zwangseingewiesene Mieter

Diskutiere zwangseingewiesene Mieter im Mietvertrag über Wohnraum Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Hallo zusammen, ich, bzw noch ein paar andere Parteien in meinem Haus haben derzeit ein ziemliches Problem. Seit ein paar Monaten wohnen in der...

  1. #1 Polarkatze, 05.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 05.04.2016
    Polarkatze

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    Hallo zusammen,

    ich, bzw noch ein paar andere Parteien in meinem Haus haben derzeit ein ziemliches Problem.

    Seit ein paar Monaten wohnen in der Wohnung über mir ein Vater und sein Sohn. Der Sohn wird irgendwann im Sommer 18 und der Vater sitzt laufend im Knast. Derzeit ist der Bengel auch mal wieder allein, da sein Vater auf "Urlaub" ist.

    Die beiden wurde zwangsweise in die Wohnung eingewiesen, weil sie aus der alten rausmussten (wegen selbst verschuldenen Brand, aufgrund von Drogen- und Alkoholkonsum) und sonst obdachlos geworden wären.
    Keiner von beiden geht arbeiten. Der Junge scheint auch sonst nirgends gemeldet zu sein. Ob da in irgendeiner Art Miete gezahlt wird, kann ich nicht sagen.

    Das ganze Haus nimmt immer mehr einen üblen Geruch an. Alles wird zugestellt und zugemüllt. Es stinkt nach Alkohol, Drogen und Zigaretten. Müllsäcke stehen im Treppenhaus und hinter dem Haus wird alles mit Sperrmüll zugestellt.

    Den ganzen Tag macht der Bengel laute Musik, trampelt, schreit und ist sonst irgendwie laut. Nachts kann man nicht schlafen. Die Musik ist größtenteils so laut, dass bei mir alle Möbel vibrieren und sich das Geschirr im Schrank durch den Bass bewegt hat. Gespräche sind teilweise in der eigenen Wohnung nicht möglich. Treppenhaus wird zugestellt, dass ich dann selbst nicht mehr in meine Wohnung rein oder raus komme.

    Wenn man etwas sagt oder sich beschwert, wird man beleidigt, bedroht oder ignoriert. Kürzlich wurde mir sogar fast die Wohnungstür aus dem Rahmen geschlagen, weil ich etwas gegen die Lautstärke gesagt habe.

    Seit neustem scheint der Junge auch einen Hund zu haben, der den ganzen Tag nur am bellen ist. Ich hab auch noch nie gesehen, dass er mal mit dem Tier Gassi war.

    Die Polizei ist mindestens einmal pro Woche im Haus wegen Lärmbelästigung oder anderen Dingen. Teilweise auch Krankenwagen, weil die beiden sich gegenseitig verprügeln. Anderen gegenüber sind auch beide ziemlic aggressiv.

    Viel ausrichten können die allerdings auch nicht.

    Ich habe mittlerweile die Miete gekürzt und führe seit Wochen ein Lärmprotokoll.

    Den Vermieter interessiert es nicht wirklich. Der beruft sich darauf, dass die zwangsweise in der Wohnung sind und er sie nicht auswerfen darf, da sie sonst obdachlos sind. Wir sollen einfach die Polizei anrufen.

    Wie kann das sein? Kann der wirklich nichts machen? Das ganze Haus verkommt und die machen oben was sie wollen.
    Was kann ich noch tun? Kann der Vermieter wirklich nichts tun?? HIlfe!
     
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  3. #2 BHShuber, 05.04.2016
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    Hallo,

    die am wenigsten nervenaufreibende Alternative wäre der Auszug.

    Gruß
    BHShuber
     
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  4. #3 Papabär, 05.04.2016
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    Möglichkeiten gäbe es schon, aber ...
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  5. Andres

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    Dass ihr immer so vernünftig sein müsst ... :155:

    Hier mein etwas weniger vernünftiger Senf zum Thema:
    Dein Ansprechpartner für solche Probleme ist der Vermieter.


    Das ist ein Fall für die Polizei.


    Kurzfristige Lösung: Nicht mehr mit dem jungen Mann reden. Der scheint wenig Interesse an einer vernünftigen Lösung zu haben, also muss man sich das nicht geben.


    Das ist ein guter erster Schritt. Wie hoch ist denn die Minderung?


    Nur weil mich das Wort "auswerfen" etwas stutzig macht: Der Sachverhalt spielt in Deutschland?


    Die Geschichte mit der "Zwangseinweisung" gegen den Willen des Vermieters halte ich für eher unwahrscheinlich. Sollte überhaupt irgendetwas in dieser Richtung zutreffen, dann hat die Gemeinde die Wohnung vom Eigentümer als Notunterkunft angemietet. Die kommunale Verwaltung hat die Aufgabe, niemanden obdachlos werden zu lassen. Wenn der eigene Wohnungsbestand der Gemeinde dafür nicht ausreicht, muss die Gemeinde eben bei Privaten entsprechenden Raum anmieten. Der Eigentümer (vermutlich dein Vermieter) hat dann meist keine Kontrolle mehr, wer dort wohnt, und kann den Mieter auch nicht direkt abmahnen, kündigen usw., aber er muss dann bei Problemen eben an seinen Vertragspartner herantreten.

    Zumindest der Teil, dass er nichts machen kann, ist sehr wahrscheinlich ausgemachter Blödsinn. Dass die zwangsweise Belegung von Wohnraum nicht ganz so einfach ist, wie sich das manche Politiker im Wahlkampfmodus vielleicht vorstellen, wurde ja letztens mal wieder medial breitgetreten. Es dürfte bei deinem Vermieter eher ums Wollen als ums Können gehen.
     
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  6. #5 Papabär, 05.04.2016
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    Ich habe sowas jetzt 5 oder 6 mal im RL durchgezogen (davon sind 3 Fälle beim Medationsrichter gelandet und - nach einem "zarten" Treppenhausgespräch der Mieter - war ja plötzlich "alles nicht mehr so schlimm"). Die betroffenen Mieter (also nicht die Verursacher) sind meist noch während oder kurz nach der Klagephase als Nervenbündel ausgezogen - die sind anfänglich auch davon ausgegangen, dass ein Schreiben an der Verwaltung genügt und das das Mietrecht nur für sie bzw. gegen ihre Nachbarn gilt.

    Mir ist nur ein einziger Fall in Erinnerung, bei dem die Verursacher tatsächlich nachhaltig den Schwanz eingezogen hatten. Die bedrohte Mieterin (junges Mädel, wg. berufl. Versetzung gerade in den LK gezogen) war wohl das Nesthäkchen der örtlichen Einsatzhundertschaft. Die Kollegen seien mit drei Wannen und Vollschutz angekommen und haben "etwas robuster" an der Tür geklopft (so der Tischler hinterher).


    Die vergleichbaren Fälle hier im Forum habe ich erst gar nicht gezählt.
     
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