Wohnung zu kalt - sagt Mieter

Dieses Thema im Forum "Mietminderung" wurde erstellt von Modernfamily, 21.03.2014.

  1. #1 Modernfamily, 21.03.2014
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    Mieter behauptet gegenüber Vermieter die Wohnung sei "zu kalt". Vermieter ruft Heizungsbauer. Anlage und Heizung ok.

    Nun behauptet der Mieter erneut, diesmal über den Mietverein die Wohnung sei zu kalt und er hätte Protokoll geführt welchem zu entnehmen wäre dass teilweise Temperaturen nur von 19 Crad erreicht werden. Ohne weitere konkrete Angabe - so stehts drin... es ist auch kein Protokoll dabei. Mietverein ermahnt V für ausreichend warme Räume zu sorgen.

    Vermieter hat erneut Heizungsbauer beauftragt, der wird natürlich wieder feststellen dass alles ok ist, denn die Heizung ist Baujahr 2009 und jährlich gewartet. Wer ist hier in der Beweispflicht und wie? Kann M einfach ein Mängelprotokoll machen mit "fiktiven" Daten und der V kann nichts gegenhalten? V wohnt im gleichen Haus untendrunter und erreicht trotzt ungekämmter Kellerdecke 24 Crad während M oben unter gedämmter Geschossdecke nur 19 Crad erreichen kann?

    Mal angenommen fiktiv: M dreht Heizungen alle aus und lässt Rollläden unten weil er zeitweise nicht mehr in der Wohnung wohnt , wie soll V dann die Wärme sicher stellen?
    Wer muss hier die Beweispflicht antreten?

    Und wenn V irgendwann die Nase voll hat von den ständigen Gängeleien des M kann er ihn dann wegen übler Nachrede anzeigen da M schon zum wiederholten Male gegenüber Mieterverein behauptet V würde die Heizung abstellen? Was sinnlos ist denn V wohnt im gleichen Haus und hat 2 kleine Kinder.

    Und wie kann man M beibringen dass wenn die Heizkörper kalt sind, weil es z.B. draußen 20 Grad hat und die Anlage automatisch runterfährt dass dann der V nicht die Heizung bewusst ausgestellt hat sondern einfach die Temperatur erreicht ist.

    Ich weiß das ist viel für heute aber V ist momentan sehr konfus...
     
  2. AdMan

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  3. #2 kranseier71, 21.03.2014
    kranseier71

    kranseier71 Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    das Grundproblem wird wohl ein unterschiedliches Temperaturempfinden und möglicherweise auch ein unterschiedlicher Temperaturbedarf zwischen Mieter und Vermieter sein ;)
    Rein rechtlich ist es so, das der Mieter tagsüber mindestens 20°C in der Wohnung erreichen können muss.
    Manchen Menschen reicht das - manchen (insbesondere älteren Menschen meistens) nicht. Auch ist es ein grosser Unterschied, ob man den ganzen Tag mehr oder weniger 'in Action' ist (Familie mit Kindern) oder den ganzen Tag mehr oder weniger auf der Couch sitzt.
    Gut - sagt aber nichts darüber aus, wie warm es in der Mietwohnung tatsächlich wird.

    Also der Mieter hat ein Problem und konnte mit dem Vermieter keine Lösung erreichen; deshalb holt er sich Hilfe - kann man ihm nicht wirklich übelnehmen denke ich.
    Das kein Protokoll dabei ist liegt vielleicht daran, das es handschriftlich vom Mieter verfasst wurde und der Mieterverein das nicht kopiert hat. Vielleicht könnte man den Mieter einfach mal bitten das Protokoll vorzuzeigen?

    Also mit fiktiven Daten fällt jeder am Ende auf die Nase - sowohl der Mieter als auch der Vermieter.
    Wenn mans gerichtsfest wissen will beauftragt man einen Gutachter, der einen verplombten und geeichten Temperaturschreiber aufstellt.
    Aber vielleicht ist das Verhältnis ja noch nicht so gestört, das man vielleicht auch mit dem Mieter eine Abmachung treffen kann das der Vermieter sich selbst persönlich ein paar Tage lang regelmässig persönlich von der Temperatur in der Wohnung überzeugt.

    Das ist nicht unmöglich - und auch nicht selten. Kann hunderte Ursachen haben - von undichten Fenstern bis hin zu klein dimensionierter Heizkörper oder falsch eingestellter Heizkörperventile (sofern Ventile eingebaut sind, die die Durchflussmenge begrenzen).

    Wer will was beweisen? Der Vermieter einen Schaden?

    Ich denke da würde jedem Staatsanwalt ein sehr müdes Lächeln über das Gesicht fahren und der Stempel 'Verfahren eingestellt' verwendet werden...

    Ich denke hier liegt der Hund begraben.
    Der Vermieter möchte gern Heizkosten sparen (was gut und verständlich ist) und hat die Heizkurve etwas zu knapp eingestellt.
    Und wenn ich der Mieter wäre und draussen wäre es 20 Grad und in der Wohnung nur 15 (so rein fiktives Beispiel jetzt) wäre ich auch nicht unbedingt glücklich.

    Ich würde folgendes tun wenn das Verhältnis zum Mieter so nachhaltig gestört ist das keine gütliche Lösung möglich ist:
    Datenlogger besorgen und in der Mietwohnung installieren (eventuell auch einen in der Vermieterwohnung - zum Vergleich); dann wird man sehen was Sache ist.
    Oder gleich einen Gutachter beauftragen - dann hat mans gerichtsfest (aber teuer).

    Ist das Verhältnis zum Mieter denn wirklich so gestört das nichts gütliches mehr möglich ist?
    Ich unterstelle jetzt einfach mal das der Mieter euch nichts böses will - er möchte es einfach wärmer haben. Und das die Heizung technisch i.O. ist sagt nichts darüber aus ob in der Mietwohnung die richtige Temperatur erreicht wird - in den meisten Fällen liegt es an zu knapp eingestellter Steuerung (kann aber auch andere Ursachen haben) - hier insbesondere die Heizkurveneinstellung.

    HTH, Karl
     
  4. Andres

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    Wie wäre es denn zunächst einmal mit einem einfachen Lösungsansatz? Du wohnst doch im gleichen Haus. Wäre es da nicht machbar, dass der Mieter kurz bei dir klingelt, wenn es seiner Meinung nach zu kalt ist und du dir die Sache dann einfach vor Ort anschaust? Dann nimmst du dein eigenes Thermometer (mit bekannter Toleranz) mit und kannst auch z.B. einen Blick auf die Einstellung der Thermostate werfen.

    Das ist tausendmal einfacher, als die Faktenlage per Post ausdiskutieren zu wollen. Sich hier gegenseitig der Lüge zu bezichtigen, hilft doch niemandem weiter.

    Weitere einfache Sofortmaßnahme: Heizkörper entlüften. Es ist unwahrscheinlich, dass das das Problem sofort und vollständig löst, aber es ist zumindest möglich, dass es ein Teil des Problems ist, und es zeigt dem Mieter auch, dass du an der Sache dran bist.


    Der Versuch, dem Mieter die Funktionsweise und grundlegende Zusammenhänge der Heizung zu erklären, wird meiner Vermutung nach bei diesem Mieter sinnlos sein. Es gibt einfach Leute, denen nicht begreiflich zu machen ist, warum Heizkörper nicht überall (gleich) warm sind oder dass der Thermostat nicht die Temperatur des Heizkörpers regelt ...
     
  5. #4 Modernfamily, 21.03.2014
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    Übers Reden...

    sind wir leider weit hinaus. Es geht nur noch schriftlich.
    Und M lässt den VM leider auch nicht so einfach in die Wohnung...
    eigentlich gar nicht
     
  6. #5 kranseier71, 21.03.2014
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    Hallo,

    OK - dann Mieter auffordern das erstellte Protokoll nachzureichen und ihm mitteilen das ggfls. ein Gutachter beauftragt wird den Sachverhalt zu prüfen. Sollte der feststellen das alles i.O. ist zu zahlen vom Mieter.
    Zutritt zur Wohnung mit Heizungsbauer fordern - wenn der in der Wohnung alle technischen Probleme (Luft, Heizkörpereinstellungen etc.- dabei gleich Fenster etc. überprüfen) ausschliessen kann Gutachter beauftragen (keine Sorge - der Mieter kann den Gutachter nicht so leicht austricksen mit offenen Fenstern o.ä.).

    Zum Heizungsbauer: nach Möglichkeit nicht den nehmen, der die Heizung gebaut hat - weil der kennt ggfls. seinen Pfusch und hat nicht unbedingt ein Interesse, das der ans Licht kommt. Bei Beauftragung gleich auf alles hinweisen und Meister fordern - nicht das sie euch einen unerfahrenen Anfänger schicken. Der wäre damit überfordert.


    Nebenbei würde ich mir überlegen warum das Verhältnis so zerrüttet ist und ob nicht vielleicht auch ein wenig eigene Schuld dabei ist und ggfls. auch mich entschuldigen (wenn der Mieter seit Monaten/Jahren in einer zu kalten Wohnung leben muss und von euch immer nur gesagt bekommt 'ist alles OK' hätte ich das vollste Verständnis für das Verhalten des Mieters).
    Wenn keine eigene Schuld vorliegt oder einfach nur ein 'schwieriger Mensch' die Ursache ist: § 573a BGB Erleichterte Kündigung des Vermieters - dejure.org greift nicht?

    HTH, Karl
     
  7. #6 Modernfamily, 21.03.2014
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    Das MV wurde bereits nach 523a Abs. 1 gekündigt

    da es immer wieder neue persönliche Differenzen gab, welche aber nicht wirklich etwas mit einer zu kalten Wohnung zu tun hatten.

    Dieses und andere Probleme tauchen erst seit der Kündigung auf. Seit diesem Zeitpunkt wird versucht mittels Mietverein Mängel zu generieren...teilweise wird von unzumutbaren Bedingungen gesprochen.

    uppsss.... wieder ein Fehlerteufel: 573 a Abs. 1 meinte ich
     
  8. #7 kranseier71, 21.03.2014
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    Hallo,

    Och menno - schreib das doch gleich im ersten Posting - dann hätte ich mir das ganze technische sparen können....

    Wenn er Miete kürzt ist er in der Nachweispflicht warum er das tut - und du musst ggfls. den Gegenbeweis antreten. Dann entscheidet das Gericht - sofern ihr klagt.
    Gegenbeweis wenn ihr klagen wollt unbedingt mit Gutachter. Und ein Anwalt wäre auch eine gute Investition - wenn ihr euch sicher wähnt das der Mieter unrecht hat und eine gewisse Chance besteht das der Mieter auch zahlen kann wenn er verurteilt wird.

    HTH, Karl
     
  9. #8 kranseier71, 21.03.2014
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    Hallo Modernfamily,

    nachdem ich jetzt eure diversen Threads gelesen habe folgende Feststellung:
    Das Mietverhältnis ist gekündigt sowohl von Euch als auch vom Mieter.
    Mieter zahlt keine Miete mehr.

    Daraus ergibt sich folgende Grundfrage:
    Ist bei dem Mieter etwas zu holen (Geld) - ja oder nein?

    Wenn ja: Aufhören sich nen Kopf zu machen, Anwalt machen lassen.
    Wenn Anwalt nicht im vorraus zu bezahlen wegen mangelndem Kapital: ehrlich sagen und Vereinbarung mit Anwalt treffen.

    Wenn nein: Auch aufhören sich nen Kopf zu machen, Verlust als Lehrgeld verbuchen (gutes Geld nicht dem Schlechten hinterherwerfen)

    HTH, Karl
     
  10. #9 Pharao, 22.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 22.03.2014
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    Hi,

    grundsätzlich hast du mit dem Satz "gutes Geld nicht dem Schlechten hinterherwerfen" durchaus recht, aber nur weil es zu Zeit nix zu holen gibt, bedeutet das ja nicht automatisch, das dieser Zustand beim Schuldner für "immer & ewig" so seinen muss. "Warten" kann sich also durchaus bezahlbar machen .... :91:

    "Lehrgeld" wäre es für mich eher, wenn der Mieter sich schon oder sich bald im Rentenalter befindet und es nix zu holen gäbe oder wenn ich mir einfach den Ganzen stress, bis evtl. mal vielleicht was in der Zunkunft beim Mieter zu holen wäre, nicht geben will für den Streitwert x.
     
  11. #10 kranseier71, 22.03.2014
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    Hallo :),

    also prinzipiell sollte man eigentlich jede berechtigte Forderung titulieren ist meine Meinung - alleine um solches Verhalten zu bekämpfen und Druck auf solche Leute auszuüben.

    Ich denke für jemanden, der wie du wahrscheinlich rel. häufig mit soetwas zu tun hat macht es eher Sinn als für jemanden wie mich z.B.
    Ein Geschäftsmann hat sowas zum einen in der Kalkulation drin und zum anderen mehr Erfahrung/Möglichkeiten - und vor allen Dingen mehr Fälle wo der eine oder andere vielleicht erfolgreich ist.

    Ich besorge mir einen Titel (kostet Geld) und darf nun versuchen das Geld einzutreiben - entweder ich gebe das an ein Inkassounternehmen ab (machen die auch nicht umsonst) oder ich kümmer mich selbst ab und an drum. Wohnort feststellen, Gerichtsvollzieher hinschicken usw - kostet auch Geld. Und dann hab ich Glück und mein Schuldner macht Privatinsolvenz...
    Naja - auch wenns prinzipiell verkehrt ist würde ich dann eher meine Nerven schonen...

    LG, Karl
     
  12. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    zu kalt in der Wohnung

    Im März 2013 wurde in meinem Miethaus eine neue Heizung eingebaut, die recht gut
    funktionierte. Ein Mieter meinte dann allerdings auch es sei zu kalt in seiner Wohnung,
    es dauere zu lange, bis er auf 21 Grad kommt. Er reklamierte schriftlich bei mir, ich er-
    klärte ihm die Handhabung der Heizung, es klappte einfach nicht. (ein studierter Herr...)
    Ich ließ den Fachmann kommen, der feststellte, daß der Mieter beim Verlassen der Wohnung sämtliche Heizkörper auf Null stellte um so Kosten zu sparen.
    Um die Wohnung dann wieder aufzuheizen dauert, daß machte ihm der Fachmann klar.
    Anfang Mai d.J. war es einige Tage 25 C.Außentemperatur und die Heizung schaltet automatisch ab. (vom Gesetz her so gewollt) Dieser Mann beschwerte sich wiederum, er hätte zu kalt und ich solle wieder den Fachmann bestellen, was ich ablehnte. Er rief sofort bei der bes.Firma an, ein Fachmann kam auch , stellte fest, Heizung i.Ordnung, schrieb eine Rechnung an den Mieter, der bezahlte... und seither läuft die Heizung auch für diesen Mieter zur vollen Zufriedenheit.
    Die Einstellung einer Heizanlage ist auch an gewisse Regeln gebunden. So kann der Fachmann nicht einfach höher stellen nur wenn es einem Mieter zu kalt ist. Dieser
    müßte sich eben eine Zusatzwärme besorgen. Vorausgesetzt es sind max.21 C möglich.
    So ist das nun mal.
    Nanne
     
  13. #12 BHShuber, 22.03.2014
    BHShuber

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    Dann muss man auf sein Recht als Vermieter pochen!

    Hallo,

    so gehts nicht, der Vermieter hat das Recht in die Wohnung zu kommen, lies hierzu bitte folgenden Link aufmerksam durch:

    Mietrecht : Wohnungsbesichtigung durch den Vermieter

    MERKE:

    Jeder der eine Behauptung aufstellt, der muss diese auch beweisen!

    Kann der Mieter das nicht, darf er mal mit dem Ofenrohr ins Gebirge kucken, von Vermieterseite ist nachweisbar alles erdenkliche getan um festzustellen ob die Behauptung stimmt.

    Gruß

    BHShuber
     
  14. #13 Pharao, 22.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 22.03.2014
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    Hi Kranseier,

    grundsätzlich richtig, aber ....
    ... aber da der Ausgang bei Gericht durchaus manchmal auch etwas ungewiss ist, zudem auch Zeit, nerven, ect kostet, lohnt sich das manchmal nicht. Sowas bucht man dann unter Lehrgeld lieber ab. Aber auch wenn wir davon ausgehen, man wird vor Gericht gewinnen, auch dann nützt einem der tollste Titel erstmal nix, wenn es beim Schuldner nix zu holen gibt.

    Letztendlich kann man hier nicht Pauschal sagen, ob sich was lohnt oder ob das Sinnvoll ist. Das sind alles Einzelfallentscheidungen, die jeder selber für sich treffen muss.

    Öhm ? Hier hast du was falsch verstanden, meiner Meinung nach.

    Du hast eine Forderung, zB Mieter schuldet dir eine Monatsmiete. Dann hast du 3 Möglichkeiten, wenn deine Versuche a`la Abmahnungen erfolglos sind:
    • gleich zum Anwalt laufen,
    • ein Inkassobüro einschalten oder
    • selber ein gerichtliches Mahnverfahren eröffnen

    In den ersten beiden Punkten, wird der Anwalt oder das Inkassobüro versuchen die Forderung einzutreiben vom Schuldner, meist mit schriftlichen Argumenten. Wenn das erfolglos verläuft, dann geht es auch hier zum Mahnverfahren. Allerdings begleitet dich das Inkassobüro nicht dabei, die Aufgaben des Inkassobüros enden nämlich hier.

    Beim Mahnverfahren gibt es wieder 3 Möglichkeiten:
    • der Schuldner bezahlt einfach, damit hat sich das ganze dann erledigt,
    • der Schuldner widerspricht der Forderung, dann kannst du vor Gericht ziehen und nur wenn du Recht bekommst kannst du einen Vollstreckungsbescheid beantragen oder
    • der Schuldner reagiert nicht auf das Mahnverfahren, damit überspringst du den Punkt Gericht und kannst gleich einen Vollstreckungsbescheid beantragen

    Wenn du jetzt einen einen Titel hast, dann kommt nun der Gerichtsvollzieher ins Spiel, denn nur der darf bzw. kann jetzt noch versuchen was einzutreiben. Gibt es beim Schuldner nix zu holen (also nix Pfändbares), dann muss i.d.R. der Schuldner die eidesstattliche Versicherung abgeben und hat dann für x Jahre erstemal ruhe. D.h. in der Zeit wird keiner mehr kommen können und was fordern ! Und erst nach x Jahren kannst du dann wieder den Gerichtsvollzieher beauftragen, ob jetzt was zu holen wäre beim Schuldner. Wenn nein, dann muss der Schuldner erneut die eidesstattliche Versicherung abgeben, die dann wieder für x Jahre gilt und in der Zeit hat der Schuldner wieder seine Ruhe. Sobald sich aber was ändert, zB Schuldner verdient nun über der Pfändungsgrenze, dann kann der Gerichtsvollzieher zB eine Lohnpfändung machen.

    Wegen 3 oder 6 Monatsmieten Schulden wird niemand in die Privatinsolvenz gehen !

    Das macht man i.d.R. nur, wenn absehbar ist, das man seine Schulden den dem Leben nicht mehr los werden würde. D.h. wenn das zutrifft, dann hat i.d.R. der Mieter vorab auch schon massig Schulden gemacht und das hätte ja wiederum jeder Vermieter vor Mietbeginn schon überprüfen können a`la Schufaabfrage. M.E. sehr selten, das die massigen Schulden erst während dem Mietverhältnis entstanden sind, auch wenn man das natürlich nicht pauschal so ausschließen kann, den u.a. spielt hier die Mietzeit ja auch eine gewisse Rolle.
     
  15. #14 kranseier71, 22.03.2014
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    Hi Pharao :),

    Das war ja genau der Grund warum ich schrieb Grundfrage ist ob bei dem Mieter etwas zu holen ist oder nicht.

    Das ist völlig richtig.


    Nein nicht wirklich. Auch wenn ich alles andere als ein Inkassoprofi bin - das grundsätzliche Verfahren ist mir völlig klar.
    Nur um bis zu einem Titel zu kommen muss ich Geld investieren - im Falle des Threaderstellers mit einem gewissen (IMHO kleinen) Risiko zumindest Teilabschläge hinnehmen zu müssen oder zumindest mit vom Mieter in die Höhe getriebenen Verfahrenskosten leben zu müssen die ich dann eintreiben muss.
    Das meinte ich mit 'kein gutes Geld dem schlechten hinterherwerfen' wenn das Risiko das der Mieter zahlungsunfähig ist rel. hoch ist.

    Richtig - und der Titel gilt 30 Jahre und verlängert sich bei jedem erfolglosen Eintreibungsversuch.
    Aber jeder Eintreibungsversuch kostet mich wieder Geld - mehr wollte ich gar nicht sagen.

    Da möchte ich dir widersprechen.
    Es reicht völlig, wenn man absehen kann, das man die nächsten 6 Jahre seine Schulden nicht wird bedienen können. Dafür kann es hunderte Gründe geben - von Arbeitslosigkeit über Schwangerschaft bis zu Krankheit.

    Natürlich - das ist aber etwas was passieren muss bevor das Kind im Brunnen badet ;)

    Naja je langfristiger man vermietet desto höher ist natürlich das Risiko.

    So - wieder viel geschrieben. Und von den Insolvenzprofis, die ihre Privatinsolvenz in Grossbritannien machen (geht das noch? IMHO wollten die Engländer dem Insolvenztourismus einen Riegel vorschieben) und dann anstatt nach 6 Jahren nach einem Jahr schuldenfrei sind haben wir noch gar nicht gesprochen ;)

    LG, Karl
     
  16. #15 Pharao, 22.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 22.03.2014
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    Hi,

    m.E. eben nicht. Denn du hast geschrieben Zitat "Ich besorge mir einen Titel (kostet Geld) und darf nun versuchen das Geld einzutreiben - entweder ich gebe das an ein Inkassounternehmen ab (machen die auch nicht umsonst) oder ...."

    Wenn du einen Titel hast, setzt das voraus, das du einen Vollstreckungsbescheid erfolgreich beantragen könntest (und das geht nur, wenn du vor Gericht gewonnen hast oder der Schulder auf den Mahnbescheid nicht reagierte) und danach ist nur doch der Gerichtsvollzieher tätig.

    Das Inkassobüro hingegen geht max. nur bis zum Einleiten des Mahnbescheid. Der Anwalt geht max. nur bis Ende Gerichtsurteil. Alles nach Gericht (und der Titel kommt erst danach !) ist also Sache des Gerichtsvollziehers.

    Ganz so einfach ist eine Privatinsolvenz nun auch nicht. Gibt vieles zu beachten und das tut man sich i.d.R. nicht einfach mal so auf die schnelle an.
     
  17. #16 kranseier71, 22.03.2014
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    Hallo Pharao,

    Du meinst es gibt keine Inkassobüros, die man beauftragen kann zu versuchen einen Titel durchzusetzen/beizutreiben (gegen Bezahlung versteht sich) die sich dann um Wohnortfeststellung und Beauftragung des Gerichtsvollziehers kümmern?
    Oder denen man einen Titel u.U. auch verkaufen kann?
    Wie gesagt - ich bin kein Inkassoprofi aber ich würde mich sehr wundern wenn das nicht grundsätzlich ginge ;)

    Das ist schon richtig - die allermeisten 'Kandidaten' warten lt. Schuldnerberatern viel zu lange bis sie den Schritt gehen.
    Aber es gibt natürlich auch die Ausnahmen von der Regel.
    Was mich hauptsächlich gestört hat an deiner Aussage war das 'in seinem Leben nicht begleichen können'. Es ist nämlich so, das sehr oft junge Leute gar nicht sooo selten wegen geradezu lachhaften Beträgen (unter 1000 Euro) in Privatinsolvenz gehen (müssen).
    Keine Ausbildung, Schwangerschaft, mangelnde wirtschaftliche Kompetenz uswusf - alles Gründe und die Fälle werden immer häufiger und eine Umkehr des Trends ist nicht abzusehen.

    LG, Karl
     
  18. #17 Bürokrat, 22.03.2014
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    Ich weiß ja nicht welche Inkasobüros du kennst aber das das ich einmal (und nie wieder) beauftragt habe hat 160 euronen dafür kassiert den Mieter ein zweimal anzurufen, einen Brief zu schreiben und dann nach keiner rkt. des Mieters mir mitzuteilen dass nun ein Anwalt nötig wäre.
    Inkassobüros sind meiner Ansicht nach völlig nutzlos. Bestenfalls handelt es sich um eine teure Art den Schuldner zu ärgern.
     
  19. #18 Modernfamily, 22.03.2014
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    Es kam wie es kommen musste

    Natürlich kann der Mieter den Handwerker-Termin nicht wahrnehmen, da er schon was geplant hatte an diesem Tag. Nun bietet er 3 Ersatztermine an wo VM aber sicher keinen Termin bekomme weil die Sanitärfirmen auch momentan gut beschäftigt sind und es schon schwer war diesen Termin zu bekommen.

    Muss VM einen der Ersatztermine hinnehmen? Das Spielchen könnte man und wird sicher auch ewig jetzt getrieben. Könnte VM sagen er habe seine Pflicht getan, denn M hat offensichtlich kein Interesse daran das Problem schnell zu lösen obwohl er so arg friert?
    Oder sollte VM die Gelegenheit nutzen einen der 3 Termine zu nehmen und eine Wohnungsbesichtigung anzukündigen und selbst die Heizkörper zu prüfen?
     
  20. #19 Bürokrat, 22.03.2014
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    Ich würde versuchen meinen Installateur auf einen der genannten Termine zu verlegen, wenn der M. 3 Termine anbietet kann er glaubhaft darlegen dir Gelegenheit gegeben zu haben.
    Leide mit dir ob dieser unverschämten Mieter
     
  21. Duncan

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    Mit dieser Ansicht bist du nicht alleine. Ich frage immer wieder, was diese bringen sollen. Mahnungen schreiben kann ich auch, dazu nutze ich genauso wie Inkassobüros Textbausteine. Einen Mahnbescheid beantragen ist auch nicht so die Hohe Kunst der Jurisprudenz. Die Einreichung einer Klageschrift auch nicht, wobei ich dafür grundsätzlich 'meine' Anwaltskanzlei tätig werden lasse. Ohne persönlich involviert zu sein, betrachtet sich vieles entspannter und lässt sich so professioneller gestalten. Wo in dieser Kette sollte mit ein Inkassobüro wie auch immer so viel helfen können, das es bares Geld wert ist?
    Die Prüfung der derzeitigen Zahlungsfähigkeit des (Noch-)Mieters bleibt ja auch regelmäßig an mir hängen bzw. wird über die RA's mit erledigt.
     
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