Wohnungskauf - Eigenbedarf

Diskutiere Wohnungskauf - Eigenbedarf im VF - Ankündigungen! Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Hallo zusammen. Ich bräuchte einmal bitte euren Rat. Ich wohne alleine zur Miete in einer 50qm Wohnung in einem 8 Parteien Mietshaus. Die...

  1. elbaba

    elbaba Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen.
    Ich bräuchte einmal bitte euren Rat.
    Ich wohne alleine zur Miete in einer 50qm Wohnung in einem 8 Parteien Mietshaus. Die Situation hier im Haus wird immer schlimmer. Dreck, Lärmbelästigung, offensichtlicher Drogenverkehr und dadurch resultierend öfters komische Gestalten im Treppenhaus und vor dem Haus. Ich will hier raus.
    Ich schaue mich schon länger nach einer ETW um. Nun habe ich eine fast perfekte Wohnung gefunden. Fasst perfekt in sofern, weil sie derzeit vermietet ist. Ein junges Pärchen mit Kleinkind wohnen dort seit 1,5 Jahren. Zum Zeitpunkt des Einzugs war es schon eine ETW. Die Familie hat ein Kaufangebot abgelehnt.
    Wenn ich die Wohnung kaufen würde, wären meine Gründe Eigenbedarf anzumelden ausreichend oder könnte es schwierig werden?
    Besten Dank schonmal für eure Antworten!
    Gruß
     
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  3. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    ich würde behaupten, dass dein Eigenbedarfswunsch nachvollziehbar ist und dadurch eine Eigenbedarfskündigung ausreichend begründbar ist.

    Wenn es aber hart auf hart kommt, wird ggf. ein Richter die Interessen der beiden Parteien gegeneinander abwägen.

    Wenn die Mieter z.B. aufgrund Gehbehinderung oder sozialer Bindung vor Ort in Kombination mit einer Angststörung, oder irgendwelchen anderen Gründen (die man gar nicht abschließend aufliste kann) daher kommen, könnte ein Richter vielleicht meinen, dass es dir eher zuzumuten ist, weiter Miete zu zahlen, als dass es der Familie zumutbar ist, auszuziehen.

    Dazu muss es aber erst mal so weit kommen. Ist bestimmt sehr unwahrscheinlich. Aber gerade deswegen kann hier niemand die Erfolgsaussichten deiner Eigenbedarfskündigung abschätzen.
     
  4. elbaba

    elbaba Neuer Benutzer

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    Hallo.
    Vielen Dank für deine schnelle Antwort und Einschätzung.
    Da ich in den kommenden 1-2 Tagen mein Ja-Wort geben möchte, würde ich gerne noch weitere Einschätzungen hören. Das soll kein Zweifel an deiner Kompetenz sein nicht falsch verstehen. Es sei du bist Fachanwalt im Mietrecht, dann reicht mir deine Meinung ;)
     
  5. Olbi

    Olbi Erfahrener Benutzer

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    Wie wäre es, wenn Du einen Fachanwalt konsultierst? Der erklärt Dir honorarpflichtig dasselbe.
    Es kommt darauf an. Die meisten Eigenbedarfskündigungen laufen so durch.
    Manche nicht.
    In Deinem Fall ist die Forumsglaskugel gerade sehr trübe....
     
  6. elbaba

    elbaba Neuer Benutzer

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    Hallo Olbi.
    Meinst du mit der trüben Glaskugel, dass aus deiner Sicht, meine Eigenbedarfskündigung nicht ausreichend begründet wäre oder es generell immer zu Problemen mit den Mietern kommen könnte? Das immer Probleme kommen können und es schwierig werden kann ist mir schon bewusst.
    Mir gehts in erster Linie um eure Einschätzung ob meine Gründe für eine ordentliche Kündigung ausreichend sind.
     
  7. #6 immobiliensammler, 26.02.2018
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Olbi hat schon vollkommen recht, meines Erachtens dürften die Gründe auch reichen, aber es gibt im Mietrecht - insbesondere wenn es vor Gericht geht - nichts was es nicht gibt.
     
  8. elbaba

    elbaba Neuer Benutzer

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    Vielen lieben Dank für eure Rückmeldungen.
    Ich denke ich werde es tun und schauen wie es läuft.
    Ich werde berichten!
     
  9. Olbi

    Olbi Erfahrener Benutzer

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    Es gibt Dinge, die erschließen sich mir nicht.

    Du willst einen 6-stelligen Betrag für Eigentum ausgeben, aber die 80 EUR für die Erstberatung bei einem Anwalt für eine Kündigung sparen?

    Dann must Du eine leere Wohnung kaufen. Oder Erstbezug.
     
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  10. Andres

    Andres
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    Bei akuten Problemen sollte man dann auch daran denken, dass zwischen Unterschrift unter den Kaufvertrag und tatsächlichem Einzug in die Wohnung mühelos einige Monate vergehen können, selbst wenn der Mieter klaglos zum Ablauf der Kündigungsfrist auszieht. Kaufpreiszahlung (Bank), Grundbuchamt, Finanzamt, natürlich der Notar selbst, dann die Kündigungsfrist ... . Wenn das unter 6 Monaten geht, ist es gut gelaufen - wenn es 12 Monate sind, war es zwar langsam, aber noch nicht rekordverdächtig. Stellt sich der Mieter quer, sind die 12 Monate eher eine Art Untergrenze.
     
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  11. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Wir wissen ja nicht mal, wie sie denn begründet IST - wie soll man da eine Aussage dazu treffen können, ob die Kündigung nicht ausreichend begründet wäre?
    Wie lauten denn deine Gründe?
     
  12. elbaba

    elbaba Neuer Benutzer

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    Das sind meine Gründe.

    Das Kündigungsschreiben werde ich schon von einem Anwalt aufsetzen lassen. Ich wollte ja nur eure Einschätzung ob meine Gründe ausreichend sein müssten.
     
  13. Andres

    Andres
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    Diese Gründe sind etwas außerhalb der üblichen Argumentationsmuster. Eigentlich ist die Sache zumindest bei einer frisch gekauften Wohnung deutlich einfacher. Die dazu gerne zitierte grundlegende Entscheidung ist 1 BvR 696/93 (25 ist kein Alter für eine Entscheidung des BVerfG). Die zentrale Formel ist der Wunsch des Eigentümers "Herr seiner eigenen vier Wände" zu sein. Bei Bestandsimmobilien ist dagegen schon genauer darzulegen, welchen konkreten Anlass es nun für den Eigenbedarf gibt. Ein simples "ich will da wohnen" genügt dann nicht mehr.

    Trotzdem werden die Interessen des Vermieters (s.o., "Herr seiner eigenen vier Wände") gegen die Interessen des Mieters abgewogen - und die Interessen des Mieters kennt man eben noch nicht. Das kann ganz unterschiedlich ausgehen. Hilfreich ist es natürlich schon, wenn man seine Interessen weitergehend begründen kann. Zusammen mit dem Anwalt sollte man daher alle Unterschiede zwischen alter und neuer Wohnung finden und soweit möglich als "Grund" für den Umzug formulieren. Dabei geht es z.B. um die Wohnungsgröße (geht wunderbar in beide Richtungen) oder die Lage zum Arbeitsplatz. Wichtig ist, alle diese Gründe sofort mit dem Kündigungsschreiben vorzubringen, denn nur diese Gründe werden später berücksichtigt. Muss man bei den Gründen nachbessern, geht das nur in einer neuen Kündigung - also mit einer neuen Frist. Genau deshalb sollte man sich dazu gut beraten lassen.
     
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  14. elbaba

    elbaba Neuer Benutzer

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    Ok. Super danke!
     
  15. dots

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    Die Begründung ist für eine Eigenbedarfskündigung recht schwach und - m. E. - nicht ausreichend.

    Warum soll dein Mieter ausziehen, wenn vor deiner Drogenverkehr herrscht?
    Du könntest doch einfach eine andere Wohnung mieten. Warum also die Eigenbedarfskündigung, warum ziehst du nicht einfach um in eine andere Mietwohnung?
     
  16. #15 Newbie15, 27.02.2018
    Newbie15

    Newbie15 Erfahrener Benutzer

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    Wenn du unbedingt aus deiner Wohnung raus willst, solltest du keine vermietete Wohnung kaufen. Die Eintragung ins Grundbuch kann dauern, die Mieter können sich wehren etc. Da bist du schnell mal bei 1,5-2 Jahren. Du könntest aber natürlich das Gespräch mit den Mietern suchen, für welchen Geldbetrag sie freiwillig gehen würden und das Problem auf diese Weise lösen.

    Wenn du deine Eigenbedarfskündigung auf die o.g. Gründe stützt, dann aber aufgrund der untragbaren Wohnsituation doch vorher umziehst, entfällt dein Eigenbedarf und du fängst mit neuer Begründung von vorne an. Vielleicht wäre tatsächlich der einzige Grund dann, dass du die Wohnung nur deshalb gekauft hast, weil du im Eigentum wohnen willst. Das kann reichen, aber bei Interessenabwägung mit einer Familie mit 1-2 kleinen Kindern vielleicht auch nicht. Oder eben erst zu einem späteren Zeitpunkt...
    Ich habe selbst 2 kleine Kinder und wenn ich umziehen müsste und innerhalb von wenigen Monaten neue Betreuungsplätze brauche, damit ich überhaupt nur weiterhin arbeiten gehen kann, wäre das ein großes Problem. Wir warten hier locker 3 Jahre auf einen Vollzeit-Platz im Kindergarten. Wenn das Kind in einem ungünstigen Monat Geburtstag hat, auch gerne länger.

    Wenn die Familie auf beide Einkommen angewiesen ist, kann so ein (in diesem Kontext spontaner) Umzug existenzbedrohend sein. Da würde sicher kein Richter sagen, dass dein Interesse, im Eigentum zu wohnen, überwiegt. Darauf würde ich mich nicht einlassen, wenn ich wirklich unbedingt da einziehen möchte. Wenn es ein alleinstehender Mieter oder ein Paar ohne Kinder etc. ist, dann ist da die Gefahr m.E. geringer, aber bei einer jungen Familie würde ICH das nicht ausprobieren.
     
  17. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Die Famielie kann auch sagen die Wohnung war uns eh zu klein, wir suchen uns eine andere Wohnung.
     
  18. #17 ehrenwertes Haus, 27.02.2018
    ehrenwertes Haus

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    Darum geht es hier doch gar nicht, oder werden die Argumente für eine wirksame Eigenbedarfskündigung damit stärker?
     
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  19. #18 Newbie15, 27.02.2018
    Newbie15

    Newbie15 Erfahrener Benutzer

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    Natürlich kann die Kündigung auch einfach durchgehen oder die Mieter kündigen sogar selbst, sodass es noch schneller geht. Aber danach war ja nicht gefragt:

     
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