Zahlung v. Instandhaltungsmassnahmen

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von nolle, 01.06.2012.

  1. nolle

    nolle Neuer Benutzer

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    Hallo,

    in unserer Eigentümergemeinschaft wird der Verwalter immer unter den Eigentümern gewählt. Jetzt habe ich das Glück, der Verwalter von 16 Wohneinheiten zu sein.

    Auf unserer letzte Versammlung wurde unter TOP sonstiges besprochen, das die Balkone versiegelt werden müssen. Es wurde auch schon eine Firma genannt die das machen soll. Ein Beschluss dafür wurde nicht gefasst.

    Ein Eigentümer hat jetzt die Arbeiten auf seinem Balkon verweigert, das er den neu fliesen will und dann selber die Versiegelung durchführen möchte. Natürlich will er sich jetzt nicht an den Kosten beteiligen. Kann er die Zahlung verweigern?

    Ich bin der Meinung das in einer Gemeinschaft alles zusammen gemacht wird. Ansonsten könnte ja jeder machen was er will.

    freue mich auf Antworten

    viele Grüße
    Holger
     
  2. AdMan

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  3. #2 Martens, 01.06.2012
    Martens

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    moin Holger,

    Instandhaltungsmaßnahmen am Gemeinschaftseigentum müssen wirksam beschlossen werden, um für und gegen die Eigentümer zu wirken. Ein "Besprechen" unter dem TOP Sonstiges reicht dazu nicht aus.

    Sofern kein ordnungsgemäßer Beschluß vorliegt, muß niemand die Arbeiten dulden oder sich an den Kosten beteiligen.

    So schön es einerseits ist, wenn sich eine WEG selbst verwaltet (so war es als Normalfall eigentlich mal gedacht), so schwierig wird es dann, wenn dem Verwalter die gesetzlichen Regelungen nicht bekannt sind oder diese nach Gutdünken (haben wir immer so gemacht...) ausgelegt werden.

    Christian Martens
     
  4. nolle

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    Hallo Christian,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Wir haben mal gelesen, wenn Schaden durch eine Instandsetzungsmassnahme abgewendet werden kann, das man die Arbeiten auch ohne Beschluss durchführen kann. Eine Schaden haben wir dadurch vorgebeugt, weil in einer unter den Balkonen liegende Wohnung die Wände durch die fehlende Versiegelung des Balkons schon feucht war.

    Kannst mir da vielleicht nochmal was zu schreiben?

    Danke + viele Grüße
    Hiolger
     
  5. Heizer

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    Ich frage mich wie Jemnd das Gemeinschaftseigentum einfach so Fliesen darf?

    Wie Martens schon schreibt. Ohne Beschluss kein Geld. Und Du darfst die Firma genau genommen auch nicht ohne Beschluss beauftragen. Im Streitfalle zahlst Du selber alles.

    Auf der anderen Seite verstehe ich das Problem nicht. Wenn ein Eigentümer die Arbeiten selbst durchführt, entstehen doch für die Anderen keine zusätzlichen Kosten? Die ausführende Firma hat ihre Rechnung um die eine Einheit entsprechend zu kürzen und fertig.
     
  6. #5 Martens, 01.06.2012
    Martens

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    moin Holger,

    Damit sind sicherlich Notmaßnahmen gemeint.
    Beispiel:
    Ein "olles" Dach hat plötzlich ein Loch, weil drei oder vier Dachpfannen gebrochen sind.
    Die Reparatur des aktuellen Schadens, also die Erneuerung der drei oder vier Dachpfannen oder das Spannen einer Plane etc. ist als Notmaßnahme jederzeit möglich und geboten.
    Für die Sanierung des ollen Daches insgesamt, auch wenn diese dringend fällig ist, wird jedoch ein Beschluß benötigt.

    Technisch verstehe ich das nicht, Balkone haben unten an der Tragplatte eine Isolierung, ist diese defekt, muß sie erneuert werden. Versiegelung hört sich so nach "oben drauf geschmiert an", ob das was taugt?

    Egal, wenn ein größerer Schaden zu beheben ist, dann berufe eine Eigentümerversammlung mit entsprechender Tagesordnung ein und laß die Eigentümer beschließen, was genau instandgesetzt werden soll und ggfs. wie die Kosten zu tragen sind.

    Christian Martens
     
  7. nolle

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    Hallo Heizer, hallo Christian,

    die Fliesenbelag auf dem Balkon gehört zum Sondereigentum.

    Die Arbeiten sind jetzt auch soweit abgeschlossen, bis auf die besagte Wohnung die noch gefliest werden soll.

    Im Weg Gesetzt steht unter § 16
    (2) Jeder Wohnungseigentümer ist den anderen Wohnungseigentümern gegenüber verpflichtet, die Lasten des gemeinschaftlichen Eigentums sowie die Kosten der Instandhaltung, Instandsetzung, sonstigen Verwaltung und eines gemeinschaftlichen Gebrauchs des gemeinschaftlichen Eigentums nach dem Verhältnis seines Anteils (Absatz 1 Satz 2) zu tragen.

    Danach müßte der Eigentümer doch die Kosten für die anderen Balkone mittragen?

    Das wir über die Arbeiten kein Beschluss gefasst haben, sonder nur unter sonstiges besprochen haben, muß ich also damit rechnen das ich das alles selber zahlen muß?

    Ich bekomme Magenschmerzen

    viele Grüße
    Holger
     
  8. #7 Martens, 03.06.2012
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    moin Holger,

    ja, sicher, sofern es sich bei der Maßnahme um solche gemäß ordnungsgemäße Verwaltung handelt.
    Umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen ohne Beschluß fallen jedoch kaum unter ordnungsgemäße Verwaltung.

    Letztlich ist der Verwalter dafür verantwortlich, wie Aufträge vergeben werden.
    Sofern Aufträge ohne ausreichende Legitimation (kein Beschluß) vergeben werden, kann sich der Verwalter gegenüber der WEG schadensersatzpflichtig gemacht haben.

    WEG-Verwalter ist kein Sandkastenspiel, das hat eher etwas von einem Mienenfeld... :D

    Christian Martens
     
  9. nolle

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    Hallo Christian,

    und wenn ich in der nächsten Versammlung nachträglich für die Versiegelungsarbeiten einen Beschlussvorschlag mache. Der wird auch angenommen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Das würde dann doch auch wieder ordnungsgemässer Verwaltung entsprechen und alle müssten zahlen, oder?

    Gruß
    Holger
     
  10. #9 Martens, 04.06.2012
    Martens

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    jein, mit Tendenz zum nein.

    Für den Beschluß über die Instandhaltungsmaßnahmen müssen die Unterlagen dazu (Planung, Kostenangebote, was auch immer) auf dem Tisch liegen, damit jeder Eigentümer sich eine Meinung bilden kann. Das hat wie gesagt vorher zu geschehen.

    Nun kann nur noch ein Beschluß gefaßt werden, daß die Gemeinschaft nachträglich die Instandhaltungsmaßnahmen, die gemäß der Diskussion zu "sonstiges" der ETV vom x.y.z durchgeführt wurden, genehmigt. Da aber gerade diese Vorgehensweise nicht ordnungsgemäßer Verwaltung entsprach, wäre ein solcher Beschluß erfolgreich anfechtbar.

    Vorschlag: die Kosten der Maßnahme in die Jahresabrechnung einstellen und diese beschließen lassen, ohne das Thema in der Diskussion groß herauszustellen. Verteilungsschlüssel über alle, nach dem üblichen Schlüssel.
    Dann müßte der betreffende Eigentümer den Abrechnungsbeschluß anfechten, wird er das tun? Du solltest Dich mit den anderen Eigentümern besprechen.

    Weiterhin beschließen lassen, die genannten Arbeiten fertigzustellen und den nicht bearbeiteten Balkon nun instandzusetzen (sofern das noch nötig ist).

    Letztlich, wenn Ihr reihum den Verwalterhut aufgesetzt bekommt und alle wissen, daß der Nachbar auf diesem Gebiet eben Laie ist, solltet Ihr auch das Risiko gemeinsam tragen. Die Frage ist eben, wie sich Deine Miteigentümer dazu stellen.

    Man sollte anläßlich dieser Geschichte vielleicht auch über eine externe Verwaltung (ich vermeide absichtlich den Begriff "professionell") nachdenken...

    Christian Martens
     
  11. nolle

    nolle Neuer Benutzer

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    Hallo Christian

    besten Dank, so werde ich das machen

    Gruß
    Holger
     
Thema: Zahlung v. Instandhaltungsmassnahmen
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