Zwangsräumung (fast) eingeleitet. Plötzlich fließt aber die Miete wieder. Was tun?

Dieses Thema im Forum "Räumungsklage" wurde erstellt von laser, 16.06.2011.

  1. laser

    laser Benutzer

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    Da der Räumungstitel gegen meinen Mieter nun vorhanden stelle ich meine Fragen jetzt in diesem "Unterforum" weiter.

    Für wen es evtl. interessant ist und was bisher geschah:
    http://www.vermieter-forum.com/kuendigung/9831-fristlose-kuendigung-raeumungsklage.html

    Aber zur Sache:
    1) Habe vom Gerichtsvollzieher bezüglich des Auftrags für die Zwangsräumung die Rechnung für den Kostenvorschuss erhalten. 5000 Euro!!! Es handelt sich um eine kleine 1-Zw. in zentraler Lage. Kann es sein dass das wirklich so teuer ist oder ist dem GV evtl. ein Fehler unterlaufen? Ich hätte aufgrund dessen was ich bis jetzt so gelesen habe mit max. 2000 Euro gerechnet. Sollte ich den GV diesbezüglich noch mal kontaktieren? Oder wird am Ende abgerechnet?
    2) Ich stelle außerdem fest dass heute eine Miete von der ARGE auf mein Konto eingegangen ist. Auf telefonischer Anfrage dort wurde mir gesagt dass die ARGE ab jetzt immer zu Monatsanfang die Miete an mich überwiesen wird. Allerdings nicht die rückständigen Mieten.
    Meine Frage an euch: Wird die Kündigung somit unwirksam? Ich hoffe nicht da ja noch weiter Mietschulden bestehen und ich den Mieter wirklich lieber raus haben möchte.
    Zur Info: Mietrückstände waren aus 11.2010, 12.2010, 01.2011. Fristlose Kündigung 02.2011. Mieter bewohnt aber weiterhin die Wohnung. Kann ich die Zwangsräumung noch durchziehen (lassen) oder ist - falls jetzt wieder regelmäßig die Miete fließt- die Sache erst mal erledigt?
    Bin für Tipps und Infos dankbar!
     
  2. AdMan

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  3. tokape

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    zu 1) die Summe ist in Ordnung! Der GV plant das Umzugsunternehmen mit ein. Du musst eine Räumung nach "Berliner Modell" beantragen. Die kostet dann nur ca. 200,-. GV lässt die Tür öffnen und der Rest ist dein Ding.

    zu 2) Die Mietschulden sind nach wie vor existent. Von daher ist die Kündigung nach wie vor gültig!

    Was du dir überlegen solltest: Wie ist dein Verhältnis mit dem Mieter? Wenns noch so einigermassen geht und die Miete jetzt von der ARGE kommt, kannst du ihn natürlich wohnen lassen, musst aber nicht, da er ja Zahlungsverzug hat und du ein rechtskräftiges Urteil. Es fehlen jetzt drei Mieten die du sowieso nicht mehr bekommst. Kannst du vielleicht mit der nächsten Nebenkostenabrechnung verrechnen (!). Wenn du ihn jetzt räumst, entstehen Kosten durch GV, Einlagerung der Möbel, Renovierung der Wohnung usw. Wenn er weiter wohnen bleibt, bekommst du regelmässig Miete!!
     
  4. #3 Soontir, 16.06.2011
    Soontir

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    Wenn du den Mieter weiter dort wohnen lassen willst, musst du aber einen neuen Mietvertrag machen oder eben ohne Mietvertrag weitervermieten (was unter Umständen viele Probleme mit sich bringen kann).

    Durch die fristlose Kündigung ist der alte Vertrag untergegangen.
     
  5. tokape

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    Nö! Wenn die Kündigung nicht durchgezogen wird, entwickelt sich das zu einer stillschweigenden Verlängerung. Habe ich auch schon gehabt.
     
  6. laser

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    1) Ist es denn so dass man -angenommen der angeforderte Vorschuss von 5000€ wird von mir gezahlt- wieder Geld zurückbekommt? So eine Räumung kann doch nicht so teuer sein. Es geht hier lediglich um ein Schlafsofa, einen Schreibtisch, einen Sessel, vielleicht noch ein Regal und persönliche Habseligkeiten (Klamotten, Geschirr, Lampen, Deko etc.) Würde alles in einen Kleintransporter oder zwei PKW-Kombi rein passen
    Oder ist dann das zu viel gezahlte Geld futsch.

    2) Ja, die Gedanken habe ich mir auch schon gemacht. Ich weiß aber nicht so recht. Dass das Amt jetzt die Miete übernimmt ist natürlich OK. Ich gehe mal davon aus dass dies auch regelmäßig geschieht. Andererseits ist der Vermieter ein Typ der jeglichen Kontakt mit mir vermeidet. Hat angeblich kein Handy, macht nicht auf wenn man mal bei ihm klingelt, reagiert nicht auf schriftliche Nachrichten etc. um jetzt nur seine mildesten "Laster" zu erwähnen. Mir wurde außerdem sogar schon mal anonym gedroht. Ich kann zwar nicht beweisen dass er es war aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr. Das Vertrauen ist irgendwie weg. Ich habe eigentlich auch ein paar andere Pläne was die Wohnung betrifft sollte sie mal frei werden.

    Danke übrigens für die Antworten!
     
  7. #6 Martens, 16.06.2011
    Martens

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    Die Aufgabe des Gerichtsvollziehers ist hier, eine Wohnung zu beräumen.
    Dazu beauftragt er ein Umzugsunternehmen, das die Wohnung beräumt und das Lagergut einlagert.
    Die Kosten hierfür zahlt der Gläubiger, also Du.
    Ohne Vorschuß läuft nix und hinterher wird abgerechnet.

    Blos weil der Mieter "versehentlich" eine laufende Mietzahlung leistet, wird der Räumungstitel ja nicht plötzlich unwirksam.

    Christian Martens
     
  8. onno3

    onno3 Gast

    zu 1.)
    Wie bereits vorstehend beschrieben, erfolgt Abrechnung durch den GV nach erfolgter Räumung und Rechnungstellung aller Beteiligten (Ausnahme: Schuldner ;))

    zu 2.)
    Es ist schön, dass der jetzt die Miete vom Amt bekommt - nur was ist in 3 Monaten wenn er sich beim Amt melden muss und dort nicht erscheint? Richtiscccccchhhh - Sperre vom Amt und wieder keine Miete :(
    Ach ja und deine Räumung zählt dann nicht mehr - ergo, begeben Sie sich auf Start, gehen Sie nicht über Los, zahlen Sie wieder Gerichtskosten etc. ein und warten Sie

    IMHO jetzt raus mit ihm und neuer Anfang gemacht
     
  9. #8 Gruwo-NDS, 20.06.2011
    Gruwo-NDS

    Gruwo-NDS Erfahrener Benutzer

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    5.000 Euro ist scheinbar der Standardsatz, den Gerichtsvollzieher bei Zwangsräumungen als Vorschuss fordern. Denn Art und Umfang des Aufwands ist vor der Durchführung der Räumung nicht bekannt.

    Und es handelt sich um einen Vorschuss. Dieser wird nach erfolgter Räumung abgerechnet.

    Richtig. In diesen Fällen öffnet der GV nur die Wohnungstür. Aber: Für die Einlagerung und Verwertung der in der Wohnung befindlichen Gegenstände ist dann der Vermieter verantwortlich. Das heißt aber nicht, dass der Vermieter diese einfach entsorgen darf.
     
  10. tokape

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    Aber der Vermieter kann die Sachen an einem sicheren Ort einlagern (Keller) und die Wohnung weitervermieten. Bloss viele Fotos und ein Video machen. nachher behauptet der Mieter sein Rembrandt wäre weg!
     
  11. #10 armeFrau, 20.06.2011
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    Ich würde es mir auch sehr gut überlegen, den Mieter zu behalten.
    Wenn der mal spitz hat, dass er die Miete von der ARGE jederzeit an sich selber überweisen lassen kann und sie dann nicht weitergibt weil er selber besser leben will, fängst du wieder von vorne an, mit Mietrückständen, Gerichtskosten, Anwalt und Prozedere.
    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
     
  12. laser

    laser Benutzer

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    Es gibt wieder mal Neues und natürlich wieder mal ein paar Fragen.
    Also der Mieter ist jetzt doch noch ausgezogen :) Eine richtige Wohnungsübergabe fand eigentlich nicht statt, stattdessen hat er die Wohnungsschlüssel dem Hausmeister übergeben. Die Wohnung wurde unrenoviert und schmutzig überlassen (womit ich auch gerechnet hatte) aber Hauptsache er ist erst mal weg! :)
    Aber nun zu meinen Fragen:
    1) Das Jobcenter hat mich angeschrieben dass ich die letzte überwiesene Miete zurückzahlen soll. Ausgezogen ist der Mieter (besser der "Zwangsbewohner", da er ja schon ein paar Monate seit Kündigung und Räumungsbeschluss) am 10. des Monats. Wie sollte ich mich verhalten? Muss ich den Betrag tatsächlich komplett erstatten? Oder etwa anteilig für die 10 Tage des Monats? Außerdem hat mein ehemaliger Mieter noch Mietschulden bei mir. Können diese nicht damit verrechnet werden. Da er erst sein zwei Monaten "Kunde" beim Jobcenter ist, vermute ich dass das JC sich nicht verpflichtet fühlt dafür aufzukommen.
    2) Da er ja umgezogen ist, wäre jetzt ja auch ein anderer Gerichtsvollzieher für den Fall zuständig. Seine neue Adresse habe ich aber nicht. Kann ich mich trotzdem an die Gerichtvollzieherverteilerstelle wenden und diese findet dann heraus wo er jetzt wohnt oder muss ich zuerst selbst beim Einwohnermeldeamt mir seine Anschrift geben lassen?

    Bin für jeden Tipp dankbar!
     
  13. tokape

    tokape Erfahrener Benutzer

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    Eins ist ganz klar:

    Der Mieter ist dein Vertragspartner und nicht das Jobcenter! Das würde ich denen auch so mitteilen. Du hast natürlich das Recht, die eingegangene Miete gegenzurechnen. Woher die Miete gekommen ist, kann dir egal sein. Wenn das JC das Geld wiederhaben möchte, dann können sie sich an ihren Vertragspartner (deinen Exmieter) wenden. Wahrscheinlich sieht das JC auch, dass es kein Geld bekommt und versucht es mal andersrum. Auch kein schlechter Versuch.

    Wäre schön, wenn du uns hier auf dem laufenden hälst. Das scheint spannend zu werden.
     
  14. laser

    laser Benutzer

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    andererseits bezahlt das JC den Vermieter dafür dass sein Kunde die Wohnung nutzt - was für den Monat Juli eben nicht bzw. nur teilweise der Fall war. Soweit ich es mitkriegen konnte, wollte mein ehemaliger Mieter in eine andere Wohnung einziehen deren Miete weiterhin das JC bezahlen soll. Deswegen ist es evtl. auch nachvollziehbar dass das JC nicht 2x Miete für den Monat Juli für ihn zahlen kann (also die bereits bezahlte an mich und die für die "neue" Wohnung)
     
  15. #14 Soontir, 19.07.2011
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    Das ist so nicht ganz richtig. Vertragspartner des Vermieters ist der Mieter und nicht das JC. Wenn der Mieter das JC nun anweist, die Miete direkt an den Vermieter zu zahlen, ändert hieran auch nichts.
    Wenn das JC nun halt so doof war noch eine Miete zu zahlen und hier Rückstände bestehen, würde ich erstmal freiwillig nichts rausrücken.
     
  16. laser

    laser Benutzer

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    Klingt plausibel! Also erst mal nicht reagieren und wenn ggfls. Mahnungen o.ä. folgen auf die Mietschulden hinweisen? (Ich habe ja einen Vollstreckungstitel darüber) Wäre das die richtige Taktik?
     
  17. #16 Mieter1962, 24.07.2011
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    Wenn die Mietüberweisung nicht grade mit dem Verwendungszweck "Miete Juli 2011", sondern z.B. "Miete für Herrn XXX" eingegangen ist, dann kannst du die Zahlung ohnehin, auf die älteste offene Forderung oder eben so wie es dir beliebt, verrechnen.
     
Thema: Zwangsräumung (fast) eingeleitet. Plötzlich fließt aber die Miete wieder. Was tun?
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