Zustimmung der Hauseigentümergemeinschaft notwendig? Wer übernimmt welche Kosten?

Diskutiere Zustimmung der Hauseigentümergemeinschaft notwendig? Wer übernimmt welche Kosten? im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Guten Morgen Ihr Lieben, aufgrund unserer defekten Heizungsanlage steht die Umrüstung auf eine Gasetagenheizung an. Aktuell werden die Abgase...

  1. Vegos

    Vegos Neuer Benutzer

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    Guten Morgen Ihr Lieben,

    aufgrund unserer defekten Heizungsanlage steht die Umrüstung auf eine Gasetagenheizung an. Aktuell werden die Abgase über einen Kamin abgeleitet, an dem noch drei weitere Parteien hängen.

    Unser Vorhaben, eine Gastherme mit gleicher Heizleistung an diesen Kamin anzuschließen, wurde von unserem Kaminkehrer abgelehnt. Für ihn kommt nur der Einbau einer Brennwerttherme in Frage.

    Dies sieht er darin begründet, dass der Kamin durch die darunterliegenden Wohnungen (drei an der Zahl) bereits vollständig ausgelastet sei.

    Nun soll aus unserer DG-Wohnung, über der sich ein Dachboden befindet, ein eigenes Abgasrohr in einem feuerfesten F90-Schacht nach außen geführt werden.
    Der Dachboden ist unterteilt in Abteile, die im jeweiligen Sondereigentum stehen und einem breiten Flur, um zu diesen zu gelangen. Der Schacht würde im Flur nach oben geführt werden.

    Meine Fragen:


    - Ist für ein solches Vorhaben die Zustimmung der Hauseigentümergemeinschaft nötig?

    Meine Einschätzung:
    Ja, da das Abgasrohr durch den Teil des Dachbodens geführt werden muss, der im Gemeinschaftseigentum steht.
    Was mich zweifeln lässt: Ob die Eigentümer nun zustimmen oder nicht: Das Bauvorhaben ist nötig, um die Wohnung und das Wasser warm zu bekommen. Eine andere Lösung gibt es laut Kaminkehrer nicht.

    - Wer trägt hierbei die Kosten?

    Meine Einschätzung:
    Ab dem Moment, ab dem das Abgasrohr in das Gemeinschaftseigentum übergeht die Hausgemeinschaft. Von der Therme bis zur Decke ich als Eigentümer.

    - Wie ist das richtige Vorgehen um die Sache schnell und korrekt über die Bühne zu bekommen? (die Hausverwaltung ist informiert, muss sich aktuell aber auch erst schlau machen)



    Ich freue mich auf Eure Antworten und verbleibe mit lieben Grüßen,
    Vegos
     
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  3. #2 Tobias F, 19.11.2016
    Tobias F

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    Selbstverständlich ist hier die Zustimmung der WEG nötig. Denn der Flur ist Gemeinschaftseigentum, ebenso wie das Dach. In wiefern hier ein gerichtlich duchsetzbarer Anspruch bestehen würde, so die Zustimmung verweigert würde, vermag ich nicht zu beurteilen.



    Die Kosten trägt der der "die Musik bestellt". und zwar von Anfang bis Ende. Nur weil dieser Kanal durch Gemeinschaftseigentum verlaufen wird wird dieser Teil nicht zum Gemeinschaftseigentum.
     
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  4. Vegos

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    Hallo Tobias,

    vielen Dank für Deine Antwort!
     
  5. #4 BHShuber, 19.11.2016
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    das könnte man so annehmen, vielleicht konform der Wasserleitungen zu regeln, bis zum Hauptstrang der Wasserleitung der Sondereigentümer, aber dem Hauptstrang die Wohnungseigentümergemeinschaft.

    Ob das so zu regeln ist hängt auch wohl stark von den Vereinbarungen in der Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung ab, ich denke da daran, dass die Gemeinschaft der Eigentümer dem Sondereigentümer eben die Möglichkeit des Abgasens zur Verfügung stellen muss, so wäre der Gedanke wie du ihn schon hast der einfachste.-------------> ABER

    Da du ja der einzige bist der diesen Schacht dann nutzt werden die Kosten hierfür wohl auch an dir hängen bleiben, so wie Tobias das ja auch schon geschrieben hat, jetzt kommt es noch im wesentlichen darauf an, ob dir die Durchführung durch das Gemeinschaftseigentum genehmigt wird, recht viel Möglichkeiten das zu verhindern, sofern es überhaupt aufgrund der Feststellung des Kaminkehrers zu verhindern wäre.



    Einen entsprechenden Antrag auf die TOP-Liste aufnehmen lassen durch die Hausverwaltung und dann einen Beschluss hierüber fassen. Wenn es sehr schnell sein muss, könnte man eine außerordentliche Versammlung einberufen lassen, sofern die Wichtigkeit des Themas das zulässt.

    Gruß
    BHShuber
     
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  6. Vegos

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    Vielen Dank für Deine Einschätzung!

    Unser Kaminkehrer hat uns auf etwas interessantes aufmerksam gemacht:

    Würden wir beispielsweise unser Heizung nicht wechseln und ein anderer Eigentümer im EG bräuchte mal eine neue Heizung, hätte er ein deutlich größeres Problem, da dieser nicht einfach mit der Verrohrung durch die Decke fahren kann.
    Somit würde unser Vorhaben dem gesamten Haus zugute kommen und den Kamin entlasten.

    Neben dem Inhalt der Teilungserklärung wird es also auf das Verhandlungsgeschick bzw. die Bereitschaft der übrigen Wohnungseigentümer ankommen.
     
  7. #6 Benni.G, 21.11.2016
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    Also ihr dürft keine klassische Gastherme anschließen und das Brennwertgerät bräuchte einen anderen Schornstein?

    Würde der aktuelle Kamin denn ausreichen, um dort 4 Brennwertgeräte anzuschließen?

    Wie alt sind denn die Heizungen in den anderen Wohnungen?
    Wenn sie in etwa genauso alt wie deine sind, ist deren Wirkungsgrad vermutlich nicht der beste und über kurz oder lang wäre ja auch ein defekt vorstellbar.

    Somit wäre meine Überlegung, ob ihr jetzt die Heizungen im kompletten Haus austauscht.
     
  8. #7 Tobias F, 21.11.2016
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    Wieso sollten die anderen Sondereigentümer jetzt ihre Heizungen austauschen? Zudem "ihr" darüber nicht zu entscheiden haben.
     
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  9. #8 Benni.G, 21.11.2016
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    Naja, vier Heizungen auf einmal auszutauschen, ist es sicherlich günstiger, als vier Heizungen nacheinander auszutauschen.
    Weiterhin hat Vegos ja ein Anrecht auf 1/4 der möglichen Kaminleistung.
    Wenn die anderen aber jeweils mehr als ihre 25% benötigen, ist es klar, dass für Vegos nicht mehr genug überbleibt. Meiner Meinung nach gibt es dann zwei Lösungen, entweder die anderen drosseln ihren Ausstoß, sodass jeder nur 25% der Kaminleistung braucht oder die Kaminleistung muss erhöht werden.
    Ich denke nicht, dass Vegos der Leidtragende sein sollte, nur weil er der erste ist, der sich bewegt/bewegen muss.
     
  10. Vegos

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    Hallo Benni,
    auch Dir ein herzliches Danke für deine Antwort!

    Das ist richtig:
    Wir dürfen keine klassische Gastherme mehr anschließen. Früher war es zwar erlaubt vier Thermen auf den Kamin anzuschließen, heute aber nicht mehr.
    Folglich schaut derjenige in die Röhre, der seine Heizung zuerst austauschen muss (in diesem Fall wir).

    Das sind zwei gute Fragen, die ich leider nicht beantworten kann.


    Je länger ich darüber nachdenke, desto zutreffender finde ich Deine Argumentation.
    Mir geht es ja nicht darum, dass ich eine neue Brennwerttherme haben will, sondern haben muss.
    Zumindest, wenn ich die Wohnung warm haben möchte.

    Mal schauen, was die Hausverwaltung spricht. Diese wollte sich heute nochmals mit dem Kaminkehrer beraten.
     
  11. #10 Tobias F, 21.11.2016
    Tobias F

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    Wer sagt das denn?
    Erstens muss nicht jeder seine neue Heizung beim selben Handwerker kaufen und einbauen lassen, zweitens will oder muss manch andere seine Heizung evtl. noch nicht erneuern.


    Nicht ganz richtig. Er hat einen Miteigentumsanteil an allem in Höhe seines Miteigentumsanteils. Wie hoch dieses ist wissen wir nicht.
    Zum anderen verbieten die Miteigentümer ja nicht die Nutzung des Kamins, und nutzen auch selbst nicht mehr als vorher auch. Es hat sich einzig die Rechtslage geändert.
     
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  12. Vegos

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    Wobei ich noch ergänzen möchte:
    Primär geht es mir darum, die Sache baldmöglichst über die Bühne zu bringen.
    Ob ich für die Kosten gänzlich aufkommen muss oder nur anteilig, ist für mich erst einmal zweitrangig.
     
  13. Jobo45

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    Nja es entstehen bei eigenem Kamin ja Folgekosten für Dich bzw. für die Gemeinschaft, wie z.B. die Kehrgebühren oder gegebenenfalls wenn Du Deinen Kamin hast musst Du trotzdem an der Renovierung des alten Kamin zahlen. Deshalb sollte hier eine klare Regelung getroffen werden.
     
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  14. #13 BHShuber, 22.11.2016
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    Hallo,

    der schnellstmögliche Weg ist über eine Eigentümerversammlung einen Beschluss hierfür fassen lassen, das ist manchmal nicht ganz so einfach und scheitert an stoischen Miteigentümern, soweit wollen wir aber nicht gehen, gehen wir davon aus, dass ein positiver Beschluss gefasst wird.

    Gruß
    BHShuber
     
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  15. Vegos

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    Update:

    Vor der außerordentlichen Eigentümerversammlung haben wir uns die Meinung von einem Anwalt (Haus und Grund) und der Hausverwaltung eingeholt:

    Beide waren der Ansicht, dass der Kamin aus den Instandhaltungsrücklagen gezahlt werden müsste.

    Zum Glück haben das die übrigen Eigentümer ebenfalls so gesehen und dem Antrag (ohne Diskussion) einstimmig zugestimmt. :)

    In diesem Sinne vielen Dank für die rege Beteiligung! :037sonst:
     
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  16. Andres

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    Auch wenn wahrscheinlich das Richtige gemeint ist (nämlich dass die Gemeinschaft den Spaß bezahlen darf), ist das so natürlich nicht richtig: Der Kamin könnte auch aus der vorhandenen Liquidität, über eine Sonderumlage usw. bezahlt werden.


    Wir haben zu danken, nämlich für die Rückmeldung. Es ist immer interessant zu erfahren, wie solche Sachverhalte am Ende ausgehen.
     
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  17. Vegos

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    Da hast du Recht, eine Sonderumlage wäre auch eine Möglichkeit gewesen, in unserem Fall wurden die Kosten jedoch tatsächlich aus der Instandhaltungsrücklage beglichen:

    "... Die Finanzierung der Kosten erfolgt über die Instandhaltungsrücklage der Einheiten Nr ..."
     
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