodenbeläge, die pflegeleicht und sehr langlebig sind, auch bei unbegabten "Bodenpflegern".
     
  5. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Soll der Mieter doch bei seiner Bank um ein Darlehen betteln.
    Warum sollte V dem
    Mieter ein Darlehen geben, wo der Mieter doch jetzt schon ehrlich zugibt, dass er sich das eigentlich nicht leisten kann?
     
  6. heineu

    heineu Erfahrener Benutzer

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    Nun ja. Im Erstgespräch macht der Mietinteressent einen guten Eindruck und nach Selbstauskunft und Lohnunterlagen scheint er schon in stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen. Es ist hat die Frage, ob man auf einem nicht übermässig angespannten Markt, einen möglicherweise guten Mieter deswegen vergrault, weil er (was zum Eindruck passt) gerne "schön" wohnt.

    In gewissem Sinn ist es auch positiv zu sehen, wenn ein Mieter gleich ehrlich kommuniziert, dass er sich nicht auch noch seine Schufa mit einem externen Darlehen von 10.000 Euro belasten würde und lieber mehr an den Vermieter zahlt (Miete + Zusatzmiete/Tilgung VM-Darlehen). Wer in dieser Preisklasse eine hochwertige Fussbodenausstattung gerne für eigene Nutzung hat und auch kauft, dürfte auch eher ein Wohnungseigentümer als Selbstnutzer sein, nicht jeder Mieter dürfte bereit sein, zum Start solche Investitionen zu tätigen.

    Alternative wäre z.B. andere Mietinteressenten zu suchen, die bereit wären, ohne Fussbodenbelag anzumieten (gibt es die überhaupt in einer solch hohen Zahl? und suchen solche Leute gerade eine Wohnung? in dieser Stadt/Lage?) oder sich ein Mieterklientel vorauszuwählen, die mit "Billigware" (z.B. Baumarkt-Laminat für 10 Euro pro Qm) zufrieden sind und die eigentlich sonst gehoben ausgestattete Wohnung auf Einfachstniveau herunterzuziehen.

    Es ist immer auch aus beiden Seiten zu sehen und abzuwägen.
     
  7. #6 ehrenwertes Haus, 25.10.2020
    ehrenwertes Haus

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    Das ist doch Käse...
    Der Schufa-Score sagt was über die Zahlungsmoral aus.
    Pünktlich bediente Kredite machen sich positiv bemerkbar im Schufa-Score.
    Nicht so toll wirken sich Mahnbescheide, Pfändungen, überzogene, gesperrte Konten und noch ein paar Dinge aus, Hinweise auf "Zahlungseingang nich sicher" geben.

    Schufa-Score nicht belasten wollen, ist eine der bekannten Umschreibungen für nicht kreditwürdig bei Banken, zahlungsunwillig bis zahlungsunfähig.


    bis "hat" mag die Vermutung noch zutreffen, ab "kauft" wird es kritisch. Der Mieter will doch mit fremden Geld kaufen, eigenes Geld fließt nur evtl. irgendwann mal.

    Auf Mieter, die sich als Eigentümer einer Wohnung betrachten, kann man überwiegend verzichten. Dort erlebt man die "besten" Überraschungen wie Wohnungen "verbessert" werden können. Natürlich ohne Zustimmung des Vermieters, als "Eigentümer" muss man ja keine Erlaubnis einholen.


    Baumarkt-Laminat oder Markenware, Laminat bleibt Laminat in allen mir bekannten Mietspiegeln. Der Unterschied liegt nur in der Lebensdauer von diesem Sondermüll, nicht in der erzielbaren Miete nach amtlichem Mietspiegel.


    Du vergißt Mieterangaben kritisch hinterfragen, nicht alles glauben, was sich schön anhört.
     
  8. #7 Kunigunde, 25.10.2020
    Kunigunde

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    Alle Mieter, mit denen mal ein Mietvertrag abgeschlossen wurde, haben wohl auch einen entsprechend guten Eindruck gemacht; ansonsten wäre sie wahrscheinlich nicht ausgewählt worden. Dass das manchmal ein Schuss in den Ofen ist, haben schon genug Vermieter anschließend festgestellt. Guter Eindruck nach Selbstauskunft und Lohnunterlagen halte ich für zuwenig überzeugend. Gerade in der jetzigen Zeit wo so viele Arbeitsplätze wackeln.

    Ein Mieter, der "nicht auch noch seine Schufa mit einem externen Darlehen von 10.000 Euro belasten würde und lieber mehr an den Vermieter zahlt" scheint mir, finanzielle Verantwortung suggerieren zu wollen. Gleichzeitig macht er meiner Ansicht nach aber sehr deutlich, dass er kein Problem damit hat, dem Vermieter finanzielle Risiken aufzubürden.
    Das würde mir zu denken geben.
     
  9. #8 Ich-bin-es, 25.10.2020
    Ich-bin-es

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    In einigen Großstädten ist wird gern ohne Fußbodenbelag vermietet. In anderen Gegenden wäre das unvorstellbar.

    Mancher würde gern schick wohnen, aber er vergißt, daß er das Budget dazu auch haben muß. Wenn nicht, speckt man ab, aber nicht der VM gibt ein Darlehn. Leute, die ihre Ansprüche so deutlich präsentieren, machen mich skeptisch. Halten sie, was sie zu versprechen scheinen? Hat er Dich überzeugt, WEIL er so hohe Ansprüche hat?

    Wenn keine Akzeptanz für blanken Fußboden da ist, leg was solides, preiswertetes rein, wenn du den Mieter willst. Niemals würde ich ein Darlehn für einen Fußboden anbieten.
     
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